De Maizière gegen Lammert: CDU zofft sich wegen deutschem Mali-Einsatz

dapdStreit über den deutschen Einsatz in Mali: Thomas de Maizière hat Kritik von CDU-Parteifreund und Bundestagspräsident Norbert Lammert mit klaren Worten zurückgewiesen. "Deutschland braucht von niemandem Ratschläge", sagte der Verteidigungsminister.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-878517.html
  1. #60

    Politische Geschmeidigkeit

    Zitat von andrew204 Beitrag anzeigen
    Die Verve mit der Herr Lammert und weitere Abgeordnete deutsche Kriegsbeteiligungen fordern ist beängstigend. Militärische Zurückhaltung sollte weiterhin Leitlinie deutscher Außenpolitik bleiben.

    Mit weniger Soldaten und deutlich weniger Bundestagsabgeordneten würden wir besser fahren.
    Was will Lammert? Geht es schon um Positionen
    nach der Bundestagswahl – dann wäre seine
    Attacke auf einen Mitbewerber um höchste Ämter
    nachvollziehbar.
    Kein Verständnis habe ich dafür, mit vorauseilenden
    Angeboten französische Forderungen zu provozieren.
    Schließlich ist der Afghanistan-Krieg für uns noch akut
    – im Gegensatz zu Frankreich, das sich daraus bereits
    verdrückt hat.
  2. #61

    Zitat von jested_echo! Beitrag anzeigen
    Verteidigungsminister De Maiziere hat vollkommen Recht! Und nicht Hr. Lammert! Denn die deutsche Regierung und die verantwortlichen Politiker sind einzig und alleine den deutschen Volk verpflichtet! Und wenn fast 60% der Deutschen gegen einen militaerischen Einsatz in Mali ist, dann ist das so! Und unsere Politiker haben sich gerade in solchen Fragen nach der Mehrheit des Volkes zu richten und nicht nach einigen kriegsgeilen Foristen!
    Ich habe bei den Foristen hier eigentlich kaum "Kriegsgeilheit" gesehen. Nein, es sollen keine deutschen Truppen nach Mali, aber angemessene logistische Unterstützung wäre schon angebracht. Die groszügige Unterstützung durch zwei Uralt-Transporter, von denen einer scheinbar schon über Frankreich seinen Geist aufgegeben hat, ist nun mal schlicht und einfach erbärmlich.

    Das ist so, als wenn ein Bill Gates öffentlich behauptet, er unterstütze die Hungernden in Indien im Rahmen seiner Möglichkeiten und sich dabei filmen läßt, wie er 100$ dafür hinlegt.

    Fleurs
  3. #62

    Ich verstehe auch nicht warum wir mehr als 30 Milliarden an Haushaltsmitteln in das Ressort Verteidigung pumpen und uns dann so schwer damit tun dieses Ressort einzusetzen... Also liebe Politiker auf nach Mali! Unsere Jungs stehen doch auf neue Abenteuer! Vorausgesetzt es gibt jeden Tag 110€ Auslandsverwendungszuschlag ansonsten besser nicht!
  4. #63

    Der lange Schatten der Vergangenheit

    In der allgemeinen Diskussion über das für und wider von militärischen Einsätzen der Bundesrepublik Deutschland in problematischen Ländern, wie zur Zeit Mali, ist keine richtungsweisende Strategie oder Taktik erkennbar, wie das Problem "Auslandseinsätze der Bundeswehr" richtig gelöst werden kann. Das spiegelt sich auch in der Außenpolitik und im Verteidigungsministerium unserer demokratischen Republik und unserer Regierung wieder. Auch dort weiß man nicht wie man richtig reagieren soll. Das ist kein Zufall. Der lange Schatten der Vergangenheit aus dem vergangenen 20. Jahrhundert, bei dem das kaiserliche- und das diktatorische Deutschland in zwei Weltkriegen die bittere Rolle des Bösewichtes nicht nur spielte, sondern auch freiwillig bis zum Exzess [bis zur Selbstvernichtung] verinnerlichte, wirkt sich in fataler Weise bis zum heutigen Tag aus. Das heutige demokratische Deutschland hat an diesem "Erbe" sehr schwer zu tragen. Unsere Situation ist vergleichbar mit jemanden der irgendwo sicher mit beiden Füßen auf einer Fläche steht, aber ringsherum sind überall "Fettnäpfchen", in die man nur hereintreten kann. Sogar zwischen den Füßen stehen "Fettnäpfchen". Im Klartext: Es ist gleichgültig ob wir irgendwo unter was für Umständen eingreifen, nicht eingreifen oder nur zum teil eingreifen. Wir treten immer ins "Fettnäpfchen". Und dies nicht nur außen- sondern auch immer innenpolitisch. Stehen zu bleiben ist aber auch keine dauerhafte Alternative in einer sich ständig verändernden Welt, besonders dann wenn man Bündnispartner hat. Die fragen dann irgendwann schon mal an, was denn nun sei. Immer wollen die nicht den Hauptanteil des "Blutzolls" entrichten, damit wir Frieden, Freiheit und Wohlstand (umsonst - befreit vom "Blutzoll") genießen können. Eine bittere, sehr bittere Wahrheit ... Einfach so "ausklinken" aus diesem Dilemma geht auch nicht. Das können vielleicht Einzelne aber nicht die Gesamtheit. Aber was ist dann die Lösung? Die Wahrheit: "Es gibt keine Lösung, schon gar nicht eine optimale Lösung." [Ausnahme: Jeder Mensch verpflichtet sich streng nach dem Evangelium zu leben - (ich weiß, eine utopische Illusion, also für diese reale Welt nicht realisierbar.)] Wenn es überhaupt eine richtige Strategie und Taktik für die politische- und militärische Bewertung von Auslandseinsätzen geben sollte, dann ist diese vergleichbar mit einem "Pfad durch den Dschungel mit ungewissen Ziel". Was bedeutet dies? Zum Beispiel dies: Man tut nur dies was unbedingt erforderlich, sinnvoll und wichtig ist - nicht mehr aber auch nicht weniger. Einige "Fettnäpfchen" werden auch bei Einhaltung des "Minimal-Pfades" umfallen, aber bei einem abweichenden darunter oder darüber mit Sicherheit viel mehr. Das einhalten dieses Pfades ist leicht gesagt aber schwer einzuhalten. Ich gebe zu es ist keine Lösung, nur eine unvollkommene Näherungslösung. Die ist immer noch ein klein wenig besser als überhaupt nichts zu haben, wie man sich verhalten sollte. Denn gar nichts zu tun hat auch seinen Preis, da braucht man nur in die Geschichtsbücher reinzuschauen ... Konkret könnte man vorschlagen, dass für Auslandseinsätze immer ein auf die jeweilige Situation angepasster Mix aus verschiedenen Maßnahmen zur Anwendung kommen sollte. Sobald entweder die Ziele erreicht sind, oder es unmöglich geworden ist diese zu erreichen, sollte man sich so schnell wie möglich zurückziehen. Mit einem Minimum an Aufwand und Mitteln ein bestimmtes Ziel erreichen - mehr ist einfach nicht zu machen. Der lange Schatten der Vergangenheit wird uns noch sehr lange begleiten, vielleicht gar nicht mal das schlechteste ...
  5. #64

    Wie bitte....dass wir uns nicht ähnlich wie im Fall Libyen positionieren

    Unsere Positionierung war hier wesentlich besser,als die der anderen.

    Ihre Hinterlassenschaften durch eigene Bombardierung frei zugänglicher Waffenarsenale aus Libyen müssen die Franzosen jetzt in Mali wieder aufsammeln.
  6. #65

    Fruehschoppen bei Herrn Lammert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Streit über den deutschen Einsatz in Mali: Thomas de Maizière hat Kritik von CDU-Parteifreund und Bundestagspräsident Norbert Lammert mit klaren Worten zurückgewiesen. "Deutschland braucht von niemandem Ratschläge", sagte der Verteidigungsminister.

    Mali-Einsatz: de Maizière gegen Lammerts Forderung - SPIEGEL ONLINE
    Der Bundestagspraesident macht Aussenminister und Verteidigungsmister zugleich und ganz nebenher versucht er seiner Partei die Optioen zu berbauen.

    Das hoert sich eher wie der Runde Tisch des Koenig Arthurs als die geordnente Regierungsweise der Kanzlerin an.

    Nach dem Transatlantischen hin und her der Lybien Entscheidung tut sich die Kanzlerin gut auf die entsprechenden Entscheidungen zu warten. Im Gegensatz zu F hat D keine eigene Truppe (Goss seis gedankt). Alle deutschen Einheiten ausschliesslich der Freiwilligen Feuerwehr unterstehen der Nato und die muss erst ueberlegen.

    Aber warum ruft keiner nach einem Hilfsprogramm fuer die Fluechtlinge? Da koennte man zeigen was Deutschland kann.

    Frueher was 'Fuer Kaiser, Reich und Gott" heute reicht es 'Fuer Herrn Lammert"
  7. #66

    Hier könnte Ihre Werbung stehen!

    Zitat von zyan Beitrag anzeigen
    Der lange Schatten der Vergangenheit ...
    Wow, dass es so was im Spiegel-Forum noch gibt, hätte ich nicht gedacht. Da hat sich jemand wirklich erst mal Gedanken gemacht und danach(!) diese dann "zu Papier" gebracht. Leider ist das Niveau in den letzten zwei Jahren hier so abgesunken, dass Antworten wie diese einfach nur gut tun.

    Danke!
  8. #67

    Zitat von Dr.pol.Emik Beitrag anzeigen
    Sie meinen also es sei unsere Aufgabe, Machtstrukturen zu zerstören die uns nicht schmecken? Wenn erst einmal Mehrheitlich Muslime in Europa leben, würden sie dann auch für entsprechende Interventionen der arabischen Liga hierzulande plädieren? Da hilft es dann leider nicht wenn man weiß was in Afrika gerade los ist und vergisst dabei vor der eigenen Türe zu kehren.
    Ich bin gegen Strukturen die Staaten von aussen aufgezwungen werden.
    Darum geht es und nicht um "Machtstrukturen" zu zerstören. Die gibt
    es nicht und die sollte man auch nicht per Putsch zulassen.
    Ihr Vergleich mit der arabischen Liga zeigt, dass Sie nicht begriffen
    haben worum es geht.
  9. #68

    nur mal so

    Wer franzoesich kann, lese bitte da mal. Das ist laenger als alles hier. Heute in Arte sah man das Belgien und Daenemark mit modernen Transport Flugzeugen, immerhin moderner als das was Deutschland schickte, den Nachschub fliegen. Man sah auch das die Elfenbein Kueste auch Soldaten schicken wird. Hier geht es lang:http://www.lemonde.fr/afrique/article/2013/01/19/mali-progression-vers-le-nord-reunion-au-sommet-a-abidjan_1819474_3212.html
  10. #69

    Kompetenzüberschreitung

    Herr de Maiziere überschreitet klar seine Kompetenzen. Als Verteidigungsminister ist er für die Landesverteidigung zuständig. In Mali geht es jedoch um die Unterstützung eines Krieges, der nicht der Verteidigung Deutschlands dient, sondern dem Macht- und Ansehensgewinn Deutschlands. Dafür wird der Verteidigungsminister erst zuständig, wenn das Resort wieder Kriegsministerium heisst. Solange können die anderen Kriegstreiber ihre Meinung äußern und Herrn Lammert Beifall klatschen!