Peking: Zwei Frauen an Schweinegrippe gestorben

APDie Schweinegrippe fordert wieder Todesopfer: In Peking sind zwei Frauen am H1N1-Erreger gestorben. Es sind die ersten Toten in Chinas Hauptstadt seit 2010 - und die Grippeinfektionen haben dort den höchsten Stand seit fünf Jahren.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-876050.html
  1. #1

    Bleibt doch bitte seriös

    2 Tote? Das ist ein Witz.
    An der normalen Grippe sterben jährlich tausende.
  2. #2

    zu leichtfertig

    Zitat von derjansel Beitrag anzeigen
    Zwei Tote? Das ist ein Witz.
    Also, mich verunsichert das schon. Schließlich
    fängt jede Epidemie klein an. Somit finde ich es
    angebracht, frühzeitig zu warnen. Kann man sich
    dagegen noch gezielt impfen lassen?
  3. #3

    Impfung gegen H1N1

    Die normale Grippeimpfung für die Saison 2012/13 enthält als eine der drei Komponenten den Stamm A/California/07/2009 (H1N1) pdm 09, also ist man mit der normalen Impfung gegen den H1N1-Subtyp geschützt. Eine spezielle Impfung ist nicht erforderlich, anders als 2009, wo der H1N1-Stamm zusätzlich zu den anderen 3 Stämmen der normalen Impfung auftrat (und diese dann faktisch verdrängte, was aufgrund seiner im Nachhinein (!) festgestellten recht geringen Gefährlichkeit mit eher milden Krankheitsverläufen sogar gut war).
  4. #4

    Danke chb_74

    für die informative Darstellung! Insbesondere freue ich mich jedes Mal darüber, wenn in der breiten Masse derjenigen, die lediglich gebetsmühlenartig über die angeblich so raffgierige Pharmaindustrie schimpfen noch jemandem klar ist, dass man erst im Nachhinein weiß, wie gefährlich ein Grippestamm tatsächlich ist! Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an der Glaskugel, doch so ganz klappt´s leider noch nicht mit dem Blick in die Zukunft... ;-)
  5. #5

    optional

    "In Peking sind zwei Frauen am H1N1-Erreger gestorben. Es sind die ersten Toten in Chinas Hauptstadt seit 2010"
    Toller Satz :D
    Kein Wunder, dass China mit Überbevölkerung kämpft!
  6. #6

    Fachliche Information

    Zitat von firenafirena Beitrag anzeigen
    Insbesondere freue ich mich jedes Mal darüber, wenn in der breiten Masse derjenigen, die lediglich gebetsmühlenartig über die angeblich so raffgierige Pharmaindustrie schimpfen noch jemandem klar ist, dass man erst im Nachhinein weiß, wie gefährlich ein Grippestamm tatsächlich ist!
    Als jemand "vom Fach", der 2009 in der H1N1-Impfstoff-Produktion mittendrin und nicht nur dabei war, lasse ich kaum eine Gelegenheit aus, sachlich über das viel zu ideologisch und z.T. auch esoterisch aufgeladene Thema "Impfung" zu informieren - ganz ohne Eigennutz übrigens und aus heilberuflichem Antrieb, denn inzwischen bin ich beruflich nicht mehr mit Impfstoff-Fertigung befasst.

    Kurzer historischer Abriss: als im Februar 2009 der neue, ungewöhnliche und sehr virulente (also sich stark verbreitende) H1N1-Stamm auftrat, hatten Industrie und Gesundheitsbehörden nur wenig Zeit zu entscheiden, ob man einen Impfstoff bauen will oder nicht, weil ja immer 2-3 Monate Vorlaufzeit notwendig sind - so ist das nunmal bei Grippe-Impfstoffen mit der Eierbeschaffung, -bebrütung etc. Also musste die Entscheidung im Mai etwa (weiss nicht mehr so genau) fallen, ab Juni etwa wurde entwickelt und produziert, im August/September klinisch geprüft. Da waren die normalen Grippeimfstoffe schon gefertigt. Bis in den Juli hinein musste man davon ausgehen, dass H1N1 das Zeug zum "Killervirus" hat, sprich: sehr virulent und gleichzeitig mit recht hoher Letalität, also schnell verbreitend und dann noch aggressiv - eine Horrorvorstellung. Irgendwann stellte sich dann im Laufe der Saison heraus, dass sich H1N1 zwar rasend schnell verbreitet, aber deutlich harmloser ist als die anderen Stämme der Saison und nur etwa 2-4-tägige Krankheitsverläufe hervorruft (gegenüber 8-12 Tagen Akutphase mit hohem Fieber und Delir, die bei einer echten Influenza auch durchaus normal sind). Glück gehabt. Alle, die hinterher groß getönt haben, das sei ja nur Geldmache gewesen (es war in der Tat wirtschaftlich positiv für die Industrie), möchte ich gerne mal an dem Tisch sehen, an dem im April die Entscheidung fiel "Impfstoff produzieren oder nicht produzieren?". Hinterher ist es leicht, mit Vorwürfen zu kommen - was aber wäre geschehen, wenn nichts produziert worden wäre und H1N1 sich als "Killervirus" herausgestellt hätte? Dann wäre wieder die böse Pharmaindustrie schuld gewesen. :-)
  7. #7

    Oh Gott - jetzt geht das wieder los !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schweinegrippe fordert wieder Todesopfer: In Peking sind zwei Frauen am H1N1-Erreger gestorben. Es sind die ersten Toten in Chinas Hauptstadt seit 2010 - und die Grippeinfektionen haben dort den höchsten Stand seit fünf Jahren.

    Peking: Zwei Chinesinnen an Schweinegrippe gestorben - SPIEGEL ONLINE
    Hilfe - jetzt machen uns die Experten + die Presse wieder wegen der Schweine - , wahlweise Vogelgrippe struppig .
  8. #8

    wie herzlos

    an der 08/15 influenza starben in dieser Zeit sicher mehrere Tausend in Deutschland. Ist die Schweinegrippe soo hip, dass wir nach Asien schauen müssen? Superrecherche, Danke SPON.
  9. #9

    In China ist ein Sack Reis umgefallen

    Zunächst einmal: Für die beiden Grippe-Opfer tut es mir natürlich leid.

    Meine Kritik besteht nun darin, dass man wegen zwei Fällen die alte Sau "Schweinegrippe" nun erneut durchs Dorf treibt, ohne, dass man die (geschätzt) hunderttausenden anderen Grippeopfer, die es in China im letzten Jahr gab, auch nur mit einem Zungenschlag erwähnt. Dabei werden die meisten Grippeopfer noch nicht einmal als solche ausgewiesen. Stattdessen steht im Todesschein die Sekundärinfektion, die den jeweiligen Menschen dahinraffte. Laut Wikipedia wird in Deutschland nur bei 300 Menschen jährlich die Grippe als Todesursache angegeben (davon überhaupt nur 3 bis 34 mit Nachweis!), während laut Statistik 20.000 jährlich an Lungenentzündung sterben. In China ist es sicher nicht anders.

    Nur: Wie viele dieser Lungenentzündungen sind die Folge einer Grippe? Das scheint Ärzte derzeit kaum zu interessieren, weil sich mit klassischer Medizin (Hygiene, Schnelltests auf bekannte gefährliche Grippe-Erreger (von denen die Schweinegrippe nur einer ist), Nachverfolgung der Ausbreitung, um infizierte Bekannte und Angehörige zu ermitteln) halt kaum Geld verdienen lässt, zumindest im Verhältnis zur Arbeit, die der Arzt damit hat.