Geiseldrama in Algerien: Das ist der Chef der Gasfeld-Entführer

AFP/ SITE Intelligence GroupDie Geiselnehmer von Ain Amenas bekommen ein Gesicht: Der Islamist Abd al-Rahman al-Nigri kommandiert die Terroristen, die noch immer Geiseln in ihrer Gewalt haben. Der Mann aus Niger soll für zahlreiche Anschläge in der Sahara-Region verantwortlich sein.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-878509.html
  1. #20

    Aktvist bzw. Rebell

    Moment, warum wird im Falle Malis/Algeriens nur noch von Terroristen gesprochen? Als in Syrien 48 Iraner entführt wurden, sprach man von Rebellen. Vor zwei Monaten wurde in Syrien eine ukrainische Journalistin von "Rebellen" entführt (und wahrscheinlich ermordet). Ende letzten Jahres zwei russische und ein italienischer Mitarbeiter eines syrischen Energieunternehmens.
    Moralisch sehr wendig, diese Sprachregelungen. Wehe den Regierungen oder den Rebellen, die auf einmal durch den Westen zum Abschuss freigegeben werden...
  2. #21

    Zitat von Mogamboguru Beitrag anzeigen

    Eine sehr gute Quelle ist Asian Times Online - eine Tageszeitung mit eigener Website aus Hong Kong:

    Asia Times Online :: Asian news and current affairs

    "THE ROVING EYE
    Burn, burn - Africa's Afghanistan
    By Pepe Escobar"

    Dieser Beitrag ist ein MUSS für jeden, der verstehen will, was sich in Afrika zur Zeit gerade tatsächlich abspielt - nämlich Neokolonialismus PUR.
    Danke für diesen Link. Aber auch wenn diese Zusammenhänge flüssig und schlüssig dargestellt werden, so wären doch weitere Belege für soche Szenarien wünschenswert.

    Und da frage ich mich eines: Wo bleibt die intellektuell wahrnehmbare Analyse der Betroffenen? Warum finden solche "Enthüllungen" nur durch Westler statt? Warum publizieren nicht Afrikaner oder Chinesen (die daran nach der Theorie ein entscheidendes Interesse haben könnten) die "Wahrheit" in einer Weise, die im Westen wahrgenommen werden würde? Hier ist doch die Aufnahmebereitschaft bei all denen, die ihre eigene Kultur, hassen riesig - man lechzt geradezu nach weiteren Beweisen, dass man einer blutrünstigen, imperialistischen Zivilisation angehört, die in barbarischer Weise die Armen der Welt versklavt...
    Auch in Afrika und Arabien gibt es Internet, Bibliotheken, gibt es eine dünne intellektuelle Schicht, die im "Westen" studiert hat, sich auch in europäischen Sprachen ausdrücken kann...
    Warum ist die einzige Äußerung aus diesem Teil der Welt, die man hören kann, Bombenattentate und primitive Gewalt? Hier gäbe es so viele Herzen die man gewinnen könnte - beweist die "neokolonialistischen Machenschaften" und die "Neokolonialisten" werden von der öffentlichen Meinung hinweggefegt. Bombt, entführt und mordet weiter und die Reihen werden geschlossen und immer weniger Fragen werden gestellt werden... und das in einer Gesellschaft, die offener für eine geradezu selbstzerstörerische Selbstkritik ist, als jede andere...

    Den jeweilen Völkern abzusprechen, dass sie intellektuell in der Lage wären, sich selbst zu artikulieren und zu analysieren, so das sie von unseren Linken und Weltverstehern gerettet werden müssen, ist übrigens ein arroganteres und diskriminierenderes Statement als jede Militärintervention.
  3. #22

    Was fuer ein Unsinn...

    ...zu verlangen, dass nicht ueber Terrosristen berichtet werden soll. Da plappert einer etwas vor, von "kein Podium geben" oder "Forum geben" und alle anderen plappern es nach. Klingt ja auch sooo abgeklaert.

    Jedoch, was SPON da schreibt ist weit entfernt von einer "Profilberichterstattung", aus der sich eine "Heldenverehrung" entwickeln koennte.

    Verehrt als Maertyer werden diese Idioten wahrscheinlich sowieso...von ihren Glaubens-bzw. Sinnesgenossen. Da braucht kein westliches Medium mehr nachzuhelfen.

    SPON liefert die duerren Fakten: woher kommt er, was war bis jetzt seine Rolle und welchem Fanatikerverein gehoert er an. Und das ist GENAU, was ich wissen will. Welche Laender sind mittlerweile bereits infiziert von terrorbereiten Fundamentalislamisten, welche Vordenker, Raedelsfuherer, Glaubensrichtungen sind fuer diesen Wahnsinn verantwortlich.

    Wie oben bereits von einem anderen Kommentator beschrieben, ist die Berichterstattung in D und die gelieferten Hintergrundinformationen ueber diesen Terrorakt lausig. Wollen wir jetzt noch Zensurmassnahmen fuer uns selbst fordern, damit wir moeglichst nichts von der Wirklichkeit und den Hintergruenden mitbekommen und daraus Schluesse fuer uns ziehen koennen?
  4. #23

    Die Chef´s sitzen in unseren eigenen Reihen

    Zitat von Rüdiger123b Beitrag anzeigen
    Es mag zwar manche Leute interessieren, was für Menschen Anschläge begehen oder Massaker anrichten. Ich finde es trotzdem Schade, dass die Medien immer solche Portraits erstellen, die nur dafür Sorgen, dass Leute zu Mythen stilisiert werden und für gleichgesinnte als Vorbilder gelten. Vielleicht sollte man die Namen und Gesichter solcher Leute lieber totschweigen.
    Es wird doch schon genügend "totgeschwiegen"! Nämlich die Wahrheit über die Herkunft sowie der Geld und Waffengeber dieser Terroristen! Wer hat solche "Menschen" denn erst entstehen lassen und wer sponsert diese Terroristen, die sich anscheinend wie Fliegen vermehren! Woher kommt dieser Hass auf andere Menschen und warum wird immer wieder das Lied über Islamisten angestimmt!? Wie war das noch damals mit den Kreuzrittern? Ach ja, darüber wollen wir lieber nicht mehr anfangen zu diskutieren, jedenfalls nicht die Kirche oder andere Personen, Gesellschaften und/oder Adelsgeschlechter. Denn dann würde wieder ziemlich offensichtlich was nicht offensichtlich sein soll (totschweigen)! Es ist alles halt immer wieder das gleiche alte Spiel, nur eben im neuem Gewand und teilweise mit guten Schauspielern. Die Machtelite spielt Ihr Spiel und wir einfachen Bürger sind deren Spielfiguren, die für Ihren Einsatz meistens auch noch teuer bezahlen müssen! Erst werden wir ausgenutzt und abgezockt und dann sollen wir uns selber gegenseitig beseitigen. Vielleicht geht es zwischendurch auch mal wirklich für eine gute Sache, aber das ist auch manipuliert und leiden müssen meistens wir einfachen Bürger, nicht die wenigen Prozent die an der Macht sind und das Geld kontrollieren. Und wie immer kann die Masse es einfach nicht verstehen oder will es einfach nicht verstehen, daher wurden wir immer wieder ausgenutzt und mussten am Ende die Rechnung bezahlen. Die Chef´s der Gasfeld-Entführer sitzen mit in unseren eigenen Reihen. In den großen Konzernen, in der Politik sowie in den Geheimdiensten! Dort sollte man endlich anfangen aufzuräumen, erst dann kann man eine wirkliche für die Mehrheit gerechte neue Ordnung einführen, vorher ist alles zum scheitern verurteilt. Das soll wohl auch so sein!
  5. #24

    @ jjh 76

    Eine führende Nachrichtenagentur finden Sie hier, aber die gibt's halt nur auf Arabisch oder Französisch: http://www.saharamedias.net/ Wer auch immer gut informiert ist: http://www.rfi.fr/, mit vielen afrikanischen Journalisten und die BBC: http://www.bbc.co.uk/news/world/africa/
  6. #25

    nochmal @jjh76

    Ich muß Ihnen doch noch mal was schreiben. Meine Partnerin ist Afrikanerin, hat in Frankreich studiert. Wenn sie in ihrem Heimatland regierungskritische Berichte schreiben würde, hätte Sie exzellente Aussichten auf einen Gefängnisaufenthalt mit allen negativen Begleiterscheinungen. Lesen Sie mal diesen Wikipedia Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Saro-Wiwa . Ken Saro Wiwa war ein nicht nur in Afrika bekannter Journalist - und wurde trotzdem von der Regierung exekutiert. Natürlich wird jede Regierung vermeiden, Aufsehen zu erregen, wenn 'westliche' Journalisten vor Gericht kämen, das ist m.E. der Grund für die Zurückhaltung vieler Afrikaner, das ist nicht so ganz der Kontinent der Pressefreiheit.
  7. #26

    Hoffentlich lernt Algerien aus diesem Disaster

    Algerien wird in der Zukunft hoffentlich seine Gas -und Ölanlagen besser schützen:Mit diesen Höllenrittern nicht zu verhandeln begrüße ich,denn hier hilft wirklich nur militärisches konsequentes Durchgreifen.Mir tut langsam diese Religionsrichtung leid,die für solche Verbrecher ein ideologisches Alibi liefern muss.Da werden wir noch viele Ereignisse miterleben müssen,die viel Leid bringen werden.
  8. #27

    Zitat von rudi_1957 Beitrag anzeigen
    Natürlich wird jede Regierung vermeiden, Aufsehen zu erregen, wenn 'westliche' Journalisten vor Gericht kämen, das ist m.E. der Grund für die Zurückhaltung vieler Afrikaner, das ist nicht so ganz der Kontinent der Pressefreiheit.
    Das ist mir wohl bewusst. Aber oft lebt die intellektuelle Elite dieser Völker und Länder aus eben diesen Gründen nicht in ihren Heimatstaaten sondern z.B. in Europa. Auch in diesem Forum haben sich z.B. schon Malier zu Wort gemeldet, was ich sehr gut fand.

    Und warum haben Leute, die die Möglichkeiten haben, einen konspirativen Terrorkrieg gegen die militärisch übermächtige USA zu führen, nicht die Möglichkeit an möglichen Zensoren vorbei, klare, eindeutige und offensichtliche Beweise dafür zu erbringen, dass sie in Wirklichkeit die angegriffenen sind und sich zu Recht "verteidigen"? Vielleicht, weil sie gar nicht an einer friedlichen Lösung, einer Deeskalation interessiert sind? Ich denke da vor allem auch an den arabischen Raum. Wenn es ihnen wirklich darum geht, berechtigte moralische Ansprüche geltend zu machen, hätten sie damit größere Chancen als mit Bomben.

    Wenn es offensichtliche Beweise für den "Neokolonialismus" gäbe würde das einen Sturm der Entrüstung in der westlichen Welt geben! Es hat solche Empörungen bereits in der Hochzeit des "originalen" Kolonialismus gegeben, zu Zeiten als die Öffentlichkeit wesentlich reaktionärer gegenüber den Kolonisierten eingestellt war. Diese Empörungen führten auch zu politischen Konsequenzen in Europa. Prominentes Beispiel ist Belgisch-Kongo, wo dem König die Verwaltung nach Exzessen an den Einheimischen entzogen wurden, oder auch die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit aufgrund von Brutalitäten im Herrero-Krieg. Und wieviel weiter ist der Westen da heute...?

    Aber das Schweigen und Bomben lassen eben Zweifel an der moralischen und politischen Legitimation der Akteure aufkommen. Allenfalls wird noch mit Religion argumentiert, womit man sich selbst diskreditiert, weil man offen zugibt, Aggressor im Namen des Glaubens zu sein - eine Einstellung die für den Westen schon aus Gründen des Selbsterhalts inakzeptabel und grundsätzlich moralisch nicht legitimierbar ist (Universalität der Menschenrechte!).

    Gleichzeitig mühen sich westliche linke Intellektuelle krampfhaft ab, im Westen das Böse zu sehen und den Akteuren des Terrors diese Legitimationen zu verschaffen.
  9. #28

    @vogelmann01

    Das ist alles nicht ganz so einfach zu erklären. Lesen Sie bitte mal diesen Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Movement_for_the_Emancipation_of_the_Niger_Delta
    Die MEND finanziert sich über die Entführung ausländischer Experten, die in der nigerianischen Ölindustrie tätig sind, über Öl-, Drogen-, und Menschen-, und Waffenhandel. Leider wurde die Lebensgrundlage der Ogoni zerstört, und dann kommen die Leute auf solche Ideen. Die Ogoni sind übrigens Christen. Sagen sie. Was Mali angeht - es wurde in Westafrika immer das Gerücht erzählt, daß die Touareg, die Muammar al-Gaddhafis Hausmacht waren, bei ihrer Absetzbewegung einen Großteil des libyschen Staatsschatzes mitgenommen haben sollen. Googeln Sie mal Gold und Libya oder Gaddhafi, Artikel gibt's zu dem Thema genug, viele in der französichen Presse. Schauen Sie mal hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-gaddafi-soll-goldschatz-in-der-wueste-vergraben-haben-a-858810.html
    Es ist leider so, dass die Menschen in Zentralafrika in extremer Armut leben, und dann oft zu radikalen Mitteln greifen, und dann nehmen oft Leute das 'Recht' oder was sie dafür halten, in ihre eigenen Hände..
  10. #29

    Unerträglich

    Ich finde es unerträglich, dass Spiegel online diesen Terroristen und in diesem Fall speziell dem Anführer ein Gesicht, und somit ein Forum gibt. Auf diesem Weg werden diese Killer und ihre menschenverachtenden Ziele einer breiten Masse publik. Es gibt genug kranke Sympathisanten in unserem Land, die solche Typen verehren.