Integration behinderter Kinder: "Alle sind überfordert"

DPAKinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen dürfen, doch Deutschland kommt bei der Inklusion nur langsam voran. In diesem Jahr soll jetzt alles besser werden, versprechen die Kultusminister. Theoretisch finden das alle gut, praktisch sind vor allem die Lehrer völlig überfordert.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/i...-a-876847.html
  1. #1

    War das nicht vorhersehbar?

    Während sich die Kultusminister noch immer nicht auf einen halbwegs einheitlichen Weg in der Bildungspolitik einigen können, wird ohne ein sinnvolles und umsetzbares Konzept versucht, das Modethema "Inklusion" in die Schulen hineinzudrücken. Das ist doch schon jetzt gescheitert und kostet Zeit, Motivation und viel Geld - und am Ende kommt nichts dabei heraus, besonders für die zu inkludierenden Kinder. Ein sozialpolitischer Großflughafen sozusagen.
  2. #2

    Wer fragt die Kinder?

    Heute wird auf dem Rücken aller möglichen Gruppen (Schul)Politik gemacht. Hauptsache neu und modern - also gut verkäuflich.
    Schwerst behinderte Kinder - und um die geht es hier - werden besser in Sondereinrichtungen gefördert. Aber das Kindeswohl muss wie bei der Beschneidung hinter Interessen zurückstehen.
    Als Lehrer habe ich miterlebt, wie der Versuch scheiterte: Ein schwer autistischer Junge war anfangs in der Klasse aufgenommen. Nach einem 1/2 Jahr wurde er ausgestossen, weil er sich an soziale Normen nicht halten kann.
  3. #3

    Haha

    Kommt auf den Grad der Behinderung an, würd ich sagen. Ansonsten tut man ja weder den Behinderten noch den Nichtbehinderten einen Gefallen, sondern nur sich selbst, weil man dann so ein schönes Image vor sich her
    tragen kann. Inklusion klingt wieder nach Kampfbegriff, hinter dem die realen Nöte und Notwendigkeiten verschütt gehen. Man kann bekanntlich Behinderten keinen größeren Gefallen tun, als sie in ihrer Behinderung ernstzunehmen. So aber tut man so, als gäbe es keine Behinderung, das heißt, man negiert etwas, was man einfach als Normalität anerkennen sollte, die eine bestimmte Fürsorge benötigt.
  4. #4

    In der Theorie gut

    .. aber in der Praxis mehr als schwierig. Meine Tochter saß in der Volksschule in einer Integrationsklasse neben einem spastisch behinderten Jungen. Wenn er Schmerzen hatte, hat er sie manchmal geschlagen. Sie wollte einen Behinderten natürlich nicht zurückschlagen, die Lehrerinnen haben das oft nicht gesehen, und so hat sie still gelitten und hat sich im Unterricht nicht mehr wohl gefühlt. Auch vor den hyperaktiven Jungs hat sie sich gefürchtet. Es ging ihr erst wieder besser, als ich sie in eine normale Klasse wechseln ließ, in der ím Unterricht Ruhe war.
  5. #5

    Wer sich das hat einfallen lassen der soll unbedingt Lehrer werden

    Behinderte Kinder die geistig auf der Höhe sind die würde ich in eine normale Schule einschulen lassen.
    Aber Kinder die eine geistige Behinderung haben oder eine große Lernschwäche besitzen gehören in Sonderschulen. Ich habe den Eindruck die Beamtenstelle in den Ländern wird nach Parteibuch vergeben ohne das der Ahnung hat vom Schulwesen.
    Es ist ja auch schlimm das in Deutschland 16 verschiedene Bildungssysteme gibt. Warum gibt es nicht bald eine einheitliche Schulbildung für gesamt Deutschland.
    Ich möchte das mein Kind gut unterrichtet wird und nicht das die Lehrerin sich um die behinderten Kinder mehr beschäftigen muss.
    Eine Sonderschule für Behinderte Kinder ist keine Dummschule sonder auch eine Schule mit hohen Zielen.
    Lehrerausfall am laufendem Band und dann noch den Lehrer die Aufgabe übergeben sich um diese behinderten Kindern zusätzlich zu beschäftigen.
  6. #6

    ..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen dürfen, doch Deutschland kommt bei der Inklusion nur langsam voran. In diesem Jahr soll jetzt alles besser werden, versprechen die Kultusminister. Theoretisch finden das alle gut, praktisch sind vor allem die Lehrer völlig überfordert.<i> </i>

    Inklusion: Probleme bei Integration behinderter Kinder in Regelschulen - SPIEGEL ONLINE

    jetzt jagen die Kultusminister die nächste Sau durchs Dorf. Die Sau
    darf aber nichts kosten, möglichst sogar billiger sein. Und am Ende soll sie möglichst fett werden, so dass sie sogar die eierlegende Wollmilchsau wird.
    Aber da die meisten dieser Kinder ja nicht aufs Gymnasium gehen, regt sich auch keiner so richtig auf
  7. #7

    wunschdenken

    beim Thema inklusion darf man nicht vergessen das von den "normalen Schülern bereits ca.20% verhaltensgestört sind und den Lernbetrieb stören,sowie viele kinder die des Deutschen nicht mächtig sind. Und was soll es den Behinderten Kindern bringen..eine bessere Integration ins Berufsleben? Vielleicht ein job bei der Polizei zwecks Gleichberechtigung? Gleichheit wird es nie geben auch nicht per Gesetz
  8. #8

    Ist doch super!

    Zitat von Steinwald Beitrag anzeigen
    Kommt auf den Grad der Behinderung an, würd ich sagen. Ansonsten tut man ja weder den Behinderten noch den Nichtbehinderten einen Gefallen, sondern nur sich selbst, weil man dann so ein schönes Image vor sich her
    tragen kann. Inklusion klingt wieder nach Kampfbegriff, hinter dem die realen Nöte und Notwendigkeiten verschütt gehen. Man kann bekanntlich Behinderten keinen größeren Gefallen tun, als sie in ihrer Behinderung ernstzunehmen. So aber tut man so, als gäbe es keine Behinderung, das heißt, man negiert etwas, was man einfach als Normalität anerkennen sollte, die eine bestimmte Fürsorge benötigt.
    Hat ja in Skandinavien auch geklappt. Da sind die Noten aller Schüler besser geworden. Woran das lag. Weil die Anforderungen und der Durschnitt an den Klassenschwächsten orientiert. Im Gutmenschendeutschland ist ja inzwischen verboten sowas zu sagen, aber ein geistig behindertes Kind kann nunmal nicht mit geistig normalen Kindern unterrichtet werden. Hauptsache es ist was für die Gleichberechtigung getan worden.
  9. #9

    75 Prozent der Schüler "mit Förderbedarf" haben vielmehr gravierende Probleme beim Lernen, mit der Sprache oder in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung. Ihre Verhaltensauffälligkeiten sind laut Mescher zumeist Folgen von Armut und Vernachlässigung. Es sind Kinder mit großem Störpotential und einem großen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit.
    So ist es. Eine Bekannte von uns ist Sonderpädagogin, und bezeichnet die Inklusion auch als gescheitert. Inklusion sieht meist so aus, das die Sonderpädagogen mit ihren "Problemkindern" in andere Räume gehen, damit die "normalen" Kinder mal entspannt und ohne Störenfriede unterrichtet werden können, und gleichzeitig die auffälligen Schüler intensiv betreut werden können.
    Ich frage mich auch, wie man glauben kann, das Inklusion ohne permanente Doppelbesetzung überhaupt funktionieren kann. Die meisten Lehrer sind doch schon am Limit damit, normale Klassen einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Wenn man da noch ein paar besonders Auffällige Schüler dazwischen setzt kann das doch nichts werden.