Neue Gema-Tarife: Bayerischer Rundfunk stellt "Space Night" ein

DPASternenbilder und blubbernde Musik, stundenlang: Die "Space Night" im Nachtprogramm des Bayerischen Rundfunks ist legendär, nicht nur als Chill-Out-Programm für gestresste Clubheimkehrer. Nun wird die Sendereihe eingestellt. Grund sollen die neuen Gema-Tarife fürs Fernsehen sein.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-878431.html
  1. #50

    Frage an ein "ausserordentliches" Mitglied

    Zitat von bikenstrings Beitrag anzeigen
    ...fällt bei einigen Beiträgen wirklich schwer!
    Ich bin Musiker und Gema-Mitglied. Ich halte die Regeln dieses "Vereins" zumindest für die "Kleinen" für unfair: Nur ein "ordentliches Mitglied" erhält nennenswerte Ausschüttungen.
    Ich habe aber als "ausserordentliches" Mitglied, ohne dass ich bekannt wäre, nur durch Programm-Listen von Live-Auftritten nicht ganz geringe Summen von der Gema ausgeschüttet bekommen.
    Wie sieht es eigentlich mit Musik in Filmen aus? Bekommt bei der Ausstrahlung eines Filmes mit Musik die Gema auch jedesmal Gebühren oder sind nicht die Rechte der Musiker bereits vorher abgegolten worden?

    Ist "Space Night" ein Film, für den die Gema vielleicht gar nichts kassieren dürfte?
  2. #51

    Zitat von v_wie_vendetta Beitrag anzeigen
    Warum vertont der BR die Weltraumbilder nicht neu mit gemafreier Musik? Einfach ein paar kreative Studenten damit beauftragen. Man benötigt nur sphärische Musik und da gibt es im gemafreien Markt genügend Auswahl.

    Zu Einschlafbildern muss ich nicht die Stones abspielen und den Millionarius jedes Jahr aufs neue Millionen in den Hintern blasen.
    Weil das mit der neuen Gebuehren Erhebung der GEMA nichts aendern wuerde. Der BR soll eine Pauschale bezahlen, berechnet nach der Dauer der Sendung und der Musik. Die GEMA will kassieren, auch wenn es sich um GEMA freie Musik handelt, das interessiert dort niemanden. So wie man nun die "Haushaltspauschale" zahlen darf, egal ob man die oeffentlichen Angebote nutzt oder nicht, so verlangt die GEMA ein paar Millionen dafuer, das man Musik sendet, egal welche Musik.
    Die Aufgabe der GEMA war es ja mal, die Gebuehren einzusammeln und zu verteilen, an die Kuenstler, Komponisten, Schreiberlinge ect. Heute geht es nur noch um die Verwerter, also die GEMA selber, die Kuenstler bekommen, wenn ueberhaupt, eh nur noch minimale Pauschalen. Der grosse Rest bleibt bei der GEMA selber und versorgt dort Leute, welche mit der Schoepfung der Musik selber gar nichts mehr zu tun haben. Mit der Verbreitung natuerlich ebenfalls nicht. Die sitzen als Parasiten dazwischen und kassieren einfach. Egal fuer was, egal von wem. Hauptsache kassieren.

    Das fuehrt dann zB zu Situationen, bei denen ein Kuenstler seine eigene, geschriebene und komponierte, Musik nicht mehr auffuehren darf, ohne dafuer bezahlen zu muessen. Ist der Kuenstler auch noch bekannt, kann das zum Ruin der beteiligten Personen kommen. Ein in promtu Konzert in einer vollen Disco zB einer Lady Gaga in Muenchen koennte die finanziellen Moeglichkeiten des Disco Besitzers sprengen. In anderen Laendern (dieser Fall passierte tatsaechlich in London, wo besagte Lady drei Songs vom DJ Pult schmetterte) steht sowas am naechsten Tag in der Zeitung und ist gern gesehende Werbung fuer Gaga wie auch die Disco. In Deutschland kommt die GEMA und will bei 800 Besuchern mehrere Tageseinnahmen fuer ein Konzert eines "Weltstars"

    Die Idee der GEMA ist richtig, die Umsetzung und grenzenlose, rein eigennuetzige Geldgeilheit dieses Vereins, ist einfach unterirdisch.
  3. #52

    Zitat von Leistungstraeger Beitrag anzeigen
    Weil das mit der neuen Gebuehren Erhebung der GEMA nichts aendern wuerde. Der BR soll eine Pauschale bezahlen, berechnet nach der Dauer der Sendung und der Musik. Die GEMA will kassieren, auch wenn es sich um GEMA freie Musik handelt, das interessiert dort niemanden.
    Darüber könnte man sich streiten bzw. verhandeln. Das blöde ist nur dass es Arbeitsaufwand bedeutet, alle konkreten Tracklisten bei der GEMA einzureichen und jeweils nachzuweisen, dass die Titel GEMA-frei sind. (JAP - Meines Wissens nach muss man Nachweisen, dass die GEMA keine Ansprüche hat - in fast allen anderen Bereichen muss der Gläubiger nachweisen, dass er berechtigt Geld fordert, nur die GEMA nicht!)

    Aber das müssen ja Radiosender bzw. Live-Veranstalter auch machen. Nur für den BR scheint es neu zu sein, da dieser scheinbar bisher eine Pauschale zahlte, egal ob überhaupt Musik gespielt wurde oder nicht.

    Zitat von bikenstrings Beitrag anzeigen
    Ich habe aber als "ausserordentliches" Mitglied, ohne dass ich bekannt wäre, nur durch Programm-Listen von Live-Auftritten nicht ganz geringe Summen von der Gema ausgeschüttet bekommen.
    Jetzt mal hier an Eides Statt: Ich (also ich, nur ich...) habe von der Gema bisher viel mehr Geld erhalten, als (im Verhältnis!) durch meine auf FREIWILLIGKEIT basierenden Download-Angebote (wie z.B. hier: Wann wird es Tag (enhanced Version) - YouTube ).
    Eine Frage: Hätten sie evtl. für Ihre Live-Auftritte eine höhere Gage verhandeln können, wenn sie kein GEMA-Mitglied gewesen wären? (Also quasi dass der Veranstalter das direkt an Sie zahlt, was er sonst an die GEMA zahlen müssten).
  4. #53

    Zitat von cincinna Beitrag anzeigen
    Zum Glück erledigt sich das Problem mit der "bayerischen Jodelscheiße" (Zitat einige Beiträge weiter oben) in wenigen Jahren von alleine – nämlich biologisch. Ich kann's kaum erwarten. Endlich Platz für gutes Programm.
    Sie machen Ihre Rechnung ohne die Junge Union und die Jugendabteilungen der Brauchtumspflege.
    Die imho noch viel abartigere "Musik" von PUR und co wird ja auch von jungen Leuten gehoert.
    Das "Jodelzeug" wird uns definitiv erhalten bleiben.
  5. #54

    Zitat von Tostan Beitrag anzeigen
    Darüber könnte man sich streiten bzw. verhandeln. Das blöde ist nur dass es Arbeitsaufwand bedeutet, alle konkreten Tracklisten bei der GEMA einzureichen und jeweils nachzuweisen, dass die Titel GEMA-frei sind. (JAP - Meines Wissens nach muss man Nachweisen, dass die GEMA keine Ansprüche hat - in fast allen anderen Bereichen muss der Gläubiger nachweisen, dass er berechtigt Geld fordert, nur die GEMA nicht!)
    Die GEMA verhandelt nicht sondern sagt pauschal was man zu bezahlen hat. Ende.
    Und im Fall des BR und Spacenight wuerde eine Trackliste eben nichts bringen, die sollen nun pauschal bezahlen, unabhaengig von der gesendeten Musik. Auch direkte Abkommen mit den Kuenstlern sind Dank GEMA nicht moeglich. Die GEMA hat ihre Gebuehrenordnung umgestellt, Fernsehen hat nun eine andere Abrechnung.
    Bei Radiosendern zB, hier geht es ja nur um die Musik, sieht es etwas anders aus. Wenn Du nachweisen kannst, das ALLE gespielte Musik GEMA frei ist, auch die Jingles oder zB ein Gong (die vier Tagesschau Noten zB kosten ein Vermoegen) gibt es andere Konditionen. Zahlen muss man zwar immer noch (ja, auch der Deutschlandfunk mit im Artikel erwaehnten Breitband muss zahlen) aber erheblich weniger. Kommt aber ueber die Dauer der Sendung auch nur ein GEMA pflichtiges Stueck zur Ausstrahlung, oder mehr als 11secunden eines Stueckes, wird der gesammmte Broadcast nun anders berechnet.
  6. #55

    Zwei paar Stiefel

    @DonCarlos: Oder gleich drei Paar: Die Gema kassiert beim Rundfunk pro Ausstrahlung. Der Musiker kriegt eine einmalige Gage (oder Honorar); in manchen Fällen später von der GVL nochmals einen kleinen Zuschlag. Der (Filmmusik-) Komponist incl. Verlag etc. bekommen pro Ausstrahlung eine Ausschüttung (nicht soo hoch, wie manche Neider denken).
    Ob "Space Night" (geil, hab ich auch oft genossen!) ein Film ist oder was anderes spielt für die Gema keine Rolle: Die Sendung erreicht Konsumenten, welche eine Leistung erhalten, die sie wertschätzen sollten. Der Wert der Leistung ist halt festgelegt worden; wie soll denn schlußendlich beurteilt werden, ob Free-Jazz weniger Gebühren-Kohle erhält als Andrea Berg-Musik? Beides ist doch Scheisse, oder?
  7. #56

    zum Glück nicht zum Füttern der GEMA

    Zitat von seikor Beitrag anzeigen
    Es wäre doch sehr schade, die Space Night einzustellen.
    So langsam frage ich mich, wofür die GEZ-Gebühren überhaupt noch verwendet werden.
    Die GEMA gehört boykottiert, erst Recht im ÖR. Es ist nicht Aufgabe des ÖR Musikern die Taschen zu füllen.
  8. #57

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    Die GEMA gehört boykottiert, erst Recht im ÖR. Es ist nicht Aufgabe des ÖR Musikern die Taschen zu füllen.
    Das tun sie ja auch nicht. Sie fuellen die Taschen der GEMA Funktionaere. Die Kuenstler spielen dort, angesichts der Einnamen, keinerlei Rolle.
  9. #58

    Zitat von Leistungstraeger Beitrag anzeigen
    Die GEMA verhandelt nicht sondern sagt pauschal was man zu bezahlen hat. Ende.
    Ach, DIESE Art von ehrenwerter Organisation ist das. Das kennt man ja auch aus anderen Branchen. ("Schönes Ristorante haben sie da, wäre doch jammerschade wenn das abrennen würde!")

    Stimmt, diese Branche sagt, was sie haben will, und man selbst ist in der Pflicht, sie zu überzeugen, dass das denen das nicht zusteht.

    Im normalen Geschäftsleben sieht es anders aus, da muss der Rechnungssteller belegen, dass die berechneten Leistungen auch erbracht wurden.
  10. #59

    Zitat von Leistungstraeger Beitrag anzeigen
    Auch direkte Abkommen mit den Kuenstlern sind Dank GEMA nicht moeglich. Die GEMA hat ihre Gebuehrenordnung umgestellt, Fernsehen hat nun eine andere Abrechnung.
    Evtl. wäre das mal ein Grund für eine Klage von "freien" Künstlern. Denn wenn die Fernsehsender eh für Musik zahlen müssen, werden ja freie Künstler behindert. Wer soll die noch spielen und zusätzlich bezahlen, wenn eh noch zusätzlich an die GEMA gezahlt werden muss. Ausnutzung einer Monopolstellung wären ein Grund. Im Prinzip ist die Monopolstellung der GEMA ja nicht per Gesetz definiert(wie die GEZ), es ist ein normaler Verein. Und diese Gebührenordnung behindert Nicht-Vereinsmitglieder(es gibt ja keinen Zwang, als Künstler Mitglied zu sein).