Mobbing-Opfer: "Ich halte Millionen-Entschädigungen für möglich"

CorbisWerden Mobbingklagen bald richtig teuer für den Arbeitgeber? Um Firmen abzuschrecken, könnten demnächst deutlich höhere Schmerzensgelder fällig werden. Ein Präzedenzfall um 893.000 Euro Entschädigung wird derzeit in Düsseldorf verhandelt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-876547.html
  1. #1

    Nicht sachgerecht

    Ich halte den Versuch, hier in Deutschland an so hohe Schmerzensgeldforderungen zu kommen, nicht sachgerecht! Zum Glück ist es so, dass wir in einem Land leben, dass nicht exorbitante Schmerzensgelder in der Praxis hat. Auf der anderen Seite wäre eine Erhöhung bestimmter Sätze durchaus begrüßenswert, nicht aber in dem Umfang!
    Nur zum Vergleich: Ebenfalls aktuell ist derzeit ein Fall, in dem ein Vergewaltigungsopfer von seinem Peiniger ein REKORD-Schmerzensgeld fordert..... in Höhe von 80.000 Euro. Das Opfer ist 3 Tage lang festgehalten, ans Bett gefesselt und gepeinigt worden. Und nun möge man das bitte in irgendeine vernünftige Relation setzen!
  2. #2

    eben

    Zitat von Lorbeerblatt Beitrag anzeigen
    Ich halte den Versuch, hier in Deutschland an so hohe Schmerzensgeldforderungen zu kommen, nicht sachgerecht! Zum Glück ist es so, dass wir in einem Land leben, dass nicht exorbitante Schmerzensgelder in der Praxis hat. Auf der anderen Seite wäre eine Erhöhung bestimmter Sätze durchaus begrüßenswert, nicht aber in dem Umfang!
    Nur zum Vergleich: Ebenfalls aktuell ist derzeit ein Fall, in dem ein Vergewaltigungsopfer von seinem Peiniger ein REKORD-Schmerzensgeld fordert..... in Höhe von 80.000 Euro. Das Opfer ist 3 Tage lang festgehalten, ans Bett gefesselt und gepeinigt worden. Und nun möge man das bitte in irgendeine vernünftige Relation setzen!
    drei Tage gegen langjährige permanente Drangsalierung. Ich wünsche der Dame alles Gute. Und dann der Stadt die sich hoffentlich bei den netten Kollegen und ihrem Vorgesetzten das Geld zurückholen kann.
  3. #3

    Schmerzensgeld ist nicht Strafe

    Die Abschreckungswirkung von Schmerzensgeld ist amerikanische Rechtsphilosophie. Nach euroäischer Rechtgsphilosophie soll Schmerzensgeld hingegen den erlittenen Schmerz ausgleichen.
  4. #4

    Es ist nicht die geforderte Summe zu hoch, sondern der Wert des Menschen in diesem Land zu niedrig. Sieht man auch sehr gut an den 80.000 für die Vergewaltigungsopfer. Nur logisch in einer Gesellschaft, in der man den Mund nicht aufkriegt um zu loben, und die Klappe nicht halten kann wenns ums Kritisieren geht. Sehr Deutsches Problem.
  5. #5

    Interessante Passage

    Interessante Passage im verlinkten Beitrag:

    "In diesem Zusammenhang hat das Gericht auch den in der Vergangenheit erfolgten Versuch eines Mediationsverfahrens der Parteien angesprochen. Dieses scheiterte, weil die Klägerin das Eingeständnis eines Mobbingverhalten durch die beklagte Stadt zur Vorbedingung der Gespräche machte."
    Ich würde eine Wette eingehen, dass sie keinen Schadensersatz zugesprochen bekommt.
  6. #6

    Zitat von ellereller Beitrag anzeigen
    Interessante Passage im verlinkten Beitrag: [...]
    Ich kenne zwar die Hintergründe nicht und der Artikel gibt unscharfe Angaben wie
    Sie sieht sich als Mobbing-Opfer
    &
    "Man hat meine Ehre und meine Würde mit Füßen getreten" [...] Jahrelang sei sie schikaniert worden"
    Das klingt für mich nicht nach handfesten Beweisen, die man nun einmal braucht. Ich ordne diese Aussagen eher als subjektives Empfinden ein.

    Das finde ich auch etwas detailbefreit:
    Als sie nach gewonnenem Prozess in ihr Büro zurückkehren wollte, habe man sie mit einem Sonderprüfauftrag, für den sie nicht ausgebildet sei, in ein neun Kilometer entferntes städtisches Klinikum "entsorgt". Eine Schulung habe die Stadt nicht zahlen wollen.
    An eine Akademikerin kann man den Anspruch stellen, auch einmal unbequeme Arbeit auszuführen und sich Wissen selbst anzueignen. Im Studium hat man ja auch nicht alles verschult gelehrt bekommen.
  7. #7

    schon Mal gemobbt worden?

    meine Vorredner scheinen noch nie mit Mobbing persönlich konfrontiert worden zu sein.
    Das Gefühl sich gegen eine Gruppe wehren zu müssen und keinen Rückhalt von anderer Seite zu erhalten entfaltet für den gemobbten eine dramatische Wirkung. Sie ist im Grunde mit einer schweren Depression vergleichbar. Vor diesem Hintergrund kann die Abschreckung nicht hoch genug angsetzt werden. Eine Bemessung anhand von Tagessätzen, die sich am Umsatz und Gewinn des Unternehmens orientieren halte ich persönlich für absolut sinnvoll. Nur so kann das Interesse der Unternehmen an dem Thema geweckt werden.
  8. #8

    Zitat von fmfx Beitrag anzeigen
    meine Vorredner scheinen noch nie mit Mobbing persönlich konfrontiert worden zu sein.
    Das Gefühl sich gegen eine Gruppe wehren zu müssen und keinen Rückhalt von anderer Seite zu erhalten entfaltet für den gemobbten eine dramatische Wirkung.
    Ich habe schon mehrere Fälle von Mobbing (durch den Kollegenkreis) und Bossing (durch den Chef) miterlebt, war aber zum Glück noch nie selbst Mobbing-Opfer.

    In etwa der Hälfte der Fälle die ich selbst beurteilen konnte, war das Mobbing nicht die Aktion von böswilligen Menschen gegenüber einem Unschuldslamm sondern die Reaktion von genervten Leuten gegenüber einem streitsuchenden Menschen. Sicher sind meine wenigen Erlebnisse nicht repräsentativ. Man sieht daran aber, dass nicht jeder der "Ich werde gemobbt" heult, auch zu Unrecht gemobbt wird.
    Als besonders dramatisch habe ich allerdings einen Fall erlebt, wo ein Vorgesetzter einen Mitarbeiter loswerden wollte, weil der MA zu kompetent war und die Position des Chefs gefährdet hat. Derartig menschenverachtende Kaltschnäuzigkeit eines "Personalverantwortlichen" habe ich sonst nur selten erlebt.
  9. #9

    Zitat von antopus Beitrag anzeigen
    Es ist nicht die geforderte Summe zu hoch, sondern der Wert des Menschen in diesem Land zu niedrig. Sieht man auch sehr gut an den 80.000 für die Vergewaltigungsopfer. Nur logisch in einer Gesellschaft, in der man den Mund nicht aufkriegt um zu loben, und die Klappe nicht halten kann wenns ums Kritisieren geht. Sehr Deutsches Problem.
    Die deutsche Schmerzensgeldrechtssprechung ist darauf ausgelegt, die Verurteilten nicht zu H 4 Empfaengern werden zu lassen.
    Nicht darauf, abzuschrecken, oder angemessenes Schmerzensgeld fuer die Opfer zu bewirken!
    Die deutsche Rechtssprechung ist in viellerlei Hinsicht weder auf Abschreckung, noch auch wirkliche Bestrafung von Taetern aus.
    Jedenfalls solange der Taeter nicht eine arme Sau ist, die sich nicht die besten Anwaelte leisten kann, aber irgendwelche Banken um hohe Betraege erleichtert hat. Weil da muss abgeschreckt werden!