Verbotene Computer-Hilfe: Die Tricks der Schach-Betrüger

CorbisIm Schach sind Computer fast unschlagbar, auf Turnieren ist ihr Einsatz deshalb verboten. Ungewöhnliche Partien bei einem Wettkampf in Kroatien aber deuten auf Spielmanipulationen durch Rechnerhilfe hin - ein wachsendes Problem. Zu beweisen ist der Betrug selten.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...-a-878123.html
  1. #1

    darum...

    ...hat Schach mich immer gelangweilt. Langsam kollabiert der Schein einer Größe, als Mensch etwas können zu wollen was eine Maschine besser kann. Lance Armstrong lässt grüßen.
  2. #2

    Schach ist matt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Schach sind Computer fast unschlagbar, auf Turnieren ist ihr Einsatz deshalb verboten. Ungewöhnliche Partien bei einem Wettkampf in Kroatien aber deuten auf Spielmanipulationen durch Rechnerhilfe hin - ein wachsendes Problem. Zu beweisen ist der Betrug selten.

    Technische Manipulationen bei Schachturnieren - SPIEGEL ONLINE
    Durch den mittlerweile gewaltigen Spielstärkeunterschied ist Schach bereits jetzt leider als Turnierspiel uninteressant geworden. Dieser Stärkeunterschied wird nur noch weiter wachsen, und der technische Fortschritt wird es wohl durch miniaturisierte Technik und Biotechnologie noch einfacher machen zu betrügen.

    Andere Strategiespiele hat dieses Schicksal zum Teil schon vor langer Zeit ereilt (Dame), zum Teil geschicht es gerade (Shogi = japanisches Schach), und zum Teil wird es noch passieren. Das meiner Einschätzung nach letzte Brettspiel, das dem Computer "zum Opfer fallen" wird, ist Go. Dieses hat den höchsten Verzweigungsfaktor pro Zug, und auch die Stellungsbewertung ist für den Computer dort extrem schwer, während ein starker menschlicher Spieler diese intuitiv bewältigt.
  3. #3

    Kapsel schlucken...

    wäre auch denkbar. Eine Kapsel in der Größe einer Minikamera, wie sie heutzutage für (Dünndarm-)Kapselendoskopie verwendet wird, wäre technisch kein Problem. Nötige "Ausstattung": Batterie, Funkempfänger, Vibrationsmodul. Diese könnte z.B. durch Funkfernsteuerung von außen vibrieren und dadurch in einer Art Morsealphabet oder sonstigem Code Befehle (Züge) übermitteln. Gewiss nicht billig, aber machbar. Und nach etwa 24 Stunden wäre sie wieder draussen :-)
  4. #4

    Schach ist ein interessantes Spiel, aber hoffnungslos unfair, wenn sich nicht gerade zwei annähernd gleichstarke Gegner gegenübersitzen. Je stärker der Unterschied, desto langweiliger die Partien.

    Wenn man ein Spiel sucht, in dem Strategie, Taktik und Zufall gleichermaßen vorkommen, warum nicht Backgammon? Backgammonspieler sind normalerweise auch nicht so eingebildet auf ihr "Können".
  5. #5

    Betrug im Schach

    Die Grenze zum Großmeister ist, anders als in der Tabelle angegeben, bei 2500 Elo erreicht. Dazu muss der Spieler, genauso wie beim Erlangen des IM - Titels, noch drei Normen erfüllen, also dreimal eine bestimmte Punktzahl in einem Turnier gegen Titelträger erreichen.
    Das Turnierschach steht in der Tat vor gewaltigen Herausforderungen durch die Gefahr des Computerbetrugs. Zeitverzögerte Übertragungen, ein striktes Handyverbot im Turniersaal für alle dort Anwesenden und der Einsatz von Störsendern, um Übertragungen von Außenstehenden an Spieler zu verhindern, sind meiner Meinung nach dringend nötig.
    Damit kann man Fälle wie Ivanov verhindern.
    Schwieriger wird es, wenn mit Zeichensprache bei der Zugübermittlung gearbeitet wird. Bei der Olympiade 2010 wurde dem französischen GM Feller Betrug nachgewiesen. Sein Trainer übermittelte ihm die Züge, indem er sich an bestimmte Orte im Turniersaal stellte. Zuvor hatte ihm ein Komplize mit einem PC die Computervorschläge verschlüsselt per SMS übermittelt.
    Wie so etwas verhindert werden soll, ist mir nicht ganz klar. Bei geschickter Manipulation ist diese kaum aufzudecken. Allerdings sollte man nicht mit Elo 2200 plötzlich damit beginnen, GMs in Serie und im großen Stil zu besiegen wie Herr Ivanov. Das ist schon fast auf dem Niveau wie der Memminger Bezirksligaspieler Allwehrmann, der plötzlich das internationale Turnier in Böblingen gewann, weil er in der letzten Runde dem Großmeister ein Matt in acht Zügen ankündigte. Etwas zu auffällig. :-)
  6. #6

    Wie sagt man: Schach ist die größte Verschwendung menschlicher Intelligenz außerhalb einer Werbeagentur.
  7. #7

    Geschmackssache

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Schach ist ein interessantes Spiel, aber hoffnungslos unfair, wenn sich nicht gerade zwei annähernd gleichstarke Gegner gegenübersitzen. Je stärker der Unterschied, desto langweiliger die Partien.

    Wenn man ein Spiel sucht, in dem Strategie, Taktik und Zufall gleichermaßen vorkommen, warum nicht Backgammon? Backgammonspieler sind normalerweise auch nicht so eingebildet auf ihr "Können".
    Ich finde, es spricht nichts gegen reine Strategiespiele, genauso wenig wie etwas gegen Spiele mit einer Zufallskomponente spricht, das ist einfach Geschmackssache. Die Schach-Lobby hat leider einen unverdienten Mythos aufgebaut, dass Schach ein Sport sei, dieser Status wird anderen Strategiespielen aber vorenthalten. Ich spiele Go, weil ich die Go-Szene in Deutschland unverkrampfter und netter als die Schach-Szene finde. Zudem gibt es da ein Vorgabesystem, um Spielstärkeunterschiede auszugleichen und auch Partien zwischen deutlich verschieden starken Spielern interessant zu machen.
  8. #8

    ...

    Bei Go gebe ich ihnen Recht. Selbst die weltweit stärksten Go-Programme (laufend auf teuren Supercomputern) werden noch ohne größere Probleme von guten Amateuren geschlagen und gewinnen gegen Profi-Spieler meist nur nach Stein-Vorgabe.

    Aber leider wird sich auch das durch die exponentiell steigende Rechnerleistung früher oder (hoffentlich) später noch ändern, auch wenn ich der Meinung bin, das es noch einige Jahre dauern wird, bis ein Spieler der Weltspitze ohne Steinvorgabe von einem Computer geschlagen wird.
  9. #9

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Schach ist ein interessantes Spiel, aber hoffnungslos unfair, wenn sich nicht gerade zwei annähernd gleichstarke Gegner gegenübersitzen. Je stärker der Unterschied, desto langweiliger die Partien.

    Wenn man ein Spiel sucht, in dem Strategie, Taktik und Zufall gleichermaßen vorkommen, warum nicht Backgammon? Backgammonspieler sind normalerweise auch nicht so eingebildet auf ihr "Können".
    backgammon wird mit würfeln gespielt, ist also zumindest zum teil glücksspiel oder zumindest zufällich. beim schach ist bis auf die farbe, die man spielt, nichts zufällig. daher die gute vergleichbarkeit der spieler.

    ps: egal welches spiel, dessen ablauf sich auf das bemühen des zufalls beruft, lässt sich im extremfall auf eben diesen reduzieren. dann können wir es auch einfacher machen und einfach jedem teilnehmer einen würfel geben - die höchste zahl gewinnt.