Babynahrung: Chinesische Eltern sorgen für Lieferengpässe

DPADer Skandal um verseuchte Babynahrung in China sorgt offenbar für einen Engpass an Trockenmilchprodukten in Deutschland: Weil chinesische Eltern verstärkt auf die deutschen Milchnahrungen für Säuglinge setzen, werden diese in den Regalen knapp.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-878428.html
  1. #10

    Ist doch gut ...

    ... dass der Handel mit China keine Einwegstraße ist. Klar gibt es das Problem, dass es über 15 mal mehr Chinesen als Deutsche gibt, und es folglich hier schon dann zu harten Lieferengpässen kommen kann, wenn nur 1% der Chinesen (oder im konkreten Fall 1% der Frauen mit Neugeborenen Kindern) hier Produkte nachfragen.


    Jag
  2. #11

    Schauen sie mal bei SpiegelTV

    Da gibt es einen Bericht zu den EU-Milchbergen und wie das Zeug hochsubventioniert nach Afrika exportiert wird und dort die dortige Milchwirtschaft vernichtet.

    Es sollten riesige Mengen Milchpulver verfügbar sein, die man vielleicht unsubventioniert nach China liefern könnte, wenn das jetzt vorher nicht mit Zucker gepanscht und mit Bunten Kinderbildern beklebt werden muss.
  3. #12

    Zitat von Bonneville78 Beitrag anzeigen
    Sie haben Recht, wenn die Chinesischen Mütter "massenweise" Milchpluver bei uns kaufen würden, dann gäbe es hier ein Problem.
    Es GIBT bereits seit Monaten Engpässe. Ich habe mehrmals bei großen Handelsketten kein Aptamil im Regal vorgefunden.
    Vor ca. 3 Wochen beschwerte ich mich über " die Zustände wie zu Ostzeiten. Daraufhin rief das Personal sofort in der Zentrale an und gab mir den Tip , "schnell woanders hinzufahren und mich einzudecken" . Mehr konnten oder wollten sie mir nicht sagen. Nur " Lieferschwierigkeiten, die noch anhalten werden. "
    Hier habe ich nun die Erklärung.
    Aptamil hat übrigens bereits vor ca. 8 Wochen mit 30 Cent erhöht. Ich denke, auf 800 g ist das okay und zu verkraften. Das sind für mich 1,50 mehr im Monat.
  4. #13

    Verständlich

    Zitat von 16n64 Beitrag anzeigen

    Ich werde also weiterhin die Regale bei Rossmann, DM & Co leerkaufen und unsere Chinesischen Freunde versorgen.
    Jetzt weiß ich, er da vor mir da war ;-).

    Scherz beiseite. Wir würden genauso handeln wie die Chinesen, wenn es um die Gesundheit unserer Kinder geht. Ist alles nachvollziehbar.

    Also ich bin da solidarisch und nachdem ich jetzt hier die Erklärung habe, gehe ich mit weniger Groll auf " Nahrungssuche .
  5. #14

    Zitat von dirktretter Beitrag anzeigen
    Ich wohne in Shanghai.
    Die Lebensmittelpreise sind hier im Schnitt deutlich hoeher als in deutschen Supermaerkten, zum Teil um ein Vielfaches.
    Das Vertrauen der Verbraucher -Chinesen wie Expats- in chinesische Nahrungsmittel ist nicht nur durch den Melamin-Skandal erschuettert. Naturgemaess sind die Menschen besonders um den Nachwuchs besorgt.
    Ich fliege 3 bis 4 mal im Jahr beruflich und/oder privat nach Deutschland, das duerfte bei den meisten Expats im Schnitt aehnlich sein, die einen oefter, die anderen weniger. Bei jedem Flug erhaelt man "Wunschzettel" aus dem Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreiskreis, das faengt mit Zeitschriften an und hoert mit Babynahrung auf.
    Knapp die Haelfte meines Rueckfluggepaecks duerften Nahrungsmittel sein, davon die Haelfte Schmankerln aus der Heimat, die andere Haelfte Babynahrung/Trockenmilchprodukte. Bei meinem letzten Flug vor 2 Wochen hatte ich eine Gepaeckfreigrenze von 96 kg.
    Die Milch(produkte)-Erzeugung ist in Asien traditionell nicht sehr ausgepraegt, Kaese bspw. war weitestgehend unbekannt, Lactoseunvertraeglichkeit verbreitet. Das aendert sich jedoch mit zunehmendem Wohlstand rapide, die Produktion kommt der Nachfrage ueberhaupt nicht hinterher. Daher werden auch "offiziell" in grossem Stil Milchprodukte aus Exportlaendern wie Deutschland importiert. Milch, die man hier im Supermarkt oder im Internethandel kauft, stammt oft aus Deutschland. Gerade im Kuehlschrank nachgesehen: 4 Tetrapack a 1 Liter "Neuburger UHT Milk, semi skimmed", Neuburger Milchwerke, Neuburg/Donau. Die kostet hier pro Liter etwas ueber 10 Renminbi im Internethandel, etwa 1,5 Euro.
    Das ist in Anbetracht der notwendigen Kuehlkette und der diversen Importabgaben etc erstaunlich guenstig.

    @phboerker: die Geschichte mag erstaunlich sein, verwunderlich ist sie nicht.
    LG aus SH, Dirk
    Ich dachte Sie sind in Dalien?

    -------------------------------

    Hallo Herr Dr. Tretter,

    einen Rat von mir. Sie sollten sich unter einem Pseudonym anmelden.

    Selbst wenn Sie sachliche Kritik an China oder gar der Partei üben, werden Sie von den linientreuen Anhängern/Schreibern und den Profiteuren der KPCh gandenlos verfolgt. Da geht es manchmal haßerfüllt zu. Die Gegenseite (Contra) ist aber zeitweise auch nicht besser.

    Ich bin seit 28 Jahren in China und bei meiner E-Mail hatte man erst vor kurzem versucht 86 mal erfolglos (über Passwortsuche) einzudringen.

    Gruss aus Zentral-China
  6. #15

    Zitat von phboerker Beitrag anzeigen
    Soll mit dieser erstaunlichen Geschichte eventuell eine anstehende Preiserhöhung für die Trockenmilch begründet werden? Es würde mich sehr wundern, wenn massenweise besorgte chinesische Mütter mehr Geld für Trockenmilch ausgeben könnten als deutsche...
    So ist er, der durchschnittliche SPON-Forist.Hinter allem erstmal eine Verschwörung wittern. Dabei muss man sich nurmal in Frankfurt in Bahnhofsnähe umsehen, und schon weiss man, wo das ganze Milchpulver hinfliegt..
  7. #16

    Zitat von corvus cornix Beitrag anzeigen
    Klar wird in Vietnam, der Mongolei und in Rußland billiger produziert, diesen Produkten wird aber genausowenig vertraut, wie den einheimischen.
    Sie verwechseln da wahrscheinlich etwas. Mengniu (wie auch Yili) wird in China produziert, nicht in der Mongolei. In der Mongolei selbst wird nur (vor allem aus Deutschland) importiertes Pulver verkauft. Der Ruf des chinesischen Pulvers war dort übrigens schon lange vor dem Melamin-Skandal ruiniert.
  8. #17

    Ach, das war schon immer so...

    Zitat von Pung Sunglung Beitrag anzeigen
    So ist er, der durchschnittliche SPON-Forist.Hinter allem erstmal eine Verschwörung wittern. Dabei muss man sich nurmal in Frankfurt in Bahnhofsnähe umsehen, und schon weiss man, wo das ganze Milchpulver hinfliegt..
    ... in analogen Zeitungsleserzeiten nannte sich das "Leserbriefschreiber".
    :-)
  9. #18

    Konventionelle Qualitäten

    Das verstehe ich aber nicht. Diverse "grüne Medien" versuchen uns doch einzubläuen, dass das konventionelle Zeug was wir uns täglich reinpfeifen gelinde gesagt einfach nur der letzte Dreck ist. Nun finden wir heraus, dass die stinknormale deutsche Ware in den Supermarktregalen einen goldenen "Biostatus" im Ausland genießt. Da fragt man sich natürlich, ob diese Biowelle nicht einfach nur ein Hype ist, um uns noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. (gleiche Qualität 3facher Preis). Allem Anschein nach, kann man sogar industriell auf erdgeschichtlich höchstem Niveau produzieren, ohne dabei wie suggeriert sich "krank zu fressen". Man müsse sich ja "gesund ernähren" usw usw, unterhalb von Demeter darf ein wohlhabender Deutscher nicht zugreifen, denn sonst....ja was eigentlich? Fällt er tot um?

    Und wie man immer versucht uns ein schlechtes Gewissen einzureden, frei nach dem Motto: "Ja, wenn der Deutsche für sein Motorenöl mehr ausgibt als für sein Olivenöl, dann stimmt da was nicht". Tja, lächerlich...das bedeutet nur, dass Olivenöl anders produziert wird und einer anderen, schwierigeren Ressource entstammt, mehr aber auch nicht. Wenn Nahrungsmittel günstig sind, dann ist das kein Ärgernis, sondern ein Teil der optimistischen Stimmung der 60er Jahre, welches Wirklichkeit geworden ist. Wohlstand, zumindestens im Bereich der Ernährung für eine breite Bevölkerungsgruppe war das Versprechen. Dieses Versprechen wurde eingehalten, das Versprechen günstig Strom für alle Menschen zu haben, wird in ein paar Jahrzehnten durch die Kernfusion eingelöst werden.

    Jedenfalls, die Deutschen wurden noch nie so alt und wenn man bedenkt wieviele Alte es hier gibt, bleiben wir auch erstaunlilch gesund. Ich geh gern bei den Supermarktketten einkaufen. Da kriegt man Top-Ware zu einem sehr günstigen Preis. Der Konkurrenzkampf ist sogar so groß, dass zB hochwertige leckere Schokolade vom Preisniveau her gleich viel kostet wie vor der Euroeinführung (gilt allerdings nicht für milka oder ritter sport oder die anderen großen Marken). Auch Fleisch kostet in Deutschland nur ein Drittel von dem, was es zB in Nicht-EU Ländern kostet. Dabei ist das Fleisch in deutschen Kühlregalen von hoher Qualität. Selbst der ökologisierende Vincent Klink, der sich einst gegen Stuttgart21 eingesetzt hat, konnte bei Plasberg Bio nicht von Supermarktfleisch unterscheiden. Sogar die verschweißte Salami erhielt von ihm lobende Worte. Also langer Rede kurzer Sinn, die Grünen und ihre Demeter-Jünger mit ihren falschen politischen Ansichten, haben auch im Bereich Ernährung höchstens nur dann Recht, wenns um das Leid der Tiere geht. Die Qualität in Deutschland ist auch in der konventionellen Landwirtschaft extrem hoch. Und auch eine Bio-Kuh wird getötet, wenn sie denn auf den Teller kommt, von daher ist das mit der Leidminimierung der Tiere immer so ne Sache.
  10. #19

    Mongolei

    Zitat von Pung Sunglung Beitrag anzeigen
    Sie verwechseln da wahrscheinlich etwas. Mengniu (wie auch Yili) wird in China produziert, nicht in der Mongolei. In der Mongolei selbst wird nur (vor allem aus Deutschland) importiertes Pulver verkauft. Der Ruf des chinesischen Pulvers war dort übrigens schon lange vor dem Melamin-Skandal ruiniert.
    Ich bitte um Entschuldigung, war nicht mit Absicht. Ich brauchte nur auf die Schnelle drei asiatische Länder :-) Aber jetzt wo Sie es sagen, erinnere ich mich daran, daß eine mongolische Freundin auch immer deutsches Milchpulver nach Hause schickte ...