Schüler und ihre Smartphones: "Am Esstisch ist handyfreie Zone"

SPIEGEL ONLINENicht ohne mein Handy: Jugendliche hegen und pflegen ihr Smartphone, es ist ihr wichtigstes Statussymbol, sie haben es immer dabei. Zehntklässler verraten, ob sie noch ohne könnten. Und ihr Lehrer berichtet, wie die Telefone den Schulalltag verändern.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...-a-869370.html
  1. #70

    Erschreckend, wie wichtig sowas Nebensächliches gemacht wird

    Ich lebe ganz gut davon, dass immer mehr Leute mit Internet und mobilen Apps zu tun haben wollen. Ganz untypisch für meine Generation habe ich also ziemlich viel Ahnung von der Materie, denn ich bin einer der Leute die dafür sorgen, dass die Kiddis und sonstigen Konsumenten von heute überhaupt mit dem Stoff versorgt werden, der für sie so wichtig erscheint. Aber ich verstehe es einfach nicht, dass diese Gruppen so abhängig davon sind. Irgendwie halte ich mich fast für einen Dealer, der die ganzen Junkies versorgt, aber nie selbst Drogen spritzt. Arme Abhängige. Und diejenigen, die glauben, dass eine frühe Beschäftigung mit der Materie in der Zukunft von Vorteil ist, die werden sich wundern, was wirklich auf dem Arbeitsmarkt zählt - kein billiges Allerweltsanwenderwissen, sondern all die andere Skills, die man ob Zeitmangel wegen Smartphone und PC nicht mehr erwerben kann.
  2. #71

    Ruhe, Ihr unwissenden usrr

    Der Lehrer weiss zwar nict, wie man in Sekunden sämtliche Fotos seiner Kollegen, Freunde etc ungefragt ins Netz zu stellen. Er weiss aber im Gegensatz zu den abkassiernetz-affinen Mehrheiten (internet, dss war mal, das ist längst tot und durch das Abkassier business to consumer netz abgeloest, dank hardware ohne offene Systeme, der Konsument ist fest mit Apfeln, fratzenbuch und amaozon-niedriglohn-ausbeutern ueber googel fest verdrahtet.
  3. #72

    Bedingt sinnvoll

    Zitat von chiaramanon Beitrag anzeigen
    Wenn man damit aufwächst lernt man ganz anders damit umzugehen, als wenn man es im Erwachsenenalter kennenlernt.
    Das bezweifelt wohl niemand. Was aber heißt "anders"? Ist Ihnen und Ihren Altersgenossen bewusst, dass man auch Auszeiten braucht? Und damit meine ich nicht nur das "Nicht-erreichbar-Sein", sondern auch Zeiten, in denen man die Gedanken schweifen lassen kann oder an einer Idee spinnt. Ich habe den Eindruck, dass der Griff zum Smartphone häufig allzu leichtfertig erfolgt und die Selbstreflexion, das In-sich-Gehen dabei auf der Strecke bleibt.

    Ich gehe davon aus, dass die wenigsten Kritiker pauschal behaupten würden, dass Smartphones zwangsläufig verdummen (Herrn Spitzer mal ausgenommen). Entscheidend ist der reflektierte, sinn- und maßvolle Umgang. Wenn hier aber einige Smartphone-Nutzer (und damit meine ich ausdrücklich nicht Sie) den Eindruck vermitteln, sie könnten ohne das kostbare Gerät keine Busverbindung oder Wegbeschreibung mehr herausfinden, sie würden jeden Geburtstag vergessen und sich auf einer längeren Bahnfahrt zu Tode langweilen, dann ist an dem Vorwurf der Verblödung wohl was dran. Wie bereits gesagt wurde: Einige Kernkompetenzen ("basic survival skills") gehören zum Leben dazu. Wer sich komplett von Technik abhängig macht, ist selbst schuld. Eine neue Technologie muss nicht für alles genutzt werden, was sie kann. Ich würde z.B. darauf wetten, dass ich eine Vokabel im Oxford Dictionary oder dem Duden schneller finde, als die meisten Schüler mit ihrem Smartphone. Meine jüngeren Geschwister verblüffe ich regelmäßig dadurch, dass ich mich beim Autofahren nicht am Navi, sondern bspw. am Sonnenstand und Verkehrsschildern orientiere. Während sie in London ständig orientierungslos auf ihrem Gerät herumtippten, kannte ich die Route auswendig - ich hatte mir vor dem Urlaub den Stadtplan eingeprägt. Ähnlich war es in Venedig. Dort habe ich mich trotzdem verlaufen (ist in Venedig nicht schwer) und auf diese Weise einige schöne Orte entdeckt, die ich mit Smartphone garantiert nicht gefunden hätte. Die Erinnerung an diese Venedig-Odyssee zählt immer noch zu meinen schönsten Urlaubserinnerungen.
  4. #73

    Bedingt sinnvoll II

    Ich habe den Eindruck, manche Jugendliche gehen davon aus, als fleißige Smartphone-Nutzer besser auf das Leben vorbereitet zu sein, also z.B. bessere Chancen bei der Jobsuche zu haben. Schließlich wird diese Technologie immer wichtiger und man will ja auf der Höhe der Zeit bleiben. Da kann ich aus eigener Erfahrung nur zu Vorsicht raten. Wer ohne Smartphone aufgeschmissen ist, wer seine Bildung hauptsächlich von Wikipedia bezieht, wer sich nicht für ein paar Stunden auf eine Sache konzentrieren kann, ohne Entzugserscheinungen zu haben, wer an einem Text verzweifelt, weil er länger ist als zwei Bildschirmseiten, wer Google für das Non-plus-ultra-Recherechetool hält, wer die Regeln sozialer „face to face“-Kommunikation nicht beherrscht, wird in den meisten Fällen das Nachsehen haben.
    Früher hat man in Vorstellungsgesprächen Fragen wie diese gestellt: "Wie schwer ist Manhattan?" Damit wollte man das logische Denken, die Problemlösefähigkeit und die Kreativität der Bewerber testen. In Kürze wird wohl auch folgende Frage ins Repertoire aufgenommen: "Stellen Sie sich vor, Sie besitzen kein Smartphone und wollen sich für morgen Abend mit einem Freund verabreden, der in einer anderen Stadt lebt und ebenfalls kein Smartphone besitzt. Was tun Sie?"

    Zu guter Letzt, da Sie die Lernapps schon ansprachen, ein kleiner Tipp: Komma-Trainer - Die App (Bitte nicht übel nehmen! ;))
  5. #74

    Schön und gut und alles richtig,

    Zitat von CobCom Beitrag anzeigen
    Dann bringe ich mal eins... aus der Erwachsenenwelt.
    Dienstleister insolvent, Lager sind zu organisieren, damit nicht der komplette Betrieb wegen Materialmangel steht. Zusätzlich ist alles zu clearen, was sich über die Jahre ungeplant angesammelt hat.
    Meine Lösung: Mit Galaxy Note Kisten und ggf. Teile und Belege fotografieren, Stylus raus, Kringel etc. um das Problem, evtl. noch ein, zwei Bemerkungen dazu und raus per Mail an die Kollegen. Anfragen etc. ebenfalls direkt per Screenshot aufnehmen und tracken.
    Meinem (im Übrigen sehr geschätzten älteren) Kollegen vor Ort, der nach alter Väter Sitte wie ein hyperaktives Eichhörnchen zwischen Lager und Laptop mit Zetteln und Kameras herumsprang, war das Tempo, die dabei aber relative Ruhe und die Qualität der direkten Information an die Partner erst unheimlich... jetzt hat er aber selbst ein Note und erzählt auch immer wieder gerne, wie es dazu kam... sogar mir :-)
    aber der Artikel handelte vom "Dauersmartphonen" von Schülern ... Das was Sie organisiert haben, lernen die Jungs und Mädels aber nicht beim Daddeln im Unterricht :-)
  6. #75

    Zitat von neejah Beitrag anzeigen
    Er hat lange gespart und die Eltern haben "ein bisschen" was dazugegeben?! Ich konnte mir mit Taschengeld und Nebenjob in meiner Schulzeit kein 700€ Handy leisten. Ganz abgesehen davon, dass meine Eltern mich unterstützt hätten und mir immer klar gemacht haben, dass dieser Rüstungswettlauf "Wer hat das Beste" mich als Menschen nicht ausmacht und es wichtigere Dinge im leben gibt. Heutzutage ist das wohl zu anstrengend, da gibt man lieber "ein bisschen" dazu und hat seine Ruhe.
    nehmen sich mal einen Prospekt eines Technikmarkts zur Hand und sie werden sehen es gibt heutzutage auch Smartphones jenseits der 700€ Aldi hat zum Beispiel gerade eines für 89€ simlockfrei. Der Lehrer hat einfach keine Ahnung was so ein Smartphone kostet und posaunt, dann halt mal 500€ heraus, ohne Ahnung zu haben ob es nun stimmt oder nicht.
  7. #76

    Zitat von fisch67 Beitrag anzeigen
    Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Ahnung Lehrer vom echten Leben, also dem Leben ausserhalb der Schule, haben.
    richtig die Unwissenheit des Lehrers hat mich wirklich erschüttert, gibt es heute noch wirklich Lehrer die so wenig Ahnung von Technik? Das beste war ja seine Forderung er möchte es gezeigt bekommen, anstatt es mal selber auszuprobieren und zu schauen was so ein Handy kann, braucht er jemand der es ihm zeigt für die ersten Tests reicht auch ein Aldi Smartphone für 89€
  8. #77

    Zitat von tennissandmann Beitrag anzeigen
    Das echte Leben sieht dann so aus, dass ich heulende
    Schüler im Klasszimmer habe, weil grad mal wieder
    das neueste Equipment ( =elektronische Krücke)
    für 400.-€ vernichtet / verloren / verschwunden ist.

    Es soll übrigens Bundesländer geben, in denen
    das Mitführen dieser Geräte in der Schule absolut untersagt ist,
    auch im ausgeschalteten Zustand !
    Das ist dann das harte Leben !

    Schöne Grüsse von einem alten Pauker !
    PS:
    Wir haben in den 70er schon mit Elektronik
    gearbeitet, das wusste der Nachwuchs nicht einmal,
    wie man das Wort schreibt !
    Es soll tatsächlich auch noch junge Leute geben, die
    15 * 7 ohne Elektronik berechnen können .
    wie man das Wort schreibt.
    dann will ich mal die Schule sehen, die das auch kontrollieren kann und damit ist dieses Verbot auch schon widersinnig jeder Vernünftige Mensch sollte wissen verbiete Kindern nichts was du erstens nicht leicht kontrollieren kannst und zweitens was die Kinder sehr leicht umgehen können. Mit solchen Verboten machen sich Erwachsene nur zum Gespött der Kinder.
  9. #78

    Zitat von singlesylvia Beitrag anzeigen
    Schon mal daran gedacht, die Zeit - am besten mit geschlossenen Augen - zum Nach-/Denken, Meditieren oder Philosphieren oder einfach nur zum Träumen zu benutzen? Selbstinspiration kann man da auch mal probieren. Das alles scheint Leuten, die ihre Mophos wie Geigerzähler vor sich hin tragen, abhanden gekommen zu sein.
    schon mal daran gedacht, dass jeder seine Zeit so verbringen kann wie er möchte. Ich halte nichts davon anderen vorzuschreiben was sie in ihrer Freizeit zu tun haben. Ich bin gerade wenn ich Zug fahren muss sehr froh über mein iPhone, das funktioniert bei mir, dann als MP3 Player dank App kann ich auch Flac Dateien drauf laden und ich bin verschont von nervigen Lauten meiner Mitfahrer. Dazu noch ein gutes Buch und die ansonsten nervige Zugfahrt lässt sich aushalten.
  10. #79

    was in den sinn kommt....

    wären jammer (störsender) an den schulen. keine verbindung zum netz = keine schüler die es nutzen wollen)