Medizinstudium in Riga: Bildungsflucht ins Baltikum

Klaus Martin HöferDas lockt viele deutsche Numerus-Clausus-Opfer an: Die Stradins-Universität im lettischen Riga bildet Ärzte und Zahnärzte auf Englisch aus. Allerdings kostet das Studium viel - und wer zurück nach Deutschland wechseln möchte, muss kämpfen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-872081.html
  1. #1

    Wer sich ein anständiges Studium in den USA....

    ....nicht leisten kann? Da scheint das eine gute Lösung. Natürlich braucht es aber in den USA auch sehr gute Noten in den halbwegs guten Unis.
  2. #2

    Finde ich gut

    Finde ich eine gute Alternative in Riga das Studium ohne große
    Beachtung der Durchschnittsnote (1,1 in Deutschland sind erforderlich) aufnehmen zu können. Allerdings das Geld dafür hat nicht jeder.
    Und der Ruf soll schlecht sein? Man schaue zurück in die Vergangenheit,
    zumindest der Ruf der Uni In Riga, war International gut. Viele berühmte Baltendeutsche haben dort studiert -von den Alten sprechen noch viele Deutsch.
    Meine persönliche Meinung gute Noten machen noch lange keinen guten Arzt, sondern es ist die Berufung.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das lockt viele deutsche Numerus-Clausus-Opfer an: Die Stradins-Universität im lettischen Riga bildet Ärzte und Zahnärzte auf Englisch aus. Allerdings kostet das Studium viel - und wer zurück nach Deutschland wechseln möchte, muss kämpfen.

    Stradins-Universität Riga: Viele Deutsche studieren Medizin im Ausland - SPIEGEL ONLINE
    Mein Cousin studiert an der Karls-Universität in Prag. Im Vergleich zu Deutschland soll das Studium in Osteuropa sehr streng und verschult sein. Sprich Unterricht in sehr kleinen Gruppen und ständige Prüfungen, sowohl schriftlich als auch mündlich. Dazu alles auf Englisch und in einem fremden Land. Ich habe echten Respekt vor Menschen die sich das in ihrem doch noch jungen Alter zutrauen. Da muss man schon wirklich vom Beruf des Arztes und von der Medizin begeistert sein, zumal die Kosten von 8.000-14.000€ pro Jahr auch nicht gerade wenig sind. Hut ab.
  4. #4

    Deutschland verspielt seine Zukunft

    Als rohstoffschwaches Land sollte Deutschland eigentlich in Bildung investieren. Stattdessen werden Leute, die eine "2" haben ins Ausland vertrieben. Mir ging es aehnlich mit einer angestrebten Promotion - die deutsche Uni bruetet heute noch ueber meine Anfrage. Meine Promotion habe ich seit 2010 in der Tasche und arbeite nun im Ausland, voraussichtlich nicht nur fuer eine Weile! Armes Deutschland ...
  5. #5

    Titel:

    Auch wenn bei es bei Heimatbesuchen schon mal hämische Kommentare gibt: Sie hätten sich die Arzt-Ausbildung nur erkauft, ohne eine große eigene Leistung erbringen zu müssen. "Da hören wir gar nicht hin. Das beachten wir gar nicht", sagen sie beinahe wie aus einem Mund. "Und das stimmt auch nicht."
    Das ist korrekt, es stimmt nicht das SIE ihre Ausbildung erkauft haben es waren ihre Eltern.
  6. #6

    optional

    ich denke in Deutschland besteht Ärztemangel denn in den Kranenhäusen treffe ich nur schlecht spechende Ärzte an.Der Numerus Clausus von 1- 1,2 sagt noch lange nicht aus das diese Person ein guter Arzt wird.Man sollte diesen erhöhen das wäre das Prolem beseitigt
  7. #7

    Nicht nur die Note

    sollte entscheiden, ob jemand zum Medizinstudium zugelassen wird. Wer nur nach dem Abiturschnitt auswählt, macht es sich zu einfach. Die Abinote kann zwar aussagen, dass der Bewerber gut ist im Auswendiglernen - was für das Studium später unerlässlich ist - aber das wars dann auch schon. Abgesehen davon, dass die Uni später nicht einmal interessiert, ob der Bewerber seine guten Noten in LK Bio und Physik bekommen hat, oder - grob gesagt - in Singen und Klatschen. Wichtig ist nur die Abinote.

    Mehrere Unis haben das inzwischen kapiert und lassen Zusatzqualifikationen in die Bewerbungen einfließen, wie z.B. eine Ausbildung im medizinischen Bereich (welche meiner Meinung nach immer noch zu wenig berücksichtigt werden); auch Zeugnisse über ein FSJ, soziales Engagement oder dergleichen werden inzwischen genauer betrachtet. Mit dem TMS (Test für Medizinische Studiengänge) gibt es so etwas wie eine "zweite Chance" für Medizinstudenten, die vielleicht im Abitur nicht so gut waren. An manchen Unis wird das Ergebnis auf die Abiturnote angerechnet - das hat zum Beispiel mir damals den Hals gerettet und einen Studienplatz in Mannheim verschafft. Gut, dazu gehört natürlich auch eine unverschämt große Portion Glück, das gebe ich zu.

    Trotzdem finde ich die derzeitige Auswahlpraxis immer noch nicht in Ordnung, und von Seiten der Politik werden auch nicht mehr Studienplätze zur Verfügung gestellt - und das, obwohl immer wieder über Ärztemangel gejammert wird. Das Zulassungsssystem gehört dringend reformiert.

    Ich drücke meinen Kommilitonen im Baltikum auf jeden Fall die Daumen für die Rückkehr nach Deutschland und wünsche ihnen viel Erfolg für das weitere Studium und Berufsleben!
  8. #8

    .

    Zitat von spon_1170990 Beitrag anzeigen
    Als rohstoffschwaches Land sollte Deutschland eigentlich in Bildung investieren.
    Ich glaube mich erinnern zu können dass Frau Merkel so etwas in der Art in Ihrer diesjährigen Neujahransprache gesagt hatte...

    Zitat von spon_1170990 Beitrag anzeigen
    Stattdessen werden Leute, die eine "2" haben ins Ausland vertrieben.
    Unvorstellbar.
    Ich kenne viele Ingenieure die "nur" mittelmäßige Schüler waren und heute exzellente Leistungen im Beruf erbringen.
    Warum soll das bei Medizinern anders sein?

    Zitat von spon_1170990 Beitrag anzeigen
    Mir ging es aehnlich mit einer angestrebten Promotion - die deutsche Uni bruetet heute noch ueber meine Anfrage. Meine Promotion habe ich seit 2010 in der Tasche und arbeite nun im Ausland, voraussichtlich nicht nur fuer eine Weile! Armes Deutschland ...
    Ja, so gehen Deutschland leider viele Talente verloren...
    :-(
    Ihnen alles gute, wo immer Sie auch sein mögen!
    :-)
  9. #9

    Wieso Rumaenien?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das lockt viele deutsche Numerus-Clausus-Opfer an: Die Stradins-Universität im lettischen Riga bildet Ärzte und Zahnärzte auf Englisch aus. Allerdings kostet das Studium viel - und wer zurück nach Deutschland wechseln möchte, muss kämpfen.

    Stradins-Universität Riga: Viele Deutsche studieren Medizin im Ausland - SPIEGEL ONLINE
    "Die Semmelweis-Universität in Ungarn mischt seit etlichen Jahren in dem Ärzteausbildungsmarkt mit, andere Hochschulen in Rumänien, Tschechien und Polen sind gefolgt."
    Rumaenien wird im verlinkten Artikel garnicht genannt.