Babynahrung: Chinesische Eltern sorgen für Lieferengpässe

DPADer Skandal um verseuchte Babynahrung in China sorgt offenbar für einen Engpass an Trockenmilchprodukten in Deutschland: Weil chinesische Eltern verstärkt auf die deutschen Milchnahrungen für Säuglinge setzen, werden diese in den Regalen knapp.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-878428.html
  1. #1

    Preiserhöhung?

    Soll mit dieser erstaunlichen Geschichte eventuell eine anstehende Preiserhöhung für die Trockenmilch begründet werden? Es würde mich sehr wundern, wenn massenweise besorgte chinesische Mütter mehr Geld für Trockenmilch ausgeben könnten als deutsche...
  2. #2

    Die chinesischen Mütter (und alle anderen auch nicht) müßten sich keine Gedanken um Melamin in Milchpulver machen, wenn sie stillen würden.

    Unabhängig davon kann ich mir nicht vorstellen, daß in China ausgerechnet deutsche Babynahrung so stark nachgefragt wird, daß die Produktion nicht hinterherkommt. Da wird doch in andern Teilen Asiens deutlich günstiger produziert als bei uns und der Transportweg ist ebenfalls deutlich kürzer - und damit ist das Gesamtprodukt deutlich günstiger.
  3. #3

    ...

    Zitat von phboerker Beitrag anzeigen
    Soll mit dieser erstaunlichen Geschichte eventuell eine anstehende Preiserhöhung für die Trockenmilch begründet werden? Es würde mich sehr wundern, wenn massenweise besorgte chinesische Mütter mehr Geld für Trockenmilch ausgeben könnten als deutsche...
    Sie haben Recht, wenn die Chinesischen Mütter "massenweise" Milchpluver bei uns kaufen würden, dann gäbe es hier ein Problem.
    Zum Glück werden es sich wohl nur 1 oder 2 Prozent aller Chinesischen Mütter leisten können, aus Deutschland importiertes Milchpulver zu kaufen. Nur: bei einer Bevölkerungszahl von über 1000 Millionen Menschen sind auch 1-2 Prozent ganz schön viele.
    Alsonehmen Sie es gefasst: Das Milupa Milchpulver wird teurer.
  4. #4

    Qualität

    Zitat von Elora. Beitrag anzeigen
    Die chinesischen Mütter (und alle anderen auch nicht) müßten sich keine Gedanken um Melamin in Milchpulver machen, wenn sie stillen würden.

    Unabhängig davon kann ich mir nicht vorstellen, daß in China ausgerechnet deutsche Babynahrung so stark nachgefragt wird, daß die Produktion nicht hinterherkommt. Da wird doch in andern Teilen Asiens deutlich günstiger produziert als bei uns und der Transportweg ist ebenfalls deutlich kürzer - und damit ist das Gesamtprodukt deutlich günstiger.

    Möglicherweise gibt es doch einen Unterschied zwischen
    deutscher Qualität und made in China.
  5. #5

    Stimmt,

    auch wir schicken unseren Freunden in China Milchpulver, ich kann daran nichts verwerfliches erkennen.
  6. #6

    Ich wohne in Shanghai.
    Die Lebensmittelpreise sind hier im Schnitt deutlich hoeher als in deutschen Supermaerkten, zum Teil um ein Vielfaches.
    Das Vertrauen der Verbraucher -Chinesen wie Expats- in chinesische Nahrungsmittel ist nicht nur durch den Melamin-Skandal erschuettert. Naturgemaess sind die Menschen besonders um den Nachwuchs besorgt.
    Ich fliege 3 bis 4 mal im Jahr beruflich und/oder privat nach Deutschland, das duerfte bei den meisten Expats im Schnitt aehnlich sein, die einen oefter, die anderen weniger. Bei jedem Flug erhaelt man "Wunschzettel" aus dem Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreiskreis, das faengt mit Zeitschriften an und hoert mit Babynahrung auf.
    Knapp die Haelfte meines Rueckfluggepaecks duerften Nahrungsmittel sein, davon die Haelfte Schmankerln aus der Heimat, die andere Haelfte Babynahrung/Trockenmilchprodukte. Bei meinem letzten Flug vor 2 Wochen hatte ich eine Gepaeckfreigrenze von 96 kg.
    Die Milch(produkte)-Erzeugung ist in Asien traditionell nicht sehr ausgepraegt, Kaese bspw. war weitestgehend unbekannt, Lactoseunvertraeglichkeit verbreitet. Das aendert sich jedoch mit zunehmendem Wohlstand rapide, die Produktion kommt der Nachfrage ueberhaupt nicht hinterher. Daher werden auch "offiziell" in grossem Stil Milchprodukte aus Exportlaendern wie Deutschland importiert. Milch, die man hier im Supermarkt oder im Internethandel kauft, stammt oft aus Deutschland. Gerade im Kuehlschrank nachgesehen: 4 Tetrapack a 1 Liter "Neuburger UHT Milk, semi skimmed", Neuburger Milchwerke, Neuburg/Donau. Die kostet hier pro Liter etwas ueber 10 Renminbi im Internethandel, etwa 1,5 Euro.
    Das ist in Anbetracht der notwendigen Kuehlkette und der diversen Importabgaben etc erstaunlich guenstig.

    @phboerker: die Geschichte mag erstaunlich sein, verwunderlich ist sie nicht.
    LG aus SH, Dirk
  7. #7

    Mir wird übel

    Mir wird übel wenn ich hier Sätze lese wie "Zum Glück werden es sich wohl nur 1 oder 2 Prozent aller Chinesischen Mütter leisten können...", immerhin handelt es sich um eine beträchtliche Anzahl von unschuldigen Säuglingen, die durch verseuchtes chinesisches Milchpulver zu Schaden
    und teilweise ums Leben gekommen sind. Ein wenig Solidarität mit den Menschen in China, auch den ganz kleinen, wäre hier angebracht.

    Ansonsten möchte ich als Milchpulver-nach-China-Schicker noch einige Punkte klarstellen:

    Der Bedarf nach Milchpulver ist so hoch, weil es in China üblich ist, dass ab 3. Monat sich hauptsächlich die Grossmutter um den Nachwuchs kümmert, so dass die Mutter wieder arbeiten gehen kann. Wer es sich dabei irgendwie leisten kann besorgt sich Milchpulver aus Europa, Australien oder USA, in Bezug auf Milchpulver trauen die Chinesen ihren eigenen Produzenten und dem Staat nicht. Das deutsche Milchpulver ist in China um ein vielfaches teurer als hierzulande, 7.2kg Aptamil 1 per Post nach China kostet weniger als es vor Ort aus dubiosen Quellen zu beziehen.

    Ich werde also weiterhin die Regale bei Rossmann, DM & Co leerkaufen und unsere Chinesischen Freunde versorgen.
  8. #8

    Babynahrung in China

    Da ich recht gute Paketversandkonditionen habe, schicke ich für die Verwandtschaft der chinesischen Frau meines Kumpels öfter mal Babynahrung nach China.

    Das Problem ist ja weniger, dass in China sämtliche Lebensmittel verseucht wären. Das Problem ist, dass es schwierig ist, an unabhängige Informationen zu kommen und Behörden meist korrupt sind und Lebensmittelskandale decken. Dazu massenhaft Produktfälschungen.
    Und spätestens bei Babynahung hört der Spaß für die Verbraucher natürlich auf und besorgte Eltern kaufen dann eben ggfs. für viel Geld teure Importware.

    Übrigens: Aus einem eigenen Besuch in China weiß ich, dass Konsumgüter im Supermarkt dort ein Vielfaches dessen kosten, was sie hier kosten. Also - Made in PRC ist dort oft teurer als hier und Made in Germany kostet ein vielfaches dessen, was es hier kostet.

    So habe ich beispielsweise schonmal Kochtöpfe aus Deutschland nach China geschickt, weil die hier einfach so viel billiger sind.

    Verrückte Welt.
  9. #9

    ...

    Zitat von Elora. Beitrag anzeigen
    Die chinesischen Mütter (und alle anderen auch nicht) müßten sich keine Gedanken um Melamin in Milchpulver machen, wenn sie stillen würden.
    Blabla, sie tun es aber nunmal nicht; die Gründe sind äußerst vielfältig und haben vielmehr mit Tradition bzw Zwang zu tun, als mit Selbstverwirklichung und nicht wollen.
    Sie dürfen gern den Unterhalt einer typischen Ein-Kind-"Großfamilie" (wo Vater und Mutter ihre eigenen Eltern und ihr Kind versorgen müssen) übernehmen, wenn bei denen das mütterliche Einkommen wegfällt.

    Zitat von Elora. Beitrag anzeigen
    Unabhängig davon kann ich mir nicht vorstellen, daß in China ausgerechnet deutsche Babynahrung so stark nachgefragt wird, daß die Produktion nicht hinterherkommt. Da wird doch in andern Teilen Asiens deutlich günstiger produziert als bei uns und der Transportweg ist ebenfalls deutlich kürzer - und damit ist das Gesamtprodukt deutlich günstiger.
    Es ist nicht nur die deutsche, sondern ua auch australische Babynahrung, die in Massen eingekauft wird. Klar wird in Vietnam, der Mongolei und in Rußland billiger produziert, diesen Produkten wird aber genausowenig vertraut, wie den einheimischen. Außerdem ist der asiatische Raum kein traditioneller Milchverarbeitungsraum, die Europäer gelten in ganz Asien als Marktführer.

    Auch wir schicken regelmäßig Freßpakete ua mit Milchpulver nach Quingdao, gewußt wie stimmen auch die Kosten.