Wie weit darf Kritik an Israel gehen?

Wenige politische Konflikte repräsentieren so heikles Terrain wie der Streit um den Palästinenserstaat, Israels Politik und Beurteilungen der diesbezüglichen politischen Entscheidungen. Wenn Israel und sein Vorgehen in der Debatte steht, geht es oft nicht nur um die Sache, sondern auch um den Umgang mit dieser Debatte. Wie weit darf Kritik an Israel gehen?
  1. #1

    Wie weit muss die Kritik an Israel gehen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenige politische Konflikte repräsentieren so heikles Terrain wie der Streit um den Palästinenserstaat, Israels Politik und Beurteilungen der diesbezüglichen politischen Entscheidungen. Wenn Israel und sein Vorgehen in der Debatte steht, geht es oft nicht nur um die Sache, sondern auch um den Umgang mit dieser Debatte. Wie weit darf Kritik an Israel gehen?
    Sie muss so weit gehen, wie sie es waere im Falle eines anderen Staates, der sich so verhielte wie der von Netanjahu angefuehrte Staat.

    Nachsicht bzw. falsche Ruecksichtnahme wegen der Vergangenheit ist fehl am Platz, sie koennte sogar dazu fuehren, dass die Netanjahus und Liebermans meinen, ihnen seien keine Grenzen gesetzt.

    Und nach Broders Entgleisungen gegenueber Augstein muesste man auch fragen, wie weit Kritik an den Kritikern Israels gehen darf. Seine Entschuldigung ist keine Entschuldigung. Niemand zwang ihn in die Falle zu gehen, in die er nun geraten sein will.
  2. #2

    Faktum ist....

    .....dass es sich bei den meisten Medienkomentaren zur Politik Israels
    und deren Verhalten in der Staatengemeinschaft und um Darstellung der Fakten und nicht mal um Kritik handelt! Wenn alle Staaten über ihre Geheimdienste mit ihre Mörderbanden auf der Welt herumschicken würden - und dies noch öffentlich als Drohung äußerten - wäre es um den Frieden schlecht bestellt. Aber schon die Schilderung der Tatsachen wird heute als Antisemitismus bezeichnet.
    Genauso läuft und lief es auch im Falle Augstein!
  3. #3

    Extrem ist nur einer

    Zitat von gandhiforever Beitrag anzeigen
    Sie muss so weit gehen, wie sie es waere im Falle eines anderen Staates, der sich so verhielte wie der von Netanjahu angefuehrte Staat.

    Nachsicht bzw. falsche Ruecksichtnahme wegen der Vergangenheit ist fehl am Platz, sie koennte sogar dazu fuehren, dass die Netanjahus und Liebermans meinen, ihnen seien keine Grenzen gesetzt.

    Und nach Broders Entgleisungen gegenueber Augstein muesste man auch fragen, wie weit Kritik an den Kritikern Israels gehen darf. Seine Entschuldigung ist keine Entschuldigung. Niemand zwang ihn in die Falle zu gehen, in die er nun geraten sein will.
    ich dachte bisher auch, Broder, Fleischhauer und Augstein seien faire Kollegen, alle mit mehr oder weniger intensiver Spiegelvergangenheit. So kann man sich täuschen. Ich habe selbst vermutlich in 9 von 10 Beiträgen Israel verteidigt, resp. unfaire Angriffe von Mitforisten abgewehrt. Broder überzieht nun so gewaltig, dass sich der wertkonservative Forist F. für seinen Kollegen Augstein verwenden muss. Das verlangt nach einem dicken Kompliment für Fleischhauer und einer tiefroten Karte für Broder. Der hat auch schon mal positiver zum Spiegel beigetragen. Welcher Teufel ihn nun Jahr für Jahr mehr reitet, ist mir schleierhaft. Ob er eine Chance sieht, im Extrem (wieder) mehr Beachtung zu finden?

    Augstein dagegen hat immer die Art Kritik an Israels Aussen- und Verteidigungspolitik geübt, die zur freien Meinungsbildung mit beiträgt.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenige politische Konflikte repräsentieren so heikles Terrain wie der Streit um den Palästinenserstaat, Israels Politik und Beurteilungen der diesbezüglichen politischen Entscheidungen. Wenn Israel und sein Vorgehen in der Debatte steht, geht es oft nicht nur um die Sache, sondern auch um den Umgang mit dieser Debatte. Wie weit darf Kritik an Israel gehen?
    So weit sie will, solange sie ehrlich bleibt. Es geht ja um das gezielte weglassen von Informationen, welches zu einem verdrehten Bild führt.


    Außerdem muss jeder der kritisiert auch selber Kritik akzeptieren. Auch Kritik an Israelkritik ist legitim.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie weit darf Kritik an Israel gehen?
    es wird ja gar nicht der Staat Israel als solches kritisiert - den gibt es einfach, nur seine Grenze zu den Palestinensern müsste die israelische Regierung mit der Palestinenserführung aushandeln - sondern die jeweilige israelische Regierung. Wobei die aktuelle Regierung unter Netanjahu den Friendensprozess nicht wirklich voranbringt.

    Und Männer wie Broder oder Cooper tun ihrer Sache nichts Gutes, wenn sie kritische Journalisten wie Augstein in eine Reihe mit bekannten anti-israelischen oder anti-semitischen Organistationen oder Personen stellen. Im Gegenteil. Jeder rechtslastige Glatzkopf mit Springerstiefeln und Bomberjacke kann sich jetzt entspannt zurücklehnen und mit süffisantem Grinsen verkünden: "man wird jetzt wieder sagen dürfen...".
  6. #6

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Außerdem muss jeder der kritisiert auch selber Kritik akzeptieren. Auch Kritik an Israelkritik ist legitim.
    sicher. Aber Broders Kritik an Augstein war nicht sachlich, sondern beleidigend. Zum Glück hat das Herr Broder mittlerweile selbst eingesehen und sich entschuldigt.
  7. #7

    andere Meinung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenige politische Konflikte repräsentieren so heikles Terrain wie der Streit um den Palästinenserstaat, Israels Politik und Beurteilungen der diesbezüglichen politischen Entscheidungen. Wenn Israel und sein Vorgehen in der Debatte steht, geht es oft nicht nur um die Sache, sondern auch um den Umgang mit dieser Debatte. Wie weit darf Kritik an Israel gehen?
    Ich widerspreche Ihnen. Broder hat sie zurecht für Übertreibungen entschuldigt. Zurecht bleibt er aber bei der Feststellung, dass Augstein ein Antisemit ist und den Eindruck erweckt Augstein auch bei mir.

    Das empfinde ich nicht als ehrliche Israelkritik, die von Augstein kommt.
    Augstein erweckt den Eindruck eines intellektuellen Antisemiten, der einseitig nur Israel krisitisiert. Ich will alll die genannten Fakten nicht wiederholen.

    Warum sollte sich das Empfinden vieler Deutschen nach 45 geändert haben. Antisemitismus ist immer noch präsent - seit Jahrhunderten, Sie kennen die Aussage von Bert Brecht, die trifft ins Schwarze. Besonders sichtbar wird das eben durch linke Israelkritik, die vor allem durch Ihre grünen Parteifreunde voran getrieben wurde.

    Nein, Israel kann kritisiert werden. Auch ich kritisiere die Siedlungspolitik. Aber dabei dürfen die Ursachen und die wahren Kriegstreiber und Hetzer in Nahost nicht ausgeblendet werden.

    Genau soweit darf Kritik an Israel gehen. Einseitige Israelkritik ist ummäntelter Antisemitismus.
  8. #8

    Eine Entschuldigung

    Zitat von atech Beitrag anzeigen
    sicher. Aber Broders Kritik an Augstein war nicht sachlich, sondern beleidigend. Zum Glück hat das Herr Broder mittlerweile selbst eingesehen und sich entschuldigt.
    "Herr Broder hat sich entschuldigt", toent gut, ist es aber nicht.

    Wer sich eine solche Entgleisung erlaubt, der kann nur um Entschuldigung bitten. Es ist an Herrn Augstein, ob er diese Art von Entschuldigung annimmt.
  9. #9

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Das empfinde ich nicht als ehrliche Israelkritik, die von Augstein kommt.
    Augstein erweckt den Eindruck eines intellektuellen Antisemiten, der einseitig nur Israel krisitisiert. Ich will alll die genannten Fakten nicht wiederholen.
    das dürfte auch schwerfallen, da Augstein in seinen Artikeln immer beide Streitparteien kritisiert. Hier der Link zu einem Augstein-Artikel, aus dem die aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate stammen und in dem Augstein viermal zuerst die Hamas als Angreifer nennt, bevor er Israel nennt:
    Jakob Augstein über Israels Gaza-Offensive: Gesetz der Rache - SPIEGEL ONLINE
    Warum sollte sich das Empfinden vieler Deutschen nach 45 geändert haben. Antisemitismus ist immer noch präsent
    ja, z.B. in den deutschen Burschenschaften, bei Rechtsparteien und den Skinheads.
    Nein, Israel kann kritisiert werden. Auch ich kritisiere die Siedlungspolitik. Aber dabei dürfen die Ursachen und die wahren Kriegstreiber und Hetzer in Nahost nicht ausgeblendet werden.
    leider gehört dazu nicht nur die Hamas. Auch die Regierung Netanjahu ruft regelmässig zu Angriffen auf den Iran auf, treibt die Siedlungspolitik voran, tötet durch Luftangriffe ihre politischen Gegner, usw.
    Genau soweit darf Kritik an Israel gehen. Einseitige Israelkritik ist ummäntelter Antisemitismus.
    es hat Augstein nichts genutzt, die Hamas zu kritisieren. Die Angriffe der Hamas noch vor den Gegenaktionen von Israels Regierung zu nennen. Es hat Augstein nichts genutzt, dass er z.B. auch die Waffenlieferungen der deutschen Regierung an Saudi Arabien kritisiert, ihm wurde und wird munter weiter vorgeworfen, einseitig <immer nur Israel> zu kritisieren:
    Panzer für die Saudis: Merkels Doktrin bei Waffengeschäften - SPIEGEL ONLINE

    Fazit: von manchen Personen ist jegliche Kritik an Israel in jeglicher Form unerwünscht.