Urteil zum Bafög: Fernbeziehung ist zumutbar

dapdIm Ausland studieren für die Liebe? Das ist schön und belebt die Beziehung, könnte aber den Bafög-Anspruch kosten. Ein Gericht entschied jetzt: Wer Deutschland für das Studium verlässt, um dem Freund hinterherzuziehen, hat keinen Anspruch auf Förderung. Eine "räumliche Trennung" sei zumutbar.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-877043.html
  1. #1

    Richtige Entscheidung.
  2. #2

    Wieso?

    Würde sich die Dame als Politikerin den Arsch breit sitzen, bekäme sie € 284 Trennungsgeld vom Staat.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Studentin könne 80 bis 150 Kilometer von ihrem schweizerischen Wohnort entfernt auch in einer deutschen Hochschule studieren. Die dadurch bedingte räumliche Trennung von ihrem Lebenspartner "begründe keine Unzumutbarkeit", so die gerichtliche Feststellung.

    Bafög-Urteil: Freund im Ausland begründet keinen Anspruch - SPIEGEL ONLINE
    Nehmen wir einmal an, das BVerwG habe nach Prüfung festgestellt, dass an diesen beiden Bildungseinrichtungen (wo? Meckenbeuren? Durlesbach?) derselbe Studiengang angeboten wird und die Klägerin dort auch zugelassen worden wäre - dann bliebe immer noch die Frage, was die Pendelei oder das Anmieten einer zweiten Wohnung kostet. Wenn eine Studentin Geld verbraten soll, um BAföG zu bekommen, dann ist das nicht unbedingt im Sinne des Erfinders.
  4. #4

    Zitat von Stäffelesrutscher Beitrag anzeigen
    Nehmen wir einmal an, das BVerwG habe nach Prüfung festgestellt, dass an diesen beiden Bildungseinrichtungen (wo? Meckenbeuren? Durlesbach?) derselbe Studiengang angeboten wird und die Klägerin dort auch zugelassen worden wäre - dann bliebe immer noch die Frage, was die Pendelei oder das Anmieten einer zweiten Wohnung kostet. Wenn eine Studentin Geld verbraten soll, um BAföG zu bekommen, dann ist das nicht unbedingt im Sinne des Erfinders.
    Irgendwie finde ich das Urteil auch seltsam. Nehmen wir mal an, sie hätte die Uni gewählt, weil sie mit denen in ihrer Nähe nicht zufrieden gewesen ist: Wie wäre das Urteil dann gewesen? Oder wenn man aus Deutschland kommt und im Ausland an einer Uni studiert, die näher ist, als jede Hochschule in Deutschland?

    Entweder man garantiert die Wahlfreiheit der Hochschule oder man schafft klare Tatsachen. Irgendwie hat mich das Urteil doch sehr verwirrt.
  5. #5

    Zitat von Stäffelesrutscher Beitrag anzeigen
    Wenn eine Studentin Geld verbraten soll, um BAföG zu bekommen, dann ist das nicht unbedingt im Sinne des Erfinders.
    Doch leider. 3 Fälle anbei:
    1. Person wohnt pendelt ca. 10km zwischen Uni und Elternhaus, arbeitet nebenher und kriegt kein bafög weil das eigene Vermögen aus der Arbeit (private Vorsorge + Spargedanke) "zu hoch" ist und erst aufgebraucht werden soll
    2. Person hat vom vater ein Aktienpaket (kaum 5stellig) bekommen für einen guten Start ins Leben, kriegt erst Bafög nachdem er einen beträchtlichen Teil verballert hat
    3. Person wohnt kaum 100m von Uni weg, arbeitet nicht, zieht aus Elternwohnung aus und paar Aufgänge weiter in eigene Wohnung... man höre und staune: kriegt Bafög.

    Merke: Wer seine Zeit nicht mit arbeiten vergeudet und auch sonst keine Sparneigung zeigt, aber sein Geld verballert und gerne auf Staatskosten leben möchte (es aber definitiv nicht muss) kann sich gute Hoffnung auf Bafög machen.
    Wer neben dem Studium/Abi und dazwischen arbeitet, der staatlichen Empfehlung privat vorzusorgen nachgeht und auch sonst sparsam lebt... kriegt keins.
  6. #6

    Zitat von renee gelduin Beitrag anzeigen
    Doch leider. 3 Fälle anbei:
    1. Person wohnt pendelt ca. 10km zwischen Uni und Elternhaus, arbeitet nebenher und kriegt kein bafög weil das eigene Vermögen aus der Arbeit (private Vorsorge + Spargedanke) "zu hoch" ist und erst aufgebraucht werden soll
    2. Person hat vom vater ein Aktienpaket (kaum 5stellig) bekommen für einen guten Start ins Leben, kriegt erst Bafög nachdem er einen beträchtlichen Teil verballert hat
    3. Person wohnt kaum 100m von Uni weg, arbeitet nicht, zieht aus Elternwohnung aus und paar Aufgänge weiter in eigene Wohnung... man höre und staune: kriegt Bafög.

    Merke: Wer seine Zeit nicht mit arbeiten vergeudet und auch sonst keine Sparneigung zeigt, aber sein Geld verballert und gerne auf Staatskosten leben möchte (es aber definitiv nicht muss) kann sich gute Hoffnung auf Bafög machen.
    Wer neben dem Studium/Abi und dazwischen arbeitet, der staatlichen Empfehlung privat vorzusorgen nachgeht und auch sonst sparsam lebt... kriegt keins.
    Das mit der Vorsorge verstehe ich nicht. Sie ist doch für den "guten Start ins Leben", soll dann aber für das Studium nicht eingesetzt werden? Wofür denn dann? Ich nehme außerdem an, dass Eltern, die da nennenswert vorsorgen konnten, meistens auch solche sein werden, bei denen Bafög für den Sprössling wegen des elterlichen Einkommens ohnedies nicht in Betracht kommen wird. Im Übrigen ist Bafög teilweise ein Kredit, und es ist doch wohl ganz nett, wenn man aufgrund der Vorsorge nach dem Studium ohne Schulden dasteht?
  7. #7

    Zitat von renee gelduin Beitrag anzeigen
    Wer neben dem Studium/Abi und dazwischen arbeitet, der staatlichen Empfehlung privat vorzusorgen nachgeht und auch sonst sparsam lebt... kriegt keins.
    Im Übrigen wissen wir doch alle, dass Empfehlungen, privat vorzusorgen, problematisch sind. Ein nicht unerheblicher Anteil der Riesterrenten wird, wenn sie fällig werden, nicht dazu dienen, den Lebensstandard der Rentner zu verbessern, sondern dazu, staatlichen Kassen eine Aufstockung durch Grundsicherung zu ersparen.
  8. #8

    Bafög

    Ich habe den Eindruck, dass manch einer nicht weiss, wann und wozu Bafög gezahlt wird. Das Bafög ist eine Ausbildungsbeihilfe für die, die sich sonst ein Studium nicht leisten können, also eine gemeinschaftlich aufgebrachte Sozialleistung für wirtschaftlich Schwächere. Deswegen ist es auch ans Einkommen der Eltern gekoppelt; schon in der "gehobenen Mittelschicht" bekommt man (praktisch) gar nichts, und darunter fällt man als Lehrerkind beispielsweise schon. Ein Studium ist eine Investition in die eigene Zukunft, d.h. man selbst und die eigenen Eltern sind hier für die Finanzierung verantwortlich. Ergo ist ein fünfstellig wertvolles Aktienpaket ein Vermögen, das einem eine (Teil-)Finanzierung eines Studiums ermöglicht. Ergo ist auch die Finanzierung privater Lebensvorlieben bzw. -umstände nicht Aufgabe des Bafög. Die Entscheidung erging daher zu Recht, auch wenn es in diesem speziellen Fall für das Paar eine Härte bedeutet, weil sie ihren Lebensentwurf dann so möglicherweise nicht finanzieren können. Da es genügend Alterbativen gäbe, ist das aber ihr Problem und nicht das Problem der Solidargemeinschaft!
  9. #9

    Zitat von chb_74 Beitrag anzeigen
    Ein Studium ist eine Investition in die eigene Zukunft, d.h. man selbst und die eigenen Eltern sind hier für die Finanzierung verantwortlich.
    Nun ja, andererseits ist die Gesellschaft auch davon abhängig, dass es welche gibt, die diese Investition vornehmen - wer in welchem Maße profitiert, dürfte insgesamt sehr schwer zu bestimmen sein. Ich persönlich würde mir eine auskömmliche und elternunabhängige Studienfinanzierung für alle wünschen, die dafür an stärkere Leistungsanforderungen geknüpft ist.