Entamteter Lehrer: "Der Beamtenstatus ist ein Klotz am Bein"

Daniel SchmittNiemand hatte den Lehrer Arne Ulbricht gefragt, ob er verbeamtet sein wollte. Er wollte nicht. Der Wuppertaler Pädagoge hält den krisenfesten, von vielen begehrten Status für ungerecht - und bat um seine Entamtung. Im Interview erläutert er seine Gründe.

Lehrer lehnt Verbeamtung ab und möchte als Angestellter arbeiten - SPIEGEL ONLINE
  1. #390

    Zitat von karl-felix Beitrag anzeigen
    Dann müssen Sie schon Spitzenverdienener miteinander vergleichen. Also, Ackermann, Grossmann, Obermann,Zumwinkel,Winterkorn u.Co. mit den Direktoren der grössten deutschen Schulen.
    Wenn Sie schon vergleichen, dann bitte auch auf gleicher Ebene: einen DAX-Vorstand also mit einem (Kultus)minister.

    Und da haben Sie natürlich recht, dass der DAX-Vorstand mehr verdient. Dafür hat der Politiker mehr Macht und wechselt nicht selten nach ein paar Jahren auf einen Vorstands- oder Geschäftsführerposten (Müller, Wissmann, Schick, etc.) mit Millionengehalt in der Privat- oder Staatswirtschaft. Er "versilbert" dann sozusagen seine politische Macht.
  2. #391

    Zitat von karl-felix Beitrag anzeigen
    mir irgendwie bescheuert vor, anstatt für eine höhere Rente zu kämpfen, sich dafür stark zu machen, dass es anderen auch dreckig geht.
    Wie auch immer, alle meine beamteten Bekannten sind nicht reich und keiner meiner reichen Bekannten ist verbeamtet. Wir haben es hier schon mit einem Exoten.....
    2030 muss ein Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren.
    Da können Sie noch so toll sich für die Renten "einsetzen", es ist schlicht nichts zu verteilen.
    Die Beamten hoffen noch ungeschoren davon zu kommen.
    Aber auch da wird die blanke Not zu Einsparungen zwingen.
  3. #392

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    2030 muss ein Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren.
    Zum Vergleich: 1930 musste ein Arbeitnehmer nur 0,1 Rentner finanzieren. Und eine Frau. Und drei bis fünf Kinder.
  4. #393

    Zitat von gustavsche Beitrag anzeigen
    Der Lehrer sagt viel richtiges. Nicht nur, dass die Beamten dem Staat teuer zu stehen kommen, sondern dass Beamte sich auch selbst schaden, indem sie bequemer und unflexibler werden.
    Ja, und wenn sie NICHT bequemer und unflexibler werden, sondern beispielsweise nebenher Bücher schreiben, dann tun sie nicht, wofür sie bezahlt werden und sind offenbar nicht ausgelastet.

    Zitat von gustavsche Beitrag anzeigen
    Und wer nicht bequem wird, trotz Beamtenstatus, der wird kaum eine Stelle wechseln, selbst wenn er dann mehr verdienen würde und der Gesellschaft einen noch größeren Dienst erweisen könnte.
    Wieso sollte Mathematiklehrer Y der Gesellschaft und sich selbst einen Dienst erweisen, wenn er von Bochum nach Freiburg umzieht, um dort für mehr Geld den gleichen Job zu machen?
  5. #394

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Zum Vergleich: 1930 musste ein Arbeitnehmer nur 0,1 Rentner finanzieren. Und eine Frau. Und drei bis fünf Kinder.
    Mag sein.
    Der Level war Kohlsuppe, 1-Zimmer Wohnung, Wasserpumpe und Holzofen.
    Das bekommen wir hin.

    Dann reicht es auch um unseren Luxuspensionären Ihr Leben ins Saus und Braus zu finanzieren.
    Dann ist es wie im Mittelalter.
    Den Platz des absahnenden Adels haben dann die privilegierten Beamten eingenommen...

    2 Jahre früher in Pension, statistisch ein längeres Leben, Chefarztbehandlung und eine um den Faktor 2 bis 3 höhere Pension im Vergleich zu gleich qualifizierten normalo Rentnern.
    Supi!
  6. #395

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    ...
    2 Jahre früher in Pension, statistisch ein längeres Leben, Chefarztbehandlung und eine um den Faktor 2 bis 3 höhere Pension im Vergleich zu gleich qualifizierten normalo Rentnern.
    Supi!
    Immer wieder das gleiche Lied: Unwissenheit!

    Genauso wie bei Nicht-Beamten der Eintritt in das Rentenalter in mehreren Abschnitten von 65 auf 67 Lebensjahren angehoben wird, erfolgt diese Anhebung auch bei Beamten: Man nennt solche Regeln "wirkungsgleich"!

    Chefarztbehandlung kann sich sowohl der Beamte, auch im Ruhestand nur dann leisten, wenn er - wie Nicht-Beamte oder Rentner - eine Zusatzversicherung abschließt!

    Zeigen Sie mir ein einziges Beispiel, bei dem die Pension eines Beamten 2 bis 3 mal über dem Betrag eines ehemaligen Beschäftigten liegt, dessen Einkommen zu Berufszeiten der Beitragsbemessungsgrenze unterlag.
  7. #396

    Luxus durch gut verdienende Partnerin

    Arne Ulbrichts Leben und das seiner Familie wird durch das Gehalt seiner Frau gesichert. So ist er in der Lage, auf 250€ pro Monat zu verzichten und kann sich dennoch ein luxuriöses Leben leisten. Die Darstellung lenkt ab von der prekären Situation mancher angestellter Lehrer, deren Arbeitsverhältnis zum Beispiel während der Sommerferien aussetzt und die bei Vollbeschäftigung bis zu 1000 € pro Monat als weniger verdienen ihre verbeamteten Kollegen und auf jeden Luxus verzichten müssen. Wenn man das Beamtentum der Lehrer kritisieren möchte, muss man zunächst den Status angestellter Lehrer betrachten. Dieser Status wird dem Beruf oft nicht gerecht. Die Tatsache, dass beispielsweise in Berlin und in Thüringen keine Lehrer mehr verbeamtet werden bringt ambitionierte Nachwuchslehrer dazu, aus diesen Regionen abzuwandern. Ob diese Regionen auf längere Sicht mit dieser Politik gut augestellt sind, wird sich zeigen. Schließlich stellt die Schulbildung einen wichtigen gesellschaftlichen Faktor dar.
  8. #397

    Na

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Wenn Sie schon vergleichen, dann bitte auch auf gleicher Ebene: einen DAX-Vorstand also mit einem (Kultus)minister.

    Und da haben Sie natürlich recht, dass der DAX-Vorstand mehr verdient. Dafür hat der Politiker mehr Macht und wechselt nicht selten nach ein paar Jahren auf einen Vorstands- oder Geschäftsführerposten (Müller, Wissmann, Schick, etc.) mit Millionengehalt in der Privat- oder Staatswirtschaft. Er "versilbert" dann sozusagen seine politische Macht.
    wenn das Ihre gleiche Ebene ist. Wo wollen Sie anfangen? Grossmann 9.000.000 Euro p.A. Ackermann 9.000.000 p.Anno .Da verdient jeder einzelne mehr als alle Kultusminister zusammen. Sie erinnern sich?
    Wendelin Wiedeking: Porsche-Chef verdient 100 Millionen Euro! - Wirtschaft - Bild.de
    Ich habe diese Quelle gewählt, erspart Ihnen die Rechtfertigung .

    So,so dafür hat also Frau Schavan mehr macht als Herr Piech . Nun ja
    Wollen Sie nicht mal abwarten wieviel Macht Frau Schröder im nächsten Jahr hat?
    Aber so langsam kommen Sie ja auch auf dem Pfad der Erkenntnis voran und relativieren die Einkünfte der höchstbezahlten Pädagogen zu den Repräsentanten in der Privatwirtschaft. Jetzt schliesse ich aber daraus nicht, dass der Schulleiter mehr Macht hat als Berthold Beitz, oder?
  9. #398

    Zitat von Hans58 Beitrag anzeigen
    Immer wieder das gleiche Lied: Unwissenheit!
    ..g.
    Ganz allgemein können wir feststellen:
    Die Pensionen sind unbezahlbar und müssen gekürzt werden:
    Deutsche Städte : Beamten-Pensionen bringen griechische Zustände - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT

    Auf die Steuerzahler rollt eine Pensionslawine zu:
    Glückliche Pensionäre : Auf die Steuerzahler rollt eine Pensionslawine zu - Nachrichten Geld - Altersvorsorge - DIE WELT
    Zitat:" "Denn die Schere zwischen Rentner und Pensionären geht immer mehr auseinander, weil an den Vergünstigungen nicht gerüttelt wird."

    Die verdeckte Verschuldung durch Pensionslasten liegt m.W.bei rd. 1,3 Billionen. Die WELT schreibt von 3 Billionen
    Pensionen für Beamte kosten drei Billionen - Nachrichten Print - WELT AM SONNTAG - Vermischtes (Print WAMS) - DIE WELT
    Unsere Staatsverschuldung liegt dagegen bei "nur" 2,1 Billionen.

    Bis 2020 steigen die Pensionsausgaben von heute 22 Milliarden auf 34 Milliarden (+50%).

    Mit der Pension mit 67 haben Sie bedingt recht, allerdings tritt dies erst 2029 ein und betrifft nur den Bund und einige Bundesländer. Da sind die vielen in den 70ern eingestellten Beamten längst in Pension. Es wird deshalb eine Einführung ab 2019 gefordert. Die Rentenreform wurde zudem nicht "wirkungsgleich" auf die Pensionen übertragen.
    Berlin u. Bremen u.a.- ausgerechnet - haben die Altersgrenze nicht verändert!

    Während Rentner 46% des Bruttoverdienstes bekommen, bekommen Pensionäre: 71%. Lächerlicherweise wird als Maßstab das letzte Dienstjahr angerechnet (nach 40 Jahren), also der höchste Wert.
    Bei Rentnern wird der Verdienst der Lebenszeit berechnet.
    Wieder clever gemacht.

    Dies führt zu mehr fach höheren Pensionen (Faktor 2-3):
    Zitat: "Die durchschnittlichen Versorgungsbezüge der Beamten von Bund, Ländern und Gemeinden bewegen sich zwischen 2200 und 3000 Euro brutto. Langjährig Rentenversicherte, die 2011 in Ruhestand gingen, kommen im Schnitt nur auf 953 Euro."
    Debatte um Renten und Pensionen - Wohlverdienend im Ruhestand - Wirtschaft - Süddeutsche.de

    Die Pension wird - kaum einer ahnt das - 13 mal pro Jahr gezahlt.
    Auch bei der Krankenversorgung gibt es Vorteile.
    Weiteres hier:
    Beamtengehälter erhöhen sich automatisch - Nachrichten DIE WELT - DIE WELT

    Zusammenfassung: Pensionen sind eine skandalöse, unbezahlbare Überversorgung der Staatsdiener, die maßgeblich von eben diesen so beschlossen wurde.
    Luxuspensionäre auf Kosten der normalen Steuerzahler.

    Die statistisch längere Lebenszeit von Pensionären haben Sie interessanterweise nicht bestritten.
  10. #399

    Ich

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    2030 muss ein Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren.
    Da können Sie noch so toll sich für die Renten "einsetzen", es ist schlicht nichts zu verteilen.
    Die Beamten hoffen noch ungeschoren davon zu kommen.
    Aber auch da wird die blanke Not zu Einsparungen zwingen.
    habe schon manches kuriose Zeug gelesen, aber in einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt die Renten zu kürzen mit der Begründung : es ist schlicht nichts zu verteilen , ist schon schlicht.
    Könnte von diesen hier stammen:
    Folgen des Aufschwungs: Zahl deutscher Millionäre auf Rekordniveau - SPIEGEL ONLINE

    Rentenansprüche werden erarbeitet, nicht verteilt. Die gehören zum Lebzeiteinkommen.