Feuer, Fensterriss, Ölleck: US-Luftfahrtbehörde ermittelt wegen Dreamliner-Pannen

REUTERSNach einer ganzen Serie von Pannen bei Boeings Dreamliner schaltet sich die US-Luftfahrtaufsicht FAA ein. Die Behörde will Ermittlungen aufnehmen. Am Freitag musste wegen Problemen mit der Bremse erneut ein Dreamliner am Boden bleiben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-876970.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach einer ganzen Serie von Pannen bei Boeings Dreamliner schaltet sich die US-Luftfahrtaufsicht FAA ein. Die Behörde will Ermittlungen aufnehmen. Am Freitag musste wegen Problemen mit der Bremse erneut ein Dreamliner am Boden bleiben.

    US-Luftfahrtbehörde ermittelt wegen Dreamliner-Pannen - SPIEGEL ONLINE
    Airbus weiss schon warum sie GLARE verbauen.

    Das mit den Bremsen und den Leitungen ist allerdings peinlich, hoffentlich passiert da nicht noch mehr...
  2. #2

    Auweia

    Also nichts gegen den Fortschritt, aber offenbar stossen gewisse Materialien mittlerweile an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Immerhin muss man auch unseren amerikanischen Freunden aufrichtig attestieren, dass derartige Pannen nicht gleich zwangsläufig verheerende Konsequenzen nach sich ziehen.

    Ich bin selbst ein paar mal mit einer Boeing geflogen und kenne die Belastungsgrenzen relativ gut. Bei einem Flug nach Berlin bin ich zum Beispiel mal mit einer 737 in Turbulenzen geraten, die ziemlich heftig waren. Es war kurz vor der Landung, als die Maschine in eine Schlechtwetterfront geriet und je näher wir dem Flughafen kamen, desto schlimmer wurde es.

    Es blitzte und donnerte um uns herum, dazu starker Regen, Windböen ohne Ende und selbstverständlich auch ein paar Luftlöcher, in der die Maschine offenbar innerhalb von Sekunden massiv an Höhe verlor. Es fühlte sich so an wie in einer Achterbahn, womöglich hatten alle Passagiere sogar kurzfristig das Vergnügen, die Schwerelosigkeit zu erfahren.

    Ich sass direkt neben einer Tragfläche und konnte deutlich sehen, wie diese erst stark vibrierte und dann in Schwingungen geriet. Die Tragfläche bog sich derart durch, so dass ich wirklich Angst bekam. Diesen Anblick werde ich nie vergessen.

    Dennoch hielt die Maschine diesen Belastungen stand, der Pilot landete sicher und als wir langsam ausrollten, spendeten sämtliche Passagiere spontan Beifall.

    Man kann unseren amerikanischen Mitbewerbern nur Glück wünschen, dass die neuen Maschinen "Dreamliner" ähnlich konzipiert wurden. Ich hoffe das wirklich, denn immerhin kann es durchaus passieren, dass ich auch mal in so einer Maschine sitze und plötzlich in eine heftige Schlechtwetterfront gerate...
  3. #3

    Nothing to see here

    Die 787 ist genau wie die A380 in einem Umfang, den sich ein Laie kaum vorstellen kann neu. Beide Hersteller gehen beim Versuch, den Energieverbrauch erheblich zu senken völlig neue Wege. Dabei treten technische Probleme auf, die ebenfalls ein Laie kaum verstehen kann.
    Wichtig ist, dass Menschen und Institute mit viel Kenntnis und Erfahrung die damit verbundenen Prozesse managen. So werden nach einer Reihe von Vorfällen formal jetzt Untersuchungen eingeleitet. Darin liegt keine Vorwegnahme eines Ergebnisses, gar dass das Flugzeug nicht sicher sei.

    Das Gegenteil ist der Fall: Bitte sehen sie diesen Untersuchungsprozess als weiteres Sicherheitsnetz in einer langen Prozesskette, die sicherstellt, dass die Luftfahrt immer effizienter und sicherer wird. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, wie sicher die Luftfahrt im Vergleich zu dem 70er-Jahren geworden ist.
    Insofern stört mich der Kammerton der Meldung. Wenn es tatsächliche Zweifel am Produkt 787, den verbundenen Prozessen und Einsatzprofilen gäbe, würde die FAA die innerhalb von Stunden "grounden" - ausser Betrieb stellen. Das gab es zuletzt bei der DC-10-30 nachdem sich Strukturschwächen zeigten - an zwei schlimmen Totalverlusten.

    Also: Nothing to see here, alles erforderliche wurde und wird getan. Steigen Sie völlig beruhigt in jeden Airbus, jede Boeing oder Tupolev.
  4. #4

    Bitte keine Verwechslungen...

    ... zwischen persönlichen Erlebnissen und unverstandenen Fachbegriffen.

    Lieber abominog, seien Sie ganz sicher, dass Sie die Belastungsgrenzen eines Airliners nicht kennen. Nur als Tipp: Die halten Dinge aus, die die Passagiere nicht unverletzt überleben.

    Und sie flogen - so wie es sich anhört - auch nicht durch eine Front (woran sieht man das) sondern nahe an einer Gewitterzelle vorbei. Und Luftlöcher gibt es nur im Märchen.

    Ja, das war sicher ganz schön turbulent, doch auch hier bitte ganz entspannt. Ihre Piloten wissen genau was sie tun... und die kennen auch die erforderlichen Fachbegriffe...
  5. #5

    Der A380 ist im Marktsegment der Boeing ex-Cash-Cow 747-400 angesiedelt, die früher das gesamte Geschäft für Flugzeuge oberhalb von 300 Sitzplätzen (Grenze je nach Komfortanspruch und Klasseneinteilung) monopolistisch abschöpfen konnte. Diese Cash-Cow zu schlachten war mindestens die strategische Sekundärzielsetzung von Airbus bei der Konzeption der A3XX alias A380. Das Segment der viel kleineren 787 wird von Airbus bisher mit dem A330 bedient, den Airbus in den letzten Jahren technisch immer mehr aufgewertet hat, sowie mit dem ganz neuen (und teureren) A350. Im untersten Segment greift Airbus die kleinste 787 mit einem ebenfalls aufgewerteten A321neo an, wie der gerade zugesagte Auftrag von Hawaiian Airlines zeigt.
  6. #6

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    Also nichts gegen den Fortschritt, aber offenbar stossen gewisse Materialien mittlerweile an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Immerhin muss man auch unseren amerikanischen Freunden aufrichtig attestieren, dass derartige Pannen nicht gleich zwangsläufig verheerende Konsequenzen nach sich ziehen.
    Ich bin selbst ein paar mal mit einer.......
    Alle Passagierflugzeuge sind derart ausgelegt, dass sie solchen mechanischen Belastungen problemlos standhalten. Mir ist auch nicht bekannt, dass schon mal ein Flugzeug abgestürzt ist, weil es von einem Sturm in der Luft zerrissen wurde.
    Sie sollten sich mehr Sorgen um die Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeitszeiten) und die Ausbildung der Piloten und Fluglotsen machen, denn da passieren die häufigsten Unglücke.
  7. #7

    Auweia ist gut...

    Zitat von abominog Beitrag anzeigen
    Ich bin selbst ein paar mal mit einer Boeing geflogen und kenne die Belastungsgrenzen relativ gut.

    Dennoch hielt die Maschine diesen Belastungen stand, der Pilot landete sicher und als wir langsam ausrollten, spendeten sämtliche Passagiere spontan Beifall.
    Hmm... also ich bin auch schon diverse Male geflogen, aber die Belastungsgrenzen von Flugzeugen kenne ich davon nicht. Dafür gibt es glaube ich auch nur zwei Möglichkeiten: man berechnet/simuliert sie oder man testet. Bei letzterem möchte ich nicht als Passagier betroffen sein ;)

    Und ich hoffe, Sie klatschen nicht auch, wenn der Bus Sie an Ihrer Haltestelle absetzt. Das sichere Steuern des Flugzeuges und nach Wetterlage bestimmen der machbaren Flugroute ist nicht schlecht bezahlte Aufgabe eines Piloten. Solange nicht unvorhergesehene Dinge wie ein plötzlicher technischer Defekt auftreten, würde ich davon ausgehen, dass der Pilot entweder sicher am Ziel landet oder auf ein sicheres Ziel ausweicht, sollte es doch wettertechnisch unmöglich sein!
  8. #8

    Zitat von contrail08 Beitrag anzeigen
    Also: Nothing to see here, alles erforderliche wurde und wird getan. Steigen Sie völlig beruhigt in jeden Airbus, jede Boeing oder Tupolev.
    Jeden... Naja... die Fluggesellschaft würde ich mir schon vorher ansehen. Aber innerhalb Europas sind wir da ja relativ sicher.
  9. #9

    @ abominog

    Weil Sie ein paar mal mit einer Boeing geflogen sind und offensichtlich einmal schwere Turbulenzen erlebt haben, meinen Sie nun ein Experte für die Belastungsgrenzen von Boeing zu sein? Also für Boeing ganz allgemein oder für einen bestimmten Flugzeugtyp?

    Was Sie erlebt haben ist für Flugzeuge eine absolut normale Situation und führt sie eben nicht an die Belastungsgrenze. Wenn die schon bei schweren Turbulenzen erreicht werden würde, gäbe es viel, viel mehr Flugzeugabstürze. Ich bin ein relativer Vielflieger und habe auch schon Luftlöcher erlebt, dass der Kaffe nicht mehr in der Tasse war, sondern als Säule vor einem stand. Ich bin durch heftigste Gewitterwolken geflogen und habe all das von Ihnen beschriebene auch x-mal erlebt und ich weiß genau, dass diese Maschienen noch weit von ihrer Belastugsgrenze entfernt waren!

    Das in solchen Situationen bestimmt 50% (oder etwas mehr) der Passagiere die Muffe geht ist ganz normal...