Bundeswehr - sollte sich Deutschland in Mali militärisch engagieren?

Schön dabei aber nie mittendrin: Das Image des Heraushaltens haftet den Deutschen immer noch bei internationalen Konflikten an. Ob berechtigt oder nicht, im Falle Mali könnte sich die Frage des Engagements wieder stellen. Ein paar Transportflugzeuge werden wohl nicht reichen, befürchten viele angesichts der zu erwartenden Dauer des Konfliktes. Sollte sich Deutschland auch militärisch in Mali engagieren?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schön dabei aber nie mittendrin: Das Image des Heraushaltens haftet den Deutschen immer noch bei internationalen Konflikten an. Ob berechtigt oder nicht, im Falle Mali könnte sich die Frage des Engagements wieder stellen. Ein paar Transportflugzeuge werden wohl nicht reichen, befürchten viele angesichts der zu erwartenden Dauer des Konfliktes. Sollte sich Deutschland auch militärisch in Mali engagieren?
    Das ist die zweite Frage vor der ersten: Wollen wir in Mali ein zweites Afghanistan, wie es vor dem Eingreifen der Amerikaner war? Wohl kaum. Also müssen Regierung und Opposition im Interesse Deutschlands und Europas handeln und nicht im Interesse ihrer jeweiligen Partei!
  2. #2

    Politik über den Tag hinaus

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schön dabei aber nie mittendrin: Das Image des Heraushaltens haftet den Deutschen immer noch bei internationalen Konflikten an. Ob berechtigt oder nicht, im Falle Mali könnte sich die Frage des Engagements wieder stellen. Ein paar Transportflugzeuge werden wohl nicht reichen, befürchten viele angesichts der zu erwartenden Dauer des Konfliktes. Sollte sich Deutschland auch militärisch in Mali engagieren?
    Es ist ja nicht nur "das Heraushalten" der Deutschen allein, was in der Afrika Politik Sorgen bereitet, sondern es ist die Konzeptlosigkeit der EU, die sich einerseits leicht tut, eine einheitliche Glühbirnenordnung zwingend vorzuschreiben, aber andererseits außerstande ist, eine der Befriedung dienende Haltung zu Afrika einzunehmen.
    Was wir Deutschen in diesem Bereich in den letzten 3 Jahren abgeliefert haben, könnte dem politisch Interessierten Bürger ohnehin schon die Schamröte ins Gesicht treiben.
    Es hat wohl was von der "spätrömischen Dekadenz" die gerne Sinn- und Zweck-gewandelt, zu Wahlkampfzeiten die Runde machte, uns heute an der notwendigen inneren Mobilität hindert, sehen zu wollen, was da auf uns zukommt.

    Es ist doch überhaupt kein Problem auch die vitalen wirtschaftlichen Interessen zu benennnen die unser außenpolitisches Verhalten beeinflussen. Andererseits könnte gerade Frankreich unter Hollande, einen wirkungsmächtigen Beistand, als erneuertes Treuesiegel für 50-jähriger Freundschaft, gut gebrauchen.
    Was uns in Europa noch erwartet, benötigt den unverbrüchlichen Zusammenhalt der Kernländer und Hollande fliegt sowieso schon bald der Laden um die Ohren, wenn er nicht bald wirtschaftlich französisch/deutsch konsolidiert.
  3. #3

    Sind wir waschlappen oder weltbürger?!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schön dabei aber nie mittendrin: Das Image des Heraushaltens haftet den Deutschen immer noch bei internationalen Konflikten an. Ob berechtigt oder nicht, im Falle Mali könnte sich die Frage des Engagements wieder stellen. Ein paar Transportflugzeuge werden wohl nicht reichen, befürchten viele angesichts der zu erwartenden Dauer des Konfliktes. Sollte sich Deutschland auch militärisch in Mali engagieren?
    Ich finde es ist höchste zeit das wir einen beitrag für den frieden leisten,
    das heist für mich (auch in der u-bahn) keine gewalt dulden sondern eingreifen,wo immer koran fascisten oder andere nazis versuchen ihre blutigen gewaltorgien zu inzinieren, müssen sie sofort bedient werden und kräftig einen auf die fresse bekommen.
  4. #4

    Zitat von perlhuhn. Beitrag anzeigen
    Es ist ja nicht nur "das Heraushalten" der Deutschen allein, was in der Afrika Politik Sorgen bereitet, sondern es ist die Konzeptlosigkeit der EU, die sich einerseits leicht tut, eine einheitliche Glühbirnenordnung zwingend vorzuschreiben, aber andererseits außerstande ist, eine der Befriedung dienende Haltung zu Afrika einzunehmen.
    Was wir Deutschen in diesem Bereich in den letzten 3 Jahren abgeliefert haben, könnte dem politisch Interessierten Bürger ohnehin schon die Schamröte ins Gesicht treiben.
    Es hat wohl was von der "spätrömischen Dekadenz" die gerne Sinn- und Zweck-gewandelt, zu Wahlkampfzeiten die Runde machte, uns heute an der notwendigen inneren Mobilität hindert, sehen zu wollen, was da auf uns zukommt.

    Es ist doch überhaupt kein Problem auch die vitalen wirtschaftlichen Interessen zu benennnen die unser außenpolitisches Verhalten beeinflussen. Andererseits könnte gerade Frankreich unter Hollande, einen wirkungsmächtigen Beistand, als erneuertes Treuesiegel für 50-jähriger Freundschaft, gut gebrauchen.
    Was uns in Europa noch erwartet, benötigt den unverbrüchlichen Zusammenhalt der Kernländer und Hollande fliegt sowieso schon bald der Laden um die Ohren, wenn er nicht bald wirtschaftlich französisch/deutsch konsolidiert.
    Militärische Hilfe Deutschlands für Frankreich in Mali soll nun helfen das die französische Wirtschaft wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt?

    Was für eine Logik, die von Ritualen lebt?

    Und zu Ihrer Kritik zur EU , schauen Sie doch mal nach Polen ( der zweitwichtigste Partner Deutschlands ) und wie deren Verhalten zur EU ist, und was die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist.

    Anstatt die EU wirtschaftlich zu stärken und hochpreisige Güter in der EU zu ordern, kaufen sie lieber veraltete Kampfjets aus den USA usw.usw. oder den Dreamliner in den USA, mit den bekannten Folgen.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  5. #5

    "Dabeisein ist alles"

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen
    Militärische Hilfe Deutschlands für Frankreich in Mali soll nun helfen das die französische Wirtschaft wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt?

    Was für eine Logik, die von Ritualen lebt?
    Soll mir recht sein, so wie Sie's einordnen...
    Politik lebt von Kompensation, die sich dem oberflächlichen Betrachter nicht gleich zwangsläufig erschließen muss.


    Und zu Ihrer Kritik zur EU , schauen Sie doch mal nach Polen ( der zweitwichtigste Partner Deutschlands ) und wie deren Verhalten zur EU ist, und was die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist.

    Anstatt die EU wirtschaftlich zu stärken und hochpreisige Güter in der EU zu ordern, kaufen sie lieber veraltete Kampfjets aus den USA usw.usw. oder den Dreamliner in den USA, mit den bekannten Folgen.
    ....meine Rede;-)
  6. #6

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen
    Ich darf Sie freundlich darauf hinweisen das diese Worte, in gewisser Ähnlichkeit ausgesprochen, mit ein Grund waren das ein BP deshalb zurückgetreten ist .

    Erinnerlich?
    Aber ja, auch "der Neue" äußert sich dazu, allerdings etwas geschmeidiger als sein vor-Vorgänger. (hier in der Rheinischen Post):

    Bundespräsident fordert mehr Offenheit für Auslandseinsätze
    zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 - 16:47
    Hamburg (RPO). Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen zu größerer Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr aufgerufen und zugleich eine gewisse Ignoranz der Bürger gegenüber den Streitkräften bemängelt. Er stelle in der Bevölkerung auch eine Tendenz zum "Nicht-Wissen-Wollen" fest, kritisierte Gauck bei einem Besuch der Führungsakademie der Bundewehr am Dienstag in Hamburg.
  7. #7

    Keine Ressourcen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sollte sich Deutschland auch militärisch in Mali engagieren?
    Wir sollten, aber können es eigentlich nicht. Die Bundeswehr ist für solche Einsätze immer noch nicht richtig aufgestellt. Um 100 Rebellen zu bekämpfen, muß die Bundeswehr zehntausende von Soldaten, wobei Kampfeinheiten nur der geringste Teil sind, in ein Krisengebiet senden. Jedes Touristikunternehmen ist besser und effektiver organisiert.

    Die Bundeswehr scheint mir inzwischen hochbeschäftigt und pausenlos im Einsatz zu sein. Wenn man keine schnellere Lösungen der Konflikte findet entwickelt sich unsere Bundeswehr zu einer sich ständig im Kriegseinsatz befindlichen Armee, immer im Einsatz, immer im Krieg, während sich die Bürger im Frieden denken können.

    Der Weg zur Freiwilligenarmee ist aus diesem Grund unbedingt nötig gewesen, aber noch nicht ausreichend. Die Einsatzkonzepte müssen besser werden. Vorbild sollten die Islamischen Terroristen selbst sein, die es schaffen ohne Luftbrücken und aufwendige Logistik, einen Staat wie Mali und Algerien in Schwierigkeiten zu bringen.
  8. #8

    jenseits von Befindlichkeit

    Zitat von x.adama Beitrag anzeigen
    Wir sollten, aber können es eigentlich nicht. Die Bundeswehr ist für solche Einsätze immer noch nicht richtig aufgestellt. Um 100 Rebellen zu bekämpfen, muß die Bundeswehr zehntausende von Soldaten, wobei Kampfeinheiten nur der geringste Teil sind, in ein Krisengebiet senden. Jedes Touristikunternehmen ist besser und effektiver organisiert.

    Die Bundeswehr scheint mir inzwischen hochbeschäftigt und pausenlos im Einsatz zu sein. Wenn man keine schnellere Lösungen der Konflikte findet entwickelt sich unsere Bundeswehr zu einer sich ständig im Kriegseinsatz befindlichen Armee, immer im Einsatz, immer im Krieg, während sich die Bürger im Frieden denken können.

    Der Weg zur Freiwilligenarmee ist aus diesem Grund unbedingt nötig gewesen, aber noch nicht ausreichend. Die Einsatzkonzepte müssen besser werden. Vorbild sollten die Islamischen Terroristen selbst sein, die es schaffen ohne Luftbrücken und aufwendige Logistik, einen Staat wie Mali und Algerien in Schwierigkeiten zu bringen.
    Das Mantra mit dem unfähigen Militär ist ebenso untauglich wie die Erklärung bei sich verspätenden Schulkindern, - der Wecker sei stehengeblieben.
    Außerhalb des "Biotops" herrschen eben andere Bedingungen und wenn man die erwartbare Leistung nicht mit eigenen Mitteln erbringen kann, muss man eben zahlen wie seinerzeit Kohl, oder auf "Zeitarbeitunternehmen" (PMCs) setzen, die sich der Aufgabe annehmen.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schön dabei aber nie mittendrin: Das Image des Heraushaltens haftet den Deutschen immer noch bei internationalen Konflikten an. Ob berechtigt oder nicht, im Falle Mali könnte sich die Frage des Engagements wieder stellen. Ein paar Transportflugzeuge werden wohl nicht reichen, befürchten viele angesichts der zu erwartenden Dauer des Konfliktes. Sollte sich Deutschland auch militärisch in Mali engagieren?
    Es wär kein Krieg gegen ein anderes Land, erst recht kein Angriffskrieg, keine ungebetene Besetzung, sondern Hilfe für die dortige legitime Regierung. Wenn die ausdrücklich um solche Hilfe bittet, keine Rechtsnorm gagegen spricht und Tötungsdelikte an Zivilisten wie das des Oberst Klein unterbunden werden bzw. strafverfolgt, wenn dies nicht gelingt, dann ist es legitim, dem Hilfeersuchen der Malischen Regierung zu entsprechen, finde ich.