Hetze gegen Nazi-Gegner: Gericht verurteilt rechtsextremen Burschenschafter

DPAEr verunglimpfte einen Nazi-Widerstandskämpfer als "Landesverräter", wurde verurteilt und ging dagegen vor. Doch jetzt unterlag der rechtsextreme Burschenschafter Norbert Weidner vor Gericht: Er muss eine Geldstrafe zahlen.

Burschenschafter: Gericht bestätigt Urteil gegen Norbert Weidner - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    juristisches 1x1

    Durch den Einspruch ist der Strafbefehl nicht rechtskräftig geworden. Als Ergebnis der Hauptverhandlung liegt nun das Urteil des AG vor. Gegen dieses kann W. nun entweder Revision oder Berufung einlegen.
  2. #2

    Genau das sind die gefährlichen Leute!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er verunglimpfte einen Nazi-Widerstandskämpfer als "Landesverräter", wurde verurteilt und ging dagegen vor. Doch jetzt unterlag der rechtsextreme Burschenschafter Norbert Weidner vor Gericht: Er muss eine Geldstrafe zahlen.

    Burschenschafter: Gericht bestätigt Urteil gegen Norbert Weidner - SPIEGEL ONLINE
    Solche geben die ideellen Linien vor, aus denen so etwas wie NSU etc. entstehen.

    Im Sinne der Generalprävention kann man sie gar nicht scharf genug sanktionieren. Sie predigen Dummheit, aber sie tragen es intelligent vor und das macht es problematisch. Der Motor dessen dürften persönlich empfundene Defizite sein, doch was nützt es, entscheidend ist, was sie anrichten.

    Umso erbärmlicher erscheint die intellektuelle Kraftlosigkeit jener, die diesen Staat von einer Krise in die andere jonglieren und dafür noch gewählt werden wollen. Sie sind es, die die sozialen Grundlagen dafür anrichten, dass solche Leute wie Weidner überhaupt Gefolgschaft haben können.
  3. #3

    Mitglied

    der Alten Breslauer Burschenschaftler und hoher Funktionär des Dachverbandes Deutscher Burschenschaftler, wohnt bei Mammi und macht auf deutschnational. Da müssen einem doch die Tränen kommen, fragt sich nur vor Rührung oder vor Lachen. Nee, nee, Spaß beiseite, solche hatten wir mal, und danach war Elend.
  4. #4

    Allein schon das Wort Burschenschaft

    erinnert mich an eine Gruppe pubertierender Jungen, die gern gegenseitig an ihren Zipfeln spielen. Zu meinen Studienzeiten wurde ich auch von solchen dubiosen Gruppierungen angeworben, aber ich habe dankend abgelehnt, meine geistige Freiheit ist mir lieber.
  5. #5

    Darauf kommt es gar nicht an!

    Zitat von Dark Enginseer Beitrag anzeigen
    ... ist es Landesverrat, wenn jemand während eines Krieges absichtlich unbefugt taktisch wichtige Informationen an den Feind weitergibt.

    Ob Dietrich Bonhoeffer das getan hat oder nicht, darüber schweigt der Artikel. Warum eigentlich? Denn das hätte mich schon interessiert, weil es nämlich ein anderes Licht auf seine Tötung werfen würde. Es ist schließlich ein Unterschied, ob jemand wegen Spionagetätigkeit zum Tode verurteilt wurde oder wegen systemkritischer Äußerungen.
    Der NS-Staat war - als Terror- und Unrechtsstaat - nicht verratsfähig. Deshalb kann man auch nicht darüber diskutieren. ob die Bezeichnung Landesverräter für ein Opfer dieser Terrorherrschaft irgendwie gerechtfertigt sein könnte. Dies hat der BGH schon in den 50er-Jahren festgestellt und damit die Strafbarkeit solcher Aussagen festgeschrieben.
  6. #6

    Zitat von Bürgerlich Beitrag anzeigen
    Man muss in keinem Fall mit Weidners Position konform gehen, aber dafür eine Existenz zu zerstören, das halte ich für undemokratisch hoch zehn.
    Wenn dann auch noch die Burschenschaften als Antidemokraten dargestellt werden, dann kann ich nur sagen: Lernt Geschichte. Sie waren es, die am Beginn der deutschen Demokratiebewegung standen (Wartburgfest, Hambacherfest, 1848, Paulskirchenparlament etc.). Nicht umsonst hat unser Staat die Farben der Burschenschaften übernommen.
    Und ich dachte immer, die Farben Schwarz-Rot-Gold stammen vom Lützowschen Freikorps?! Welche Burschenschaft soll diese Farbkombination denn stattdessen erfunden haben?

    Außerdem: Dass Burschenschaften irgendwann im vorletzten Jahrhundert mal etwas mit demokratischen oder liberalen Gedanken zu tun hatten, beweist überhaupt nicht, dass dem heutzutage noch immer so ist. Sicherlich kann man nicht pauschal ALLE heutigen Burschenschaften als antidemokratisch einstufen. Aber dass es da in vielen einen strammen Rechtstrend gibt und nicht wenige Burschenschaften sogar noch dem Volkstumsbegriff der Nürnberger Rassengesetze (!) frönen, ist unbestreitbar.

    Das hat mit "1848" oder "Paulskirchenparlament" schlicht NICHTS zu tun, das findet HIER, HEUTE und JETZT statt, im 21. Jahrhundert!
  7. #7

    Eine Zensur ...

    ... Findet nicht statt. Tolle Demokratie die wir da haben...
  8. #8

    Zitat von Bürgerlich Beitrag anzeigen
    »Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Sie sagen, aber ich werde mich bis zum letzten dafür schlagen, daß Sie es sagen dürfen.« (Voltaire)

    Man muss in keinem Fall mit Weidners Position konform gehen, aber dafür eine Existenz zu zerstören, das halte ich für undemokratisch hoch zehn.
    Wenn dann auch noch die Burschenschaften als Antidemokraten dargestellt werden, dann kann ich nur sagen: Lernt Geschichte. Sie waren es, die am Beginn der deutschen Demokratiebewegung standen (Wartburgfest, Hambacherfest, 1848, Paulskirchenparlament etc.). Nicht umsonst hat unser Staat die Farben der Burschenschaften übernommen.
    Wo wurde denn seine Existenz jetzt zerstört? Und dass alle Burchenschaften als Antidemokraten hingestellt werden, kann ich auch nicht im Artikel wiederfinden. Dass aber einige Burchenschaften bzw deren Mitglieder rechtsextremen Gedankengut sehr nahe stehen, liess sich zuletzt ja häufiger feststellen. Und da der entsprechende Leserbrief in einer Zeitung seines Bundes veröffentlicht wurde, und er offenbar auch überregional als Chefredakteur der Verbandszeitschrift der Deutschen Burschenschaft Einfluss hatte, ist es durchaus angebracht die Burchenschaften zu erwähnen. Bliebe ja anderen Burchenschaften unbenommen wie zuletzt auch sich von solchen Personen zu distanzieren. Einige haben ja den Dachverband u.a. deshalb verlassen.
  9. #9

    Burschenschafter - Die Herren-Rasse

    Mich würde interessieren, ob es nationale Burschenschaften in Frankreich, Niederlanden, Skandinavien oder Spanien gibt, deren Ziel es ist, andere Volksgruppen als minderwertig einzustufen, um sich selbst aufgrund eines mangelnden Selbstbewusstseins damit aufzuwerten.
    Gerade jetzt in Spanien in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit müssten die Glatzen das Straßenbild beherrschen. Ist das der Fall.
    Gibt es Spiegel-Leser, die in Spanien leben.
    Manche Foristen machen sich sorgen, ob das Gericht die Existenz eines solchen Burschen doch nicht ruinieren würde.
    Anderseits fragen sich die gleichen Foristen nicht, was dieser Bursche an einem freiheits- unterdrückenden System so toll findet. Natürlich würde der Burschenschafter sich in diesem System als eine Art Herren-Mensch ansehen, der über andere verfügen darf.
    Solchen Burschen muss man ihre Grenzen aufzeigen.