Blutige Geiselbefreiung: Internationale Kritik an Algeriens Militäraktion

AFP Photo/Statoil/Kjetil AlsvikDas Geiseldrama auf einem algerischen Gasfeld ist noch nicht beendet, viele Menschen sind tot. Die Heimatländer der Geiseln kritisieren Algerien wegen des Militäreinsatzes scharf. Viele Regierungen wurden offenbar völlig überrascht.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-878275.html
  1. #1

    Mit Terroristen wird nicht verhandelt!

    würde man es machen, spielte man ihnen in die Hände und würde viel mehr Leben bedrohen.
  2. #2

    dumpfes Schweigen

    Erstaunlich ist die Tatsache, dass diese kriminellen, barbarischen Taten in der muslimischen Welt keinerlei kritische Resonanz auslösen.

    Dies begründet erhebliche Zweifel an der Humanität dieser Welt, an ihrer Fähigkeit zu gesellschaftlicher Diskussion und Reflektion.

    Wie aber eine intellektuell und sittlich apathische Welt sich jemals aus ihren faschistoiden Strukturen befreien soll, bleibt ungewiss.
  3. #3

    Täter und Opfer vertauscht?

    Der Artikel liest sich, als wäre die algerische Regierung der Täter. Ob die Aktion die klügste Möglichkeit ist, sei dahingestellt, jedenfalls ist die Umsetzung des Prinzips "wir verhandeln nicht" gut, denn sie demonstriert das Risiko für Nachahmer.
  4. #4

    Deal Frankreich-Algerien?

    War die Bombardierung der Geiseln und Geiselnehmer Absicht, ein Deal der Geheimdienste? Warum werden die Bitten um Zurückhaltung von Japan, Norwegen, USA, England... ignoriert? Was soll das überhaupt für eine Befreiung sein? Könnte es Kalkül sein, um diese Länder für den Einsatz in Mali zu gewinnen? Es ist ja schon abzusehen, dass Frankreich das allein nicht schafft.
  5. #5

    Nur erste Wirkung des Malieinsatzes

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Geiseldrama auf einem algerischen Gasfeld ist noch nicht beendet, viele Menschen sind tot. Die Heimatländer der Geiseln kritisieren Algerien wegen des Militäreinsatzes scharf. Viele Regierungen wurden offenbar völlig überrascht.

    Heimatländer der Geiseln kritisieren blutige Befreiung in Algerien - SPIEGEL ONLINE
    Der Mali-Einsatz hat mit Befreiungslüge angefangen und wird mit Sicherheit genauso wie im Afghanistan ergebnis- und leistungslos beenden. Nichts wurde in Afghanistan seit 2001 geändert. Das Leben der amerikanischen und europäischen Militärs war umsonst. Die Milliarden Finanzspritzen landeten in den Taschen von Karzai und Provinz-Gouverneuren. Drogenanbau und Drogentransport wurde nie abgebrochen. Und nach dem Abzug der westlichen Truppen wird es zur afghanischen Normalität zurückkehren, wo Ethnien einander bekämpfen und ihre Lebensart und Lebensweise praktizieren. Also auch ihre zivilisatorische Mission ist umsonst. Die Briten haben es nicht geändert. Die Russen haben nichts geändert. Gemeinsammer Einsatz der Amerikaner und Europäer hat nichts erreicht. Jetzt geht es nur darum, um bei dem Truppenabzug Gesicht zu bewahren und diesen Abzug nicht als Schande präsentieren. Da es schon ein neues Ziel ist zu bewältigen. Trotz Rezession, trotz wachsender Arbeitslosigkeit, trotz Eurokrise, trotz finanziellen und sozialen Problemen das Geld für einen neuen Krieg ist da. Selbstverständlich unter Begründung, dass den Islamisten unsere Gesellschaft, unsere Werte, unsere Freiheiten unser Lebensstil ein Dorn im Auge ist. Ah ja, noch wollen sie Minderheiten retten und schützen, nicht Zugang zu den Rohstoffen! Wieso sind Sie nicht so edel und nett und schützen nicht die Minderheiten in Zentralasien? Ah, das ist Moskaus Hinterhof! Wieso schützen sie nicht Minderheiten in China? Ah, China ist zu wichtiger Wirtschaftpartner, egal was dort gegen Minderheiten getrieben wird. Wollen sie sich nicht für Ureinwohner von Australien, USA und Canada einsetzen? Bitte? Ist ein peinliches Thema?! Ah ja, in Sudan eindringen und die Minderheiten dort zu schützen wollen Sie auch nicht, da dort mit kompletten Truppen aller NATO-Staaten verlaufen und verloren gehen können! Nun dann viel Spaß auf einem kleineren Raum mit großen Konsequenzen für Europa…
  6. #6

    Falsche Darstellung im Artikel

    "Vor allem die Regierungen Japans, Großbritanniens, der USA und Norwegens kritisierten die Aktion. Staatsbürger dieser Länder befinden sich unter den Geiseln und Opfern."

    Ich habe spreche selbst norwegisch und habe die Pressekonferenz in Norwegen verfolgt. Die Aussage die norwegische Regierung hätte die Aktion kritisiert ist falsch.
    Vetreter der Regierung haben immer wieder betont, dass sie zu dem jetzigen Zeitpunkt keine Aussage darüber machen können ob die Militäraktion angemessen war, da ihnen nicht alle Details vorliegen.

    Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass das Eingreifen des Militärs für die Regierung überraschend war, da man darum gebeten hatte vor dem Beginn solcher und ähnlicher Handlungen unterrichtet zu werden.
  7. #7

    Nationalstolz > Leben

    Es dürfte gute Gründe dafür geben, warum sich so viele Länder den Luxus von Geiselbefreiungsspezialisten leisten, obwohl Training und Unterhalt solcher Truppen überaus kostspielig ist. Offensichtlich gehört Algerien nicht zu diesen.
    Warum also nicht einfach jemanden fragen, der sich mit so etwas auskennt? Wieder einmal das lächerlichste und absurdeste Gefühl, dessen ein Mensch sich hingeben kann: Nationalstolz.
    Es kann ja schließlich nicht angehen, dass man im Ausland um Hilfe bitten muss, wenn man über eigene, bewaffnete Kräfte verfügt - und dam ja sowieso die großartige XY Nation ist, per Historie, Abstammung und wasauchimmer das großartigste Volk der Welt, allen anderen überlegen, blah, blah, blah... kann man alles sowieso besser als alle anderen.
    Wie man sieht. Und wenn die angelernten Hilfstruppen mit ihren uralten Kalaschnikows dann alles indifferent ummähen, dann wird anschließend sofort von ach so schwer bewaffneten Terroristen schwadroniert, damit die Aktion noch als Erfolg gewertet werden kann.
    Ein Trauerspiel erster Ordnung.
  8. #8

    Ihr gutes Recht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Heimatländer der Geiseln kritisieren Algerien wegen des Militäreinsatzes scharf. Viele Regierungen wurden offenbar völlig überrascht.
    Zwar mag der Einsatz der algerischen Kräfte alles andere als optimal verlaufen sein, aber als souveräner Staat hatte Algerien jedes Recht der Welt, so (d.h ohne Abstimmung mit anderen Ländern) zu reagieren.

    Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass diese Vorgehensweise den Nerv eines solchen Gegners weit empfindlicher trifft, als die im arabischen Raum manchmal eher belächelte Art der Europäer, mit so etwas umzugehen.
  9. #9

    Der Wert eines Menschenlebens

    Ein Menschenleben zählt in Afrika halt nicht soviel wie in Europa. Was will die deutsche Regierung tun, um das langfristig zu ändern? Mal wieder Schulen für Mädchen bauen und Brunnen bohren?