Uni-Zensuren im Statistikcheck: Überall nur Kuschelnoten?

Quelle: Statistisches BundesamtÜberall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-871962.html
  1. #10

    Alles Show

    Es beginnt schon früher: Ein Abitur / Hochschulreife bekommt man heute hinterhergeworfen (obwohl dort etwa Mathematik imho immer noch völlig überbewertet wird). Und nein, es geht nicht um vermeintlich "softe" oder "harte" Fächer (WiWi, hahaha) - ich kenne einige Ingenieure, die weder zwei gerade Sätze zu Papier bringen, noch in größeren Zusammenhängen denken können. Es ist schlicht so, dass die Leute immer unkritischer = weniger interessiert sind und die Wirtschaft immer noch so tut, als bräuchte sie wirklich denkende Menschen. Den Hochschulen bleibt nichts anderes übrig, als sich diesen Gegebenheiten anzupassen, ansonsten gäbe es in D keinen Nachwuchs mehr - und der Vorhang, hinter dem sich mittlerweile viele verstecken, würde fallen.
  2. #11

    knapper Vergleich

    Leider fehlen in allen Aufstellungen die Zahlen aus den Studiengängen, die mit einem Examen abschließen: Lehramt, Theologie, Jura. Zumindest bei den kirchlichen Examina der Theologen und den Staatsexamina der Juristen fallen die Noten meist schlechter aus bei den Humanmedizinern.
  3. #12

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    (obwohl dort etwa Mathematik imho immer noch völlig überbewertet wird)
    Vermutlich meinen Sie das Wort „Mathematik“ auf dem Zeugnis.
  4. #13

    keine Wertschätzung

    bin schokiert wenn ich Kommentare lese wo die Leistung der jungen Menschen einfach schlecht gemacht wird. Ein Ingenieur for 30 jahren musste nicht so gut englisch sprechen wie heutzutage und die Technologie ist fortgeschrittener da muss man heute viel mehr drauf haben als damals ich muss in der Uni um jeden Punkt kämpfen
  5. #14

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

    Noten an Universitäten haben sich statistisch nur minimal verändert - SPIEGEL ONLINE
    Na toll! Bei uns am KIT im Studienfach Elektrotechnik ist bei fast jeder Klausur der Durchschnitt schlechter als 3,0. Mit einer 2,0 gehört im Schnitt man zu den besten 20%.
    Hoffentlich ist das Arbeitgebern bekannt.
  6. #15

    Zitat von 1616 Beitrag anzeigen
    Leider fehlen in allen Aufstellungen die Zahlen aus den Studiengängen, die mit einem Examen abschließen: Lehramt, Theologie, Jura. Zumindest bei den kirchlichen Examina der Theologen und den Staatsexamina der Juristen fallen die Noten meist schlechter aus bei den Humanmedizinern.
    Überhaupt fehlen auch die absoluten Zahlen. Beispiel Abitur: Man kann mit 1.0 oder mit 4.0 abschließen. Sagen wir, der Durchschnitt lag früher mal bei 2.5. Dann wurden die Anforderungen gesenkt. Die Folge: Die, die vorher im Bereich 1.0 bis 4.0 gelegen hätten, liegen jetzt im Bereich 1.0 bis 3.0. Und die, die es vorher nicht geschafft hätten, liegen jetzt im Bereich 3.0 bis 4.0. Und siehe da: Der Durchschnitt ist immer noch 2.5.

    Die Durchschnittsnoten sagen also gar nichts darüber aus, ob Noten verschenkt werden oder nicht.
  7. #16

    Zitat von tribes Beitrag anzeigen
    Aber zeigen Sie doch bitte mal die Grafik über die letzten 50 Jahre, inkl. Ein paar harte Fächer, Wiwi, Vowi, Ings. Etc.
    Wiwi und Vowi als "harte" Fächer?
  8. #17

    Zitat von mk84 Beitrag anzeigen
    Es beginnt schon früher: Ein Abitur / Hochschulreife bekommt man heute hinterhergeworfen (obwohl dort etwa Mathematik imho immer noch völlig überbewertet wird).
    Mathematik?
    Wegen oft zu geringen Fähigkeiten in diesem Fach gibt es die hohen Abbrecherquoten in dem gesamten MINT-Bereich (inkl. Fächer wie Biologie, Psychologie etc.).
    Gibt es noch ein anderes Schulfach, das in so vielen Studienfächern benötigt wird!?
    Das Hauptfach Deutsch in der Oberstufe (=Literatur) benötigt man z.B. nur für Germanistik.
  9. #18

    3=2=1

    Zwischen 1992 und 2000 hatte ich Einblicke in den Studiengang E-Technik an einer NRW-Fachhochschule. In dieser Zeit sind die Noten im SChnitt um mehr als eine Note beser geworden, obwohl die Leistungen der Studenten immer schlechter wurden. Die Vorgabe kam von der Leitung nachdem sich die Durchfallquoten Richtung 90% bewegten: "Sonst gibt es Ärger mit Düsseldorf und wir haben keine Studenten mehr."
    Danach hat sich ein Professor geweigert, überhaupt noch Dilpomarbeiten zu betreuen, der hat dann ganz allein in seinem Labor gesessen. Und keiner hat sich getraut, dagen etwas zu unternehmen, weil er gedroht hatte an die Öffentlichkeit zu gehen. Wahrscheinlich sitzt er noch heute da. Ab 1997 haben wir dann in unserer Firma verstärkt Ingenieure eingestellt und mussten leider feststellen, dass die fachliche Qualifikation von 2er-und 3er- Kandidaten absolut ungenügend war. Teilweise waren diese Leute als Ingenieure völlig unbrauchbar. Die meisten von denen hätten in den 80er Jahren niemals das Vordiplom geschafft.
    Dazu passt auch, dass ein Kommilitone jetzt in NRW eine W2-Professur angenommen hat, bei der sich das Gehalt aus variablen Bestandteilen zusammensetzt. Und zwar in Abhängigkeit von der Durchfallquote!!!!! Das heißt, je mehr Studenten er durchwinkt, desto mehr Geld gibt es. Noch Fragen?
  10. #19

    spezifische Fachkulturen

    Zitat von dantes Beitrag anzeigen
    Dann die ganzen 11 Zeilen aber auch lesen und nicht nur auf die Grafik gucken. "durchschnittliche Abschlussnote aller Fächer zusammen - und das sind mehr als 270 -[...]" "Alle Fächer zusammen" und "270" sind doch recht klare Aussagen, oder?
    Die "durchschnittliche Abschlussnote aller Fächer zusammen" liefert dennoch keine Aussagen zu den von mir genannten Fächern.

    Und weil hier

    Wissenschaftsrat beklagt zu gute Noten an deutschen Unis - SPIEGEL ONLINE

    noch davon die Rede war:


    "Lehrende an Hochschulen bewerten demnach über drei Viertel aller Abschlussprüfungen mit den Noten "sehr gut" oder "gut". Den Hang zur Kuschelnote teilen indes nicht alle Disziplinen, der Wissenschaftsrat spricht von "spezifischen Fachkulturen"."

    wäre ein detaillierterer Blick auf die einzelnen Fächer unbedingt nötig gewesen.