Ghostwriter-Vorwürfe gegen Buchautor Buschkowsky: "Völliger Quark"

dapdMit "Neukölln ist überall" hat Heinz Buschkowsky einen Bestseller gelandet. Nun wehrt sich der Berliner Bezirksbürgermeister gegen Vorwürfe, er habe für das Buch seine Mitarbeiter eingespannt. Im Interview spricht der SPD-Mann über Helfer, Missgunst - und warum er sein eigenes Büro mietete.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-878396.html
  1. #40

    Verantwortung

    Zitat von cassandra106 Beitrag anzeigen
    Die Zustände in Neu Kölln sind maßgeblich unter seiner Verantwortung entstanden. Und die sind nicht so sonderlich schwer unter Kontrolle zu bringen. Es gibt dort Verbrechen, wie überall auch, aber im Neu-Kölln sind diese sogar verhältnismäßig wenig verstreut.
    Ein Buch schreiben, wo man allen anderen die Schuld gibt, das kann jeder.
    Sie müssen Neukölln sehr gut kennen. Trotzdem glaube ich, dass der Bezirksbürgermeister mehr Einblick in die Realität hat. Er hat aber die Gesetze nicht gemacht, die dazu geführt haben, dass Zustände herrschen, die er beschreibt und die der Gesellschaft nicht guttun. Diese anzusprechen, obwohl die "öffentliche Meinung" sowas nicht hören will, dazu gehört Mut.
  2. #41

    das ist kein Wissenschaftsbuch!

    Zitat von jochen1978 Beitrag anzeigen
    ist eine ordentliche Zitierweise mit Fußnoten usw. Kein einziges Zitat und keine einzige Zahl wird belegt. Das kann man ihm vorwerfen.
    deshalb gibt es auch nichts zu zitieren.
  3. #42

    danke für die positive Zensur

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit "Neukölln ist überall" hat Heinz Buschkowsky einen Bestseller gelandet. Nun wehrt sich der Berliner Bezirksbürgermeister gegen Vorwürfe, er habe für das Buch seine Mitarbeiter ein
    offenkundig wählt SO sehr sachkundig aus im Sinne des politisch korrekten mainsstreams.
  4. #43

    Zitat von hatem1 Beitrag anzeigen
    Da fahren Leute, die mit Buschkowskys Sicht der Realtität nicht klarkommen, eine Kampagne. Inhaltlich haben sie seinem Buch nichts entgegenzusetzen, also versuchen sie es auf diese Art. Peinlich ist das.

    Man sollte der Wahrheit ins Auge sehen, auch wenn es weh tut.
    Es geht hier nicht um den Inhalt des Buches, es geht hier darum, wie und von wem die Inhalte in das Buch kamen.

    Das sind schon 2 verschiedene Dinge.
  5. #44

    Dass die Buschkowsky-Groupies

    nun lieber nicht wissen wollen, wer eigentlich alles am Buch mitgewirkt hat, spricht nicht unbedingt für sie. Bisher geht es nicht um eine Anschuldigung, sondern lediglich um Transparenz.
    Im übrigen hat der Herr Superriesenbezirksbürgermeister schon auf Kosten des Bezirkes ein Prozess gegen den Tagesspiegel geführt, den er gnadenlos verlor.
    Auch diese Tatsache interessiert seine Fans natürlich nicht, solange er ihnen nach dem Mund redet.
  6. #45

    Zitat von 002614 Beitrag anzeigen
    Sie müssen Neukölln sehr gut kennen. Trotzdem glaube ich, dass der Bezirksbürgermeister mehr Einblick in die Realität hat. Er hat aber die Gesetze nicht gemacht, die dazu geführt haben, dass Zustände herrschen, die er beschreibt und die der Gesellschaft nicht guttun. Diese anzusprechen, obwohl die "öffentliche Meinung" sowas nicht hören will, dazu gehört Mut.
    Ich kenne Neukölln ganz gut. Aber um festzustellen, daß ein Bürgermeister eines Bezirks auch mit dafür verantwortlich ist, was in seinem Bezirk geschieht, muss man kein Neuköllner in der 3. Generation sein.

    Auch wenn er die Gesetze nicht gemacht hat, ist er aber als Bürgermeister dazu angehalten, bei denjenigen, die die Gesetze machen, auf mögliche Folgen hinzuweisen.

    Auch sollte man am Anfang einer Phase, wo man sieht, daß etwas aus dem Ruder läuft, sofort intervenieren und nicht einfach zugucken.

    Aber vielleicht gehört das ja auch gar nicht zu den Aufgaben eines Bürgermeisters.
  7. #46

    Wie wäre es denn, Sie

    Zitat von peeka Beitrag anzeigen
    nun lieber nicht wissen wollen, wer eigentlich alles am Buch mitgewirkt hat, spricht nicht unbedingt für sie. Bisher geht es nicht um eine Anschuldigung, sondern lediglich um Transparenz.
    Im übrigen hat der Herr Superriesenbezirksbürgermeister schon auf Kosten des Bezirkes ein Prozess gegen den Tagesspiegel geführt, den er gnadenlos verlor.
    Auch diese Tatsache interessiert seine Fans natürlich nicht, solange er ihnen nach dem Mund redet.
    würden Ihr Wissen über den Prozess mit uns teilen ?
  8. #47

    Hm, in seinem Buch

    Zitat von inci2 Beitrag anzeigen
    Ich kenne Neukölln ganz gut. Aber um festzustellen, daß ein Bürgermeister eines Bezirks auch mit dafür verantwortlich ist, was in seinem Bezirk geschieht, muss man kein Neuköllner in der 3. Generation sein.

    Auch wenn er die Gesetze nicht gemacht hat, ist er aber als Bürgermeister dazu angehalten, bei denjenigen, die die Gesetze machen, auf mögliche Folgen hinzuweisen.

    Auch sollte man am Anfang einer Phase, wo man sieht, daß etwas aus dem Ruder läuft, sofort intervenieren und nicht einfach zugucken.

    Aber vielleicht gehört das ja auch gar nicht zu den Aufgaben eines Bürgermeisters.
    beschreibt er in etlichen Kapiteln korrierenswerte Zustände ebenso wie Interventionen bei Entscheidungsgremien / -trägern der verantwortlichen Gremien.
    Er hat z.B. keine steuernde Eingriffsmöglichkeit bei Polizei, Arbeitsagentur und Schulverwaltung, beschreibt aber viele Gespräche und Vorschläge in den entsprechenden Bereichen
  9. #48

    Es riecht

    Zitat von HaioForler Beitrag anzeigen
    Nö. Ist gut so.

    Wonach riecht das ? Begründen bitte, und an einem Fallbeispiel erläutern,
    Herr Buschkowsky beschreibt in dem Buch, dass er Kita-Leiterinnen besucht hat. Kommunale Betriebe, wo er als Bürgermeister Dienstherr ist. Normalen Bürgern (Privatmenschen) ist es meist nicht möglich, zum Kaffeetrinken sich während der Dienstzeit (von Kitaleiterin und Bürgermeister) zum langen Austausch mit öffentlich Bediensteten (angestellten) zu treffen.

    Es ist also davon auszugehen, dass der Beamte auf Zeit Buschkowsky die Damen dienstlich getroffen hat. Das ist auch gut so.

    Aber dann kommt das Problem in Form "Gesetz zur Regelung des Statusrechts der Beamtinnen und Beamten in den Ländern".
    "§37 Verschwiegenheitspflicht
    (1) Beamtinnen und Beamte haben über die ihnen bei oder bei Gelegenheit ihrer amtlichen Tätigkeit bekannt gewordenen dienstlichen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt auch über den Bereich eines Dienstherrn hinaus sowie nach Beendigung des Beamtenverhältnisses."
    BeamtStG - Einzelnorm

    Der Presse war zu entnehmen, dass der Herr Buschkowsky seine Nebentätigkeit angezeigt ohne, ohne dass er einer Genehmigung bedurft hätte. Bei Nebentätigkeiten, die nichts mit der Beamtentätigkeit zu tun haben, ist das auch gut so. Aber auch das Berlin Beamtengesetz sagt zur in §26 Amtsverschwiegenheit:
    "(2) Der Beamte darf ohne Genehmigung über solche Angelegenheiten weder vor Gericht noch außergerichtlich aussagen oder Erklärungen abgeben." Damit wäre sein Buch genehmigungspflichtig und nicht freier künstlerischer Natur.

    Aber wenn ein Beamter seiner Verschwiegenheitspflicht zuwider handelt und dienstliche Belange in Buchform veröffentlicht, dann geht das zu weit. Den Einlassungen von Herrn Buschkowsky nach, hat er an dem Buch 9 Monate jeden Samstag und Sonntag gearbeitet. Hier ist zu prüfen, ob dem Dienstherrn es nicht aus Fürsorgepflicht obliegt, einen solch exzessive Nebentätigkeit ohne Möglichkeit der Erholung zu untersagen.

    Nimmt man die veröffentlichten Zahlen, dann geht es um eine Nebenerwerbstätigkeit von ca. 150 T€ netto für 9 Monate jetzt. Also sowohl zeitlich als auch finanziell eine erhebliche Nebentätigkeit, in der künstlerisch die Belange des beamtenrechtlichen Dienstverhältnisses möglicherweise rechtswidrig preisgegeben wurden.

    Da wäre dann auch folgendes nach dem Berliner Beamtengesetz zu überlegen:
    "(4) Eine nicht genehmigungspflichtige Nebentätigkeit ist ganz oder teilweise zu untersagen, wenn der Beamte bei ihrer Ausübung dienstliche Pflichten verletzt."
    http://www.berlin.de/imperia/md/cont...mtengesetz.pdf

    In Beamtendeutsch könnte man sagen, dass der Beamte auf Zeit Buschkowsky sich sehr weit aus dem Fenster gehangen hat (wie vor ihm auch sein Parteifreund Sarrazin).

    Anders gesagt: als Dienstherr würde ich es meinen Beamten nicht gestatten, rund um die Uhr Nebentätigkeiten in diesem Maße nachzugehen.

    Es riecht. Erheblich.
  10. #49

    - - -

    Zitat von knieselstein Beitrag anzeigen
    Wie wäre es denn, Sie würden Ihr Wissen über den Prozess mit uns teilen ?
    Ersatzweise könnte man auch selbst mit den Begriffen "buschkowsky tagesspiegel verloren" eine Google-Suche bemühen und dabei als ersten Treffer den folgenden Artikel erhalten:

    "Schwachmaten"-Affäre: Buschkowsky verliert Kampf um Ehre - Berlin - Tagesspiegel

    Bei Interesse auch die Kommentare unter dem zweiseitigen Artikel lesen.