Uni-Zensuren im Statistikcheck: Überall nur Kuschelnoten?

Quelle: Statistisches BundesamtÜberall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-871962.html
  1. #20

    Fortsetzung der Schulpolitik mit anderen Mitteln

    Zitat von Tatsache Beitrag anzeigen
    Zwischen 1992 und 2000 hatte ich Einblicke in den Studiengang E-Technik an einer NRW-Fachhochschule. In dieser Zeit sind die Noten im SChnitt um mehr als eine Note beser geworden, obwohl die Leistungen der Studenten immer schlechter wurden.
    ...
    Dazu passt auch, dass ein Kommilitone jetzt in NRW eine W2-Professur angenommen hat, bei der sich das Gehalt aus variablen Bestandteilen zusammensetzt. Und zwar in Abhängigkeit von der Durchfallquote!!!!! Das heißt, je mehr Studenten er durchwinkt, desto mehr Geld gibt es. Noch Fragen?
    An den Hochschulen setzt sich fort, was an den Gymnasien längst Usus ist: Der Abschluss wird verschenkt.

    Und Durchfallquoten bei Klausuren? In NRW wurde zwar der sog. "Drittelerlass" aus dem Schulgesetz gestrichen, aber der Druck auf die Lehrer (m/w), bei den Klassenarbeiten und Klausuren nur ja keine Noten unterhalb von ausreichend zu "erzeugen", wurde und wird von den Schulleitern erhöht. Wer sich dagegen stemmt (Mathematik, Physik, Latein) muss damit leben, dass bei er /sie bei der nächsten Beförderung nicht berücksichtigt wird.

    Nur das mit dem Gehalt, das ist bei "Lehrers" noch nicht so.
  2. #21

    Gerade an FHs werden den Studenten die Noten hinterhergeworfen. Leute, die an einer Universität nicht annährend ihren Abschluss hinbekämen, erhalten auf diesem Wege ein Äquivalent, wenn auch ein eher peinliches.

    Es gab übrigens mal einen Artikel darüber, dass die Noten in den MINT-Fächern wesentlich besser ausfallen, als in den Geisteswissenschaften. Das stimmt ganz sicher. Aber, einen guten Abschluss zu schaffen erfordert an einer Universität dennoch ein bestimmtes Niveau an Intelligenz. Das hat man, oder nicht.
  3. #22

    An einer guten Maschinenbau-Uni kann man von einem Durchschnitt wie 1,9 nur träumen. Jedoch gibt es zahlreiche Dorf-Unis und fast alle FHs, bei denen eine Noteninflation herscht, dass einem schwindelig werden kann.
  4. #23

    Die Grafik ist in Bezug auf das Zeitfenster zu kurz gesteckt und die Fächerzahl nicht genügend. Wo sind Mathematik, Informatik, E-Tech, etc?
  5. #24

    Zitat von verpiler Beitrag anzeigen
    Gerade an FHs werden den Studenten die Noten hinterhergeworfen. Leute, die an einer Universität nicht annährend ihren Abschluss hinbekämen, erhalten auf diesem Wege ein Äquivalent, wenn auch ein eher peinliches...
    Aha, ein so unverschämter Kommentar ist mir noch nicht untergekommen. Ich habe auch an der FH studiert und die intellektuellen Herausforderung waren zwar nicht wirklich riesig, aber wirlich gute Noten waren eigentlich nur durch Fleiß zu erreichen.
    Ich kann mir gut vorstellen wie sie so drauf sind. Im Fach "sicheres auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit" und "Phrasen dreschen für Fortgeschrittene" immer vorne dabei gewesen, bei jedem Bullshitbingo Sieger, aber wenn es dann um die Praxis geht und um konkrete Anwendung der im Studium erworbene Kenntnisse wirds eng. Von solche Leuten hab ich schon ein paar getroffen. Aber ist dann ganz lustig, wenn diese dann vor die Pumpe laufen, weil sie nicht mal die einfachsten Grundsätze verstanden haben.

    Na gut, was soll man sich aufregen, Einbildung ist auch ne Bildung.
    Hab zwar i.d.R. gute Erfahrungen mit den TU'lern gemacht, die auf gegenseitige Wertschätzung der jeweiligen Kompetenzen beruhen, aber ab und an ist immer einer dabei der meint, das er aufgrund des Diploms schlauer ist als alle anderen. Die kommen aber meiner Erfahrung nach, wenn sie nicht gerade über Vitamin B nach oben verfügen, nicht weit da eine Zusammenarbeit mit ihnen so gut wie unmöglich ist.
  6. #25

    Liebe SPON-Kommentatoren älteren Baujahres

    Ja, ihr habt es natürlich viel schwerer gehabt.
    In eurer Generation waren Abschlüsse noch was wert. Ihr musstet zwar nicht vor Stalingrad liegen wie eure Väter, aber bei so mancher mündlichen Prüfung ging es ganz ähnlich zu.
    Eure Generation kam von der Uni und hat Sachen erfunden und die Gesellschaft vorangebracht.
    Eure Generation hat den Computer erfunden und kann ihn deswegen so toll benutzen.
    Eure Generation wurde nach dem Abschluss nicht erst jahrelang durch hochbezahlte Praktikas gekuschelt, weil kein Studiengang mehr auf die komplexen und individuellen Anforderungen der Wirtschaft vorbereitet.

    Die heutige Generation sind doch alles Taugenichtse. Wo kommen die bloß her...?
  7. #26

    Zitat von tim11 Beitrag anzeigen
    Mathematik?
    Wegen oft zu geringen Fähigkeiten in diesem Fach gibt es die hohen Abbrecherquoten in dem gesamten MINT-Bereich (inkl. Fächer wie Biologie, Psychologie etc.).
    Gibt es noch ein anderes Schulfach, das in so vielen Studienfächern benötigt wird!?
    Das Hauptfach Deutsch in der Oberstufe (=Literatur) benötigt man z.B. nur für Germanistik.
    Als würde man auf dem Gymnasium/Gesamtschule Mathematik lernen, da gibt's leider nur Rechnen als Fach...
  8. #27

    lustig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

    Noten an Universitäten haben sich statistisch nur minimal verändert - SPIEGEL ONLINE
    Fakt ist jedenfalls, dass die Zahl der Prüfungen / Leistungsnachweise vor 30 Jahren in den meisten Studiengängen deutlich geringer war als heute. Von daher find ich's lustig, dass sich Herren gesetzten Alters, die seinerzeit relativ locker durch's Studium gekommen sind, über weicheiige Bachelorstudenten beklagen.

    In der Diskussion wird auch übersehen, dass Unis / FHs zum Teil viel mit Lehrbeauftragten arbeiten. Die kosten nicht so viel und können schnell wieder entlassen werden. Als Lehrbeauftragter schadet man sich eher selbst, wenn man "zu" schlechte Zensuren verteilt. Das spricht sich rum, und im nächsten Semester kommen keine Studenten mehr, ergo kein Auftrag mehr. So gesehen sind "zu gute Noten" auch ein Ergebnis von Sparpolitik.
  9. #28

    danke

    Zitat von skep.sys Beitrag anzeigen
    Ja, ihr habt es natürlich viel schwerer gehabt. ....Eure Generation wurde nach dem Abschluss nicht erst jahrelang durch hochbezahlte Praktikas gekuschelt, weil kein Studiengang mehr auf die komplexen und individuellen Anforderungen der Wirtschaft vorbereitet.

    Die heutige Generation sind doch alles Taugenichtse. Wo kommen die bloß her...?
    Danke. Musste mal gesagt werden. Ich gehöre zu dieser älteren Generation, von deren Mitglieder viele so tun, als ob sie die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten und "früher" im Studium mehr, härter und natürlich besser gearbeitet hätten. Dem möchte ich mal entgegenhalten, dass wir "Alten" einen Riesenvorteil gegenüber den heutigen Abiturienten und Studenten hatten: Wir hatten auf jeden Fall einen Job auf Sicher, auch mit einem 2,6- oder 3,5-Abschluss.Die Wirtschaft boomte und suchte Leute...

    Es gab weder eine zentrale Vergabe des Studienplatzes noch in jedem Fach ein Punktesystem oder einen NC. Ein paar Fächer waren auch damals schon von diesen Auswahlkriterien betroffen - aber eben nur ein paar. Es blieb genügend Spielraum auch für Leute ohne Einserabschluss, um studieren zu können und anschliessend eine Stelle zu finden. Deshalb mussten wir auch nicht generell Spitzennoten vorweisen können, was es wiederum den Profs einfacher machte, auch Noten zu vergeben, die den Durchschnitt nach unten drückten.

    Und noch etwas: Unsere Generation hat in den letzten Jahrzehnten die Professoren gestellt, die Noten vergaben. Wieso klagen die über Notenschnitte, die sie selbst verwantworten? Und die Wirtschaftsführer selbst? Hat mal jemand nicht nur deren Zeugnisse angeschaut, sondern auch überprüft, was die heute Fordernden selbst inhaltlich - und nicht nur im Notenschnitt - geleistet haben?
  10. #29

    Da hast du was "Flasch" verstanden!

    Zitat von mibarina Beitrag anzeigen
    Fakt ist jedenfalls, dass die Zahl der Prüfungen / Leistungsnachweise vor 30 Jahren in den meisten Studiengängen deutlich geringer war als heute. Von daher find ich's lustig, dass sich Herren gesetzten Alters, die seinerzeit relativ locker durch's Studium gekommen sind, über weicheiige Bachelorstudenten beklagen.
    Es ist unwichtig, ob jemand mit 4 oder 1 sein Abi besteht.
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    Das Problem ist, das von diesen Noten Chancen/Studiengänge abhängig gemacht werden. Nicht das Interesse/Begabung/wofür jemand "brennt" ist heute massgebend, sondern der Schnitt.
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    Mit einem 1.1 Abi nicht xyz studieren ist doch Verschwndung! Kennst due diesen Spruch?
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    Die Prüfungssysteme haben sich massiv verändert.
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    Zwischen lernen/Erfahrung sammeln /wiss. Arbeiten/verstehen und Fakten akkumulieren für die nächste Klausur gib es gewaltige Unterschiede.
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    "Die Vokablen der vorletzten engl Arbeit nicht mehr wissen!" ist ein NOGO! Einverstanden?
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    Nach einer Klausur die Inhalte wieder zu vergessen und nicht präsent zu haben ist Heute fast üblich! Kennst du das?
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    Nicht nur im Gym. sonder auch im Studium!
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    Diese Unterschiede sehen die "alten" Männer und Frauen leider sehr deutlich. auch wenn es manchmal ungerecht ist einen "Greenhorn" am eigenen Hintergrund zu messen. :-))
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    NOTEN und anwendbares Wissen= verstehen, gehen auseinander.
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    So sieht das
    Sikasuu