Schüler und ihre Smartphones: "Am Esstisch ist handyfreie Zone"

SPIEGEL ONLINENicht ohne mein Handy: Jugendliche hegen und pflegen ihr Smartphone, es ist ihr wichtigstes Statussymbol, sie haben es immer dabei. Zehntklässler verraten, ob sie noch ohne könnten. Und ihr Lehrer berichtet, wie die Telefone den Schulalltag verändern.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...-a-869370.html
  1. #10

    Das ist echt traurig

    'Partys würde ich überhaupt nicht mitbekommen'
    Reden die eignetlich überhaupt noch miteinander, wurde das 'schwätzen' in der Schule abgeschafft.
    vor allem, was machen die dann auf der PArty, stehen im Eck und WhatsAppen sich? Versteh einer die Kinder.
  2. #11

    Zitat von schneemann3 Beitrag anzeigen
    'Partys würde ich überhaupt nicht mitbekommen'
    Reden die eignetlich überhaupt noch miteinander, wurde das 'schwätzen' in der Schule abgeschafft.
    vor allem, was machen die dann auf der PArty, stehen im Eck und WhatsAppen sich? Versteh einer die Kinder.
    Folgende Situation bei uns im Betrieb:

    Drei Azubis sitzen bei uns während der Pause in der Mitarbeiterküche. Alle drei jeweils 2 bzw. 3 Sitzplätze auseinander. Keiner redet, alle sitzen über ihre Smartphones gebeugt da und tippen. Keiner redet, 20 Minuten lang nicht. Man kann denken "Gut, die können sich nicht leiden". War aber falsch gedacht, die drei schrieben sich während der Zeit gegenseitig auf Facebook bzw. organisierten die Wochenendaktivitäten.

    Mich hat´s gegruselt....
  3. #12

    Mit Ferienjobs, zusammenlegen von Taschengeld, Weihnachten, Geburtstag, .... habe ich mir als Jugendlicher meinen ersten PC gekauft. Ich wollte zwar eigentlich einen Amiga 500 (damals DM1000), meine Eltern gaben noch etwas dazu und bestanden aber auf einen "richtigen" PC 286 AT (seufz).
    Heutzutage ist für Jugendliche nunmal das Smartphone wichtiger.

    Wer wirklich daraufhin arbeitet und spart kann sich auch als Schüler sowas leisten. Wichtig ist aber auch, dass die Eltern klare Grenzen setzen. Hier fand ich den Beitrag von Janell Hofmann, der kürzlich durch die Medien ging, sehr positiv. Mir zwar etwas zu strikt, aber es ist ein super Ansatz:

    Das iPhone gehört ihr, sie stellt es dem Sohn nur zur Verfügung. Es werden strikte Regeln aufgestellt wie und wo es aus zu sein hat, manierliches Verhalten gefordert (sage und schreibe nichts, was du nicht auch mit Eltern im Zimmer sagen würdest), ...

    Und: rechne damit, dass es kaputt geht. Du bist dafür verantwortlich es zu ersetzen. Es wird passieren also bereite dich darauf vor.

    Und so weiter, insgesamt 18 Regeln.
    Im Original zu finden hier: Gregory’s iPhone Contract | Janell Burley Hofmann
  4. #13

    Zitat von fisch67 Beitrag anzeigen
    Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig Ahnung Lehrer vom echten Leben, also dem Leben ausserhalb der Schule, haben.
    Das echte Leben sieht dann so aus, dass ich heulende
    Schüler im Klasszimmer habe, weil grad mal wieder
    das neueste Equipment ( =elektronische Krücke)
    für 400.-€ vernichtet / verloren / verschwunden ist.

    Es soll übrigens Bundesländer geben, in denen
    das Mitführen dieser Geräte in der Schule absolut untersagt ist,
    auch im ausgeschalteten Zustand !
    Das ist dann das harte Leben !

    Schöne Grüsse von einem alten Pauker !
    PS:
    Wir haben in den 70er schon mit Elektronik
    gearbeitet, das wusste der Nachwuchs nicht einmal,
    wie man das Wort schreibt !
    Es soll tatsächlich auch noch junge Leute geben, die
    15 * 7 ohne Elektronik berechnen können .
    wie man das Wort schreibt.
  5. #14

    ein Suchtmittel

    Ein Smartphone ist ein Suchtmittel, zumindest für Kinder und Jungendliche. Die klassischen Zeichen sind: man "will" nicht mehr ohne, jeder behauptet, "Ich könnte auch Ohne", es gibt einen "Beschaffungsdruck" und "vernünftige Argumente" fruchten nicht.

    Uns Eltern muß klar sein, dass weit bis ins Erwachsenenalter eine gesunde Selbstkontrolle nicht funktioniert. Wir sollten lernen auch hier unsere Kinder zu beschützen. Das kann nur funktionieren, wenn wir den Kindern den Umgang mit dieser Technik lernen. Verbote fruchten nicht, das sollten wir aus unserer Kindheit noch wissen. Lernen heißt in diesem Zusammenhang auch Grenzen setzen. Lassen wir missbrauchte Smartphones von den Lehrern konfiszieren und am Schuljahresende wieder austeilen. So kenne ich es aus meiner Schulzeit.

    Ordentliche, und überprüfbare Regeln einführen und fair und konsequent handeln. Dann lernt man schnell dass ein Händy nicht nur vom Straßenverkehr ablenkt, sondern auch vom Lernen und vom "sich persönlich Unterhalten"

    Schön dass die Menschen das Problem langsam erkennen, denn damit ist es schon fast gelöst.
  6. #15

    nicht jedes smartphone kostet 700 euro

    Zitat von neejah Beitrag anzeigen
    Er hat lange gespart und die Eltern haben "ein bisschen" was dazugegeben?! Ich konnte mir mit Taschengeld und Nebenjob in meiner Schulzeit kein 700€ Handy leisten. Ganz abgesehen davon, dass meine Eltern mich unterstützt hätten und mir immer klar gemacht haben, dass dieser Rüstungswettlauf "Wer hat das Beste" mich als Menschen nicht ausmacht und es wichtigere Dinge im leben gibt. Heutzutage ist das wohl zu anstrengend, da gibt man lieber "ein bisschen" dazu und hat seine Ruhe.
    wie weltfremd ist das denn? Nicht jedes Smartphone kostet soviel wie ein neues iphone 5.
    ich kaufe bei ebay, wenn das Gerät schon ein bißchen auf dem Markt ist.
    mein Galaxy i9000 hat mich 300 euro gekostet, das Galaxy Nexus im Oktober sogar nur 280.
    ich brauche kein Quadcore superduper-Gigahertz-Teil.

    Sogar die Galaxy S3 kann man mit ein bißchen Anstrengung für knapp 400 Euro finden.
    Das Top-Gerät von LG, das Nexus 4, gibt es für 299 oder 349 (ok, wenn es lieferbar ist ...), sogar mit LTE-Option (wegen der Frequenzen aber nur in Kanada ;) ).
    Ein billiges Android findet sich bei pearl oder bei Aldi für 70 bis 100 Euro.
    Eine Internet-Flat gibt es für 4-5 euro pro Monat (auch prepaid, Klar, Blau, Base oder Aldi).
  7. #16

    Naja

    Ich find es echt interessant, wie lebensfremd manche User sind. Als ob Lernapps von den Kiddies genutzt würden. Ist zwar eine tolle Wunschvorstellung moderne IT einzusetzen, scheitert aber schon an so vielen Kleinigkeiten. Die Interessenlage hat sich halt gewandelt und viele verstehen nicht, das Facebook-Freunde ungleich Freunde sind. Es herrscht die Meinung, man sei mit Smartphone/Tablet/Rechner und Internet kommunikativer als je zuvor. Eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall. Da man sich nichts zu sagen hat, sagt man einfach alles, egal wie belanglos oder störend es ist. Mich interessiert weder das Liebesleben noch der Stuhlgang der Leute und doch wird ich penetrant in der Öffentlichkeit damit berieselt. Verständnis, daß ich an solcher Kommunikation die mir aufgedrängt wird, keinerlei Interesse habe, tendiert gegen Null. In der Schule haben mMn diese Dinge zZ nichts verloren. Erst wenn ein Umdenken und auch die Einsicht und das Wissen da ist kann man mal darüber nachdenken. Es kann nicht zuviel verlangt sein, mal 45 Minuten konzentriert zu sein. Leider meint man heute, daß das eben doch zuviel ist und die Kids noch weiter verhätscheln zu müssen, weil es für einen persönlich einfach super bequem ist.

    Gruß

    Balu
  8. #17

    bequeme lehrer

    Ich weiß allerdings nicht, was technisch möglich ist. Uns muss eigentlich gezeigt werden, welche Möglichkeiten wir haben, mit Smartphones an Informationen heran zu kommen
    wie peinlich ist denn so eine Aussage?
    Da kann man sich doch auch mal selbst kümmern, statt drauf zu warten, dass der Arbeitgeber oder der liebe Gott einen Kurs organisiert.
    "uns muss gezeigt werden" ... aber bloß nicht sagen, von wem man das erwartet. Es könnte ja 'was passieren!

    Wie gerade gesagt, gibt es den Einstieg in die Android-Welt für unter 100 Euro und den Willen, ein bißchen Zeit zu investieren.
    Es muss ja nicht gleich Hyperaktivität auf Facebook, Google+, SchülerVZ, LinkedIn, Xing, Tumblr, Flickr, Instagram, Foursquare und hassenichgesehn entfaltet werden, aber man sollte zumindest mal mitbekommen, was möglich ist.

    Ich whatsappe und skype mit Frau + Tochter, bin viel beruflich unterwegs, und bei meinem schlechten Gedächtnis ist der Terminkalender im Handy ganz wunderbar.
    Die Fernsehzeitung haben wir auch abgeschafft, weil auf dem Tablet die Infos passend zum eigenen TV-Verhalten zusammengestellt werden.

    siehe auch hier im Blog: Gedanken aus Berstadt: Die digitale Kluft auf dem Dorf
  9. #18

    Da stimme ich zu....

    Zitat von Cey Beitrag anzeigen
    Ich vermute, in spätestens einem jahrzehnt wird es sich kaum ein Arbeitnehmer leisten können, von Technik und Software keine Ahnung zu haben. Je eher man sich mit der modernen Technik auseinander setzt, desto größer ist der Vorteil, den man später der Konkurrenz gegenüber hat.
    ...aber verwechseln wir lieber nicht die völlig sinnfreie Dattelei auf Smartphones und Handys die zu wirklich überhaupt keiner Produktivität und keiner Entwicklung führt mit Technologien im Soft- und Hardwarebereich (z.B.: 3 D Drucker und die nötige Software).
    Handys und Smartphones verdummen in einer Weise die ich nicht für fassbar gehalten habe. Ich bilde seit 25 Jahren junge Leute im kfm. Bereich aus und habe die Entwicklung miterlebt. Die Geräte werden heutzutage zu 90% für sinnfreie Kommunikation oder Selbstdarstellung eingesetzt...da gibt es nur noch die Steigerung der PC- und Internetspiele, die so manchen davon abhalten die Realität auch nur noch wahrzunehmen. Meine Mutter hat vor wenigen Wochen einem jungen Mädchen das Leben gerettet, als diese in Ihr Smart-Phone vertieft (tippend) über eine rote Ampel vor eine Straßenbahn gelaufen ist (sie hat sie grade noch an der Jacke erwischt und zurückgezogen)...ich glaube der Suchtfaktor dieser Geräte ist in etwas dem der Daddelautomaten in diversen Spielhallen gleichzusetzen...wenn nicht sogar schlimmer.
  10. #19

    (De-)Generation Smartphone

    Der technische Fortschritt läßt die Fähigkeiten der Menschen immer mehr verkümmern. Abgesehen davon sich in der "digitalen Welt" zurechtzufinden. Die ist aber nur ein ganz dünner Anstrich.