Von Beruf Schlagertexter: Peinlich gibt's nicht

DPAKlar reimt sich auf wunderbar, ringsumher auf Lichtermeer - mit solchen Wortspielen verdient Tobias Reitz seinen Lebensunterhalt. Der 33-Jährige ist einer der erfolgreichsten Schlagertexter Deutschlands. Zehn Nummer-eins-Hits hat er schon geschrieben. Kunst sei das aber nicht, sagt er.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-878032.html
  1. #1

    Was ich noch nie verstanden habe ist, warum Komponisten Geld kriegen, nachdem sie den Text an einen Sänger/ Produzenten verkauft haben. Ich kriege als Ingenieur, doch auch nicht für jedes verkaufte Produkt, an dem ich mitentwickelt habe, Geld, sondern leiste die Entwicklungsarbeit für mein Jahresgehalt oder ein Auftragsgehalt und trete die Rechte an die Firma ab.
  2. #2

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Was ich noch nie verstanden habe ist, warum Komponisten Geld kriegen, nachdem sie den Text an einen Sänger/ Produzenten verkauft haben. Ich kriege als Ingenieur, doch auch nicht für jedes verkaufte Produkt, an dem ich mitentwickelt habe, Geld, sondern leiste die Entwicklungsarbeit für mein Jahresgehalt oder ein Auftragsgehalt und trete die Rechte an die Firma ab.
    Weil es der Vertrag so vorsieht? Genau so gut könnte man mit dem Komponisten vereinbaren, dass er 10.000,- € für seine Arbeit erhält. Verkauft sich das ganze dann nicht hat man 10.000,- € investiert ohne etwas zu erhalten. Verknüpft man das jedoch mit den Einnahmen wird kein Minus entstehen. Bzw. man wältzt die Gefahr des Ausfalls auf denjenigen um, der am Ende der Schlange steht. ;)
  3. #3

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    oder ein Auftragsgehalt
    Und der Komponist bekommt den Auftrag, ein Lied zu komponieren. Dies macht er und bekommt dafür Geld. Ist doch völlig ok.
    Du kannst auch eine Komponistenfirma gründen und diverse Komponisten einstellen. Denen zahlst du ein Jahresgehalt und fertig.
    Wenn du freiberuflich tätig bist, bekommst du auch Geld für jede Entwicklung, die du an eine Firma verkaufst.
  4. #4

    .

    ZITAT " "Und das auch nur, weil sie mit Florian Silbereisen zusammen ist und man den aus Switch Reloaded kennt." " ZITAT ENDE!
    Ja da sehr ich ihn alias Michael Kessler auch am liebsten!
    "Für die Menschen!" :-)
  5. #5

    @ Wololooo

    Vielleicht lesen Sie den Artikel ja noch einmal. es könnte Ihnen ein entscheidender Unterschied zwischen der Tätigkeit eines freiberuflichen Schlagertexters und der Ihren auffallen.
  6. #6

    Wahrscheinlich

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Was ich noch nie verstanden habe ist, warum Komponisten Geld kriegen, nachdem sie den Text an einen Sänger/ Produzenten verkauft haben. Ich kriege als Ingenieur, doch auch nicht für jedes verkaufte Produkt, an dem ich mitentwickelt habe, Geld, sondern leiste die Entwicklungsarbeit für mein Jahresgehalt oder ein Auftragsgehalt und trete die Rechte an die Firma ab.
    sind Sie deswegen auch angestellter Ingenieur und kein Freiberufler. Sie bekommen ein Jahresgehalt, der Freiberufler muss sich halt andere Wege suchen um sein Futter zu sichern...
    Aua.
  7. #7

    Nur 80 Millionen?

    "80 Millionen Euro erwirtschaftet die Schlagerbranche jedes Jahr."

    So wenig? Hinter Klassik? Ich dacht, die haben eine riesen Lobby und kommen direkt nach der Automobilindustrie.
  8. #8

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Ich kriege als Ingenieur, doch auch nicht für jedes verkaufte Produkt, an dem ich mitentwickelt habe, Geld...
    Ist die Frage ernst gemeint? Als abhängig Beschäftigter gehört alles in der Arbeitszeit entwickelte dem Arbeitgeber (es sei denn es ist etwas Abweichendes vertraglich vereinbart). Eine Hilfskraft auf einem Fischkutter bekommt auch nicht Lohn UND kann den Fisch mitnehmen.

    Texter, Komponisten, Autoren, Interpreten etc. haben i.d.R. keinen festen Arbeitgeber und kein regelmäßiges Einkommen. Sie sind aber Urheber der Werke und werden daher jedes mal dann bezahlt, wenn ihre Werke tatsächlich gespielt, aufgeführt, gedruckt etc. werden.

    Ein Arbeitnehmer verkauft seine Zeit und Arbeit (ergo sich), ein Urheber behält die Rechte an seinem Werk.
  9. #9

    Risiko

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Was ich noch nie verstanden habe ist, warum Komponisten Geld kriegen, nachdem sie den Text an einen Sänger/ Produzenten verkauft haben. Ich kriege als Ingenieur, doch auch nicht für jedes verkaufte Produkt, an dem ich mitentwickelt habe, Geld, sondern leiste die Entwicklungsarbeit für mein Jahresgehalt oder ein Auftragsgehalt und trete die Rechte an die Firma ab.
    Der Texter trägt alle Risiken selbst, Sie dagegen können sich "risikolos in die Hängematte mit doppeltem Netz und Boden schmeißen". Für die Sicherheit, die Ihnen ihr Arbeitgeber gewährt - festes Gehalt, Sozialversicherungen, Kündigungsschutz, etc. - treten Sie ihm alle Erlöse aus ihrer Arbeit ab. Da sollte man nicht meckern müssen. ;-)
    Vielleicht sollten Sie sich für Ihre nächste Jobanstellung einfach mal einen Vertragsrechtler suchen, der Ihnen einen Arbeitsvertrag aufsetzt. Niedriges Grundgehalt plus Prämie für jedes verkaufte Produkt. Ist möglich und reine Verhandlungssache, es müssen nurbeide Parteien einverstanden sein.
    Bauen Sie Mist, geht Ihr Arbeitgeber leer aus - Sie aber auch. Schlägt ein Produkt unerwartet gut ein, profitieren Sie an den Erlösen Ihres Arbeitgebers überdurchschnittlich mit.

    Als Selbstständiger trägt man alle Risiken selbst. Man kann bei wenig Nachfrage/ausbleibendem Erfolg vor sich hindümpeln, kann - wenn man gut ist - aber auch überproportional verdienen. Alles eine Frage von Fleiß (keine 38,5-h-Woche mit bezahltem Urlaub) und einer großen Portion Glück.

    Bei Texten möchten die Auftraggeber möglichst keinerlei Risiken eingehen. Ist der Text ein Flop, war die Arbeit des Texters umsonst. Wird es ein Hit, verdient der Texter dafür aber auch gut mit. Jetzt müssen Sie nur noch ausrechnen, wie das Verhältnis Flop/Hit (verlorene Arbeitszeit/sich lohnende Arbeitszeit) aussieht, da kann es gut sein, dass 5 mehr oder weniger erfolgreiche Texte pro Jahr die anderen 350 "Cent-Texte" mittragen.