Uni-Zensuren im Statistikcheck: Überall nur Kuschelnoten?

Quelle: Statistisches BundesamtÜberall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-871962.html
  1. #50

    Ohje

    Zitat von verpiler Beitrag anzeigen
    Gerade an FHs werden den Studenten die Noten hinterhergeworfen. Leute, die an einer Universität nicht annährend ihren Abschluss hinbekämen, erhalten auf diesem Wege ein Äquivalent, wenn auch ein eher peinliches.

    Es gab übrigens mal einen Artikel darüber, dass die Noten in den MINT-Fächern wesentlich besser ausfallen, als in den Geisteswissenschaften. Das stimmt ganz sicher. Aber, einen guten Abschluss zu schaffen erfordert an einer Universität dennoch ein bestimmtes Niveau an Intelligenz. Das hat man, oder nicht.
    wieder einer, der sich auf seine Uni etwas einbildet - Komplexe, Angst? Gerade die typischen Magister-Studiengänge an einer Universität fallen bzw. fielen ggb. einem FH-Studium nicht besonders durch hohe Arbeitsbelastung oder intellektuelle Überfliegerstudenten auf. Alles kann, nichts muss - nach gefühlten 100 Semestern - meistens schön mit einem lockeren Uni-Job versüßt - gibt es dann den "Dr." für die Visitenkarte. Anderswo ist es offenbar kein Problem, rund zehn Jahre für ein Diplom zu benötigen - an einer FH fliegt man da doch relativ schnell.

    Apropos Diplom: Wir haben so ziemlich denselben Stoff durchgearbeitet, wie unsere Diplom-Vorgänger - einziger Unterschied: Wir hatten weder ein volles Semester für das Praxismodul, noch für die Abschlussarbeit, welche wir mitten in einem vollgepackten Semester bearbeiten durften. Noch ein Schmankerl: Ein Kooperations-Seminar mit der örtlichen Uni bzw. dessen Klausur offenbarte dann die ach so harte Universitätslehre. Wir wenigen FHler waren etwas perplex, dass sämtliche Unterlagen (inkl. kompletter Lösungen) vor den Augen des Dozenten (Prof.) verwendet werden durften - die meisten schrieben dann wohl auch 1:1 ab.

    Ich bin bestimmt kein Freund von verschulten Studiengängen, Bachelor-/Mastersystem, Lernzwängen, Turbostudium und Co. Aber diese ständigen Behauptungen, die Universität sei etwas Besseres, sind einfach nur nervig und falsch - eine Universität ist in 80 % aller Fächer eine Hochschule wie jede andere, spätestens seit BA/MA. Vielleicht haben Unis noch den gewissen Nimbus, welcher den recht jungen FHs natürlich fehlt.
  2. #51

    @tim11

    und Deutsch ist Ihrer Meinung nach in der Oberstufe also unwichtig? Auch wenn man natürlich über einzelne Inhalte des Faches streiten kann, ist es so, dass Deutsch einfach in jedem Beruf gebraucht wird. Bin schon auf stolze Dipl.-Ings. getroffen, die nicht in der Lage waren einen vernünftigen Satz zu schreiben.
  3. #52

    Zitat von ASDFZUIOP Beitrag anzeigen
    Insgesamt finde ich es aber gar nicht so wichtig, ob die Noten zu gut oder "gerecht" vergeben werden, solange man Absolventen eines Faches miteinander vergleichen kann. Ein Problem hat man erst, wenn manche Unis in einem Fach bessere Noten vergeben und andere härter bewerten. Ob das der Fall ist, ergibt sich aber aus der Statistik nicht.
    Aus der Statistik ergibt es sich tatsächlich nicht. Es gibt aber auch Vergleiche zwischen Hochschulen für die sich natürlich auch Arbeitgeber interessieren. Jemand, der an einer Hochschule mit sehr gutem Ruf mehr schlecht als recht abgeschlossen hat, hat dann oftmals dennoch bessere Chancen als jemand der an einer Uni mit schlechtem Ruf abgeschlossen hat. Schwierig ist dabei allerdings, die Abschlussnoten miteinander zu vergleichen. Aussagen wie "Die 3,0 in Informatik am KIT entspricht einer 1,0 an der Uni Hamburg" (Die Unis habe ich ohne Hintergründe zufällig ausgesucht) kann man dabei imho nicht tätigen. Ich fände es auch nicht sinnvoll, da ich auch der Meinung bin, dass die reine Abschlussnote keine qualifizierte Aussage über die fachliche und persönliche Eignung für einen bestimmten Beruf trifft.
    Ein gutes Beispiel ist da wohl ein ehemaliger Kommilitone von mir...hat trotz Topnoten sein Stipendium verloren, da er sich wohl absolut unmöglich verhalten hat.
  4. #53

    Danke für den Tip mich nicht bei dir zu bewerben:-)

    Zitat von tim11 Beitrag anzeigen
    Als Arbeitgeber würde mich das schon interessieren.
    An was soll man Interesse und Begabung messen, wenn nicht am Schnitt.
    Heute ist das NUR fast üblich? Früher war es jedenfalls völlig üblich.
    .
    Einen Bewerber um eine Stelle messe ICH an dem Fachgespräch, das er führen kann, nicht an den Noten/Schnitt/....
    .
    Einen Bewerden messe ICH an dem Potiential, das er mitbringt, also an den Inhalten seiner schulischen, universitären, beruflichen Laufbahn und an dem, was er noch an Ausbildung braucht um die ausgeschriebene Stelle aus zu füllen.
    .
    Das kostet natürlich Zeit, Geld und ....
    .
    Da kann ich dann keinen "Personalverantwortlichen" hin setzen, da muss das der Abteilungsleiter usw. schon mit dabei sein.
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    Da kann es auch mal geschehen, das die Fachabteilung sagt: Den wollen wir und dann wird es etwas teurer bzw. ICH muss mich dann deren Meinung anschliessen:-(
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    Alles ein Problem wenn "Human ressource" nur BWL kann und keine Ahnung von wirklichem Ablauf der "Produktion" hat.
    .
    Sagt
    Sikasuu
    (der 1-2mal im Jahr Teams zusammestellen muss, die kurzfristig Höchstleitung bringen sollen und er dafür auch noch haftet)
  5. #54

    Zitat von pömpel Beitrag anzeigen
    Ich habe an einer Fachhochschule ein sehr praxis-orientiertes Studienfach belegt und war im Ausland(besonders Amerika und Australien/Neuseeland) immer wieder erstaunt wie wenig theoretisches als auch praktisches Wissen meine ausländischen Kollegen mit selbigem Studienfach hatten.
    In meinem Auslandssemester war es ähnlich...wobei es weniger daran lag, dass die anderen vorher nichts gelernt hätten, sondern dass oftmals die verlangte Arbeitsweise (viele Projekte) für viele Neuland war. Wenn man Frontalunterricht gewohnt ist, ist es nunmal schwieriger sich in Projekten zurechtzufinden. Mein Eindruck war, dass ich weniger konkretes Wissen in einigen Fächern hatte...aber wesentlich mehr in Bezug auf Methodik gelernt hatte...was für die Fächer die für uns alle neu waren dann doch ein großer Vorteil war.
  6. #55

    Statistik von Noten

    Wenn der Durchschnitt der Abschlussnoten die letzten 20 Jahre gleichbleibt, müssen sich notgedrungen die Anforderungen gesenkt haben, weil die Grundgesamtheit der Studierenden sich dramatisch verändert hat. Haben in den 70er Jahren nur etwa 10% eines Jahrganges eine Hochschulzugangberechtigung, so sind es heute schon 50% der 20-22 jährigen. Dazu kommen noch weitere Zugangsberechtigungen wei Techniker oder Meister etc. Das war nur möglich, indem die Bildungsstandards in allen Fächern abgesenkt wurde. Dazu muss man sich ja nur das Niveau der Abschlussprüfungen oder die inhalte der Lehrpläne anschauen. Z. B. in Mathematik wurde vor 25 Jaren in Bayern und Baden-Württemberg im Abitur noch Differentialgleichungen verlangt, partielles Integrieren,Integration mit Substitution, Exponentialfunktionen mit nicht-linearen Funktionen im Exponenten. Dies hat sich zu mehr Wahrscheinlichkeitsrechnung und vor allem merh Statistik verschoben. Mussten also früher noch verschiedene Wahrscheinlichkeitsverteilungen benutzt werden (Normal-, Poisson- oder auch Binomialverteilung) reicht es heute ein Baumdiagramm zu malen und eine Statistik mit Mittelwert und Standardabweichung auszuwerten. Dies ließe sich inhaltlich unendlich fortsetzen, bsp. der Tatsache dass heute 50% einer Oberstofe drei quadrat (9) mit zwei mal drei (6) verwechseln, usw. Aber auch formal wurden die Anforderungen abgesenkt. In den 90er Jahren war in Bayern noch 25% der Bewertungseinheiten nötig um gerade noch eine 5 (mangelhaft) bzw. 50% der Bewertungseinheiten nötig um gerade noch eine 4 (ausreichend) zu erhalten. heute erreicht man mit 50% im Regelfall noch eine 3 bis 4. Sollte man mal eine Klausur verhauen, dann kann man das heute mit einem Referat oder Hausarbeit (copy und paste aus Wikipedia) ausgleichen. Auch hier ließe sich die Liste fortsetzen. Alles in allem gehen heute insgesamt weniger begabte Menschen (sie haben bei geringeren Prüfungsanforderungen immer noch Probleme die Hochschulreife zu bekommen) mit geringeren Vorkenntnissen (die Inhalte wurden ja deutlich verkürzt) an die Hochschulen. Bleib nur die Hoffnung, dass die Hochschulen in einer kürzeren Zeit (3 Jahre bis Bachelor) diese Defizite mehr als ausgleichen und trotzdem es schaffen den Notenschnitt um 0.1 (bei 270 Fächern ist das signifikant!) zu heben. Ich glaube es aber nicht.
  7. #56

    Naiv

    Zitat von sikasuu Beitrag anzeigen
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    Einen Bewerber um eine Stelle messe ICH an dem Fachgespräch, das er führen kann, nicht an den Noten/Schnitt/....
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    Einen Bewerden messe ICH an dem Potiential, das er mitbringt, also an den Inhalten seiner schulischen, universitären, beruflichen Laufbahn und an dem, was er noch an Ausbildung braucht um die ausgeschriebene Stelle aus zu füllen.
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    Das kostet natürlich Zeit, Geld und ....
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    Da kann ich dann keinen "Personalverantwortlichen" hin setzen, da muss das der Abteilungsleiter usw. schon mit dabei sein.
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    Da kann es auch mal geschehen, das die Fachabteilung sagt: Den wollen wir und dann wird es etwas teurer bzw. ICH muss mich dann deren Meinung anschliessen:-(
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    Alles ein Problem wenn "Human ressource" nur BWL kann und keine Ahnung von wirklichem Ablauf der "Produktion" hat.
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    Sagt
    Sikasuu
    (der 1-2mal im Jahr Teams zusammestellen muss, die kurzfristig Höchstleitung bringen sollen und er dafür auch noch haftet)
    Das würde bedeuten fast jeden Bewerber (besonders Absolventen) einzuladen...denn der Notenschnitt spielt ja keine Rolle.

    So kann nur jemand reden, der noch nie ein richtiges Bewerbungsgespräch geführt hat. Wenn man als Abteilungsleiter so vorgeht, macht man außer Bewerbungsgesprächen gar nichts mehr, weil die Zeit fehlt.
  8. #57

    Zitat von sikasuu Beitrag anzeigen
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    Einen Bewerber um eine Stelle messe ICH an dem Fachgespräch, das er führen kann, nicht an den Noten/Schnitt/....
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    Einen Bewerden messe ICH an dem Potiential, das er mitbringt, also an den Inhalten seiner schulischen, universitären, beruflichen Laufbahn und an dem, was er noch an Ausbildung braucht um die ausgeschriebene Stelle aus zu füllen.
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    Das kostet natürlich Zeit, Geld und ....
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    Da kann ich dann keinen "Personalverantwortlichen" hin setzen, da muss das der Abteilungsleiter usw. schon mit dabei sein.
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    Da kann es auch mal geschehen, das die Fachabteilung sagt: Den wollen wir und dann wird es etwas teurer bzw. ICH muss mich dann deren Meinung anschliessen:-(
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    Alles ein Problem wenn "Human ressource" nur BWL kann und keine Ahnung von wirklichem Ablauf der "Produktion" hat.
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    Sagt
    Sikasuu
    (der 1-2mal im Jahr Teams zusammestellen muss, die kurzfristig Höchstleitung bringen sollen und er dafür auch noch haftet)
    Die Problematik dabei ist aber, dass die Tür erst aufgeht, wenn man einen bestimmten "guten/ sehr guten" Schnitt vorweist. Erst danach kommen dann die Gespräche und man siebt die weiteren "unfähigen" aus. Aber jemand der fachlich durchaus qualifiziert ist, aber "pech" mit Dozenten hatte, die mal höhere Anforderungen hatten als die anderen, der ist schon benachteiligt in diesem Verfahren.

    Ich wurde aufgrund einiger schlechter Noten abgelehnt, weil andere 1.0 bekommen haben in Kursen, die ich mit 3.0 abgeschlossen habe (das waren bei mir dann aber auch die oberen 2% des Leistungsspektrums). Wenn man dann 1-2 Jahre später denjenigen kennenlernt, der letztendlich die "eigene" Stelle bekommen hat und feststellen muss: fachlich inkompetent. DANN fragt man sich schon was man davon halten soll.

    Schön das Sie sich hier rechtfertigen für Ihre Notenvergabe, aber das bringt einen auch nicht weiter, wenn man "Pech" hat/ hatte mit seinem Dozenten!

    Ach und wer sagt Ihnen, dass die Hausarbeiten oder Referate nicht von Freunden o.ä. bearbeitet wurden ;) Ich habe meiner damaligen Freundin diverse Hausarbeiten und sogar einen Teil ihrer Bachelorarbeit geschrieben.... Komisch fand ich dabei nur, dass ich für fast die gleiche Arbeit bei einem anderen Dozenten eine wesentlich schlechtere Note bekam - so viel zur Vergleichbarkeit von Noten.

    Schönes Wochenende noch allen!
  9. #58

    Zitat von LT_Lt_Smash Beitrag anzeigen
    Aha, ein so unverschämter Kommentar ist mir noch nicht untergekommen. Ich habe auch an der FH studiert und die intellektuellen Herausforderung waren zwar nicht wirklich riesig, aber wirlich gute Noten waren eigentlich nur durch Fleiß zu erreichen.
    Eben genau das. Zwischen Fleiß und Intelligenz besteht ein Unterschied. Fleiß beschränkt den "Macher". Erst Intelligenz öffnet das Himmelstor für eine Reise zu den Sternen.

    [...], aber wenn es dann um die Praxis geht und um konkrete Anwendung der im Studium erworbene Kenntnisse wirds eng. Von solche Leuten hab ich schon ein paar getroffen. Aber ist dann ganz lustig, wenn diese dann vor die Pumpe laufen, weil sie nicht mal die einfachsten Grundsätze verstanden haben.
    Während man sich an der FH den Inhalten praktisch nähert, und daher früher oder später in fachliche Spezialisierungen verfällt, ohne den Gesamtüberblick über die Wissenschaft zu haben, nähert man sich an einer Universität von der theoretischen Seite, so dass man später prinzipiell alle Problemstellungen bearbeiten kann. Universalität und Flexibilität, das Denken in großen Zusammenhängen, das Bearbeiten völlig unbekannter Problemstellungen. Das ist, was die Uni lehrt, und das, was das Leben bewegt.

    [/QUOTE][...] ab und an ist immer einer dabei der meint, das er aufgrund des Diploms schlauer ist als alle anderen. Die kommen aber meiner Erfahrung nach, wenn sie nicht gerade über Vitamin B nach oben verfügen, nicht weit da eine Zusammenarbeit mit ihnen so gut wie unmöglich ist.[/QUOTE]

    Wie kommen Sie darauf, dass "die anderen" nicht auch meinen, schlauer zu sein. Man wird ja nicht dazu gezwungen, sich darüber zu äußern.

    Universitätsabsolventen sind übrigens auch ganz normale Menschen. Haben das bessere Rüstzeug, aber nicht unbedingt Vitamin B. Außer in Filmen, oder an sehr teuren Elite-Universitäten, die wohl eher auf einen entsprechenden familiären Hintergrund schließen lassen können.
  10. #59

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    [...]
    Natürlich ist es von FH zu FH verschieden. Von Uni zu Uni. Von Studiengang zu Studiengang. Und von Mensch zu Mensch.

    Dennoch können Sie mir nicht erzählen, Uni und FH seien zu 80% identisch. Die Qualität der Lehre, und die Qualität der Absolventen ist eine andere. Das habe ich im Berufsleben immer wieder spüren müssen. Und glauben Sie mir - mir lag nichts an dieser Erkenntnis. Ganz im Gegenteil. Waren es doch meine Kollegen, mit denen ich mich auf persönlicher Ebene hervorragend verstand. Doch das reicht nicht.