Jugendwerbung der Bundeswehr: Freizeit statt Krieg

dapdBomben, Kampf und Tod? Nein, Abenteuer und Kameradschaft! Die Bundeswehr umwirbt Jugendliche im Internet mit Emotionen statt mit Argumenten, kritisieren Freiburger Medienforscher. Ihre Studie wirft neue Zweifel an der Jugendarbeit des Militärs auf.

Bundeswehr wirbt um Jugendliche: Forscher analysieren Jugendseite - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Hui, wie gemein...

    Da macht die Bundeswehr also Werbung für sich und stellt sich nur im besten Licht dar? Wie fies, wie gemein, wie hinterhältig! Und vor allem im krassen Unterschied zu jedem anderen werbetreibenden.

    Manche "Forscher" haben echt zuviel Zeit oder zuviel Etat. Vermutlich beides.
  2. #2

    Man kann...

    dazu stehen wie man will. Das der Bund kein Freizeitverein ist bei dem man Stockbrot macht und es jeden Abend einen herrlichen Budenzauber gibt ist aber auch der schützenswerten Jugend sicher bekannt (jedenfalls waren wir mit 15 nicht so doof anzunehmen dass das ein Spielplatz ist). Mal ehrlich, welche Wahl hat denn die Bundeswehr um neue Soldaten zu gewinnen? Kommt zum Bund, ihr geht in Tod und verderben? Ich verstehe die ganze aufregung nicht... wirklich nicht.
  3. #3

    Wie der Presseoffizier bereits sagt: Die Wissenschaftler sollten unbedingt mal einen Wehrdienstberater aufsuchen.
    Nach einem freundlichen "Guten Tag" gehts los mit Fragen wie: "Sind Sie sich bewusst, was der Beruf eines Soldaten von einem verlangen kann und was er kosten kann?" Und diese Fragen werden sehr direkt beantwortet. Nach dem Besuch so eines Beraters kann kein Soldat mehr behaupten man hätte ihm nicht gesagt was auf ihn zu kommt.

    Zur Website: Die Bundeswehr ist auf junge Menschen angewiesen. Militärisches Gerät hat auf viele, vorallem junge Männer, eine große Anziehungskraft und diese wird von der Jugendseite eben befriedigt. Würden stattdessen Bilder von verstümmelten Soldaten hochgeladen wäre die Reaktionen wahrscheinlich man solle doch lieber Bilder von ruhigen Manövern ohne Verletze hochladen... Wie mans macht, macht mans verkehrt. Die einzige Lösung ohne Nörgler wäre die Jugendarbeit einzustellen, aber das kann sich ein vom Wehrdienst befreites Land wohl nicht leisten.
  4. #4

    Lügen bringt nichts...

    ...sondern nur das was wir heute in der "Armee" haben. Menschen die durch falsche Vorstellungen geködert wurden.
    Die Werbung sollte offen und ehrlich sein, alles offenlegen denn, das deutsche Volk muss nicht belogen werden (was oben gerne getan wird).
    Man würde nicht nur der BW etwas gutes tun, denn es würden nur Menschen kommen die auch wirklich wollen und dies akzeptieren, vielmehr würde man sich wundern, dass der Zuspruch zur Wahrheit um einiges höher liegt als sich mancher, bereits mumifizierter Politiker eingestehen kann.
  5. #5

    In der Zwickmühle

    Die Armee befindet sich hier in der klassischen Zwickmühle:
    Zum Einen soll sie nicht mit Abenteuer und Kameradschaft werben. Da könnte der falsche Eindruck entstehen. Und Lagerfeueromantik passt auch irgendwie nicht zur Einsatzarmee.
    Zum Anderen kann sie aber auch nicht mit der Einsatzrealität allein werben, denn die ist - da hart und entbehrungsreich und das Ergebnis langer Ausbildung - wenig werbewirksam und so gar nicht romantisch.
    Was also tun? Auch ich bin der Meinung, dass alle Facetten beleuchtet werden müssen. Es besteht aber die Gefahr, dass genau diejenigen, die den bisherigen Werbestil bemängeln, dann auch auf die Barrikaden gehen würden. Und da sind wir wieder in der Zwickmühle.
    Meine Empfehlung wäre, dass die Bundeswehr mit Profilen wirbt, in denen sie typische Tätigkeitsbilder (und nicht nur den Jetpilot) realistisch mit allen Aspekten (was z.B. kann einem Gruppenführer/ Zugführer/ Kompaniechef der Infanterie alles begegnen) einschließlich der Möglichkeiten, Risiken und auch Grenzen beschreibt.
    Darauf hätten junge Menschen einen Anspruch.
  6. #6

    Herr Vogel hat durchaus richtig resümiert,

    wo ist das Problem. Wer klärt die jungen Leute über die Schattenseiten des Berufslebens richtig auf ? Gerade Medienwissenschaftler wissen doch wie " Marketing" funktioniert. Also was soll das Gejammere !?
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bomben, Kampf und Tod? Nein, Abenteuer und Kameradschaft! Die Bundeswehr umwirbt Jugendliche im Internet mit Emotionen statt mit Argumenten, kritisieren Freiburger Medienforscher. Ihre Studie wirft neue Zweifel an der Jugendarbeit des Militärs auf.

    Bundeswehr wirbt um Jugendliche: Forscher analysieren Jugendseite - SPIEGEL ONLINE
    Die Bundeswehr will mit ihrer Werbung also tatsächlich Leute werben, statt sie abszustoßen. In der Tat sehr überraschend. Für solche erkenntnisbringenden Studien werden also unsere Steuergelder investiert, da freut man sich doch. Vielleicht könnten uns die begnadeten Forscher in ihrer nächsten Studie nachweisen, dass Wasser nass ist? Da gibt es noch große Lücken in der Forschung.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Die Bundeswehr versucht, vor allem über Emotionen und kaum über Argumente an die Jugend anzudocken", sagte Vogel. Sie erschaffe dabei ein überwiegend positives Selbstimage: Die Bundeswehr solle als Ort rüberkommen, an dem sich junge, ehrgeizige, mitteleuropäische Männer und auch Frauen treffen, um Abenteuer zu erleben, ihre Kindheitsträume umzusetzen, außergewöhnliche Maschinen und Waffen bedienen zu lernen und fremde Länder zu bereisen, sagte Vogel. "Außerdem wird ihnen suggeriert, dass sie stets finanziell abgesichert und Teil einer großen Gemeinschaft seien."
    Diese Masche der Rekrutenanwerbung funktioniert seit 100 Jahren. Kein Wunder, dass auch die Bundeswehr darauf setzt. Schon mal "Im Westen nichts neues" gelesen?
  9. #9

    Die Heimat

    Bundeswehr ist eine Armee zur Intakthaltung des Friedens in der BRD. Feinde von außen werden bekämpft, das ist auch richtig so. Wer sich ausbilden lässt zum Schießen außerhalb der BRD, lasst sich zum befohlenen Morden ausbilden. Dazu kommt noch, man selbst kann sehr schnell im Ausland auch getroffen werden. Für so etwas würde ich mich nicht hin tun. Dieses Leben wäre mir zu Gewalt tätig. Aber bitte, wenn Werbung für so etwas, dann bitte sehr ehrlich mit allen Unannehmlichkeiten, wie Verletzungen bis hin zum eigenen Tod.