Schüler und ihre Smartphones: "Am Esstisch ist handyfreie Zone"

SPIEGEL ONLINENicht ohne mein Handy: Jugendliche hegen und pflegen ihr Smartphone, es ist ihr wichtigstes Statussymbol, sie haben es immer dabei. Zehntklässler verraten, ob sie noch ohne könnten. Und ihr Lehrer berichtet, wie die Telefone den Schulalltag verändern.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...-a-869370.html
  1. #110

    Falsch und richtig

    Zitat von namenloser_mensch Beitrag anzeigen
    Immer die gleichen rückwärtsgewandten Foristen hier, die alles neue bzw. jede Veränderung verteufeln. Ein kritischer Blick ist angemessen wenn es um neue Techniken, Trends etc. geht. Kommunikation verändert sich ständig, momentan neigt sie zwar eher dazu unpersönlicher zu werden (Whatsapp etc.),
    Falsch ist, dass in diesem Fall die Veränderung verteufelt wird, es wird der Umgang mit der Veränderung verteufelt.
    Falsch ist, dass hier Blinde über Farben reden. Hier reden Leute mit offenen Augen, die schon mehr Farben gesehen haben als die, die gerade dem Ei entkrochen sind und ständig auf ihr Streichelkästchen starren.

    Richtig ist, dass die Kommunikation immer unpersönlicher wird. Ich habe da auch Schwierigkeiten, von Kommunikation zu sprechen, wo Informationsaustausch nur noch über Streichelkästchen-Server-Streichelkästchen stattfindet. Kommunikation bedeutet für mich, dem Kommunikationspartner ins Gesicht zu sehen oder ihn wenigstens zu hören und seine Gefühle bei dem, was ich sage, wahrzunehmen. Wo Informationsaustausch von Person zu Person vermehrt über Streichelkästchen stattfindet, verkommen die social skills (Respekt, Umgang mit Gefühlen anderer, Toleranz etc.) oder werden erst gar nicht erlernt. Das Gleiche gilt für die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche bzw. Wichtige zu konzentrieren und sich zu artikulieren, dass es nicht peinlich wird.

    Zitat von namenloser_mensch Beitrag anzeigen
    als Gegenargument könnte man führen, dass viel mehr kommuniziert wird da es jederzeit und überall möglich ist, seine Freunde/Freundinnen zu erreichen.
    Das können Sie auch mit Email und einem einfachen Telefon mit Anrufbeantworter, entweder als Festnetz- oder als Mobilvariante, ohne ständig wie besengt auf einer Glasscheibe rumrudern zu müssen. Genauso bin ich ausgerüstet, und ich bin jederzeit sofort oder auf Vorrat erreichbar.
    Ich behaupte auch, dass die direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht bzw. Telefonhörer zu Telefonhörer viel zeitökonomischer ist und intensiver erlebt wird als das Mailen und das Warten auf Antwort.

    Zitat von namenloser_mensch Beitrag anzeigen
    Zeiten ändern sich, so ist das nun mal und ob etwas besser/schlechter ist wird man erst in einiger Zeit bewerten können.
    Solange braucht man gar nicht zu warten, das kann man schon seit Jahren in sehr vielen Foren (auch auf SPON) im Internet beobachten: Die persönliche Abwesenheit bis hin zur Anonymität lässt die Schreiber feige, kränkend und beleidigend werden. Mit der inflationären Verbreitung der Benutzung der Streichelkästchen wird sich das fortsetzen.

    Damit das klar ist: Das Vorhandensein der Technik ist sehr zu begrüßen, und wenn ich etwas Sinnvolles damit anzufangen wüsste, würde ich mir auch ein Streichelkästchen zulegen.

    Noch etwas philosophisches zum Schluss:
    Wer immer seltener Gelegenheit hat oder wahrnimmt, jemandem persönlich und mit einem Lächeln zu begegnen, wird auch immer seltener ein Lächeln zurück bekommen, bis er selber nicht mehr lächeln kann.
    Wie sehr ihr auch euer Streichelkästchen-Spielzeug liebt, es wird euch nie zurück lieben.
  2. #111

    Kommunikation, Höflichkeit und.....

    Zitat von namenloser_mensch Beitrag anzeigen
    Immer die gleichen rückwärtsgewandten Foristen hier, die alles neue bzw. jede Veränderung verteufeln. Ein kritischer Blick ist angemessen wenn es um neue Techniken, Trends etc. geht. Kommunikation verändert sich ständig, momentan neigt sie zwar eher dazu unpersönlicher zu werden (Whatsapp etc.), als Gegenargument könnte man führen, dass viel mehr kommuniziert wird da es jederzeit und überall möglich ist, seine Freunde/Freundinnen zu erreichen. Zeiten ändern sich, so ist das nun mal und ob etwas besser/schlechter ist wird man erst in einiger Zeit bewerten können.
    Diese rückwärtsgewandten Foristen sagen überwiegend folgendes: prima Sache, möglicherweise mit Nebenwirkungen.

    Beispiel zu Ihrem Beitrag "Kommunikation verändert sich ständig". Meine Firma hat nach einer Informationsveranstaltung etwa 25 Jugendliche/Heranwachsende (ca. 20 Jahre schätze ich mal) zu einem gemeinsamen Abendessen in ein originelles, nicht billiges, Restaurant eingeladen. Die fünf Gastgeber der Firma waren auch anwesend und freuten sich über einen Austausch zum erlebten Tagesprogramm. War nicht möglich, weil mindestens 2 Drittel der jungen Leute mit ihrem Spielzeug beschäftigt waren.

    Ich war auch anwesend und habe mir schwer überlegt, einen Vortrag über Höflichkeit anzudrohen. Ich habe es dann verworfen, vermutlich hätte das niemand verstanden. "Höflichkeit"..... völlig uncool.
  3. #112

    bezug zum geld?

    Zitat von mats73 Beitrag anzeigen
    gescheite Smartphones "gibt es schon" für 200-300 EUR.
    Die Flat dazu kostet "gerade mal" 10 EUR im Monat, wenn man bei Aldi ect kauft......Schon, gerade mal...

    Kann es sein, dass der Bezug zum Geld etwas verloren geht??
    Wer die Einstellung hat, musste noch NIE für das Geld wirklich arbeiten...oder bekommt neben dem Smartphone alles, aber auch wirklich bezahlt.
    Es geht ja hier nicht nur um 16 Jährige, die das möglicherweise "verdienen" können sondern die Kinder haben so ein Ding ja mit 12 in der Hand. JAaa - ich weiß, alle Prepaid und die Eltern kontrollieren genau. Blabla. !
    sind Sie Jahrgang 1973, wie Ihr Pseudonym vermuten lässt?
    Dann sind wir nicht weit auseinander. Ich bin 1967 geboren.
    Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich in *allen* Ferien gearbeitet, um mir Stereoanlage, Walkman, Platten, Kassetten, CDs etc. kaufen zu können.
    Ein Smartphone für 100 Euro bekommt man schnell zusammen, wenn man nachmittags Werbung austrägt.
    Wo ist das Problem?

    Meine Tochter hatte zum Schulwechsel 5. Klasse (20 km Bus und Bahn, 2x umsteigen) ein normales Handy.
    Ein Jahr später kam ein "kleines" Smartphone. Das nächste, bessere, hat sie sich selbst zusammengespart.

    Ach so, früher war alles besser. Ja klar.
    Übrigens: ein "blabla" in einer Diskussion disqualifiziert den Schreiber, nicht den, auf den man antwortet.
    Nur mal so zum Nachdenken.
  4. #113

    (grins)

    Zitat von thseeling Beitrag anzeigen
    [...]
    Ein Smartphone für 100 Euro bekommt man schnell zusammen, wenn man nachmittags Werbung austrägt.
    [...]
    Ich liebe Leute, die anderen Leuten die Briefkästen bzw. den Hausflur mit Papier zumüllen, damit sie sich anschließend ein Smartphone kaufen können.
    Nur mal so zum Nachdenken.
  5. #114

    zum nachdenken

    Zitat von singlesylvia Beitrag anzeigen
    Ich liebe Leute, die anderen Leuten die Briefkästen bzw. den Hausflur mit Papier zumüllen, damit sie sich anschließend ein Smartphone kaufen können.
    Nur mal so zum Nachdenken.
    das liebe ich so an Rhetorik: man greift sich einen kleinen Punkt aus der Argumentation des Gegenübers und zerpflückt ihn, um dann als Sieger zu brillieren.
    Und dann der geniale Schachzug, eine Redewendung aufzugreifen und retour anzuwenden. Einfach wunderbar. Nur leider so leicht durchschaubar.

    Wenn *Sie* Wurfwerbung nicht mögen, ist das nicht verallgemeinerbar. Kleben Sie ein Schild an Ihr Zeitungsrohr: "Keine Werbung".

    Nur mal so zum Nachdenken: das war *nur ein Beispiel*, wie Schüler Geld verdienen können.
    Es gibt viel mehr Möglichkeiten, z.B. Rasenmähen, Autowaschen, Regale auffüllen, Kartons für den Pizzadienst falten, Nachbarschaftshilfe wie Einkäufe, Botengänge, usw.usf.

    Los jetzt, zerpflücken Sie all diese willkürlichen Beispiele! Na los, es macht bestimmt Spaß!
  6. #115

    Lustig

    Zitat von thseeling Beitrag anzeigen
    Und dann der geniale Schachzug, eine Redewendung aufzugreifen und retour anzuwenden. Einfach wunderbar. Nur leider so leicht durchschaubar.
    Offenbar nicht so leicht. Da versehe ich meinen Beitrag extra mit der Überschrift "(grins)", und Sie machen aus meiner Ironie eine bierernste Angelegenheit.

    Nur mal so zum Nachgrinsen.