Babynahrung: Chinesische Eltern sorgen für Lieferengpässe

DPADer Skandal um verseuchte Babynahrung in China sorgt offenbar für einen Engpass an Trockenmilchprodukten in Deutschland: Weil chinesische Eltern verstärkt auf die deutschen Milchnahrungen für Säuglinge setzen, werden diese in den Regalen knapp.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-878428.html
  1. #20

    Stimmt

    Seit 9 Jahren arbeite ich in China und auf meine Fragen "was soll ich mitbringen" ist meistens Baby food die Antwort.
    Da es diese deutschen Produkte in HongKong gibt und die Chinesen aus Südchina problemmlos ein und aus reisen können gibt es einen richtigen Handel. Meistens wird "Töpfer" verlangt.
  2. #21

    In Honk Kong sind die Chinesen unter anderem aus diesem Grund äußerst unbeliebt. Luxusartikel und Nahrung sind dort ständig ausverkauft, was zu noch höheren Preisen führt und die lokale Bevölkerung führt. Bei Wohnungen das gleiche, während die lokale Bevölkerung in Käfigen haust ("Cage people"), stehen dutzende Wohnungen leer, da diese als Zweitwohnungen von wohlhabenden Chinesen fungieren.

    Das erste gibt es hier bereits seit 2-3 Jahren, das mit den Wohnungen wird nach der Erlaubnis für Auslandsinvestitionen auch bald so sein.

    Hoffentlich werden die Chinesen nicht wie in Hong Kong die gesamten Krankenhauskapazitäten belegen, nur um den neugeborenen Kindern ein besseres Visum zu verschaffen.
  3. #22

    Zitat von Walther Kempinski Beitrag anzeigen
    Das verstehe ich aber nicht. Diverse "grüne Medien" versuchen uns doch einzubläuen, dass das konventionelle Zeug was wir uns täglich reinpfeifen gelinde gesagt einfach nur der letzte Dreck ist. Nun finden wir heraus, dass die stinknormale deutsche Ware in den Supermarktregalen einen goldenen "Biostatus" im Ausland genießt. Da fragt man sich natürlich, ob diese Biowelle nicht einfach nur ein Hype ist, um uns noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. (gleiche Qualität 3facher Preis). Allem Anschein nach, kann man sogar industriell auf erdgeschichtlich höchstem Niveau produzieren, ohne dabei wie suggeriert sich "krank zu fressen". Man müsse sich ja "gesund ernähren" usw usw, unterhalb von Demeter darf ein wohlhabender Deutscher nicht zugreifen, denn sonst....ja was eigentlich? Fällt er tot um?
    Hier geht es nicht um Bio oder nicht Bio, sondern darum, dass den Lebensmitteln nicht auf kriminelle Weise irgendwelche offensichtlich gesundheitsschädlichen Zusatzstoffe zugesetzt werden, zum Beispiel Holzleim in die Milch. Von solchen Machenschaften ist die deutsche Lebensmittelindustrie in Wirklichkeit auch nicht ganz frei, aber zumindest bei den großen Produzenten kann man wohl davon ausgehen, dass sich alles mehr oder weniger im gesetzlichen Rahmen bewegt.

    Ob Bio eventuell noch gesünder oder ethischer oder qualitativ besser ist, steht auf einem ganz anderem Blatt.
  4. #23

    Zitat von Elora. Beitrag anzeigen

    Die chinesischen Mütter (und alle anderen auch nicht) müßten sich keine Gedanken um Melamin in Milchpulver machen, wenn sie stillen würden.

    Unabhängig davon kann ich mir nicht vorstellen, daß in China ausgerechnet deutsche Babynahrung so stark nachgefragt wird, daß die Produktion nicht hinterherkommt. Da wird doch in andern Teilen Asiens deutlich günstiger produziert als bei uns und der Transportweg ist ebenfalls deutlich kürzer - und damit ist das Gesamtprodukt deutlich günstiger.
    Vielleicht darf ich, als China Resident, bei diesem Milchpulverthema meinen "Senf" kurz dazu geben.
    Wie durchschnittlich fast alle Asiatinnen, sind auch die chinesischen Frauen von der Natur nicht so gesegnet, dass sie ueber eine laengere Zeit stillen koennen. Milchpulver ist deswegen ein wichtiges (Ersatz-) Nahrungsmittel fuer die Babys.
    Ich selber bin schon mehrfach gefragt worden, ob ich bei meinen Reisen nach Deutschland nicht etwas mitbringen kann.

    Sicherlich mag die Produktion von Milchpulver hier in Asien billiger sein, aber das Vertrauen ist hin....und zwar flaechendeckend. Europa, wegen seiner strikten Lebensmittelgesetzgebung, steht deshalb bei der Alternativbeschaffung an erster Stelle.
  5. #24

    Zitat von dirktretter Beitrag anzeigen
    Ich wohne in Shanghai.
    Die Lebensmittelpreise sind hier im Schnitt deutlich hoeher als in deutschen Supermaerkten, zum Teil um ein Vielfaches.
    Das Vertrauen der Verbraucher -Chinesen wie Expats- in chinesische Nahrungsmittel ist nicht nur durch den Melamin-Skandal erschuettert. Naturgemaess sind die Menschen besonders um den Nachwuchs besorgt.
    Ich fliege 3 bis 4 mal im Jahr beruflich und/oder privat nach Deutschland, das duerfte bei den meisten Expats im Schnitt aehnlich sein, die einen oefter, die anderen weniger. Bei jedem Flug erhaelt man "Wunschzettel" aus dem Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreiskreis, das faengt mit Zeitschriften an und hoert mit Babynahrung auf.
    Knapp die Haelfte meines Rueckfluggepaecks duerften Nahrungsmittel sein, davon die Haelfte Schmankerln aus der Heimat, die andere Haelfte Babynahrung/Trockenmilchprodukte. Bei meinem letzten Flug vor 2 Wochen hatte ich eine Gepaeckfreigrenze von 96 kg.
    Die Milch(produkte)-Erzeugung ist in Asien traditionell nicht sehr ausgepraegt, Kaese bspw. war weitestgehend unbekannt, Lactoseunvertraeglichkeit verbreitet. Das aendert sich jedoch mit zunehmendem Wohlstand rapide, die Produktion kommt der Nachfrage ueberhaupt nicht hinterher. Daher werden auch "offiziell" in grossem Stil Milchprodukte aus Exportlaendern wie Deutschland importiert. Milch, die man hier im Supermarkt oder im Internethandel kauft, stammt oft aus Deutschland. Gerade im Kuehlschrank nachgesehen: 4 Tetrapack a 1 Liter "Neuburger UHT Milk, semi skimmed", Neuburger Milchwerke, Neuburg/Donau. Die kostet hier pro Liter etwas ueber 10 Renminbi im Internethandel, etwa 1,5 Euro.
    Das ist in Anbetracht der notwendigen Kuehlkette und der diversen Importabgaben etc erstaunlich guenstig.

    @phboerker: die Geschichte mag erstaunlich sein, verwunderlich ist sie nicht.
    LG aus SH, Dirk
    Kann Ihre Info in keiner Weise unterschreiben, wohne selbst in Shanghai.
    Wo Sie ein "Vielfaches", gemessen an deutschen Preisen erleben ist mir nicht ganz einleuchtend. Carrefour z.B. kann sich jederzeit mit deutschen Preisen messen (Fleich ist z.B. erheblich billiger). Fuer den Fall aber, dass Sie sich ausschliesslich von deutschen Produkten ernaehren wollen, muessen Sie wohl oder uebel einen Premiumpreis bezahlen...Nahrungsmittel bedingen besondere Transportverhaeltnisse....
    Im uebrigen sind 10 Yuan 1.20 Euro...und nicht 1.50, was vielleicht auch zu einer Fehlbeurteilung gefuehrt haben mag.....

    Sagen Sie mit bitte noch den Namen der Airline, die Ihnen 96 kg Gepaeck zugesteht....waere nett.
  6. #25

    doch, das ist so

    ich lebe seit 7 Jahren in China. Das ist wohl schon so, dass sehr viele chinesische Muetter betraechtliche Betraege in Trockenmilch aus dem Ausland investieren. Alle Gruende hier zu analysieren, wuerde zuweitfuehren, aber der "das glaube ich nicht" Fraktion sei gesagt, dass sie das wohl schon glauben koennen.
  7. #26

    Anstatt die

    Probleme vor Ort zu lösen, wird also im großen Stil in Deutschland Milchpulver aufgekauft und nach China verschickt ?

    Wie wäre es damit, die dortige Situation endlich zu verbessern ?
  8. #27

    Zitat von Elora. Beitrag anzeigen
    Die chinesischen Mütter (und alle anderen auch nicht) müßten sich keine Gedanken um Melamin in Milchpulver machen, wenn sie stillen würden.
    Tja, mit dem Stillen klappt es nur leider nicht immer, selbst wenn frau es sich fest vornimmt. Zum Glück gibt es für diese Fälle Trockenmilchprodukte.
  9. #28

    .............

    Mich wundert an der ganzen Geschichte eigentlich nur eines: Daß es ausgerechnet die Milupa- Produkte "erwischt", und da besonders Aptamil, was wenigstens zu den Babyzeiten meiner Töchter preislich gesehen der "Mercedes unter den Milchnahrungen" war.

    Da meine Mädchen schon größer sind, kenne ich die Babyabteilung im Supermarkt nur vom Durchfahren, allerdings: Es gibt zig Sorten Babynahrung. Von zig verschiedenen Herstellern, in allen möglichen Preisklassen....

    Ich gehe also davon aus, daß der Hersteller ein nicht unerhebliches Interesse daran hat, daß diese Nachricht breit gestreut wird- bessere Werbung kann Milupa nicht bekommen.....knappe Güter sind begehrte Güter, war schon immer so.

    Am Freitag musste meine Jüngste zum Impfen - da gab es doch tatsächlich aufregte Diskussionen im Wartezimmer, was man tun könne, wenn...wobei der Kinderarzt ( und die anderen vier in der Stadt ebenfalls!) immer predigt: Wenn nicht gestillt wird, die Milchnahrung kaufen, die es möglichst wohnungsnah gibt und die öfter mal im Angebot ist. Wirklich schlechte Milchnahrungen gibt es nicht mehr, das eine Kind verträgt diese besser, das andere Kind jene, aber alles haben alle gemeinsam: Sie bleiben ein Ersatzprodukt fürs Original, egal, was der Hersteller auf die Packung schreibt. Besser als Muttermilch für ganz kleine Säuglinge ist keine Ersatznahrung ( wobei die Entscheidung für oder gegen Stillen immer eine ganz persönliche ist, ein "Stillzwang" wäre für mich undenkbar. Das mal so als Randbemerkung, bevor man mich falsch versteht.).
    Passt ein bestimmtes Produkt, dann möglichst dabei bleiben und ab dem 6, 7. Lebensmonat andere Speisen zusätzlich anbieten. Folgemilchen ab dem 6. Lebensmonat oder gar "Kindermilch" ab dem 1. Geburtstag sind unnötig. ( Da kann jeder Erwachsene mal einen Selbstversuch machen- man probiere eine Pre-Nahrung, die für Neugeborene und sehr zarte Kinder geignet ist. Die schmeckt, für einen erwachsenen Gaumen, wie mit Wasser angerührte Speisestärke und nur ganz minimal süß. Etwa so, wie eine Brotkruste irgendwann leicht süßlich schmeckt, wenn man länger drauf rumgekaut hat...dann nehme man zum Vergleich einen Schluck der "Kindermilch". Schön süß, lecker Aroma drin...ob man so eine Plempe dann einem kleinen Kind gibt, muß jeder selbst wissen. Geld kann man auch anderweitig ausgeben...)
  10. #29

    Unmöglich

    Ich bin Mutter eines 6 Wochen alten Säuglings. Ich konnte meine. Sohn aufgrund von Anpassungsstörungen nicht stillen. Er war auch aufgrund schlechtem Trinkverhalten und Gallenproblemen im Krankenhaus. Wir haben um unser Baby gebangt! Auf Empfehlungen der Ärzte und meiner Hebamme haben wir die Nahrung umgestellt, Kind hat nur Gewicht abgenommen. Nun renne ich als Mutter von Geschäft zu Geschäft, telefoniere mit selbigen, durchsuche das Internet Stundenlang um irgendwie für mein in Deutschland geborenes Kind Milchnahrung zu beschaffen! Es ist eine Qual und dann muss man nich lesen wie toll die Chinesischen Baby gedeihen unter milupa! Es macht mich stinksauer zu sehen wie ein Millionengeschäft auf dem rücken unserer Babys ausgetragen wird und dann nichtal den arsch in der Hose haben dazu zu stehen. Auch die Aussage sie könnten das nicht kontrollieren.l, Schwachsinn... Frage an die Herrschaften: was gebe ich meinem Baby denn wenn ich an die Nahrung.nicht mehr