Urteil: Schnellballschlacht gehört zum Lehrerberuf

dapdSchneeballschlachten auf dem Schulhof sind verboten - ein Lehrer machte trotzdem mit. Er wurde schwer am Auge getroffen und musste sich operieren lassen. Kein Dienstunfall, fand die Stadt Freiburg. Doch, entschied ein Gericht. Der Mann habe mittoben müssen, sonst hätte er sich lächerlich gemacht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/g...-a-876165.html
  1. #40

    Mal den Alltag checken

    Zitat von Zephira Beitrag anzeigen
    Nein, solche Personen sollten lebenslanges Schulverbot erhalten. Das kurzzeitige "Vergessen" von Sicherheitsregeln führt zu Verletzten und Schlimmerem. Warum dafür der Steuerzahler jemals geradestehen soll ist nicht einzusehen.

    Vorschlag zur Güte: Jeder, der das Urteil nicht 100% schwachsinnig findet, verpflichtet sich, monatlich einen Teil seines Einkommens in einen Fond zu spenden. Aus diesem Topf werden dann die Kosten bezahlt, die entstehen, wenn die Sache schiefgeht. Auf die Weise ist allen gedient: Die Lehrer können mitspielen, der Steuerzahler bezahlt nicht für ihren Leichtsinn und die Anzahl der Leute, die dumpfe Urteile bejubeln, wird schlagartig abnehmen.
    Ich habe es bisher nur als Kompliment erfahren, wenn Schüler mich für wert erachteten, als Zielscheibe für Schneebälle zu dienen.
    (Der umgekehrte Fall, dass diese nämlich mich beleidigen oder gar bestrafen wollten, ist mit weniger als 0,001 % unwahrscheinlich.)
    Da bauen sich im Spiel Aggressionen ab (und mal sehn, wie der Lehrer reagiert).
    Das sind normale Tests.
    Und blöd wäre ich, wenn ich nicht darauf einginge.
    Natürlich versuche ich die Schulregeln durchzusetzen.
    Aber bei einer "Bande" von 15 Mädchen und Jungen zB. einer 6. Klasse?
    Da greife ich auch in den Schnee.
    Und alle haben Spaß.
    Bis es mal schief geht.
    Okay, das muss dann (auch rechtlich) geklärt werden, wenn es nicht anders geht.
    Wir haben das dann anschließend im Unterricht geklärt (Entschuldigung etc.)
    Zum Glück ist bei unseren Schneeballschlachten noch niemand ernsthaft verletzt worden.
    Ich sehe es als ein Spiel - nicht erlaubt, aber eben auch nicht vermeidbar- so what?
    Das wenigste, was die Kinder brauchen, ist ein Lehrer, der sich _nur_ auf Vorschriften beruft.
    Meint L.
  2. #41

    Sie haben Recht

    Zitat von seikor Beitrag anzeigen
    Schneeballwerfen auf dem Schulhof ist aus sehr gutem Grund absolut tabu. Die Eltern möchte ich sehen, die bei einem ge-/betroffenen Sprößling noch sagen "ist ja toll, wie pädagogisch der Lehrer hier gehandelt hat". Haha.
    Da wird sehr wahrscheinlich sofort mit dem Anwalt gegen den Lehrer prozessiert.
    Wenn der Lehrer mit den Schülern Schneeballschlachten machen mag, soll er das außerhalb vom Dienstgelände tun.
    Andererseits gut, dass der Lehrer hier freigesprochen wurde. Man steht in diesem Beruf eh immer mit einem Bein ins Gefängnis...
    Eine Rüge sollte er bekommen, der "pädagogische" Lehrer, der sich nicht durchsetzen konnte - mehr aber auch nicht.
    Anderenseits ist es ein Unterschied, ob sie von einem Schneeball getroffen werden, den ein Schüler "abgefeuert" hat oder ob sie als Lehrer diesen Schneeball werfen. Dieses Risikos muss man sich bewusst werden. Es ist halt schwierig in einer konkreten Situation angemessen zu reagieren.
    Dafür gibt es Regeln, klar.
    Und auf 999 Schulhöfen passiert nichts, außer einem großen Spaß.
    Alle sind zufrieden.
    Und dann kommt sowas.
    (In jedem einzelnen Fall bedauerlich.)
    Doch dafür gibts Versicherungen, es gibt die Möglichkeit von Gesprächen (und ja auch: Disziplinarverfahren)
    Nur letzteres zur Norm und zum Maßstab zu erheben, geht m.E. an der Lebenswirklichkeit und dem, was Lehrer ihren Schülern -und umgekehrt- sein sollten, vorbei.
    Ein ausgewogenes, lebensnahes Urteil.
    L.
  3. #42

    Verbot

    Zitat von Listerholm Beitrag anzeigen
    Anderenseits ist es ein Unterschied, ob sie von einem Schneeball getroffen werden, den ein Schüler "abgefeuert" hat oder ob sie als Lehrer diesen Schneeball werfen. Dieses Risikos muss man sich bewusst werden. Es ist halt schwierig in einer konkreten Situation angemessen zu reagieren.
    Dafür.....
    Die Debatte hier ist so ziemlich verquer und geht an der Realität vorbei.
    Stellen wir uns einmal vor, es wäre kein Lehrer gewesen, sondern ein Elternteil, das in die Schneeballschlacht involviert worden wäre. Hätten der Vater oder die Mutter dann ebenfalls keinen Ansppruch auf Übernahme der Heilbehandlungskosten gehabt?

    Oder im übertragenen Sinne, da fährt jemand innerhalb einer geschlossenen Ortschaft 70 KM/h. Verliert der dann auch seinen Versicherungsschutz, weil in der Stadt ja nur 50 KM/h erlaubt sind?
    Das zu schnelle Fahren und der Schneeballwurf sind zwar beides Ordnungswidrigkeiten, können ergo geahndet werden. Was als Bewertungsgrund für eine Streichung von Versicherungsleisrungen aber fehlt, ist die grobe Fahrlässigkeit oder ein Vorsatz.
    Hier werden vonmanchem ganz munter unterschiedliche rechtliche Aspekte miteinander vermischt.

    Natürlich können die eltern des getroffenen schülers zivilrechtliche Forderungen an den Lehrer als Privatperson stellen. in dem Fall wird seine private Haftpflicht auch für den eingetretenen Schaden aufkommen.

    Dienstrechtlich kann der Vorfall ebenfalls entweder auf Betreiben der Eltern oder der Schulleitung oder der Schulaufsicht zu Konsequenzen führen (Eintrag in die Personalakte des beamten vergleichbar einer Abmahnung für Angestellte).

    Strafrechtlich kann das Ganze auch nur verfolgt werden, wenn die Eltern des getroffenen Schülers eine Strafanzeige stellen.

    Das Versorgungsrecht für Beamte einschließlich des Beihilfeanspruches ist kein Disziplinarinstrument.

    btw ich stelle mir den Aufschrei vor, der Lehrer, der ja zunächst beworfen worden war, hätte die namen der Werfer ermittelt und anschließend eine Teilkonferenz mit der Androhung der entlassung von der Schule beantragt, da die Schüler ja gravierend gegen die bestehende Schulordnung und entsprechende Erlasse verstoßen haben.