Verschreiben die Ärzte zu leichtfertig Psychopharmaka?

Das Angebot der Pharmaindustrie ist groß, die Mittel werden immer differenzierter und effizienter: Psychopharmaka verlocken zum Gebrauch. Ob bei hyperaktiven Kindern oder gestressten Erwachsenen, stets drängt sich ein Präparat zur schnellen Behandlung auf. Eine nur positive zu bewertende Entwicklung? Oder verschreiben Ärzte zu leichfertig Psychopharmaka?
  1. #1

    Nebenwirkungen bedenken!

    Beim Einsatz von Medikamenten sollte immer auch überlegt werden, ob der gewünschte Erfolg in Relation zu den auftretenden Wechselwirkungen steht. Das gilt nicht nur für Schmerzmittel und leistungssteigernde Präparate, sondern auch für Psychopharmaka.
    Die Depressionen meiner Tante wurden über viele Jahre medikamentös behandelt. Am Ende stand die vollständige Zerstörung lebenswichtiger Organe...
  2. #2

    Hä?

    War nicht vor ein paar Tagen für einen Moment das Titel "Wie die Bundesliga am Tropf von VW hängt" mit Winterkorn abgebildet?

    Schade, den Spiegel hätte ich mir hundertpro zugelegt!
  3. #3

    Man muss lernen mit der Krankheit umzugehen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Angebot der Pharmaindustrie ist groß, die Mittel werden immer differenzierter und effizienter: Psychopharmaka verlocken zum Gebrauch. Ob bei hyperaktiven Kindern oder gestressten Erwachsenen, stets drängt sich ein Präparat zur schnellen Behandlung auf. Eine nur positive zu bewertende Entwicklung? Oder verschreiben Ärzte zu leichfertig Psychopharmaka?
    Tabletten wirken wie Alkohol, sie verdrängen das Leid für eine kurze Zeit. Man muss lernen mit der Krankheit umzugehen, vor allem Ablenkung ist wichtig. Ernährung, Sport, der Glaube, all das kann helfen. Die richtige Einstellung zum Leben, sich selbst in allem zu erkennen. Die Stille suchen, sich selbst zu lieben wie man ist. Alles hat einen Sinn, jeder Umstand hilft uns weiter in unserer Entwicklung, auch eine seelische Krankheit. Krankheit ist keine Strafe. Im Gegenteil, Krankheit ist auch eine Chance.
  4. #4

    Zitat von spon-facebook-10000009156 Beitrag anzeigen
    Tabletten wirken wie Alkohol, sie verdrängen das Leid für eine kurze Zeit. Man muss lernen mit der Krankheit umzugehen, vor allem Ablenkung ist wichtig. Ernährung, Sport, der Glaube, all das kann helfen. Die richtige Einstellung zum Leben, sich selbst in allem zu erkennen. Die Stille suchen, sich selbst zu lieben wie man ist. Alles hat einen Sinn, jeder Umstand hilft uns weiter in unserer Entwicklung, auch eine seelische Krankheit. Krankheit ist keine Strafe. Im Gegenteil, Krankheit ist auch eine Chance.
    Dass Krankheit keine Strafe ist seh ich auch so. Aber ich habe ein Problem mit ihrer Aussage "alles hat einen Sinn": Welchen Sinn hat es z.b. für ein todgeweihtes Kleinkind?
  5. #5

    differenzieren und nicht generalisieren

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Angebot der Pharmaindustrie ist groß, die Mittel werden immer differenzierter und effizienter: Psychopharmaka verlocken zum Gebrauch. Ob bei hyperaktiven Kindern oder gestressten Erwachsenen, stets drängt sich ein Präparat zur schnellen Behandlung auf. Eine nur positive zu bewertende Entwicklung? Oder verschreiben Ärzte zu leichfertig Psychopharmaka?
    wo schon das thema hyperaktiv angesprochen wird. bitte erst mit dem thema auseinandersetzen,dann betroffene fragen! hat hier irgendeiner auch nur den blassesten schimmer wie es einem betroffenen geht, der sich mit vorurteilen auseinander setzen muß? wohl wissend in welchem zustand er leben muß wenn ihm nicht medikamentös geholfen wird und alleine das coaching nicht hilft? es ist die härte! man ist allein und wird als spinner abgetan. außerdem und das ist auch ein wichtiger grund: der impuls ist NICHT steuerbar! wer also schwer von adhs betroffen ist muß ein leben führen das so anstrengend ist das man ständig an der grenze der belastbarkeit steht ! weiterer aspekt: wie wäre es mal sich mit botenstoffen auseinander zu setzen und was es bedeutet wenn botenstoffe nicht oder so gering ausgeschüttet werden das sie ihre aufgabe nicht erfüllen können? ich bin davon betroffen und bitte darum dieses thema ernsthaft anzugehen und nicht eine umfrage zu starten die dann ausgewertet wird nur um ein thema zu haben über das sie schreiben können. ich verbleibe mit freundlichen grüßen
  6. #6

    welchen Sinn hat das Leben?

    Zitat von jubelbube Beitrag anzeigen
    Dass Krankheit keine Strafe ist seh ich auch so. Aber ich habe ein Problem mit ihrer Aussage "alles hat einen Sinn": Welchen Sinn hat es z.b. für ein todgeweihtes Kleinkind?
    Das man einen Sinn nicht erkennen oder verstehen kann bedeutet noch lange nicht dass es keinen Sinn gibt. Ich kann mir tausend verschiedene Gründe vorstellen dafür, dass jedes Schicksal, jede Erscheinung ihren Sinn hat. Vor allen Dingen im Gesamtzusammenhang. Wenn man das einzelne Schicksal nicht isoliert betrachtet sondern beispielsweise davon ausgeht, dass das Kind Eltern hat. Die werden durch das was sie erleben mit Sicherheit beeinflusst werden. Und nicht nur die Eltern, ich glaube die ganze Welt ist an allem beteiligt und wird beeinflusst durch das was in ihr geschieht. Und wenn man noch weiter geht und zum Beispiel glaubt, dass auch das Kind irgendwann wiedergeboren wird? Wer will das denn kategorisch ausschließen? Also die Sinnfrage kann man nicht abschließend beantworten. Um so sinnvoller ist es aber nach dem Sinn zu fragen, insofern herzlichen Dank für Ihren Beitrag!
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Angebot der Pharmaindustrie ist groß, die Mittel werden immer differenzierter und effizienter: Psychopharmaka verlocken zum Gebrauch. Ob bei hyperaktiven Kindern oder gestressten Erwachsenen, stets drängt sich ein Präparat zur schnellen Behandlung auf. Eine nur positive zu bewertende Entwicklung? Oder verschreiben Ärzte zu leichfertig Psychopharmaka?
    Also erstemal, die Überschrift des Forums ist ja wohl etwas irreführend, denn in der Spiegel-Titelgeschichte geht es ja weniger um Psychopharmaka sondern um die Vermehrung von Krankheiten durch das überarbeitete DSM und damit verbunden die Angst, Gesunde könnten als krank diagnostitiert werden.
    Ich habe den Artikel gelesen und finde ihn etwas einseitig. Sicherlich kann man kritisieren, dass dieses Manual immer mehr Krankheiten definiert, aber dadurch wird kein einziger Gesunder als Kranker diagnostiziert. Letztlich ist doch entscheidend, ob eine Person leidet unter einem Zustand und wie stark. Wenn jemand unter seinem Messi-Verhalten leidet oder unter Animal-Hoarding (eine der neuen Diagnosen, die im Artikel kritisiert werden) und dadurch kein normales Leben mehr führen kann, dann braucht der Hilfe und da ist es doch egal, ob durch das neue DSM ein bestimmter Name darüber steht oder nicht.
    Und es ist Aufgabe von Ärzten und im Fall von psychischen Leiden auch von Psychotherapeuten zu bestimmen, ob das eine krankhafte Veränderung ist. Inwieweit die dann dieses Manual wirklich anwenden, dass haben die Redakteure leider nicht recherchiert.
    Und am wichtigsten ist doch immer der mündige Patient - und sollte der dazu nicht mehr in der Lage sein - dann auch der mündige Angehörige. Egal ob psychisches oder physisches Leiden, man kann Diagnosen und Medikamente hinterfragen, sich schlau machen (über das Internet, über Bücher, über Selbsthilfegruppen) und man kann eine zweite Meinung einholen.
  8. #8

    Welchen Sinn hat es z.b. für ein todgeweihtes Kleinkind

    Zitat von jubelbube Beitrag anzeigen
    Dass Krankheit keine Strafe ist seh ich auch so. Aber ich habe ein Problem mit ihrer Aussage "alles hat einen Sinn": Welchen Sinn hat es z.b. für ein todgeweihtes Kleinkind?
    Können wir alle Zusammenhänge verstehen? Das Leben ist zu komplex. Warum lässt Gott all das Leid in der Welt zu? Auch eine Frage die wir nicht beantworten können.
    Ich leide sehr darunter wenn schon Kinder krank sind und sterben müssen, all das geht mir sehr nahe.
  9. #9

    Zitat von spon-facebook-10000009156 Beitrag anzeigen
    Tabletten wirken wie Alkohol, sie verdrängen das Leid für eine kurze Zeit. Man muss lernen mit der Krankheit umzugehen, vor allem Ablenkung ist wichtig. Ernährung, Sport, der Glaube, all das kann helfen. Die richtige Einstellung zum Leben, sich selbst in allem zu erkennen. Die Stille suchen, sich selbst zu lieben wie man ist. Alles hat einen Sinn, jeder Umstand hilft uns weiter in unserer Entwicklung, auch eine seelische Krankheit. Krankheit ist keine Strafe. Im Gegenteil, Krankheit ist auch eine Chance.
    Ich selbst litt unter ständigen Panikattacken, ich konnte nicht so leben wie viele leben. Ich wusste nicht mehr was ich machen sollte. Tabletten machten mich noch ängstlicher. Also betete ich zu Gott, was sollte ich sonst noch tun, mir das Leben nehmen? Meine letzte Hoffnung half mir mich selbst zu finden, mir wurde vieles gezeigt wie ich aus meiner Angst herauskommen kann. Wenn heute die Angst kommt, weiß ich wie ich mich zu verhalten habe, vor allem habe ich nicht mehr die Angst sterben zu müssen. Ich kann heute damit sehr gut leben ohne Tabletten und ohne Arzt.