Agenda 2020 für Bildung: Wirtschaft macht den Hochschulen Dampf

DPAMehr Zuwanderer, mehr Arbeiterkinder, mehr Wirtschaftsnähe: Stifterverband und McKinsey drängen auf Hochschulreformen und sinkende Abbrecherquoten. Ihre Studie lobt zwar die Vielfalt in der Schülerschaft - doch die Lehrerzimmer seien "zu weiblich und zu deutsch".

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-878094.html
  1. #1

    optional

    "..., dass es zu wenige Absolventen in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern gib, vor allem zu wenig Frauen."
    Auf Deutsch: Wir brauchen mehr MINT Absolvent damit wir die Löhne ordentlich drücken können.
  2. #2

    Dann wird die Schar der Billischjobber noch größer.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Zuwanderer, mehr Arbeiterkinder, mehr Wirtschaftsnähe: Stifterverband und McKinsey drängen auf Hochschulreformen und sinkende Abbrecherquoten. Ihre Studie lobt zwar die Vielfalt in der Schülerschaft - doch die Lehrerzimmer seien "zu weiblich und zu deutsch".

    Stifterverband stellt Hochschulbildungsreport 2020 vor - SPIEGEL ONLINE
    Die Wirtschaft weiss was sie tut.
    Oft aber die Wirte nicht.
  3. #3

    Die Macht der Unternehmensberatung?

    Das sind doch alles altbekannte Probleme, die schon seit Jahren durch die Medien gehen und immer wieder thematisiert werden. Und nun wo das Logo einer Unternehmensberatung drauf steht soll sich alles schlagartig zum besseren ändern? Da bin ich mal gespannt....denn ich denke, dass sich die Gesellschaft davon nicht unbedingt berührt zeigt und nun mehr Männer Lehrer werden und mehr Frauen Mathe studieren.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Zuwanderer, mehr Arbeiterkinder, mehr Wirtschaftsnähe: Stifterverband und McKinsey drängen auf Hochschulreformen und sinkende Abbrecherquoten. Ihre Studie lobt zwar die Vielfalt in der Schülerschaft - doch die Lehrerzimmer seien "zu weiblich und zu deutsch".

    Stifterverband stellt Hochschulbildungsreport 2020 vor - SPIEGEL ONLINE
    "Und außerdem steht ja jetzt das Logo einer Unternehmensberatung über den Empfehlungen." - meine Rede. Diese idiotische Verpackungsgläubigkeit wird dann eben die Bildung zu Grabe tragen.
  5. #5

    Ganz viel Vorsicht bitte!!

    Was wir brauchen, sind Hochschulen, die wieder das Denken lehren und nicht wirtschaftsnahe Ausbildungsstätten für Kapitalistenfußvolk, die gebetsmühlenartig die vollkommen beschränkten Erkenntnisse der Betriebswirtschaftslehren eingebläut bekommen. Die Hochschulen müssen sich dringend wieder von den Unternehmen distanzieren und wesentlich mehr auf die Unabhängigkeit ihrer Lehre Acht geben. Die Gesellschafts- und Geisteswissenschaften, die Kunst und Philosophie dürfen dieser Unternehmerpropaganda nicht zum Opfer fallen. Was wir brauchen, sind Menschen, denen gelehrt wird, die sozio-ökonomischen Verhältnisse zu durchschauen, um mit diesen Erkenntnissen sinnvolle Entscheidungen zu treffen und andere Menschen aufzuklären, und nicht nur, in diesen Verhältnissen auf beschrenktestem Raum zu agieren. Die meisten Menschen haben schlicht das Denken verlernt.
  6. #6

    Grundsätzliches

    In Zeiten globaler Veränderungen lassen konventionell-traditionelle Ausbildungsmuster notwendige Wirksamkeit vermissen. Die Jagd nach Lösungen unter den Bedingungen der Problemverschiebung, Machtspielchen und kolletiv konditionierter Symptombekämpfung fordert immer mehr Opfer und Karrierekünstler.

    Solange wir in Dingen und Teilen und strikt getrennt fachorientierter Ausbildung denken und darauf unsere gesellschafts-lebenswichtigen Systeme begründen wollen, bewegt sich Wirtschaft wie auch Bildung im Bereich des kollektiven Wunschdenkens.

    Denn letztlich haben wir es mit ineinander verwobenen Informations-, Kommunikations-, Prozess- und Funktionsstrukturen zu tun, welche man schlicht und einfach unter dem Begriff "dynamischer Systeme" zusammenfassen kann.

    Etwas ausgeführt sind es offene Systeme, also dynamisch vernetzte Beziehungsmuster, wechselseitige Abhängigkeiten, kybernetische, symbiotische, synergetische, energetische und kausale Wirkmechanismen.

    Mit den überholten Denk- und Verhaltensmuster eines Réne Descartes oder Newton lassen sich keine Lösungen mehr entwickeln.

    Dynamische Systeme zu verstehen und sie nach ihren universellen Gesetzmässigkeiten zu gestalten, wie wir es in der Ökonomie als (globale) Gesellschaft benötigen, sind nicht komplex, sondern nur anders.

    Es geht um das Verstehen interdisziplinärer Zusammenhänge, statt stoischer Bekämpfung von sichtbaren Problemen, die bei näherer Betrachtung nur Symptome sind, wie beim Kampf eines Don Quixote gegen Windmühlen.

    "Die Natur ist das Meer, die Wirtschaft ein Boot, die Menschen die Seeleute. Es bedarf erfahrener Schiffbauer und Instandsetzer, damit die Seeleute sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können."
  7. #7

    Praktikum macht keinen Sinn

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... Denn in vielen Bachelor-Studiengängen sind laut Studie die Zeitpläne so straff, dass Praktika nicht mehr vorgesehen sind. So ging der Anteil der Studiengänge mit Pflichtpraktika in den vergangenen fünf Jahren von knapp zehn auf knapp sieben Prozent zurück.
    Diese Forderung ist der größte Schwachsinn, denn es ist bereits möglich, sein Studium für einige Zeit zu unterbrechen. Jeder Student kann sagen: "Ich studiere ein Jahr, dann arbeite ich ein Jahr (z.B.) für McKinsey. Dann studiere ich weiter."
    Die Uni steht da nicht im Weg. Aber wollen die von McKinsey auch einen Studenten, der erst ein Jahr studiert hat, bezahlen? Natürlich nicht! Weil der Student noch nichts kann.
    Aber als kostenlose Arbeitskraft ist er dann doch noch gut genug.

    Natürlich wünscht sich die Wirtschaft mehr (gezwungene) Praktikanten.
    Aber aus Sicht des Studenten ist ein Praktikum erst gegen Ende des Studiums sinnvoll.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr Zuwanderer, mehr Arbeiterkinder, mehr Wirtschaftsnähe: Stifterverband und McKinsey drängen auf Hochschulreformen und sinkende Abbrecherquoten. Ihre Studie lobt zwar die Vielfalt in der Schülerschaft - doch die Lehrerzimmer seien "zu weiblich und zu deutsch".
    Schnupperstudium, Vorbereitungsakademien...bin ich sehr dafür. Gibt's dafür dann auch zusätzliches Personal? Nicht? Na, hätte man sich ja denken können. Aber die Idee ist gut...Doch Moment mal, hat man nicht in den letzten Jahren lautstark getönt, die Studiendauer müsse runter? Wie verträgt sich das mit einem Herumstudier-und-Ausprobierjahr (denn nichts anderes wäre das, was hier unter großem Täterää als Ei des Kolumbus präsentiert wird)? Hat man nicht gerade die Studenten in ein Verschulungskorsett der Sonderklasse gezwängt, das zur Folge hatte, dass sich jemand, der sich im ersten Semester schwertat (vielleicht einfach aufgrund mangelnder Vorbildung), ratzfatz entsorgt sah?


    Lustig finde ich besonders das Geschrei der Mackies von wegen Berufsbezogenheit und Praxisorientierung. Hatten die sich nicht immer mordsmäßig damit großgetan, dass es auf die Studienfächer gar nicht ankomme, es sei die Persönlichkeit, die zähle? Durfte der gemeine Pöbel da nicht immer in anbetender Bewunderung zur Kenntnis nehmen, dass auch ein Altorientalist, wenn er entsprechend gestrickt sei, ganz groß rauskommen könne, weil man ja Universalisten suche?
  9. #9

    Die Altersgrenze für Bafög muss unbedingt erhöht werden!

    Auf 35 am Besten!