Geiseldrama in Algerien: Gasfeld befreit, 48 Menschen tot

AFPAlgerische Soldaten haben das Geiseldrama auf dem Gasfeld In Amenas gewaltsam beendet. Alle Geiselnehmer und alle noch verbliebenen Geiseln sind tot. Der Westen rechtfertigt das Vorgehen der Armee - für die Todesopfer seien die Terroristen verantwortlich.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-878570.html
  1. #1

    Schon bei

    seiner ersten Rede nach Beginn der Aktion montierte Hollande die Information über den ersten gefallenen Franz. Soldaten samt der üblichen verbalen Verbeugungen so in einen Nebensatz, dass so der Eindruck entstehen konnte von Entschlossenheit um jeden Preis - und Opfer gehören nun mal dazu.

    Hier wurde ja offensichtlich ein Vorgehen praktiziert, ein mit-dem-Kopf-durch-die Wand, wo von Anfang an klar ist, das Leben der Geiseln ist im Zweifelfsfalle völlig obsolet.

    Dieser als farblos geltende Zauderer hat also eine zweite Seite: Brutalität

    Hajü
  2. #2

    für die Todesopfer seien die Terroristen verantwortlich
    Sind sie ja auch. Jeder ist für seine Taten selbst verantwortlich, niemand hat die Geiselnehmer gezwungen a) Geiseln zu nehmen und/oder b) diese dann hinzurichten.
  3. #3

    ..Kosten des Hypes mit den Alt-Energien Öl und Gas..

    Sowas wird die Kosten von international tätigem Personal auf den Baustellen gut in die Höhe treiben.

    Wer denn ginge nun noch dahin, wenn ihm nicht hohe Risikoprämien in Form deutlich fünfstelligerGehälter plus eine Versicherung in Millionenhöhe für die Familie zugesichert wären, im Falle dass er Opfer eines Angriffs würde oder sonst sein Leben in solchen Ländern verlöre.

    Irak, und Nigeria mit Boko Haram ist das gleiche.

    Das wird teuer, für alle Beteiligten..
  4. #4

    Zitat von HansOch Beitrag anzeigen
    seiner ersten Rede nach Beginn der Aktion montierte Hollande die Information über den ersten gefallenen Franz. Soldaten samt der üblichen verbalen Verbeugungen so in einen Nebensatz, dass so der Eindruck entstehen konnte von Entschlossenheit um jeden Preis - und Opfer gehören nun mal dazu.

    Hier wurde ja offensichtlich ein Vorgehen praktiziert, ein mit-dem-Kopf-durch-die Wand, wo von Anfang an klar ist, das Leben der Geiseln ist im Zweifelfsfalle völlig obsolet.

    Dieser als farblos geltende Zauderer hat also eine zweite Seite: Brutalität

    Hajü
    Ja, da hätten wir es doch lieber Deutsch, mutig und Konkret so a la Debatte, ob man zum Krieg denn auch Krieg sagen darf...
    Ich jedenfalls sage Chapeau vor Hollande, der die Dinge, wenn es denn schon schmutzig wird, beim Namen nennt und sich nicht durch Wortklaubereien wie Friedensmission etc. hindurchmerkelt.
  5. #5

    Vergleich mit Syrien

    Zu Recht wird in diesem Forum die blutige Geiselnahme der Terroristen verurteilt. Doch es drängt sich die Frage auf, was unsere Medien schreiben würden, wenn Ähnliches in Syrien passiert (was ja schon zur Genüge vorgekommen ist). Wir bekommen dann eine rührselige Geschichte von heldenhaften Freiheitskämpfern aufgetischt; und von einer brutalen Armee, die als Schergen des Diktators ein Blutbad zu verantworten haben. Im einen Fall unterstützen die westlichen Staaten (mit Milliarden und Propaganda) fundamentalistische Terroristen, im anderen Fall werden sie bekämpft. Ökonomische Interessen und strategische Überlegungen entscheiden darüber, wer als Terrorist und wer als Freiheitskämpfer gilt. Alles nur im Dienste von Demokratie und Menschenrechten – ein Schuft, wer etwas anderes denkt.
  6. #6

    optional

    Natürlich sind ursächlich die Terroristen für den Tod bzw. die hohe Gefahr, der sie die Geiseln ausgesetzt haben verantwortlich. Auch gab es in der Vergangenheit schon viele gut gemeinte Befreiungsaktionen, die nicht so liefen wie geplant.

    Allerdings ist es hier schwer zu glauben, es sei bei der Planung des Einsatzes durch das algerische Militär wirklich alles unternommen worden, die Geiseln lebendig zu befreien.
  7. #7

    Wo ist die Wahrheit?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Algerische Soldaten haben das Geiseldrama auf dem Gasfeld In Amenas gewaltsam beendet. Alle Geiselnehmer und alle noch verbliebenen Geiseln sind tot. Der Westen rechtfertigt das Vorgehen der Armee - für die Todesopfer seien die Terroristen verantwortlich.

    Westen zeigt Verständnis für blutige Befreiungsaktion in Algerien - SPIEGEL ONLINE
    Ich glaube der algerischen Regierung und den dortigen Medien kein Wort bezüglich der Behauptung, die Geiseln seien von den Entführern getötet worden. Dafür gibt es keinen Beleg, keine Fotos, keine Journalisten als Zeugen. Buchstäblich nichts.

    Nach einem jahrelangen Krieg gegen vermeindliche Islamisten im eigenen Land mit 50. - 100.000 Toten ist die regierende FSLN Meister der Desinformation, warum nicht auch in diesem Fall?
    Schließlich gilt es, Europa und die USA, die Abnehmer von Erdgas, nicht völlig zu verschrecken.

    Die Al Quaida-Entführer sind völlig skrupellos vorgegangen. Warum hätten Sie sich ohne Not Ihres "wertvollen Faustpfandes", sprich der Geiseln, entledigen sollen. Man kann nur hoffen, dass diese offensichtliche Legende so keinen Bestand hat.
  8. #8

    Zitat von backtoblack Beitrag anzeigen
    Ich glaube der algerischen Regierung und den dortigen Medien kein Wort bezüglich der Behauptung, die Geiseln seien von den Entführern getötet worden. Dafür gibt es keinen Beleg, keine Fotos, keine Journalisten als Zeugen. Buchstäblich nichts.(...)
    Die Al Quaida-Entführer sind völlig skrupellos vorgegangen. Warum hätten Sie sich ohne Not Ihres "wertvollen Faustpfandes", sprich der Geiseln, entledigen sollen. Man kann nur hoffen, dass diese offensichtliche Legende so keinen Bestand hat.
    Zum Ersten: Es ist schon bedauerlich, nicht wahr? Ich bin mir sicher, dass es für Sie beim nächsten Mal einen Livestream in HD und DTS gibt. Mit wechselbaren Kameraperspektiven.

    Wenn die Entführer so streng logisch vorgegangen sind, dann beantwortet sich Ihre Frage von selbst: Beim Sturm des Geländes erweisen sich die Geiseln offenbar als wertloses Faustpfand. Bleiben zwei Optionen: 1) Geiseln töten und damit zeigen was passiert, wenn Drohungen nicht ernst genommen werden oder 2) Geiseln leben lassen und damit beweisen, dass nichtverhandeln und angreifen ein erfolgversprechendes Prinzip sind.

    Ihre theoretischen Geiselnehmer haben - wie die realen - sich logischerweise für das erste entschieden.
  9. #9

    viele Fragen

    Mir erscheint die Berichterstattung hat sehr viele Lücken aufzuweisen. Eventuell gibt es auch keine weiteren Nachrichten. Von versuchten Verhandlungen lese ich nichts. Hollande hat wohl auch nichts dazu geäussert. Im Prinzip waren die Geiseln von Beginn an zum Tode verurteilt. Und genau hier zeigt sich mir die ganze Brutalität des Kapitalismus. Stelle sich jemand vor, er sei selbst Geisel. Für viele erhöhte Phantasie, nicht erreichbar. Jede Wette, dass jeder froh wäre, gäbe es diese Verhandlungen. Und in der Folge die Freiheit. Was ist da Geld? Geld gegen Leben? Ich bin entsetzt. Was meint ihr, was die Angehörigen der Opfer denken?