Boeings Ärger mit dem Dreamliner: Warum neue Flugzeuge nie perfekt funktionieren

REUTERSFast täglich werden neue Pannen bei Boeings Prestigeflugzeug bekannt. Der Dreamliner hat reichlich Kinderkrankheiten. Das ruft nun die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan. Dabei sind solche Probleme für einen neuen Flugzeugtyp eher die Regel als die Ausnahme.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-877083.html
  1. #10

    Nur mal so als Hinweis für die "Experten:" Ein gewisser Vincent Weldon, der seit 1960 für Boeing tätig war, wurde 2006 von Boeing entlassen, weil es seine Sicherheitsbedenken den Dreamliner betreffend öffentlich machte. Hintegrund ist der verwendete Verbundwerkstoff. Kohlefaserverbundwerkstoff, den Weldon für weniger feuerfest und weniger stabil als Aluminium hält. Weiterhin sollen FAA Standardtests zu Gunsten der 787 entschärft worden sein.
    Wenn dann sogenannte bzw. selbsternannte Experten Qualitätsmängel als "normal" bezeichnen, dann sträuben sich mit die Haare zu Berge.
  2. #11

    ...

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es bei den Flugzeugen nichts anderes ist, als ja mittlerweile bei so ziemlich allen Produkten. Extremer Entwicklungsdruck... schnell, schnell, schnell mit wenig Personal. Viel wird schnell mit der heißen Nadel zusammengestrickt. Dann muss ein schneller Markteintritt erfolgen. Das kombiniert sich super damit, Zeit und sehr hohe Kosten für langwierige Tests und Überarbeitungen zu sparen. Der Kunde wird zum Beta-Tester degradiert. Beschwert er sich, wird er abgewimmelt. So lange sich nicht zu viele Kunden beschweren, der Absatz brutal einbricht oder extreme Rückrufkosten entstehen, ist alles allerfeinst..... Gibt es überhaupt noch Neuentwicklungen, egal was für ein Produkt, die überhaupt einfach nur funktionieren?

    Sie können sich das vielleicht gut vorstellen, aber ein Flugzeug ist kein "ziemlich alle Produkte". Haben Sie überhaupt die eine Ahnung davon, was es für Entwicklungsleistungen und Geld kostet, ein Flugzeug zu konstruieren und in Serienfertigung zu bauen? Sie vergleichen das hier mit einem Handy oder einem Fernseher. Falls es sie interessiert, die Entwicklung eines neuen Flugzeugs kostet so um die 10 bis 15 Milliarden €, ein einziges Flugzeug wird an den Kunden verkauft für 250 Millionen €.
  3. #12

    Halbwissen

    Zitat von ivanogor Beitrag anzeigen
    wie beim heiliger_bimbam. wenn man wirklich ein produkt solange testen wöllte, bis man es absolut mängelfrei auf den markt bringen kann, vergehen jahre. testing kann nicht die realität ins feinste abbilden und ist ein sehr aufwendiger prozess. egal wo
    Joar, nun weiß ich natürlich nicht, in welchem Fach Sie Wissen besitzen. Somit isses gut möglich, dass ich dort tatsächlich nur Halbwissen habe. Man kann ja nicht alles wissen. Ich weiß ja auch nicht mal theoretisch, wie Brötchen gebacken werden. :-)

    Allerdings finde ich in ihrem kritischen Beitrag nur eine allgemeingültige, oberflächliche Phrase. Wo bleibt der inhaltliche Mehrwert? Bitte bringen Sie uns weiter. ;-)
  4. #13

    Nicht nur Flugzeuge

    Es betrifft alle Produkte und technischen Systeme: es gibt eine Ausfallkurve über die Zeit, die etwa badewannenförmig verläuft. Zu Anfang sind es Material- und Montagefehler. Wenn die beseitigt sind, kommt eine längere Zeit mit geringen Ausfällen, bis der Verschleiß und Materialermüdung eintritt. Dann steigen die Ausfälle wieder deutlich an.
  5. #14

    Nicht nur Flugzeuge

    Es betrifft alle Produkte und technischen Systeme: es gibt eine Ausfallkurve über die Zeit, die etwa badewannenförmig verläuft. Zu Anfang sind es Material- und Montagefehler. Wenn die beseitigt sind, kommt eine längere Zeit mit geringen Ausfällen, bis der Verschleiß und Materialermüdung eintritt. Dann steigen die Ausfälle wieder deutlich an.
  6. #15

    Zitat von solaris21 Beitrag anzeigen
    Nur mal so als Hinweis für die "Experten:" Ein gewisser Vincent Weldon, der seit 1960 für Boeing tätig war, wurde 2006 von Boeing entlassen, weil es seine Sicherheitsbedenken den Dreamliner betreffend öffentlich machte. Hintegrund ist der verwendete Verbundwerkstoff. Kohlefaserverbundwerkstoff, den Weldon für weniger feuerfest und weniger stabil als Aluminium hält. Weiterhin sollen FAA Standardtests zu Gunsten der 787 entschärft worden sein.
    Wenn dann sogenannte bzw. selbsternannte Experten Qualitätsmängel als "normal" bezeichnen, dann sträuben sich mit die Haare zu Berge.
    Es ist immer sehr schwierig altgediente Erfahrung mit Mut zur Innovation in Einklang zu bringen. Die Aussage zu machen: "Das haben wir schon immer so gemacht" ist langfristig nicht gut für eine Firma.

    Der Dreamliner ist ein Meilenstein in der Flugzeugentwicklung. Nur durch den Versuch ihn zu bauen wird man langfristig die Erfahrung sammeln können, ob das Konzept besser ist oder nicht. Ich denke eher, dass in 50-60 Jahren der Trend in die generelle Richtung des Dreamliners geht. Und dann wird wieder ein neues Konzept vorgestellt. Dann wird es einen Experten geben, der schon seit 2030 bei Boeing ist und sagt: Das haben wir doch schon seit 30 Jahren so gemacht... warum sollten wir etwas ändern.
  7. #16

    Dc-3

    Die DC-3 hat von Anfang an problemlos funktioniert.

    Und die JU-52 war so stabil von Anfang an, dass sie sogar noch einen 3. Motor verkraften konnte.

    Aber bei Geschwindigkeiten über 300 km/h. wird´s eben problematisch.

    Weiss jeder, der diese Geschwindigkeit mit einem Auto auf der Autobahn gefahren hat. Weil durch die Geschwindigkeit sich kleine Mängel potenzieren. Auf einmal hebt der Scheibenwischer ab oder der Rückspiegel vibriert so stark, dass man nichts mehr erkennen kann, wem man wegfährt. Fehler, die bei geringeren Geschwindigkeiten nie auftreten. Eine kleine Unwucht der Reifen wird dann zum markerschütternden Vibrieren und tosendem Geräusch, das das Auspuffdröhnen völlig übertönt. :-)
  8. #17

    Mängel, heute mehr als früher?

    Als die Engländer das erste Verkehrsflugzeug mit Düsentriebwerken nach dem Krieg in Betrieb nahmen, es hieß glaube ich Comet, hatte man auch schon Probleme. Auf Grund der Flughöhe in der Jetstreamzone brachen wegen Materiealermüdung einige Maschinen auseinander. Mit fatalen Folgen. Bis man das Problem erkannt hatte. Dagegen sind die hier genannten Probleme wirklich nichts besonderes, zumal so ein Flugzeug ein komplexes Gerät ist. Ähh, so ähnlich wie ein Flughafen. Da scheint allerdings wirklich menschliches Versagen vorzuliegen. Der kann aber zum Glück nicht abstürzen.
  9. #18

    Dabei sind solche Probleme eines neuen Flugzeugtyp eher die Regel als die Ausnahme

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast täglich werden neue Pannen bei Boeings Prestigeflugzeug bekannt. Der Dreamliner hat reichlich Kinderkrankheiten. Das ruft nun die US-Luftfahrtbehörde auf den Plan. Dabei sind solche Probleme für einen neuen Flugzeugtyp eher die Regel als die Ausnahme.

    Pannenserie beim Dreamliner: Boeings Probleme mit der 787 - SPIEGEL ONLINE
    Die Entwickler bei Airbus hantierten bestimmt genau so mit neuen Verbundmaterialien wie Boeing, hatten ebenfalls keine Vergleichsmöglichkeit. Während Boeing zu Airbus und dem A380 hinüberschielen konnte, denn der hatte längst die Musterzulassung. Wenn die den Dreamliner mit noch größerer Verspätung endlich in die Erprobung bringen als vergleichsweise Airbus den A380 und dann die Probleme endlos weitergehen, muss man ehrlich sein und sagen, Airbus hat hier die bessere Arbeit abgeliefert und besseren Umgang mit dem ihnen auch unbekannten Material gezeigt. Bis auf die Rolls Royce Triebwerke - eine komplette Neuentwicklung - gab es keine Pannen Anreihung wie bei dem Produkt aus Seattle. Dass man Toilettenprobleme der A340 ins Spiel bringt, eines komplett noch weitestgehend herkömmlich produzierten Fliegers erscheint ein bisschen an den Haaren herbei gezogen, weil man nicht solche Pannen bei Airbus kennt. Und was ist mit der 747-400? Warum wird der Jumbo als ewig anfälliges Sorgenkind bezeichnet? Gerade in einer anderen SPON-Mitteilung? Widersprecht euch doch nicht immer gleich.
  10. #19

    Teileproduktion weltweit

    Zitat von dunnhaupt Beitrag anzeigen
    Habe nie verstanden, wieso es kostengünstiger sein soll,
    wenn die zahllosen Teile eines einzelnen Flugzeugs in 200 verschiedenen Fabriken in 20 oder 30 verschiedenen Ländern angefertigt werden. Es wird damit so gut wie unmöglich, irgendwelche Qualitätskontrolle durchzuführen, von Lieferungsproblemen ganz abgesehen.
    Ich muss da leider widersprechen - zumindest was die Qualitaetskontrollen betrifft. Die Firmen wie Boing passen da schon sehr auf, dass sie nicht etwas bezahlen, was nicht den Vorgaben entspricht - das Geld sorgt hier fuer den entsprechenden Druck.