Dreamliner-Pannen: Polnische Airline fordert Schadensersatz von Boeing

DPADie polnische LOT ist die einzige Fluggesellschaft in Europa, die den Dreamliner in Betrieb hat - nun kündigt sie wegen der Pannenserie eine Schadensersatzforderung an Boeing an. Der Hersteller selbst gibt sich zuversichtlich: "Wir sind überzeugt, dass die 787 sicher ist."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-878135.html
  1. #1

    Der Hinweis wäre angebracht, daß Boeing und Airbus ihren Airline-Kunden bestimmte Zuverlässigkeits-Parameter normalerweise vertraglich garantieren, gerade bei einem neuen Modell.

    Und da sind gewisse Anlaufprobleme teilweise in besonders hohen Rabatten pauschal abgegolten, aber ab einem gewissen Punkt ist es eben auch normal, daß es dann zusätzlichen Regreß gibt.

    Insofern ist die Forderung von LOT völlig normal bei einem derart schwerwiegenden Fall wie der globalen Stilllegung eines neuen Typs. Das dürften die anderen Kunden genauso handhaben.
  2. #2

    Der LOT geht es ziemlich schlecht

    Frühkäufer unter den Airlines kriegen hohe Rabatte auf den Listenpreis wegen genau dieser Problemchen. Wenn ausgrechnet die LOT da mehr Druck als andere macht (was soll eigentlich UAL oder ANA sagen...) dann scheint das doch mehr dem eigenen Börsenkurs geschuldet...
  3. #3

    Aus der Traum, für den Dreamliner !

    Zitat von Konstruktor Beitrag anzeigen
    Der Hinweis wäre angebracht, daß Boeing und Airbus ihren Airline-Kunden bestimmte Zuverlässigkeits-Parameter normalerweise vertraglich garantieren, gerade bei einem neuen Modell.

    Und da sind gewisse Anlaufprobleme.....
    Ein so schwerwiegender Fall stuft die Maschine als unzuverlässig ein. Es ist ja schön, wenn Boeing der Meinung ist, der Dreamliner sei sicher. Die Realität sieht da anders aus. Die Maschine gehört geerdet, bis diese Schwachstelle behoben ist und die Maschine erneut erprobt worden ist. Eher sollte sich kein Pilot ins Cockpit setzen.
  4. #4

    optional

    Ich musste echt lachen als ich den Hauptext sah. Die Flugzeuge sind sicher, sagt die Airline. Ist es nicht das, was die Atomlobby auch immer sagt(e), alle Atomkraftwerke sind sicher?
  5. #5

    Zitat von Konstruktor Beitrag anzeigen
    Der Hinweis wäre angebracht, daß Boeing und Airbus ihren Airline-Kunden bestimmte Zuverlässigkeits-Parameter normalerweise vertraglich garantieren, gerade bei einem neuen Modell.

    Und da sind gewisse Anlaufprobleme teilweise in besonders hohen Rabatten pauschal abgegolten, aber ab einem gewissen Punkt ist es eben auch normal, daß es dann zusätzlichen Regreß gibt.

    Insofern ist die Forderung von LOT völlig normal bei einem derart schwerwiegenden Fall wie der globalen Stilllegung eines neuen Typs. Das dürften die anderen Kunden genauso handhaben.
    Wissen Sie, was konkret zwischen LOT und BOEING Vereinbart ist, oder spekulieren Sie nur munter los ... ??
  6. #6

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Ein so schwerwiegender Fall stuft die Maschine als unzuverlässig ein. Es ist ja schön, wenn Boeing der Meinung ist, der Dreamliner sei sicher. Die Realität sieht da anders aus. Die Maschine gehört geerdet, bis diese Schwachstelle behoben ist und die Maschine erneut erprobt worden ist. Eher sollte sich kein Pilot ins Cockpit setzen.
    So läuft es jetzt ja auch.

    Das ist für Boeing aktuell sehr übel und trübt zumindest für einige Zeit das Image des neuen Modells, aber sie können dauerhaften Schaden noch abwenden, wenn sie sich jetzt intensiv und nachvollziehbar um Abhilfe kümmern.

    Hoffen wir mal im Interesse aller Beteiligten und Betroffenen, daß sie das hinkriegen!
  7. #7

    Zitat von svenni1064 Beitrag anzeigen
    Frühkäufer unter den Airlines kriegen hohe Rabatte auf den Listenpreis wegen genau dieser Problemchen. Wenn ausgrechnet die LOT da mehr Druck als andere macht (was soll eigentlich UAL oder ANA sagen...) dann scheint das doch mehr dem eigenen Börsenkurs geschuldet...
    Die anderen werden das genauso handhaben (müssen sie im Interesse ihrer Aktionäre auch). Bei der LOT ist das nur zuerst im Spiegel gelandet.
  8. #8

    50% der Passagiere eines Linienfluges

    haben Flugangst. Sieht man auch hier mal wieder im Forum. Eigentlich sind diese Probleme bei der 787 alle ziemlich pillepalle (und das Grounding eher eine Vorsichtsmaßnahme). Was viel entscheidender ist, sind die Langzeitthemen, wie die Materialermüdung bei Composit durch die hohen Beanspruchungen während der vielen 1000 Flüge bei höherer Belastung. Hier geht es ja nicht um ein relativ starres Seitenleitwerk, sondern vor allem um die Tragflächen. Mal schauen wie sich das entwickelt.
  9. #9

    Zitat von svenni1064 Beitrag anzeigen
    haben Flugangst. Sieht man auch hier mal wieder im Forum. Eigentlich sind diese Probleme bei der 787 alle ziemlich pillepalle (und das Grounding eher eine Vorsichtsmaßnahme). Was viel entscheidender ist, sind die Langzeitthemen, wie die Materialermüdung bei Composit durch die hohen Beanspruchungen während der vielen 1000 Flüge bei höherer Belastung. Hier geht es ja nicht um ein relativ starres Seitenleitwerk, sondern vor allem um die Tragflächen. Mal schauen wie sich das entwickelt.
    Die Batteriebrände sind alles andere als "Pillepalle"! Sowohl die Batteriebrände als solche als auch der Ausfall der entsprechenden Elektrik sind gerade und ganz besonders bei der 787 absolut kritisch, und wenn die Ursache nicht mit dokumentierten Sicherheitsmargen abstellbar sein sollte, wird die FAA unter den obwaltenden Umständen definitiv die Sperre unbegrenzt aufrechterhalten – das können sie jetzt gar nicht mehr anders handhaben, nachdem ihre ursprünglichen Bedenken genau in diesem Punkt sich jetzt ja zunächst einmal bestätigt haben.

    In diesen Zusammenhang gehört auch der Brand eines elektrischen Verteiler-Kastens im 787-Testflug-Programm. Wenn sie Pech haben, müssen sie die komplette Elektrik nochmal revidieren und neu zertifizieren, zusätzlich zu der jetzt sowieso schon fälligen nochmaligen Prüfung der Batterien, die bis in die Herstellungsprozesse der Batterien reichen kann.

    Das kann Boeing inklusive der Regreßforderungen der Airlines für die bereits ausgelieferten Exemplare und der jetzt wohl auch erst mal blockierten Auslieferungen weiterer 787 nochmal zusätzlich Milliarden an Dollar kosten, denn zur Auslieferung gehört ja nun mal, daß die Kunden-Airline die neuen Maschinen bei der Übernahme "gleich mitnimmt", und dann vor allem auch gleich einsetzt, was jetzt ja nicht mehr geht.