Fesseln für Google, Facebook und Co.: Das sollten Sie über die EU-Datenschutzpläne wi

CorbisDie EU will ihren Bürgern mehr Privatsphäre verschaffen, den Web-Datenschutz stärken. Lobbyisten der Internet-Branche laufen Sturm - ein Anwalt warnt gar, Google und Facebook könnten künftig Geld von Europäern verlangen. Was genau plant Brüssel, wo gibt es Widerstände? Ein Überblick.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...-a-876892.html
  1. #50

    So war es gestern ...

    Zitat von darksystem Beitrag anzeigen
    Fast richtig. Die "eigenen" Daten werden erst in der Masse der Daten von vielen für Unternehmen wertvoll. Ihre Daten alleine sind vollkommen wertlos und total uninteressant.
    Dennoch ist das bloße Ansammlung dieser Daten in den Händen der Datenkraken gefährlich. Das wußte Orwell schon 1949, der Gesetzgeber schon 1949 (Telekommunikationsgeheimnis), das Bundesverfassungsgericht spätestens im Volkszählungsurteil und Sie begreifen es heute noch nicht? Weil Sie nicht lesen?

    Wissen ist Macht. Ich zitiere Eric Schmidt von Google:

    "Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, worüber du nachdenkst." - SPIEGEL Online Zitate.

    Diese Macht, macht die Menschen ängstlich. In den Worten des Bundesverfassungsgerichts: Der Bürger verliert seine Unbefangenheit bei der Wahrnehmung seiner Rechte. Er wird gehorsam. Ein schleichender Prozess. Angst ist schleichend. Eine Demokratie aber benötigt mutige Menschen, keine ängstlichen. Existenznotwendig.
    Der Bürger weiß nicht mehr, wer wann was über ihn weiß. Er fühlt sich ohnmächtig.

    Bah, was erkläre ich ihnen dies alles. Lesen Sie keine Zeitung? Wollten Sie in der DDR leben. In China, dass soeben Klarnamenszwang fürs Internet eingeführt hat?

    Sehen Sie, wollen Sie gar nicht. Stellen Sie sich also bitte nicht dumm, nur um weiter die bunten Bonbons, mit denen man Ihnen Ihre Daten entlockt und die facebook / Google Ihnen zum Lutschen kostenlos anbietet, genießen zu können.

    Zitat von darksystem Beitrag anzeigen
    Dann bitte. Machen Sie den Anfang. Was haben Sie für einen Nachteil davon wenn Google weiß das IP Adresse 137.298.123.456 zu Zeitpunkt X auf SPON, Google, Facebook gesurft hat, wenn diese IP "zufällig" Ihnen gehörte?
    Ja, sie fangen ganz von vorne an.
    Bei der Erfindung des Rades und fragen gleichsam, nach einem ABS-System für moderne PKW. Ihre Frage stellte man tatsächlich wohl ca. 1998 noch so. Danach entstand Nutzertracking als Wissenschaft. Niemand ist in der Lage mit den "Fortschritten" dieser gut bezahlten "Wissenschaft" Schritt zu halten, noch nicht einmal die einschlägig befassten Universitätsprofessoren. Etwa wöchentlich erscheinen "Papers" an Universitäten und Forschungseinrichtungen (oft von den Datenkraken gesponsort), die demonstrieren, wie man aus den kleinsten Informationsschnippseln der Datenspuren, echte Identifikation und intimste Eigenschaften rekonstruieren kann.
    Erfassung Ihres emotionalen Zustandes beim Nutzen einer Spracherkennungssoftware? Längst auch automatisiert möglich. Aggregation von pseudonymen Nutzerprofilen in Foren, Emails etc. aufgrund wiederkehrender Sprach- und Argumentationsmuster. Längst ein Kinderspiel. Etc. etc.

    Die IP-Adresse in Kombination mit ein paar (Ever-)Cookies als Anknüpfungspunkt, das ist gar nicht mehr nötig. Das war 1999 ....

    Ihr Standpunkt ist nicht falsch. Er ist von 1999.
  2. #51

    die "EU" will gar nicht unsere Daten schützen

    Vorsicht, "EU"!

    INDECT


    Übrigens findet sich ein Fehler in der Formulierung "extremste Lobbywarnung". ;)
  3. #52

    Das hat schon was: Über Datenschutz und Persönlichkeitsrechte philospohieren und gleichzeitig INDECT finanzieren ;o)
  4. #53

    Wettbewerb um die laschesten Regelungen

    Zitat von AndyDaWiz Beitrag anzeigen
    Was haben Niedrig steuern mit Datenschutz zu tun ?
    Und was ist an Niedrigsteuern schlecht, liebe Bürgerinnen und Buerger ?
    Das Beispiel Niedrigsteuern soll zeigen, wie bereits jetzt ein gewisser Wettbewerb stattfindet: Unternehmen gehen dahin, wo die Bedingungen am laschesten sind. Das ist bei Umweltschutzbestimmungen so, bei Löhnen und Steuern, und zukünftig auch beim Datenschutz.

    Und ja, zu niedrige Steuern sind schlecht: Denn wenn die öffentlichen Kassen leer sind, regnet es in den Schulen hinein, werden Straßen nicht repariert und dauert die Baugenehmigung zu lange. Zwergstaaten wie Luxemburg können sich das leisten, ernstzunehmende Staaten allerdings auf die Dauer nicht.
  5. #54

    Zitat von discotieren Beitrag anzeigen
    Die IP-Adresse in Kombination mit ein paar (Ever-)Cookies als Anknüpfungspunkt, das ist gar nicht mehr nötig. Das war 1999 ....

    Ihr Standpunkt ist nicht falsch. Er ist von 1999.
    Sie scheinen nur zu wissen das es möglich ist und nicht wie es möglich ist. Ansonsten kann ich mir kaum erklären warum Sie versuchen mir mit Dingen welche mir unlängst bekannt sind "Angst" zu machen oder mich davon zu überzeugen meinen Standpunkt zu ändern.

    Wenn Sie bewusst mit Ihren Daten umgehen dann haben FB/Google/Co nicht sonderlich viel mehr "Macht" als 1999.

    Sie arbeiten offenbar nicht in der Branche. Ansonsten wüssten Sie das nicht einmal ein simpler Login wie hier im SPON Forum ohne Cookie/IP Adresse halbwegs "sicher" funktioniert. Da wollen Sie mir ernsthaft erzählen das oben genannte Firmen ohne mein Zutun an meine Daten gelangen können?

    Zu Ihrem zitiertem Gerichtsurteil:
    Das ist, wie so oft, bewusst allgemein gehalten und richtet sich nicht nur gegen Datensammelei im Web. Darum geht es aber an dieser Stelle mit allen Einschränkungen welche das Web liefert. Und an dieser Stelle gilt und wird immer gelten: Die Gegenstelle weiß nur was sie von Ihnen übermittelt bekommt. Da ist es relativ egal was Orwelll vor 64 Jahren geschrieben hat.
  6. #55

    Zitat von darksystem Beitrag anzeigen
    Sie arbeiten offenbar nicht in der Branche. Ansonsten wüssten Sie das nicht einmal ein simpler Login wie hier im SPON Forum ohne Cookie/IP Adresse halbwegs "sicher" funktioniert. Da wollen Sie mir ernsthaft erzählen das oben genannte Firmen ohne mein Zutun an meine Daten gelangen können?
    Fürs Anmelden wären aber keine Cookies nötig, die länger als bis zum Schließen des Browsers gültig sind. Wozu gibts dann Cookies, die 10 Jahre gültig sein sollen? Und wozu braucht man dann die ganzen Tracker von Google, Facebook, Twitter, usw, wenn die Daten sowieso nach dem Sessionende wieder gelöscht würden?
  7. #56

    Übereinstimmung mit der Albrecht-Richtlinie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die EU will ihren Bürgern mehr Privatsphäre verschaffen, den Web-Datenschutz stärken. Lobbyisten der Internet-Branche laufen Sturm - ein Anwalt warnt gar, Google und Facebook könnten künftig Geld von Europäern verlangen. Was genau plant Brüssel, wo gibt es Widerstände? Ein Überblick.

    EU-Datenschutzverordnung: Antworten auf die wichtigsten Fragen - SPIEGEL ONLINE
    Hallo Forumsteilnehmer,

    ich gehe in den weitesten Teilen konform mit dem neuen Entwurf von Herrn Albrecht. Zunächst ist der Schutz persönlicher Daten mir sehr wichtig - ich war selbst in einem grossen Unternehmen in der IT-Abteilung beschäftigt. Daher liegt dieser mir seit jeher am Herzen.

    Mein Credo ist: Freies Netz für freie Bürger ! Natürlich weiss ich, dass das Netz nichts vergisst - daher muss eindeutig geregelt werden, dass die personenbezogenen Daten, die irgendwann mal angegeben wurden, auch wieder UNWIDERRUFLICH gelöscht werden können !

    Und wenn Facebook damit wirbt, dass es kostenlos bleiben wird, ist das vielleicht auch nur ein Lippenbekenntnis. Aber das beruht meiner Ansicht nach auch auf dem ewigen Streit zwischen der "alten und neuen Welt"...
  8. #57

    Zitat von bernieert Beitrag anzeigen
    Endlich setzt sich eine Regierung für den Datenschutz und gegen die Lobby durch. Ich finde das gut. Sollen Google, Facebook und Co. doch in Zukunft Geld verlangen. Ich brauch diese Staubsauger des Inet nicht und kann getrost auf deren Dienste verzichten. Es gibt zum Glück genügend Alternativen.
    Ich finde das ebenfalls gut, Lobbyismus war mir schon immer ein Dorn im Auge. Und wer es sich dann noch leisten kann/mag, wird sich noch rausstellen. Aber denen dürfte es dann relativ egal sein - es läuft ja eh' immer alles und immer mehr auf das Ansaugen unseres Geldbeutels hinaus.
  9. #58

    Zitat von fort-perfect Beitrag anzeigen
    geradezu erheiternd, wenn die EU sich als Schützer und Behüter der Privatsphäre aufführt und gleichzeitig die EU Mitgliedsstaaten die Privatsphäre ihrer Bürger mit Füssen treten.... so zum Beispiel die Kommunen der Bundesrepublik, die einen schwunghaften Handel mit den Daten aus den Einwohnermeldeämtern betreiben....
    Eben... dieser widerlichen Heuchlerin ist nicht zu trauen.
    Glaubwürdig wäre es, zunächst den eigenen Saustall aufzuräumen. Für die Teilnahme am staatlichen Adressgeschacher gilt ordnungsgeldbewehrtes Zwangs-Opt-In ohne Abwahlmöglichkeit und natürlich ohne Gegenleistung. Das Google jemanden zur Anmeldung zwingen würde, ist mir dagegen nicht bekannt...
    Natürlich ist wieder alles für die Sicherheit oder wie?
    Eklig!