Keks-Experten: Schon Fünfjährige spielen gewinnorientiert

CorbisDie größtmögliche Leckerei in Aussicht, ließ Kinder zu echten Glücksspielern werden: Wissenschaftler haben ermittelt, dass schon Fünfjährige in der Lage sind, ihre Gewinnchancen richtig einzuschätzen. Die Beute durfte dann direkt verzehrt werden.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-876864.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die größtmögliche Leckerei in Aussicht, ließ Kinder zu echten Glücksspielern werden: Wissenschaftler haben ermittelt, dass schon Fünfjährige in der Lage sind, ihre Gewinnchancen richtig einzuschätzen. Die Beute durfte dann direkt verzehrt werden.

    Gewinnspiele: Schon Fünfjährige verhalten sich clever - SPIEGEL ONLINE
    Für mich ist es immer wieder aufs neue erschreckend und bedrückend zu erleben welche Sichtweise Menschen im Bezug auf Kinder haben können.
    Ich glaube nicht daran das Kinder mit einem Konkurrenzverhalten geboren werden.Es entwickelt sich erst durch Erfahrungen.So ist es für mich auch nicht verwunderlich das 3 bis 4jährige keine Gewinnorientierung verstehen können.Ich halte diese Art der Orientierung für eine Folge von Erfahrungen.Ein Mensch der darauf vertraut das seine Bedürfnisse erfüllt werden,wird sich aus meiner Sicht anders verhalten.Vertrauen ist für mich dabei ein Schlüsselwort,denn gerade dies wird häufig durch Erziehungsmethoden beeinträchtigt.Immer wieder erlebe ich es das Eltern ihre Kinder als "böse" oder "egoistisch" bezeichnen und glauben dem mit autoritärem Verhalten begegnen zu müssen.Erst wenn so mit kindlichen Bedürfnissen umgegangen wird,entsteht aus meiner Sicht das der Kampf darum möglichst viel zu bekommen und dabei auch wenig Interesse am anderen zu zeigen.
  2. #2

    Das geht auf den Keks

    Und wieder so eine Studie von "Verhaltensökonomen", die die Welt nicht braucht.

    Wer die Studie gelesen hat, weiß, dass das Hauptergebnis folgendes ist: Schon 5-jährige behalten lieber den Keks in der Hand, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, nach dem Keks-Roulette mit einem kleineren Keks nach Hause zu gehen. Die Kinder wollen also nicht so gerne etwas verlieren, wenn sie nicht müssen. Diese "Risikoaversion" spielt auch bei Erwachsenen eine große Rolle.

    Ökonomen haben dafür nicht viel Verständnis (den Leuten könnte dadurch ja ein eventuell möglicher, größerer Profit entgehen) und bezeichnen ein solches Verhalten als "Beurteilungsfehler". Das allerdings ist wiederum sehr bezeichnend für die Menschensicht der Ökonomen.

    Es ist tatsächlich immer noch so, dass die Verhaltensökonomie von dem Ansatz ausgeht, dass Menschen Kosten und Nutzen abwägen und letztlich immer den Weg des größten Gewinns oder Nutzens wählen. Mit Inbrunst werden dann Abweichungen oder "Anomalien" mit dem Etikett "Beurteilungsfehler" versehen.

    Es tut mir wirklich leid, aber als Psychologe geht es mir inzwischen extrem auf den Keks, mit welcher Dreistigkeit sich Verhaltensökonomen in den Medien breit machen können und langsam, schleichend und sicher eine "Deutungshoheit" darüber erlangen, wie Menschen zu betrachten und erklären sind. Es ist für mich völlig unverständlich, warum den sehr spannenden und erhellenden Ergebnissen der modernen wissenschaftlichen Psychologie hier nicht allermindestens der gleiche Raum zugestanden wird. Da geht es dann nicht um den Menschen in ökonomischen Entscheidungssituationen (wie bei der "Verhaltensökonomie"), sondern um den ganzen Menschen in seiner Vielschichtigkeit.
  3. #3

    Nun, was war wohl das Ziel des Experiments?

    Ziel erreicht. War eigentlich etwas anderes zu erwarten? Ganz sicher nicht. - Wie heißt es doch so treffend: Die Antwort - liegt immer schon in der Frage...
  4. #4

    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Und wieder so eine Studie von "Verhaltensökonomen", die die Welt nicht braucht.

    Wer die Studie gelesen hat, weiß, dass das Hauptergebnis folgendes ist: Schon 5-jährige behalten lieber ....
    Auch wenn ihre Kritik ein wenig berechtigt ist - das Ergebnis dieses Experiments war einfach - es war kein Experiment was die Kinder testete - sondern die Intelligenz der sog. Forscher!

    In Fakt wird jedes lebenwesen - sogar eine katze prinziell immer gegen den "Futtergeber" erstmal spielen - den auch die Kinder wußten schon sehr genau das dieser Keks nicht vom "Himmel" fällt, sondern der - wie man sagt "Dosenöffner" die Hoheit darüber hat - und das es prinziell besser ist dann den Keks zu nehmen - als seinen Blöden spielchen weiter zu folgen!

    Es gab da keine "Gewinnabwägung" einfach -- wenn man interesse hatte den Keks direkt zu essen hat man es gemacht, wenn mal mehr lust an spiel und spaß hatte hat man eben Schalen umgedreht - das machen Katzen genauso - und die haben wohl zwangweise sogar ein höheres Interesse daran ihr Überleben zu sichern!

    Was hier fehlte war schon mal schlicht die Kontrollgruppe - die zb: keine Sichere "Ernährung" hatte - den nur diese hätte überhaupt einen Anreiz eine solche "Gewinn/Verlust" Strategie überhaupt zu beginnen!
    Kinder fühlen sich durchaus im allg . sehr "sicher" - sie erwarten nicht das wenn ihnen der Keks fehlt es ihnen irgendwo an etwas mangelt - also spielen sie manchmal dumme spielchen der Erwachsenen mit , manchmal nicht .. daraus aber auf eine Gewinn/Verluststrategie zu schließen ist eher ein Schluss auf die Dummheit der Experimentatoren in diesem Falle!

    Es gibt durchaus "Spiele" wo Kinder gegeneinander "gewinnen könnten " - aber diese zeigen eher das Kinder schnell begreifen das Kooperation einfach schon deshalb nützlich und Notwendig ist weil man eben drei hebel mit zwei Armen nicht bewegen kann , und das bei Betrug des anderen man eben in der nächsten Runde auch nichts bekommen würde!

    Aber auch das alles sind keine "Gewinn/Verlust" Strategien, sondern überlebensstrategien - die sich aus den "Erbnissen" letztlich geprägt haben - wer die falsche Strategie zu oft benützt stirbt einfach - hat aber alles mit einem "Abwägen" von Gewinnen/Verlusten nichts zu tun!

    Aber die Phychologie macht die gleichen Fehler - sie sucht ein "geheimnisvolles Wesen" hinter dem Denken - und vergißt dabei das "Strategien des Überlebens" wenig mit denken oder Vielschichtigkeit zu tun haben - sondern einfach mit der seit Jahrmillionen eintränierten und eingeübten Überlebensfähigkeit selber - das ein "besonderes Denken" dafür nicht notwendig ist - und das sogar viele Tierarten genau die gleichen Strategien ebensogut und oft sogar noch perfekter Bescherrschen .. auch wenn man ihnen kein "Denken und gottähnliche Fähigkeiten" zusprechen will!
  5. #5

    Na sicher...

    Wenn Studien beweisen, dass der Mensch einfach schon von Kindesbeinen an gewinnorientiert ist, dass kann man ja einfach sagen: "Ich kann nichts dagegen tun. Ich bin nun mal so. Nehmen Sie es mir nicht übel." Bei knapp 98.000 Menschen ist offenbar etwas schief gelaufen, denn sie haben die Pflegepetition "Rosenblätter im Irrgarten" unterzeichnet. Darin geht es u.a. um die Offenlegung der Gewinne von Pflegeheimen. Ganz abgesehen von den Leuten, die - oft bis zur völligen Erschöpfung - in unterbezahlten Helfer-Jobs arbeiten, Pflege, Krankenhaus, Hebammen usw. Wieso, wenn wir doch angeblich alle so gepolt sind, gibt es immer wieder Gegenbeispiele? Erschließt sich mir nicht.
  6. #6

    Hier stehn wir nun und sehn betroffen - der Vorhang zu, und alle Fragen offen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die größtmögliche Leckerei in Aussicht, ließ Kinder zu echten Glücksspielern werden: Wissenschaftler haben ermittelt, dass schon Fünfjährige in der Lage sind, ihre Gewinnchancen richtig einzuschätzen. Die Beute durfte dann direkt verzehrt werden.

    Gewinnspiele: Schon Fünfjährige verhalten sich clever - SPIEGEL ONLINE
    (i.) Muss ich jetzt damit rechnen, dass mir ein von einem Strampelhosenträger mit süss-grossen, strahlenden Kulleraugen angebotenes "Keks-Vermögen" in der vorgeblich verlustaversiv determinierten Wirklichkeit nur eine homo-ökonomisch ganz besonders raffinierte Finte ist...?

    (ii.) Oder soll ich nur zur Kenntnis nehmen, dass pseudo-wissenschaftlich rumlabernde, sozial hirnleistungsbehinderte homines oeconomici als offensichtlich emphatisch-minderbegabte Vollpfosten schlicht einen mitleidserregend bedauernswerten Sprung in der zu nichts anderem als zum Erbsenzählen befähigten Schüssel haben...???

    P.S.:
    Recht hatte er offensichtlich, der berühmte Vordenker aller Marktwirtschaft:

    Adam Smith, Wohlstand der Nationen, 4. Buch (1776)
    Die Herrschaft einer privilegierten Gesellschaft von Kaufleuten ist wohl die schlimmste aller Regierungen für jedes Land. Eine Gesellschaft von Kaufleuten ist offensichtlich unfähig, sich als Landesherr zu begreifen. Selbst dann nicht, wenn sie diese Aufgabe selbst wahrnehmen. Sie betrachten nach wie vor den Handel als ihre entscheidende Funktion. Und in seltsamer Verkennung der Tatsachen sehen sie in der Aufgabe des Souveräns bloß ein Anhängsel zu den Pflichten des Kaufmanns.
    Sein legendär "unsichtbares Händchen" verkommt augenscheinlich zum Mittel feuchtfröhlicher Selbstbefriedigung, wenn es auf eine durch und durch ökonomisierte Gesellschaft trifft.
  7. #7

    Kein Experiment....

    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Und wieder so eine Studie von "Verhaltensökonomen", die die Welt nicht braucht.
    .....
    Zur Ergänzung Ihrer Aussage mal kein Experiment und keine Studie. Es ist schon 20 Jahre her. Ein 4 bis 5jähriger Junge fährt mit den Eltern in den Urlaub. Er ist ganz normal erzogen. Und wie das bei Kindern so ist, nimmt er einen Teddy in den Urlaub mit.

    Im Urlaubsort ist noch ein anderes Kind, etwa im gleichen Alter. Und das hat auch, weil das ein Mädchen ist, eine Puppe. Die ist nach einigen Tagen spurlos verschwunden. Sie hat sie irgendwo liegen lassen. Nun heult sie. Der Junge schenkt ihr seinen Teddybären, tröstet sie und hat anschließend nichts mehr. Ein Ökonom würde sagen, dass er keinen Besitz mehr hat. Und er hat auch keinen Profit gemacht sondern einen (für Kinderverhältnisse) extremen Verlust. Und das Kind hat den Teddy freiwillig verschenkt.

    Jetzt ergibt sich die Frage, wie die Verhaltensökonomen das wohl interpretieren.
  8. #8

    Darf ich?

    Zitat von spiegelleser987 Beitrag anzeigen
    Ein 4 bis 5jähriger Junge [...] schenkt ihr seinen Teddybären, tröstet sie und hat anschließend nichts mehr. Und das Kind hat den Teddy freiwillig verschenkt.
    Jetzt ergibt sich die Frage, wie die Verhaltensökonomen das wohl interpretieren.
    Ich interpretiere das so: Die Geschichte ist gelogen. Zumindest wurde der 5-jährige entsprechend manipulativ bequatscht.
  9. #9

    Sie dürfen

    Zitat von Acerb Beitrag anzeigen
    Darf ich?
    Ich interpretiere das so: Die Geschichte ist gelogen. Zumindest wurde der 5-jährige entsprechend manipulativ bequatscht.
    Sie dürfen.

    Die Geschichte ist wahr. Nichts daran ist gelogen, es ist mit einem eigene Kind. Der Junge wurde auch nicht bequatscht. Es ist erst Stunden später rausgekommen. Als er abends ins Bett musste, war er etwas geknickt, weil ihm etwas fehlte. Auf die Frage, wo sein Teddy ist, hat er es erzählt.