Uni-Zensuren im Statistikcheck: Überall nur Kuschelnoten?

Quelle: Statistisches BundesamtÜberall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-871962.html
  1. #1

    Statistiken...

    ...sind doch herrlich. Unsere Fakultät verteilt gezwungen bessere Noten. Ganz einfach zu belgen durch die Durchfallquoten der jeweiligen Klausuren öffentlich einsehbar für jeden auf den Seiten unseres Prüfungsamtes. Fielen vor 5 Jahre regelmäßig 40 - 60 % durch, hat sich diese Quote auf max. 20 % reduziert...der Grund ist ganz einfach. Würden die gleichen Maßstäbe wie damals angelegt, wäre kein Bachelor an unserer Universität in der Lage hier seinen Master zu machen, weil sein Notendurchschnitt als wichtigstes Bewertungskriterium zu schlecht wäre...deswegen führt dich Umstellung auf Bachelor und Master-Studiengänge systembedingt zu einer Aufwärtsspirale der Noten!
  2. #2

    Wissenschaftlich sehr fundierter Artikel, aber es gilt ja sowie so, traure keiner Statistik die du selbst gefälscht hast.
  3. #3

    nett,

    Aber zeigen Sie doch bitte mal die Grafik über die letzten 50 Jahre, inkl. Ein paar harte Fächer, Wiwi, Vowi, Ings. Etc.
  4. #4

    Kein Grund zu Schweigen

    Die traurige Wahrheit ist doch, dass das 'dumbing down', das mit der Noteninflation einhergeht, schon vor vielen Jahren eingesetzt hat. Darüber zu nörgeln ist also immer noch dringend.
  5. #5

    xxx

    Zitat von Ein_Ingenieur Beitrag anzeigen
    Wissenschaftlich sehr fundierter Artikel, ....
    Artikel?

    11 Zeilen!

    Aber das wollten Sie wohl sagen.

    Überdies fehlen in der Tat Vergleichsmöglichkeiten zu Noten von 1970 bis 1990 sowie ein Einblick in die Entwicklung der Fächer wie E-Technik, Bau-Ing, Mathematik, Physik, Chemie, Informatik.

    Durch Biologie und Masch.-Bau alleine kann man die Natur- und Ingenieurwissenschaften nicht als vertreten ansehen. Bei allem Respekt.
  6. #6

    Vergleichbarkeit

    Wie ctplanet schon erwähnt hat, bleibt bei dem System hauptsächlich die Vergleichbarkeit auf der Strecke. Die gleiche Leistung führt bei Student A auf Uni A zu einer 2,3 und bei Student B auf Uni B zu einer 1,0. Beide bewerben sich aber später mit dem gleichen Bachelorzeugnis auf Masterplätze, die nach Notenschnitt vergeben wurden. Ich habe im Bachelorstudium teilweise interessante und für meine Berufswahl förderliche Module nicht belegen können, da der Dozent nur im 2er Bereich bewertete. Hätte ich diese Module belegt, hätte ich, trotz gleicher oder besserer Leistung, den sehr hohen 1er Schnitt nicht bekommen, den ich für mein jetziges Masterstudium brauchte.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überall regnet es Einser! Und weicheiigen Bachelorstudenten werden Bestnoten nur so nachgeworfen, klagten Professoren und der Wissenschaftsrat zum Semesterstart. Aber stimmt das auch?

    Noten an Universitäten haben sich statistisch nur minimal verändert - SPIEGEL ONLINE
    wieso beklagen sich profs, sie vergeben doch diese noten !

    ich kann nur aus meinem bereich (bwl) berichten. da ist es schon seit ewigkeiten so, dass es hauptsächlich auf dämliches auswendiglernen ausgerichtet ist. konnte ich leider schon oft beobachten. komischerweise sind es dort auch die mädels, die dann reihenweise einsen abräumen. sobald es mal um projekte geht wo man denken muss, sieht das schon anders aus. aber wehe man weicht von gängigen dogmen ab, ui, das geht gar nicht. ich wurde mal abgewatscht, weil ich anregte, dass die sture ausrichtung auf shareholdervalue vielleicht nicht immer der optimale weg ist. also, immer schön auswendig lernen und nachplappern, dann klappts auch mit den noten.
  8. #8

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Artikel?

    11 Zeilen!

    Aber das wollten Sie wohl sagen.

    Überdies fehlen in der Tat Vergleichsmöglichkeiten zu Noten von 1970 bis 1990 sowie ein Einblick in die Entwicklung der Fächer wie E-Technik, Bau-Ing, Mathematik, Physik, Chemie, Informatik.

    Durch Biologie und Masch.-Bau alleine kann man die Natur- und Ingenieurwissenschaften nicht als vertreten ansehen. Bei allem Respekt.
    Dann die ganzen 11 Zeilen aber auch lesen und nicht nur auf die Grafik gucken. "durchschnittliche Abschlussnote aller Fächer zusammen - und das sind mehr als 270 -[...]" "Alle Fächer zusammen" und "270" sind doch recht klare Aussagen, oder?
  9. #9

    Zitat von tribes Beitrag anzeigen
    Aber zeigen Sie doch bitte mal die Grafik über die letzten 50 Jahre, inkl. Ein paar harte Fächer, Wiwi, Vowi, Ings. Etc.
    Harte Fächer = BWL und VWL? Ich weiß ja nicht wo Sie leben, aber ich kann nichts anderes feststellen außer guter Noten in den Bereichen.

    Das liegt sicherlich nicht an den smarten Studenten sondern eher am ganzen System Bachelor und Master. Die "europaweite" Vergleichbarkeit verleitet zum einen dazu sich besser zu stellen als man wirklich ist, wenn man mithalten will, und zum anderen sind die Professoren und Lehrbeauftragten einfach überlastet und haben teilweise gar nicht die Mittel und die Zeit sich ausführlich mit den Arbeiten auseinanderzusetzen. Ein Prof von mir hat vor meinen Augen meine Semesterarbeit bei Abgabe im Büro durchgeblättert und in 2-3 Minuten quergelesen - Resultat: 1,3. Das sagt schon alles!

    Die Noten spiegeln gar nichts mehr wieder, sowieso sind Noten nur ein mangelnder Ausdruck des Wissens und Könnens. Es sind subjektive Bewertungen und Einschätzungen. Wenn 3-4 Prüfer unabhängig und einzeln Noten verteilen würden für die geleistete Arbeit und dann das Mittel genommen wird, wäre es etwas objektivierbarer, aber dafür fehlen nun mal die finanziellen und zeitlichen Mittel!