S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Aalgleich in Amerika

Dicke Autos, billiges Essen, günstige Kleidung und Vorschriften für alles -Amerika ist das Lieblingsland vieler Deutscher. Die USA scheinen zu symbolisieren, was die Menschen wollen. Man weiß hier halt, wo unten und oben ist. Aber vergisst das schnell, wenn man von hier nach Europa schaut.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-877722.html
  1. #60

    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    In der amerikanischen Gesellschaft herrscht ein geradezu kümmerliches Weltbild vor, ein ego-zentriertes Nationalbewusstsein, das neben sich nur Nachrangiges zulässt. Fast alles, bis hin zum menschlichen Existenzrecht wird in den USA vom Geld regiert und vom Geld pervertiert.
    Dieses egozentriertes Nationalbewusstsein scheint in Europa wieder aufzuerstehen. Auch hier (Europa) wird alles vom Geld regiert. Europa bietet leider ein kümmerliches Bild ebenfalls.
    Zitat von Ylex Beitrag anzeigen
    Wenn Sie mir als Europäer, gar nicht mal als Deutscher, moralisierende Arroganz vorwerfen, dann antworte ich Ihnen, dass Sie hier Vernunft mit Arroganz verwechseln. Es gibt selbstverständliche Mindesstandards des sozialen Zusammenlebens, die nicht relativierbar sind, die auch nicht vom Kapital gebrochen werden dürfen – das gilt für die Vereinigten Staaten, und das gilt im Prinzip für die ganze Welt. Mit Gutmenschentum hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit Einsicht.
    Diese Arroganz und diese Moral - Predigt habe ich in eigene Haut erlebt und gefühlt. Als Griechin, die noch vor einigen Jahren eine Mitbürgerin Europas für Sie war, eine Ihnen gleiche Person mit denselben Rechten und Verpflichtungen, habe ich seit drei Jahren festgestellt, dass nein, in Europa sind wir nicht alle gleich, hier herrschen wieder die Unvernunft und die Diskriminierung von Menschen, Staaten oder Rassen, die mit den Vorschriften einer europäischen Oligarchie Schritt nicht halten können (oder wollen). Vielleicht nicht von Ihnen, Ylex, aber das tröstet mich nicht.
    Und was noch gefährlicher ist, braucht Europa einen Sündebock, welchen es wahrscheinlich schon gefunden hat.

    Europa war einst das Land der Aufklärung, leider ist es nicht mehr.
  2. #61

    In den USA sind sie zuerst alle Amerikaner, ..

    wenn sie den offiziell eingebürgert sind, aber die meisten stehen auch zu ihren Wurzeln, Sei es deutsch, irisch, schwedisch usw. usw, Mehrheitlich laufen sie nicht mit Waffen durch die Gegend. Wenn man als Fremder etwas lost in der Gegend herumsteht, wird man gefragt: "can I help you ?" Und zwar überall. Ob im Süden, Osten oder Westen. Und die Frage: "where are you coming from, ? " wird gestellt aus echter Neugier, Höflichkeit, oder routinemäßig., auf jeden Fall aber einfach freundlich und aufgeschlossen.. Entscheidend ist aber: Die Amerikaner erwarten, dass ihe Gesetze beachtet und geachtet werde,.Sobald sie - wodurch auch immer - misstrauisch werden, ist es mit der Freundlichkeit vorbei.
  3. #62

    Apropos Aal...

    ..., Frau Berg: Was unterscheidet Aale von "Amis"? Aale interessieren sich für Europa ( auch wenn sie dafür drei Jahre von ihrer Heimat Sargassosee benötigen).

    Bzgl. Ihrer anderen Fragen: M.E. hängt die Frage, wie es funktioniert, dass so viele unterschiedliche Nationalitäten relativ friedlich nebeneinander leben können, mit der Frage nach den vielen Vorschriften zusammen:
    In der declaration of independence finden sich nicht nur Errungenschaften der politischen Aufklärung aus Europa hinsichtlich er Rechtsgarantien für das Individuum und seine Besitztümer, sondern auch Elemente der Irokesenföderation. Der Einfluss dieser indianischen Nationen-Union zeigt sich im amerikanischen Verfassungssystem wohl in der großen Selbständigkeit der Einzelstaaten mit ihren unterschiedlichen Sonderrechten, wie sie die Indianer-Nationen auch nach dem sog. "Great Law of peace", der Irokesenverfassung, behalten durften. Dabei legte diese Konstitution, unabhängig vom europäischen Aufklärungsdenken, besonderes Gewicht auf die Personen und ihre individuelle Eignung.

    Darüber hinaus ist angelsächsisches Recht nicht vergleichbar mit deutschem Recht. Zusätzlich kommt das amerikanische Denken des "laissez- faire" hinzu, dass diese Regelwut, die eigentlich im Widerspruch zu diesem Denken steht, eigentlich erst befördert.

    Einen Satz von Frau Berg kann ich aber nur voll unterstreichen: "Worte prägen das Denken. Von welcher Bezeichnung sich eine bestimmte Bevölkerungsgruppe diffamiert fühlt, haben immer noch die Betroffenen zu entscheiden."
  4. #63

    Irgendwie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das war das nächste Thema, das mit hundert Stunden Verspätung bei mir ankam.

    Sibylle Berg über den Blick von Amerika nach Europa - SPIEGEL ONLINE
    glaube ich, daß bei Frau Sibylle vieles etwas spät ankommt. Teilweise sogar gar nicht. Aber was anderes als Empörung hat sie halt nicht drauf, mal über dies, mal über das... da macht es keinen Unterschied, auf welchem Kontinent sie sich gleich welchen Tieres bewegt.
  5. #64

    So wenig also kann man von dm Land mitbekommen

    wenn man als Deutsche(r) ein paar Wochen dort verweilt! Ich lebe seit einer halben Ewigkeit hier, und könnte immer noch mehr über jeden einzelnen Tag schreiben als die Frau Kolumnistin hier über ihre paar Wochen ... Warum schreiben, nicht nur in Deutschland, aber anscheinend vor allem dort, immer die Leute die Kolumnen, die am wenigsten zu sagen haben?
  6. #65

    Sehr geehrte Frau Berg!

    Ich habe auch gern ihre Buecher gelesen , dadurch auch Fr.Moser kennengelernt. Selten war eine Kolumne so duenne!
    Sie duerfen jetzt natuerlich genuesslich sich alle Beitraege hier durchlesen und die Reflexionen bewundern. Was doch so ein , bei allem Respekt, wirklich nach einem gelangweilten Nachmittag am Beach klingendem Vortrag, sich die Leserschaft so alles aus dem Mittelfinger saugt. Per se haben alle die schon mal in USA waren recht. Jeder hat da was erlebt. Der Eine mit Indianern, die Andere fuehlt sich hier als die schoene Helena jetzt aber wirklich missverstanden und der Dritte bemerkt doch allen Ernstes, dass sich mit der Entfernung von der Heimat, die Blickweise doch relativiert!
    Danke fuer diesen kleinen Berg, der hier so viel Duennes ausloest! Nichts gesagt, viel geerntet ! Respekt !
    Viel Spass noch bei der Lektuere. Haette auch gern mal wieder was neues von Ihnen.
    Und das alte Europa ist mir persoenlich viel lieber und die Schweiz erst recht! Salue
  7. #66

    Zitat von caledonian2010 Beitrag anzeigen
    Tip am Rande: Hier ging es ja eigentlich eher um die genauere Beobachtung der Realität, als ums allgemeine Wohlbefinden.
    Eigentlich geht es bei Frau Berg immer nur um ihr Leiden an der Realität oder das was sie dafür hält.
  8. #67

    Bisher ahnte ich es ja nur

    Meine paar Amerika Aufenthalte beschränkten sich jeweils auf wenige Wochen. Doch musste ich jedes Mal so schnell wie möglich wieder dieses platte Land verlassen. -

    Dieses "überfreie" Land engt so sehr ein. Die einzige Freiheit, die man dort findet definiert sich über den Konsum. Möchte man sich Freiheiten nehmen, die außerhalb dieser Moral liegen, ist man sehr schnell ein Aussätziger. Das kann nur aufs Gemüt schlagen und die Sinne und den Geist trüben.

    Habe ich sonst manche Kolumnen gerade von Sibylle sehr gern gelesen, scheint sie sich nun doch zu lange dort aufgehalten zu haben.
  9. #68

    Immer diese verqueren Antiamerikanismen!

    Ich lese ja zuweilen Sibylles Columne ganz gern und mag mich an ihnen reiben. Manchmal trifft sie auch, überspitzt depressiv und frauenbewegt, sogar einiges, was in unserer gar so lieblosen Welt ganz falsch läuft, den Nagel auf den Kopf, aber dieses ständige Herumhacken auf "den Amerikanern" mit viel deutscher (oder auch europäischer) Hybris, geht mir auf die Nerven, denn als jemand, der fast 5 Jahre lang in Texas (für Frau Sibylle sicher ein Kulturschock ohnegleichen, so daß ich ihr eher zu einer langsamen Adaption bei den "liberals" z.B. in New York raten würde; leider schreibt sie ja nicht, wo sie sich in den USA aufhält und woher sie also ihre doch recht oberflächlichen Anschauungen nimmt).

    Es genügen einige Beispiele aus der Kolumne aufzugreifen: Sicher gibt es in den USA eine Menge Vorschriften. Die größte Anpassung meines Verhaltens im täglichen Leben betraf allerdings lediglich die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Highways (immerhin meist großzügige 70mph, also 112 km/h, in Texas). Ansonsten konnte man sich da ganz normal verhalten, ohne großartig irgendwie aufzufallen.

    Die Aufnahme durch die Leute dort war im übrigen sehr herzlich. Da fragen einen sofort alle, wo man herkommt, und wenn sich dann der "funny accent" als "German" (und nicht als "from New York") herausstellt, ist auch alles gleich gut, und man erfährt, daß diverse Vorfahren aus Deutschland eingewandert sind und daß man Bratwurst und ähnliches Kulturgut vom alten Kontinent durchaus zu schätzen weiß.

    Daß irgendwelche Nichtmeldungen wie das "Schwabenbashing" des Herrn Thierse, das eigentlich nur seinen höchst beschränkt provinziellen Horizont offenbart (ein Vorwurf, den man gerade von Deutschen gegenüber den Amerikanern ja auch allenthalben hört), der eigentlich keiner Meldung in seriösen Medien würdig ist, eben dort tagelang bis zur Abtötung der Nerven noch so wohlwollender Leser durchdiskutiert werden, zeigt doch, daß man sich beim Hinweis auf die angebliche Oberflächlichkeit und Provinzialität "der Amerikaner" lieber einmal an die eigene ach so viel kultiviertere europäisch-teutonische Nase fassen sollte. Es ist eben kein Desinteresse der Amerikanern gegenüber dem politischen Geschehen in Europa, wenn solcher Unsinn dort gar nicht erwähnt wird. Über die wesentlichen Entwicklungen kann man sich durchaus auch in guten US-Medien (wie der NY Times oder gar in der lokalen Provinzzeitung) auf dem laufenden halten, und die naturgemäß anders gefärbte Sicht aus der Distanz ist durchaus auch lehrreich.

    Bei uns Europäern herrschen im übrigen gegenüber "den Amerikanern" immer auch die schönsten Vorurteile vor, ohne daß man sich je auf die durchaus von uns Europäern/Deutschen verschiedene Mentalität auch nur eingelassen zu haben. Die ist nämlich durchaus auch angenehm. Jedenfalls hat man nicht dauernd dieses unfreundliche Genörgel und Gejammere im Ohr, das ja nicht zuletzt in Sibylles Kolumne bis ins Extrem getrieben wird, und in Sachen political correctness stehen wir den Amerikanern ja auch in nichts nach. Vor ein paar Jahren habe ich noch über die Debatte bzgl. Literatur wie Mark Twains Tom Sawyer, wo das "N-Wort" auftritt, wodurch diese Bücher allemal aus vielen Schulbibliotheken verbannt wurden, amüsiert. Auf der anderen Seite redet Frau Sibylle, in gar nicht unlogisch empfundenem Kontrast zum Gejammer über die vielen nervigen Vorschriften, dieser PC auch noch das Wort. Wir sind doch in Deutschland schon genauso weit, daß wir nicht mehr ganz gewöhnliche Worte benutzen dürfen sollen und meinen, Weltliteratur von Grimms Märchen bis Ottfried Preußler und Astrid Lindgren zensieren zu müssen, damit unsere wohlbehüteten Kinder nicht mit bösen Unwörtern in Berührung kommen, die sie dann eben in der Tat zuerst im ganz anderen leider sehr rassistischen oder sonst unschön diskriminierenden Kontext "auf der Straße" aufschnappen.

    Kurz und gut, unsere europäische/deutsche Alltagskultur, Politik und Jurisprudenz ist genauso nervig oder angenehm wie die amerikanische, nur eben anders. Ebenso verhält es sich mit den im jeweiligen Land lebenden Menschen, die zwar durchaus verschieden sind aber von denen keiner sich irgendwie über den anderen überlegen fühlen kann. Frau Sibylle bemängelt z.B. die (zugegebenermaßen zuweilen arg übertriebene) Beziehung der Amerikaner auf die Religion und (christlichen) Werten, die leider auch oft genug in Fundamentalismus abdriftet. Wie sieht es aber bei uns in Deutschland aus, wo eine erschreckende Zahl der Bevölkerung noch nicht einmal mehr die Kerninhalte dieser unserer kulturellen Wurzeln kennen? Ob das unbedingt zu einem besseren gegenseitigen Umgang im täglichen Miteinander führen muß, darf bezweifelt werden, und den beweint ja Frau Sibylle immer so tränenreich in ihrer Kolumne. Im übrigen sind auf der anderen Seite die USA säkularisierter als die Bundesrepublik (Trennung von Staat und Religion, keine Verquickung zwischen Kirchen oder anderen Religionsorganisationen gleich welcher Konfession durch Sonderwege wie Kirchensteuer usw.), und das ist durchaus gerade der religiösen Geschichte der USA zu verdanken. Außerdem wird gerne vergessen, daß generell die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, die Verfassung etc. zu den größten Errungenschaften der politischen Kultur überhaupt gehören.

    Bevor man also das übliche deutsch-arrogante Lamento über die ach so schlimmen und kulturlosen Amerikaner anstimmt, sollte man vielleicht doch noch mal nachdenken und den offenbar ja länger ausfallenden USA-Aufenthalt dazu nutzen, lieber den Balken im eigenen Auge bemerken als sich über den Splitter in dem des anderen zu mokieren!
  10. #69

    Gegen dieser Entwicklung ist sinnlos zu trotzen

    Es ist alles auf höherer Stufe in Amerika. Sie hat die Welt letzte Jahrhunderte vorangetrieben und mehrmals gerettet. Das geht jetzt auch weiter so.

    Mit Internetzeiten haben immer mehr Menschen Bewusstsein davon und auch warum kann das Amarika so. Das ist genau diese von der Autorin Nichtnationale (wie sie das auch meint- nicht ethnische) Ideologie und Kultur der Menschen dort. UdSSR als Staat von über 40 Völker und einem Verbot von nationaler Propagande hat zum Beispiel im Weltraumforschung sehr weit gebracht und auch auf Anhieb die Hitlersorden zu Clowns gemacht, was den nationalen Europeern nicht gelungen hat.

    Wichtig ist, dass es jetzt auch hier das gleiche Gesellschaft sich gegen Druck der Beamten und den zwei mafiaähnlichen nationalen Gruppierungen, die den Oberschicht bilden und ihr Willen uns aufzwingen weiter versuchen, bidet und kultureles Oberhand bekommen hat. Die Zuwanderer machen das unausweichlich. Sie alle und ihr Kinder sind mehrsprachig, besitzen das, was immer den groößten Wert hatte, - die erfahrungen nicht eines Landes, sind social weit kompetenter als die einheimische Bevölkerung und nun mit ihren Nachwuch sind allmächlich auch die größte Teil der Bevölkerung.

    Sie wollen es nur "wie in Amerika hier" und das ist an viellen Orten auch jetzt schon so. Als nächsten wird die Behörde und Beamte von Ihrer nationaler Dienst für zwei hiesig herrschenden nationalen Gruppen abgestoßen. Die tötungen und niedrigsten Kriminal derren an ihren Kindern werden die Zuwanderer nich hinnehmen und die Vfs und die auf diese Weise korrupte Teile anderen Beamte/Behörde werden in die nächster Dekade unakzeptabel gemacht.

    Hier wird die Autorin auch bald ähnliches bewundern.