Antisemitische Tweets: Twitter will Namen von Nutzern nicht herausgeben

AFPTwitter vor der Pariser Justiz: Nach antisemitischen Entgleisungen fordert der Jüdische Studentenverband Frankreichs von dem US-Unternehmen die Namen von Urhebern hasserfüllter Kurzbotschaften. Zudem fordert der Verband eine Meldemöglichkeit für unangemessene Inhalte.

Frankreich: Verband verklagt Twitter wegen antisemitischen Tweets - SPIEGEL ONLINE
  1. #40

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Sie verwechseln Subjekt und Objekt. Ich schrieb nämlich: "(...) ist Teil des Problems mit dem immer noch weit verbreiteten Antisemitismus in unserer Gesellschaft". Damit ist das Problem exakt bezeichnet: nämlich der immer noch weit verbreitete Antisemitismus in unserer Gesellschaft ist das Problem -- das sagt im Übrigen auch der Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestages.
    Irrtum, ich verwechsle nicht Subjekt und Objekt, denn dann hätte ich ja "wer das nicht versteht [...]" verwechselt mit "Teil des Problems mit [...]". Mir ist gar nicht klar, wie ich das dann hätte verstehen können.

    Ich gebe allerdings zu, dass ich Ihre Formulierung sehr zugespitzt habe. Das dürfen Sie mir gerne vorwerfen, denn das ist nicht unbedingt nett. Und wenn Sie mir das vorwerfen würden, dann würde ich das zugeben und sogar zurücknehmen, wenn Sie darauf bestehen.

    Diese Zuspitzung hatte allerdings nicht denn Sinn, Ihnen Vorwürfe zu machen - sondern klar zu machen, dass auch Sie sich gedanklich schnell in gefährliche Richtungen bewegen, wenn Sie nicht aufpassen.

    Denn diese rechtschaffene Empörung ist in meinen Augen wenig besser (wenn überhaupt) wie klar erkennbare menschenverachtende Äußerungen. - Aber darüber kann man durchaus unterschiedlicher Ansicht sein.
  2. #41

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Der Schauer würde mir nicht einmal dann über den Rücken laufen, wenn ich geschrieben oder gar gemeint hätte, was Sie hineininterpretieren. Da dies jedoch nicht zutrifft, habe ich umso weniger Anlaß zu schaudern.
    Tatsächlich? Ihnen würde kein Schauer über den Rücken laufen, wenn jemand z.B. über Sie erzählen würde "der ist ein Problem"?

    Naja, wenn Sie das so schreiben, dann ist das bestimmt auch so. -- Ich jedenfalls assoziiere solche Worte immer gleich mit einem Mafiosi, der auf diese Weise seinen Untergebenen klar machen will, dass jemand umgebracht werden soll ... "Problemlösung" halt.

    Aber gut, dass Sie mir prinzipiell nicht zustimmen, selbst in dieser kleinen Sache nicht, kann ich durchaus verstehen.

    Was meine Interpretation Ihrer Worte angeht: Die ist m.E. stichhaltig. Aber ich glaube Ihnen, dass Sie das trotzdem nicht so gemeint haben.
  3. #42

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Wie lustig, ... Sie können auch gerne versuchen, mir dabei Regeln aufzuzwingen, ganz so, als sei der Antisemitismus eine legitime Meinung innerhalb des zivilisierten Diskurses. Allein: er ist es nicht, und ich werde Ihre Regeln daher nicht akzeptieren.
    Um Gottes Willen, ich zwinge niemandem etwas auf.

    Habe ich etwa behauptet, Sie wären "dumm" oder "ein Lügner"? -- Ich weiß, es gefällt Ihnen nicht, aber es ist nun mal so: Sie haben Menschen, die Augstein nicht für einen Antisemiten halten, wahlweise als "dumm" oder "Lügner" bezeichnet. Und diese "Argumentation" missbillige ich.

    Ich missbillige hingegen nicht Ihr Streben, gegen menschenverachtende Äußerungen anzugehen. Die Frage lautet in meinen Augen eher: Wie macht man das am besten? Andersdenkende abzuwerten ist m.E. eine denkbar schlechte Vorgehensweise, denn: Was genau würde uns dann noch von Menschen unterschieden, die andere aus religiösen/rassistischen/sonstigen Gründen diffamieren?

    Übrigens: Die Frage, welche Äußerung "legitim" ist oder nicht, die ist nicht so einfach zu beantworten, wie Sie suggerieren. Und ich habe ein Problem damit, wenn jemand das (am besten sogar noch verbindlich) für mich entscheiden will. Aber gut: Ich bin sich, dass Sie das nicht so meinen, wie es klingt.

    Ich verstehe jedoch gar nicht, was Sie mit "meinen Regeln" meinen. Ich habe meine Ansichten - und Sie haben Ihre. Wir reden darüber. Dahinter steckt natürlich immer der Wunsch, den anderen von den eigenen Ansichten zu überzeugen. Aber das muss nicht klappen. Akzeptieren müssen sie jedoch meine Meinung in jedem Fall. (Zumindest ist das derzeit noch so, dass ich das Recht habe, meine freie Meinung zu äußern.)

    Ganz schlecht ist es, so wie Hr. Cooper das Gespräch zu verweigern. Das kann ich nur als Überheblichkeit oder Unsicherheit interpretieren.
  4. #43

    Klarstellung, die erste

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Ich gebe allerdings zu, dass ich Ihre Formulierung sehr zugespitzt habe. Das dürfen Sie mir gerne vorwerfen, denn das ist nicht unbedingt nett. Und wenn Sie mir das vorwerfen würden, dann würde ich das zugeben und sogar zurücknehmen, wenn Sie darauf bestehen.
    Das ist wirklich nett von Ihnen, danke, aber den Teufel werde ich tun.

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Diese Zuspitzung hatte allerdings nicht denn Sinn, Ihnen Vorwürfe zu machen - sondern klar zu machen, dass auch Sie sich gedanklich schnell in gefährliche Richtungen bewegen, wenn Sie nicht aufpassen.
    Ihre Sorge ehrt Sie, danke auch dafür, aber ich muß Ihnen trotzdem noch einmal widersprechen. Die gedankliche Richtung, in die ich mich Ihrer Deutung zufolge bewege, ist längst keine Bewegungsrichtung mehr, sondern längst mein fester Standpunkt, den zu erschüttern es schon sehr, sehr guter Argumente bedürfte. Mein Standpunkt ist auch keineswegs das Ergebnis davon, daß ich nicht aufgepaßt hätte, sondern im Gegenteil vielmehr davon, daß ich sehr genau aufgepaßt habe.

    Nicht nur, aber auch Deutschland und seine Gesellschaft haben ein riesiges Antisemitismusproblem, und damit meine ich nicht die rechten Deppen, von denen niemand etwas anderes erwartet hätte. Nein, der linke Mainstream ist tief durchzogen von mindestens latent antisemitischem Gedankenschlecht. Das J-Wort sagt dabei allerdings niemand mehr, das wäre zu offensichtlich, und so wurde es ersetzt durch die Chiffre "Israel".

    Schauen Sie doch hin, Mensch: regelmäßig wird völlig undifferenzierte "Israelkritik" geübt, also nicht etwa konkrete Handlungen israelischer Regierungen oder Institutionen, sondern Israel als Ganzes kritisiert. Regelmäßig wird dabei bewußt oder unbewußt ignoriert, in was für einer existenzbedrohlichen Situation dieses winzige, von erklärten Todfeinden umgebene Land sich befindet, daß es in den 64 Jahren seiner Existenz schon achtmal mit dem erklärten Ziel seiner Vernichtung überfallen wurde, und daß seine Bürger bis heute ständig terrorisiert werden.

    Viele seiner "Kritiker" wissen dabei überhaupt nichts über das Land, die Menschen, die darin leben, und wo die Intentionen und Motive seiner Feinde offensichtlich sind, werden sie einfach ignoriert. Ansonsten sehr vernünftige und intelligente Menschen tun so, als seien die Siedlungen das Problem und als gäbe es keine geradlinige Fortsetzung des Terrors gegen die Juden im Nahen Osten von der Plünderung von Safed 1834 über die Aktivitäten dieses Herrn bis hin zur heutigen Zeit.
  5. #44

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Tatsächlich? Ihnen würde kein Schauer über den Rücken laufen, wenn jemand z.B. über Sie erzählen würde "der ist ein Problem"?
    Nein, niemals. Da hätte ich auch viel zu tun. Es gibt viele Leute, die mich für ein Problem halten, und sie haben alle Recht: ich bin eins. Konsens widert mich an und ist nur eine Gelegenheit zum Hinterfragen. Ich bin rezent, ein Advocatus Diavoli, und glaube nicht an Schwarmintelligenz, sondern an Terry Pratchett: der IQ einer Gruppe bemißt sich nach dem IQ des Dümmsten geteilt durch die Anzahl der Gruppenmitglieder.
    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Ich jedenfalls assoziiere solche Worte immer gleich mit einem Mafiosi, der auf diese Weise seinen Untergebenen klar machen will, dass jemand umgebracht werden soll ... "Problemlösung" halt.
    Sorry, aber das ist Ihre Assoziation.