Diamorphin-Ambulanzen: Politiker fordern mehr Heroin auf Rezept

DPASie sind der Rettungsanker für viele Suchtkranke: In Diamorphin-Ambulanzen erhalten Abhängige auf Kassenkosten künstliches Heroin. Doch Politiker bemängeln, dass die Hürden für die Aufnahme zu hoch sind und Tausende Betroffene immer noch leer ausgehen. Das soll sich jetzt ändern.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-876737.html
  1. #1

    Ausstieg aus der Sucht?

    Die von den Beitragszahlern finanzierte Abhängigkeit als "Ausstieg aus der Sucht" zu verkaufen, grenzt an eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes. Tatsächlich wird eine Sucht durch eine andere ersetzt und anstatt dass der Süchtige seine Sucht finanziert, muss der Beitragszahler dafür aufkommen. Richtig ist, dass jeder Süchtige erst am Tiefpunkt angekommen sein muss mit allen Konsequenzen, bevor er willens ist, aus dem Elend auszusteigen. In dieser Form besteht für den Süchtigen auch nicht der geringste Anreiz.
  2. #2

    ...

    künstliches heroin? häää?
    heroin IST künstlich!
    ist ja schlimmer als kalkofes imitiertes linoleumimitat...
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie sind der Rettungsanker für viele Suchtkranke: In Diamorphin-Ambulanzen erhalten Abhängige auf Kassenkosten künstliches Heroin.
    Das ist kein "künstliches" Heroin, sondern es ist im Endeffekt einfach Heroin, egal wie es synthetisiert wurde. & ich sehe nicht ein, wieso die Junkies das umsonst bekommen sollen. Sollen sie entziehen & gut ist, & nicht die Gesellschaft mit ihrem asozialen Verhalten schädigen.
  4. #4

    künstliches Heroin

    Nochmal: Diacetylmorphin ist eine halbsynthetische Substanz ( und damit immer künstlich), die Ende des 19. Jahrhunderts von der Bayer AG unter dem Handelsnamen Heroin als Mittel gegen vielerlei Beschwerden
    vermarktet wurde.
  5. #5

    @Glasperlenspieler

    Mein Vorschlag: entkriminalisiert den Drogenkonsum, bestraft den illegalen Drogenhandel wie Mord, zieht alle Polizisten aus der Konsumentenverfolgung ab und setzt auf die Verfolgung von illegalen Händlern. Das würde hunderte von Millionen oder gar Milliarden sparen. Gebt den Süchtigen den sauberen Stoff in staatlichen Anlaufstellen mit der Verpflichtung, an einer Entwöhnung teilzunehmen, dann können die, die überhaupt noch arbeitsfähig sind, am Leistungsprozess normal teilnehmen. Und wir würden nicht die mit der Prohibition geförderte Gewinnmaximierung der Mafia fördern. Aber das wäre möglicherweise mit Todesgefahr für die Gesetzgebenden verbunden, weshalb man nichts tut, um dieses Geschäft zu unterbinden. Und möglicherweise ist, wie in Amerika ein ehemaliger FBI-Drogenbekämpfer angesichts der vergeblichen Milliardenausgaben für die Drogenbekämpfung meinte, die Drogenmafia bis in höchste Regierungskreise tätig, sogar auch bei uns.
  6. #6

    Tschuldigung

    Zitat von glasperlenspieler Beitrag anzeigen
    In dieser Form besteht für den Süchtigen auch nicht der geringste Anreiz.
    und was macht dies?
    Der kleine Unterschied ist, dass diese Leute nicht anschaffen gehen, keine Kleinkriminalität, Frauen nicht die Beine breit machen, für den nächsten Schuß...auch der Dealer hat da einen Kunden verloren und die Süchtigen müssen auch keinen Anfixen um mit Kleindealerei ihre Kohle für das H zu verdienen....

    Noch dazu wo Diacetylmorphin wenn man wirklich möchte sehr billig synthetisiert werden kann.....diese Rechnung habe ich mal in einem Forum gebracht (ist schon einige Jährchen alt, daher führen die Suchbegriffe ins Leere):
    [...]
    1 kg Rohopium kostet 234 US$ laut einem UN-Bericht (Suchbegriff
    Rohopium kosten). Wenn von der Annahme ausgegangen wird, daß der Morphingehalt zwischen 10 und 18% (Suchbegriff >dhs substanzen Heroin<) liegt bekommt man im ungünstigsten Fall 100 g Morphin raus. Nimmt man nun eine Ausbeute von 50% bei der Synthese (wobei die um einiges höher liegen dürfte) von Diacetylmorphin an erhält man 50g Heroin, was rund 166g 30%igen Stoff ergibt, wobei Süchtige bis zu 3 g
    pro Tag (Suchbegriff >dhs substanzen Heroin<) verbrauchen.
    Daraus folgende Rechnung 2 kg Rohopium 468 US$ ergeben 200 g Morphin für 468 US$ plus 50 US$ Arbeits- und Unkostenbeitrag = 518 US$ (Gramm für 2,59 $) Umwandlung zu Heroin: 100 g Ausbeute für 518$ plus 50 $ Unkosten = 568 $
    100 g Heroin ergeben rund 333 g 30% igen Stoff für 568$ plus 50 $ Unkosten = 618 US daraus ergibt sich ein Grammpreis von 1,85 US$
    Laut (Suchbegriff >dhs substanzen Heroin<) dieser Quelle verbraucht
    ein Süchtiger bis zu 3 g pro Tag d.h. Stoff im Wert von 5,56 US$.
    Aufs Jahr gerechnet wären das 2032 $. Anmerkungen, der Gehalt an Morphin dürfte zum Teil höher sein, ebenso wie die Ausbeute bei der Synthese. Der Preis vom Rohopium ist wie der UN-Text zeigt recht schwankend, so daß 234 $ doch recht hoch ist und nicht zu vergessen, daß bei einer offiziellen Produktion die Preise auch nach unten gehen.....
    [...]
    Dazu kommt nach das reines Diacetylmorphin von der körperlichen Belastung her (Entzugssymptome ausgeklammert) sehr verträglich ist.

    Was dafür sorgt, dass Junkies wie Junkies aussehen ist dieses stetige Auf und Ab, das Nichtwissen woher die Kohle für die benötigte Dosis kommt....eine Bekannte eines Kollegen bekommt von Onkel Doktor immer schön ihre Monatsdosis Diazepam verschrieben. Der Dame kennst Du, obwohl hochgradig abhängig sehr wenig an...nehmen wir doch mal die Dame und sorgen dafür dass sie ihre Pillen schwarz beim Dealer auf der Strasse für einen überhöhten Preis kaufen darf....plus dass die liebe Polizei ihr ab und zu auch mal das gekaufte Zeug wieder abnimmt...dann zwingen wir sie auch noch, dass sie wegen dem überhöhtem Preis Anschaffen gehen muss und dann lassen wir das Ganze mal so 6 Monate laufen....was gilt die Wette, dass die Dame einem Junkie verdammt ähnlich geworden ist?
    Warum muss eigentlich bei all diesen Substitutionsprogrammen immer die Abstinenz gefordert werden? Als wäre diese die heilige Kuh oder besser der heilige Gral?
  7. #7

    Ideologie nicht nur auf Kosten der Süchtigen!?

    Nicht unterschätzt werden darf die kriminelle Aktivität, um an die Drogen zum täglichen Bedarf zu gelangen!
    Eigentlich kennt ja jeder die Geschichten aus seinem Umfeld, dass inbesondere ältere Personen Opfer der Junkies wurden.
    Aus meiner Sicht kommt es auf eine Rundumbetrachtung, gerade bei der Heroinabhängigkeit, an und der Vergleich mit anderen Süchten taugt nur sehr bedingt.
    Es ist eben keine Nikotinsucht!
  8. #8

    Zitat von neu_ab Beitrag anzeigen
    Das ist kein "künstliches" Heroin, sondern es ist im Endeffekt einfach Heroin, egal wie es synthetisiert wurde. & ich sehe nicht ein, wieso die Junkies das umsonst bekommen sollen. Sollen sie entziehen & gut ist, & nicht die Gesellschaft mit ihrem asozialen Verhalten schädigen.
    Naja das tun sie so oder so aufgrund ihrer Krankheit.
    Und wenn sie aufgrund von Beschaffungskriminalität im Knast sitzen ist das auch nicht billig.

    Allerdings verstehe ich nicht wieso man nicht bei Methadon oder ähnlichem bleibt. Da hat man doch gute Erfahrungen mit gemacht, ein guter Teil konnte damit sogar wieder eine Arbeit aufnehmen.
    Da ist normales Leben wenigstens im Ansatz möglich, mit Heroin geht man nur auf die Sucht nach dem Kick ein und den muss die Gesellschaft nun wirklich nicht finanzieren, wird wohl auch den Betroffenen mehr Schaden als Nutzen. Meine Laienmeinung.
    Substitution hat auch den Vorteil das die Mafia hinter dem Drogenhandel das Geld nicht mehr einnimmt.
  9. #9

    Super

    Ich finde es gut, dass sowas angeboten wird.
    Die einzige Möglichkeit, die Drogenmafia unter Kontrolle zu bekommen ist ihnen die Kundschaft zu entziehen. Sobald sich der Schmuggel nicht mehr lohnt, bricht er zusammen; Auch die Beschaffungskriminalität wird weniger: Einbruch, Straßenraub, Drogenprostitution finden dann zumindest nicht mehr wegen Heroin statt.

    Es ist nur schade, dass dieses Konzept nicht mit allen Drogen funktioniert.