Islamistischer Terror: Lammert kritisiert deutschen Mali-Einsatz

dapdZwei deutsche Transall-Flugzeuge sind auf dem Weg in die malische Hauptstadt Bamako. Zu wenig, sagt Bundestagspräsident Lammert. Er kann sich nicht vorstellen, dass "irgendjemand das für den deutschen Beitrag" im Kampf gegen die islamistischen Rebellen hält.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-878489.html
  1. #160

    Extrawurst

    Zitat von ks82 Beitrag anzeigen
    Sehr richtig. Wer anderen nicht hilft, der darf selbst auch keine Hilfe erwarten, wenn er sie denn mal braucht. Man muss sich nur sehr gründlich und kritisch informieren, ob die Lage wirklich immer so ist wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint sonst hilft man am Ende womöglich den Falschen.

    Aber sind wir Deutschen wirklich so: Wir hamstern so viel wie möglich in die eigene Tasche und während dieser Zeit sind uns andere völlig egal. Wenn dann die Tasche leer ist, schimpfen wir laut weshalb uns niemand anderes hilft ohne den Zusammenhang zu begreifen.
    Die Force de Frape war immer gegen Deutschland gerichtet. Jeder gebildete Franzose kennt Göttingen von Barbara. Es sollte allen Beteiligten um ein normales Verhältnis gehen. Deutschland war lange Zeit nur französisches Vorfeld, so wie leider Polen oder die Ukraine für D auch. Wer ein einiges Europa will, und ja das UK braucht es auch, muss das ändern. Dann muss uns aber der Athener oder Spanier so viel wert sein wie der Kieler oder Münchener. Eine Demokratie fusst auf Gleichheit und Freiheit. Wollen wir Europa? Ja, aber eines, dass auf diesen Fundamenten ruht. Und ja, man kann Frankreich helfen, aber nur unter dieser Prämisse. Extrasaussices werden nicht gebraten werden.
  2. #161

    Zitat von cassandra106 Beitrag anzeigen
    Terror dieser Größenordnung entsteht nicht aus dem Nichts, der hat Ursachen. Ohne diese zu bekämpfen (und die ist nicht der Islam, sondern Armut), bringt alle Gewalt nichts. Das ist nur der übliche Teufelskreis der Rache.
    Ich kann Ihnen nur zum Teil zustimmen. Den Islamischen Fundamentalisten (zB. AQ oder Wahabisten aus Saudi Arabien) geht es nicht um Armutsbekaempfung, sondern um die Verbreitung ihrer Ideologie. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Saudis in vielen armen Ländern kostenlos nur Koranschulen bauen und keine normale Schulen. Sie hätten doch genug Geld um im ganzen AFG Mädchenschulen, Unis etc. zu bauen. Aber, stattdessen fließt das Geld zu den Kriegern. Katar hat neulich Hamas Millionen geschenkt, warum nicht Abbas und seine Partei? Die Kataris unterstützen auch die Söldner in Mali, so sagte mir neulich ein Malier.
  3. #162

    Zitat von realpolitiker Beitrag anzeigen
    Warum muss Deutschland nach dem Afghanistan-
    Desaster schon wieder dabei sein?
    Leider wird nie etwas dazugelernt, wie bei allen großartigen Projekten deutscher Regierungen - dabei soll der Mensch doch eigentlich durch Schaden klug werden - gilt aber offensichtlich nicht nur für Politiker.
    Der heutige Zustand Afrikas abgesehen von anderen Regionen der Welt - wirtschaftlich, sozial und politisch - ist bedauerlicherweise eine einzigartige Katastrophe.

    Warum? - weil dieser Kontinent bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts von den großen Kolonialmächten England, Frankreich, Belgien ff. gnadenlos ausgebeutet wurde.
    So hat z.B. dem belgischen König allein ein Großteil des Kongos gehört. Deutschland war bei der Bereicherung Gott sei Dank nur marginal vertreten.

    Die heutigen Zustände - verschärft durch einen militanten Islamismus - sind das Ergebnis der Ausplünderung eines ganzen Kontinents.
    Ich denke, die Folgen sollen die einstigen Initiatoren gefälligst selbst gerade rücken. Das sind keine Probleme Deutschlands und die zunehmend missbrauchte "europäische Solidarität" ist hier völlig fehl am Platze.

    Im übrigen fehlt leider in der öffentlichen Diskussion auch die Beantwortung der grundsätzlichen Frage, wie man eine Idee oder vorliegend den Islamismus bekämpfen kann - mit immer mehr Militär und nochmals Militär. Die Misserfolge zeigen doch das diese Methode absolut nicht funktioniert.

    Im übrigen gefährdet der Westen, wenn er weiter nur auf die Antwort Gewalt mit zi-tausenden Toten mit den berüchtigten "Kollateralschäden" setzt und den ewigen Scharfmachern nachgibt, letztlich seine eigenen Grundwerte.
    Zumindest Deutschland sollte doch eigentlich nach zwei angezettelten Weltkriegen mit zig-Millionen Toten endlich mal die Schnauze voll haben von militärischer Gewalt - stattdessen wird im Gleichschritt unter der Rechtfertigung Bündnisverpflichtungen mitmarschiert.

    Heute blendet die Öffentlichkeit auch bewusst aus, dass seit Ende des Kalten Krieges Teile des Westens durch ständige weltweite Militäraktionen Unruhen und Terror angeheizt wenn nicht sogar provoziert haben.
    Oder woher rührt der plötzliche Hass in der weiten Welt gegen einige Staaten, in den Dank der deutschen Politik immer mehr auch Deutschland einbezogen wird?
    Sie haben mit vielen Recht, aber nicht mit allen. Der Einmarsch in den Irak war falsch, wurde von der UNO nicht gebilligt und auch die Irakis hatten den Amis nicht eingeladen. Aber hier ist anders. Die Malier haben um Hilfe gebeten und die UNO hat zugestimmt. Die Tuaregs wollten Autonomie, schon lange. Das alles ist jetzt durch die islamistische Söldner verdrängt. Das hat mit der Förderung der Tuaregs gar nichts zu tun.
  4. #163

    Misanthropen

    Zitat von kuac Beitrag anzeigen
    Ich kann Ihnen nur zum Teil zustimmen. Den Islamischen Fundamentalisten (zB. AQ oder Wahabisten aus Saudi Arabien) geht es nicht um Armutsbekaempfung, sondern um die Verbreitung ihrer Ideologie. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Saudis in vielen armen Ländern kostenlos nur Koranschulen bauen und keine normale Schulen. Sie hätten doch genug Geld um im ganzen AFG Mädchenschulen, Unis etc. zu bauen. Aber, stattdessen fließt das Geld zu den Kriegern. Katar hat neulich Hamas Millionen geschenkt, warum nicht Abbas und seine Partei? Die Kataris unterstützen auch die Söldner in Mali, so sagte mir neulich ein Malier.

    Die Front ist eine ganz andere, denn Schlachten mögen geschlagen werden, Kriege werden im Kopf und im Magen entschieden - nicht mit einer MIG oder einem Leopard, denn die fahren oder fliegen auch nur Menschen, die leben wollen und ihre Leben geniessen wollen, denn das ist ein Geschenk. Gut, Schopenhauer sah das anders.
  5. #164

    Stimmt so auch nicht !

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Sie haben völlig Recht. Nur gibt es da Abgrenzungsprobleme. Gleichwohl denke ich, die Familie Saud ist klug genug, gegenzusteuern. Es braucht seine Zeit. Widerlich ist eher die kolonalistische Arroganz, die den Menschen in diesen Länder widerfährt, da gibt es dann Ethnien usw., früher hätte man Rasse gesagt. Der Begriff macht latenten Rassismus nicht besser.
    Es gibt eine Ausnahme, das sind israelische Staatsbürger und Menschen jüdischen Glaubens. Die bekommen kein Visa. Und der eigene Pass sollte kein Visa aus Israel enthalten. Sonst gibt es keine Vorbehalte, lediglich das Verhältnis zu den Schiiten ist ein wenig problematisch. Die Hautfarbe spielt weniger eine Rolle als in den USA. Störend sind die Regeln für Frauen (Verschleierung), die auch für Ausländerinnen gelten. Und emanzipierten Frauen ist auch nicht unbedingt die Einreise zu empfehlen.
  6. #165

    Unrealistisch

    [QUOTE=realpolitiker;11801473]Warum muss Deutschland nach dem Afghanistan-
    Desaster schon wieder dabei sein?
    Leider wird nie etwas dazugelernt, wie bei allen großartigen Projekten deutscher Regierungen - dabei soll der Mensch doch eigentlich durch Schaden klug werden - gilt aber offensichtlich nicht nur für Politiker.
    Der heutige Zustand Afrikas abgesehen von anderen Regionen der Welt - wirtschaftlich, sozial und politisch - ist bedauerlicherweise eine einzigartige Katastrophe.
    ...
    QUOTE]

    Sie haben mit vielen Ihrer Schilderungen Recht. Aber Sie haben den Ursprung und die Herkunft des extremen Islamismus in keinster Weise begriffen ! Der hat mit den Zuständen in den ehemaligen Kolonien Afrikas gar nichts zu tun. Und bitte: Machen Sie bitte hier niemanden glauben, dass al-Qaida an der Grenze zu Deutschland Halt machen würde, wenn wir uns jeglicher Aktionen enthalten würden. Das ist naiv !
  7. #166

    5 Prozent

    [
    Sie haben mit vielen Ihrer Schilderungen Recht. Aber Sie haben den Ursprung und die Herkunft des extremen Islamismus in keinster Weise begriffen ! Der hat mit den Zuständen in den ehemaligen Kolonien Afrikas gar nichts zu tun. Und bitte: Machen Sie bitte hier niemanden glauben, dass al-Qaida an der Grenze zu Deutschland Halt machen würde, wenn wir uns jeglicher Aktionen enthalten würden. Das ist naiv ![/QUOTE]

    Wo fühlen Sie denn den extremen Islamismus? Bleiben wir bei den Fakten. ungefähr 5 Prozent der deutschen Gesellschaft bekennen sich zum Islam, von denen....Sicher sind die Radikalen ein Problem. Nur man sollte da keine Show draus machen. Es schweift hier auch ab.
  8. #167

    Made in Germany: Die Pflichten des Verkäufers.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zwei deutsche Transall-Flugzeuge sind auf dem Weg in die malische Hauptstadt Bamako. Zu wenig, sagt Bundestagspräsident Lammert. Er kann sich nicht vorstellen, dass "irgendjemand das für den deutschen Beitrag" im Kampf gegen die islamistischen Rebellen hält.

    Bundestagspräsident Lammert kritisiert Mali-Einsatz - SPIEGEL ONLINE
    Herr Lammert hat recht, aber nicht wie er es meint, sondern, weil es solange Länder -wie Deutschland- allerlei WAFFEN, welche in Kriegen und Terroraktionen angewendet werden, herstellen und davon -und koste es, was es wolle- mächtig profitieren, sollten auch ihre Pflicht erfüllen, und in die Kriege, die sie selbst mit ihrem Teufelszeug ermöglichen, ohne Wenn und Aber ziehen.
    Und die armen Soldaten ??
    Die haben, mittlerweile freiwillig und TROTZ Afghanistan, den Job selbst ausgesucht.
  9. #168

    optional

    Bundestagspräsident Lammert hat sich wohl politisch verordnet, als Wegbereiter für den geplanten Ausweitungseinsatz in Mali einspannen lassen. Die Berliner Politik glaubt wohl mit seinem eher überparteilichem Gewicht, die mehrheitlich Einsatz ablehnende Bürger-Mehrheit in ihrem Sinn beeinflussen zu können. Die aber ist durchaus fähig die gesamte Faktenlage deutscher Einsätze beurteilen zu können. Sowohl das von Deutschland hierbei geforderte Engagement, im Verhältnis zu den allermeisten Mitgliedesstaaten im Nato-Bündnis. Als auch in wessen Interesse die Einsätze jeweils im Wesentlichen geführt werden. Während man uns Bürger mit dem konstruierten Argument, es diene unserer eigenen Sicherheit abfertigt. Außerdem natürlich UNSERER gebotenen Bündnis-Treue.
    Abgesehen von den speziellen Gründen Frankreichs im Fall Mali, müssten nicht endlich die Golf-Staaten etc., gegen den beachtlichen Ansehensverlust ihrer Religion durch diese brutalen Auswüchse ihrer Glaubensbrüder, in Aktion treten?
    Im Übrigen, ist Deutschland nicht gerade mit einem Kontingent von 500 Soldaten an der türkisch-syrischen Grenze verpflichtet worden? Neben den USA und ein paar Dutzend Holländern, -ganz ohne Frankreich und andere der Nato!
  10. #169

    Herr Lammert hat nicht recht

    Zitat von oresme Beitrag anzeigen
    ich kann Herrn Lammert nur recht geben, auch wenn eine solche Position in Deutschland nicht populär ist. Es geht hier jedoch um Solidarität und um Interessen. Solidarität mit Menschen in Mali, die für Ihre Freiheit kämpfen wollen sowie Solidarität mit unserem engsten Verbündeten Frankreich und mit Europa. Es geht aber auch um unser Interesse Nordafrika nicht den Islamisten zu überlassen. Dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass der Konflikt in Mali nicht nur eine Frage radikaler Kräfte ist, sondern auch eine Frage des Umgangs mit den Tuareg. In der Konsequenz würde ein Nichtstun aber trotzdem radikalen Ideologen erlauben ihre Macht zu vergrößern. Das kann nicht in unserem Interesse sein und würde auch unsere eigene Freiheit langfristig einschränken.
    Herr Lammert mancht hier parlamentarische Stammtischpoliik fuer den rechten Fluegel seiner Partei. Er spielt sich hier als "Nahc Rechts Druecker' auf.

    Erstens sind die Regierungsueberlegungen nicht abgeschlossen, zweitens ist er nicht der Bunderskanzler, (moechte es vermutlich sein), noch ist er Aussenminister oder Verteidigungsministe. Seine Bevoelkerung ist gegen den Einsatz und die humanitaere Hilfe bringt er auch icht and den Tisch.

    Dass F gewisse Interessen dort hat wissen wir alle, audh dass die Ansprueche der Tuareg politisch echt mismanaged warer wissen wir auch, aber bisher hat nur GB oeffentlich erklert dass es nicht mitmacht. Mali gehoert seit 120 Jahren zum franzoesichen Einfluss Gebiet, denn so hat man das seinerzeit besprochen.

    Herr Lammert spielt hier den Rechtsdruecker in seiner Partei. Seiner Rolle im Parlamelament entsprechend koennte man anderes erwarten. Aber der Drang zum 'Mitmachen" ist eben in manchen deutschen Menschen sehr stark.