Verschreiben die Ärzte zu leichtfertig Psychopharmaka?

Das Angebot der Pharmaindustrie ist groß, die Mittel werden immer differenzierter und effizienter: Psychopharmaka verlocken zum Gebrauch. Ob bei hyperaktiven Kindern oder gestressten Erwachsenen, stets drängt sich ein Präparat zur schnellen Behandlung auf. Eine nur positive zu bewertende Entwicklung? Oder verschreiben Ärzte zu leichfertig Psychopharmaka?
  1. #10

    Zustimmung

    Zitat von Mel.M Beitrag anzeigen
    Also erstemal, die Überschrift des Forums ist ja wohl etwas irreführend, denn in der Spiegel-Titelgeschichte geht es ja weniger um Psychopharmaka sondern um die Vermehrung von Krankheiten durch das überarbeitete DSM und damit verbunden die Angst, Gesunde könnten als krank diagnostitiert werden.
    Ich habe den Artikel gelesen und finde ihn etwas einseitig.
    Da kann ich ihnen nur zustimmen. Eine Diskussion über das Titelthema wäre auch bei weitem interessanter.

    Ich finde es wurde zuviel versucht in einen Artikel unterzubringen, teilweise mit Argumenten aus der Mottenkiste (Selbstversuche aus den 60ziger Jahren, als ob es in den 70ziger Jahren nicht große Psychiatriereformen gegeben hätte).

    Begriffe werden nicht voneinander abgegrenzt. Eine Störung ist ja keine Erkrankung, deswegen heißt es ja Persönlichkeitsstörung und nicht Persönlichkeitserkrankung. Im Artikel werden Störungen und Erkrankungen gleich gesetzt.

    Zudem wird erst bemängelt, dass bei Diagnosen Ärzte die sozialen Umstände nicht berücksichtigen, um drei Absätze weiter bei der Veränderung der amerikanischen Diagnosekriterien die sozialen Veränderungen im Amerika der letzten zehn Jahre unerwähnt zu lassen.

    Obwohl es im Artikel über Diagnosekriterien geht, wird nicht erklärt, dass eine Zunahme von Diagnosen nicht eine Zunahme von Erkrankungen bedeutet, sondern lediglich eine Konkretisierung. Um eine Erkrankung möglichst genau zu beschreiben, kann ein Patient mehrere Diagnosen zeitgleich bekommen, damit möglichst alle Symptome kurz und trennscharf beschrieben werden können.

    Unerwähnt bleibt auch, dass mit Diagnosen zumindest in Deutschland kassenärztlich abgerechnet wird. Um eine Behandlung bezahlt zu bekommen, muss ein Arzt eine Diagnose stellen, selbst wenn er keine geben würde, es sei denn der Patient zahlt selbst. Ich glaube die meisten Patienten lassen sich lieber die Behandlung bezahlen und nehmen dafür eine Diagnose in kauf, als gesund zu sein und die Behandlung selber zahlen zu müssen.
  2. #11

    Lebe dein Bestes

    Zitat von spon-facebook-10000009156 Beitrag anzeigen
    Ich selbst litt unter ständigen Panikattacken, ich konnte nicht so leben wie viele leben. Ich wusste nicht mehr was ich machen sollte. Tabletten machten mich noch ängstlicher. Also betete ich zu Gott, was sollte ich sonst noch tun, mir das Leben nehmen? Meine letzte Hoffnung half mir mich selbst zu finden, mir wurde vieles gezeigt wie ich aus meiner Angst herauskommen kann. Wenn heute die Angst kommt, weiß ich wie ich mich zu verhalten habe, vor allem habe ich nicht mehr die Angst sterben zu müssen. Ich kann heute damit sehr gut leben ohne Tabletten und ohne Arzt.
    Zur Selbstfindung:
    Lutz Müller ist Psychotherapeut in eigener Praxis, Dozent und Lehrtherapeut am C. G. Jung-Institut in Stuttgart sowie Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Analytische Psychologie.
    Müller bemüht sich darum, Bilder zu entwerfen, in denen sich Menschen wieder entdecken können, Erfahrungen einzubeziehen, durch die eigene Erinnerungen und Entdeckungen angeregt werden. "Prinzip" weist auf das Ursprüngliche hin, das jeder Individuation zu Grunde liegende schöpferische Energiemuster, dem wir folgen, dem wir uns verweigern und das wir pervertieren können. Das Gegenteil der Selbstverwirklichung ist die Selbstverfehlung, der Missbrauch der eigenen Persönlichkeit durch sich selbst. Entsprechend sind die Appelle Müllers in seinen Quintessenzen zu lesen: Sie wollen uns hinweisen auf das, was in uns steckt und kultiviert werden darf, kann und auch soll.
    Fairness-Stiftung: Buchtipps
  3. #12

    Alles so schön bunt hier

    Nehmen wir bitte mal zur Kenntnis, dass es sich primär um einen gigantischen Markt handelt. Pharma ist weltweit die Nr. 2, neben der Rüstungsindustrie bzw. der militärischen Forschung. Das hat Folgen. Nehmen wir bitte auch zur Kenntnis, dass die PharmaIndustrie Krankheiten erfindet, passend zu den Medikamenten, die vorher schon da sind, bevor die passende Krankheit dazu erfunden wird. Primärer Zielmarkt bzw. primäre Zielgruppe: Der beauty-feminin-market! Und in all dem Dschungel der Gier, sind die Ärzte natürliche Verbündete, quasi! Dazu die passende Umgebung: Bitte einen ganz niedrigen Krankenstand, in Wirtschaft/Industrie. Da passt doch alles toll zusammen. Die Menschen, die Patienten tun den Rest. Sie wollen alles sofort, hic et nunc - na, prima, dann nimm sie doch die Pille, werf sie ein, die Blaue, die Weisse, die Rote, die Grüne...viele,viele bunte Smarties, alles so easy, alles so relax, wie von selbst...und so süchtet denn das Volk schön vor sich hin. Ist Täter und Opfer zugleich. Tja und Retter spielen, das sollen sie ja, per se, die Götter in Weiß! Na, wer sagt`s denn, alles bestens, in der BuntenRepublik!
  4. #13

    Abbild einer Bevölkerung die immer schwächer wird.

    Ne die Menschen geben zu leicht auf, mögen nichts mehr einstecken und haben keine Eier mehr.

    Ein Arschtritt würde genügen um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.


    Burn out Syndrom, diese lächerliche Modekrankheit...... da müssten in anderen Staaten alle Krank geschrieben werden und Deutschland wäre nach dem Krieg zu Nichts gekommen.


    Schämt Euch
  5. #14

    Boom Markt Psycho-Industrie

    Die Kinder/Schüler werden auf Staatsmeinung gebracht. Jeder der die Behörden kritisiert und kein staatlich anerkanntes 08/15 Leben führt ist ein Querulant...........

    und Bedarf psychischer Behandlung, oder den Stempel mit Psycho-Rente frei gesstellt, selbst vor der Verwahrung in der Psychiaterie bei "Bagatellen" "Verhaltens im Normbereich" schreckt das Gesetz/Staat nicht mehr zurück. Mit dem Resultat..................

    Eine auf das 4fache aufgeblähter Psycho-Beamten/Unternehmer Apparat immer fragwürdigeren Psycho Trend-Krankheiten und einem Riesen Absatz von Psychopharmaka und berstend vollen Psycho-Heimen.


    Liebe Leute es geht nur um Geld/Macht
  6. #15

    der berühmte Arschtritt

    Zitat von mitbestimmender wähler Beitrag anzeigen
    Ne die Menschen geben zu leicht auf, mögen nichts mehr einstecken und haben keine Eier mehr.

    Ein Arschtritt würde genügen um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.


    Burn out Syndrom, diese lächerliche Modekrankheit...... da müssten in anderen Staaten alle Krank geschrieben werden und Deutschland wäre nach dem Krieg zu Nichts gekommen.


    Schämt Euch
    Wenn alles so einfach wäre, der berühmte Arschtritt wird bestimmt nicht genügen um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.
    Jedes Ding braucht einen Namen, auch das Burn out Syndrom. Ich war froh das es so gekommen ist, ansonsten hätte ich einfach so weitergemacht ohne all meine Erfahrungen die mir jetzt helfen die Welt und das Leben anders zu sehen. Was bringt mir meine ganze Gesundheit wenn nicht um das Leben wirklich weiß.
  7. #16

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Angebot der Pharmaindustrie ist groß, die Mittel werden immer differenzierter und effizienter: Psychopharmaka verlocken zum Gebrauch. Ob bei hyperaktiven Kindern oder gestressten Erwachsenen, stets drängt sich ein Präparat zur schnellen Behandlung auf. Eine nur positive zu bewertende Entwicklung? Oder verschreiben Ärzte zu leichfertig Psychopharmaka?
    Und wenn die Psychopharmaka nicht anschlagen, dürfen wir uns in Zukunft auf dies gefasst machen:

    Bundestag beschließt Gesetz zur psychiatrischen Zwangsbehandlung - YouTube

    Viel Spaß dann...
  8. #17

    Zitat von Mel.M Beitrag anzeigen
    Letztlich ist doch entscheidend, ob eine Person leidet unter einem Zustand und wie stark. .
    Immerhin ist Liebeskummer noch nicht als Krankheir definiert worden.
    Da habe ich aber der Medizinmafia einen Guten Tipp gegeben.
    Könnte ein Zigmilliardengeschäft werden.
  9. #18

    Nachdem wir Germanen

    Nachdem wir Germanen zweimal Rom niederbrannten, gründeten wir mehrere Staaten wie Spanien (Westgoten), Frankreich (Franken), England (Sachsen) usw. - und wurden "kultiviert".

    Die Folge: einem Ansturm von Leuten, die so "naturverbunden" wie wir (früher) waren, hielten wir nicht mehr stand (normannische Eroberungen, Mongolenstürme).
    Sind das auch schon Zivilisationsprobleme?
    Anderes Beispiel: die Azteken (Cortez) und die Inka (Pizarro). Gesellschaften aus kranken Individuen, nicht mehr fähig, kohärenten Widerstand aufzubringen.
  10. #19

    Nebenwirkungen erwünscht

    Die Nebenwirkungen eines Präparats werden auch gerne mal als Hauptwirkung "missbraucht" zb. Psychopharmaka als Schlafmittel und ob das noch verhältnismäßig ist entscheidet Ihr Arzt. Das ist grober Unfug, genau wie die Einnahme von Allergie-mitteln als Beruhigungsmittel weil Rezeptfrei. Da wird auf Kosten des Patienten Gewinn maximiert.