RCDS-Wahlkampf um Gender-Debatte: Backpfeife für Studierende

Stephan Thomas Heißt es Studenten oder Studierende? Der Streit tobt seit langem, und an Hochschulen besonders heftig: Der Bonner RCDS hat dieser Frage jetzt ein Wahlplakat gewidmet. Die Studierenden sind empört - und wahrscheinlich auch die Student_Innen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...-a-877589.html
  1. #130

    ebenso

    Zitat von pterois Beitrag anzeigen
    Bereits Mitte der 90er habe ich an der Universität Trier einen Aushang der politischen Gruppierung UM ("Unabhängige Mitte") gesehen:

    "An alle Mitglieder und Mitgliederinnen..."

    Hätte es eine Chance auf Erfolg gehabt, hätte ich Schmerzensgeld verlangt!
    Selbe Zeit, Uni ("Gesamthochschule") Kassel:
    "... alle Erstsemester und Erstsemesterinnen ..."

    AUA!!!
  2. #131

    Übrigens stört es in meinem studentischen Bekanntenkreis keinen, dass man das Wort "Student" benutzt. Keiner und keine fühlt sich persönlich angegriffen oder sexuell erniedrigt.
    Dann aber kommen die Kampffeministen, frisch aufgepeitscht von ihren Gender Studies Kursen, und erklären der Männerwelt, dem bösen Patriarchat, den Krieg. Dass sie die einzigen sind, welche sich angegriffen fühlen, merken sie gar nicht. Und es geht doch nichts über ein einfaches Weltbild. Und dass sie sich sofort von dem Batman & Robin
    Comic angegriffen fühlen war eigentlich klar. Natürlich wird hier die vorherrschende Gewalt gegen Frauen thematisiert und verharmlost. Dass es hier um ein humorvolles Internetmeme und zwei Männer handelt wird ignoriert, ebenso dass häusliche Gewalt gegen Männer fast so häufig auftritt wie welche gegen Frauen.

    Ich habe es mittlerweile einfach satt, dass wir unsere eigene Sprache ständig zensieren müssen weil irgendwo, irgendwer sich wegen irgendwas angegriffen fühlt!
  3. #132

    :)

    Zitat von rainer_daeschler Beitrag anzeigen
    Bin auch gespannt, wenn jemandIn kommt und die Verwendung von BacherlorInnen und MasterInnen einklagt. Wer es geschlechtlich mag, muss aufs Lateinische ausweichen und baccalaurea und magistra nehmen.
    "Jemand"?!

    Da steckt ja "man" drin!

    Es muss heißen: "Jemenschd", ok?
  4. #133

    Wie Olli Kahn schon ganz richtig...

    Zitat von joachim enders Beitrag anzeigen
    Genau. Das Partizip Präsens Aktiv von "studere", nämlich "studens" heißt also, "strebend, lernend". Die Übernahme dieses Passus ins Deutsch mit der damit einhergehenden Eindeutschung zeigen, dass der Begriff "der bzw. die Studierende" im Gegensatz zur vom SPIEGEL vertretenen Meinung NICHT unsinnig ist, sondern eine korrekte Übersetzung.

    Durch die Eindeutschung hat sich freilich das im Lateinischen einendige Partizip einen Genus gesucht und klingt nun männlich. Damit muss es auch nach den deutschen Sprachgepflogenheiten beurteilt werden, d.h. der Student ist männlich, die Studentin weiblich. Wo wir beim Latein sind: Dort gilt natürlich das Prinzip, dass bei Sätzen, wo Männer und Frauen erwähnt werden, immer die maskuline Form für ein z.B. begleitendes Adjektiv verwendet wird. Aber es wird auch wohl niemand behaupten, im antiken Rom seien Männer und Frauen gleichberechtigt gewesen.

    Das Problem mit dem Partizip Präsens wird übrigens vom SPIEGEL selbst im Artikel erwähnt - vermutlich unwissentlich. Denn wir verwenden derartige Konstruktionen häufiger, z.B. bei "der/die Vorsitzende". Solche Begriffe müssten dann - wäre der SPIEGEL konsequent - auch von der sprachlichen Landkarte getilgt werden. Ist die Vorsitzende eines Kegelclubs noch Vorsitzende, wenn sie kegelt - oder zu Hause ist - oder arbeiten geht? Natürlich, denn das, was das Partizip aussagt, nämlich dass sie einem Kegelclub in leitender Funktion angehört, ändert sich auch bei anderen Tätigkeiten ist. Der Vorsitzende des Vorstands der Dt. Bank ist ja immer noch derselbe, auch wenn er gerade z.B. interviewt wird. Ich warte auf die SPIEGEL-Überschrift "SPIEGEL-Redakteur spricht mit dem Interviewtwerdenden Anshu Jain", denn während er mit dem Redakteur spricht, kann er unmöglich einem Bankvorstand vorsitzen.

    Die englische Sprache kennt durchaus Probleme mit den Geschlechtern, am augenfälligsten "man", was "Mann" aber eben auch "Mensch" bedeutet. Da es keinen keinen wirklich gebräuchlichen eigenen Begriff für "Mensch" gibt ("human" oder "human being" wird von Muttersprachlern als sperrig empfunden), stutzen viele über Formulierungen wie "all men are equal" und dergleichen.

    Also wozu - excuse my language - der Scheiß? So lange man immer wieder von "den Bundeskanzlern", "den Studenten", "den Regierungschefs", "den Naturwissenschaftlern" usw. redet, prägt sich das männliche Stereotyp in das Bewusstsein ein, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Dann wundert es mich nicht, dass in unserer Gesellschaft immer noch weniger Mädchen und Frauen Führungspositionen anstreben. (Davon abgesehen finde ich natürlich auch, dass man grundsätzlich gendern sollte: Möderinnen und Mörder gibt es beides.) Lesen wir doch mal spaßeshalber ein paar Artikel, die grundsätzlich in der weiblichen Form geschrieben sind. "Mann" wird merken, wie einem das aufstößt...

    Gendern kann einige strukturelle Ungleichheiten der Geschlechter in unserer Gesellschaft ändern. Das lohnt sich - und es kostet nichts.
    ... anmerkte: "Wir brauchen mehr Eier."

    Und Männer sollten nicht zusammmen mit Soziologie-Studetinnen in einer WG wohnen!!
  5. #134

    Ich selbst bin Mitglied eines Studierenrates, haben uns vor einigen Jahren dazu umbenannt und achten auch in unserer Zeitschrift darauf, dass gegendert wird und das finde ich auch in Ordnung. Es schadet niemandem und wenn sich ansonsten jemand benachteiligt fühlt, wieso denn nicht. Dass sich Leute über sowas aufregen finde ich viel fragwürdiger.
  6. #135

    Unerträglicher Schwachsinn

    Das Plakat ist die Stimme der Vernunft in einem Dschungel allgemeiner Verblödung. Diese politisch korrekte, feministische Sprachverhunzung inklusive Gedankenpolizei ist eine Volksverblödung allerersten Ranges. Dass ein mündiges Volk sich einen solchen grenzdebilen Schwachsinn gefallen lässt und sich dem noch brav unterwirft, um zu zeigen, dass man die korrekte Gesinnung hat, ist mehr als grenzwertig. Was hier seit Jahren mit der Sprache veranstaltet wird, ist ein debiler Idiotensprech. Wenn die deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Migrantinnen und Migranten, die politisch Korrektinnen und Korrekten keine dringenderen Probleminnen und Probleme haben, dann mache ich mir keine Sorgen um dieses Land und um seine Einwohnerinnen und Einwohner (ich hoffe, das war korrekt genug).
  7. #136

    Die Menschheit

    Wird mit dem Begriff "die Menschheit" ihr männlicher Anteil unterdrückt?
    Mit Sicherheit nicht. Kein Mann hat sich bisher darüber aufgeregt, wahrscheinlich deshalb, weil die Männer es begriffen haben und an keinem Minderwertigkeitskomplex leiden.
    Die Frauen sollten sich doch mal vom Psychologen behandeln lassen, der natürlich auch eine Frau sein kann.
  8. #137

    Groteske Debatte?

    "Der RCDS ziehe durch das Plakat die Gender-Debatte ins Groteske" das hat die Gender-Debatte schon ganz alleine geschafft;-) wie bereits einen Satz später von der sog. Frauenreferentin auf's Deutlichste bewiesen wird.