Missbrauchs-Roman: Der Gott der alten Männerschweine

Leif Hansen/ KiwiEs beginnt mit einem Alten, der im Wald "mit seinem Rhabarber" wedelt und endet als Tragödie. Maria Sveland, Autorin des Bestsellers "Bitterfotze", seziert in "Häschen in der Grube" sexuelle Gewalt in einer von Männern geprägten Gesellschaft.

Bitterfotze-Autorin Maria Sveland: Häschen in der Grube Rezension - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    .

    Danke, dass Sie auf dieses Buch hinweisen!
    "Fast grausamer als der Missbrauch selbst ist der anschließende Machtkampf um die Deutungshoheit, der das Mädchen in den Augen der Nachbarin zu einer Lügnerin macht, ihre Mutter in ihrer Verzweiflung zu einer Brandstifterin und Emmas Mutter - die beiden Zuflucht gewährt - in den Berichten der Klatschpresse zu einer Prostituierten."

    "Denn Julia und Emma leben (...) in einer Welt, die nur ein alter Männergott für alte Männer geschaffen haben kann."
    "Es war zu hässlich und zu eklig, gleichzeitig wurden die Geschehnisse jämmerlich und klangen albern, wenn man sie in Worte kleidete."
    GENAU SO ! ist es.
  2. #2

    Gesellschaft

    Es ist auch unsere Gesellschaft, die solche Männer hervorbringt. Eine Gesellschaft und ein System in der Kinder und Jugendliche eine geringere Stellung gegenüber Erwachsenen haben. Eine Gesellschaft die Kinder und Jugendliche zu braven "Jasagern" macht. Eine Gesellschaft, in der Menschen zerbrechen und zu Männern werden lässt, die ihre Macht an den jungen "Jasagern" ausleben. Eine Macht die sie gelernt haben in einer gnadenlosen Leistungsgesellschaft.
    Missbrauch ist immer auch eine Systemfrage und eine Frage nach unserer Doppelmoral. Auf der einen Seite wollen wir Kinder schützen, auf der anderen Seite erschaffen wir neue Monster, die aus der Mitte unserer Gesellschaft erwachsen.
    Der Missbraucher ist oft der nette Nachbar von nebenan.
  3. #3

    Verklausulierte Krankheitsbilder

    Zitat: „Denn Julia und Emma leben in einer kleinen Stadt, die irgendwo im Schweden der achtziger Jahre liegt - und viel wichtiger - in einer Welt, die nur ein alter Männergott für alte Männer geschaffen haben kann. Von den ungeschriebenen, undurchdringlichen Gesetzen dieser Welt handelt dieser Roman.“

    „Bitterfotze“ und Rhabarberschwanz also. Die Geschlechtsorgane sind auch nicht mehr das was sie mal waren, nämlich normale Körperteile – hier muten sie wie anatomische Unsäglichkeiten an, zwischen Beinen wird Hass verortet, auf sich selbst, wahrscheinlich auch auf’s Kinderkriegen, auf die Männer sowieso, und auf den Rest ist man als Frau auch nicht gut zu sprechen, zum Beispiel auf die nutzlosen Anti-Falten-Cremes. Die fortschrittsfeminine Weltsicht scheint mir, natürlich nur im übertragenden Sinne, vaginal vereengt zu sein: die Frau, die immer nur hinhalten muss, damit sich alte Säcke und Hodensäcke entleeren können, die Frau, die immer nur für dauerscharfe Deppen herhalten muss, die Frau, deren Sexualität eine einzige Leidensgeschichte des Missbrauchs ist.
  4. #4

    Bitterfittan

    Ganz ehrlich, Herr Wenzel, man muss nicht lange im Netz recherchieren, um zu erkennen, dass Sie unrecht haben: Der Originaltitel von "Bitterf***" ist "Bitterfittan" und "fitta" ist wörtlich übersetzt. Wird im Englischen übrigens auch mit Bitter Bitch übersetzt. Aber wozu Fakten checken, wenn man als Mann ja auch so alles besser wissen darf.

    Und das gleiche gilt für Sie, Ylex: Wenn es Ihnen so viele Probleme bereitet, nachzuvollziehen, dass sexueller Missbrauch dazu führt, dass an Geschlechtsorgangen nichts mehr normal ist - ach herrje, dann kommentieren Sie doch einen Artikel zu Autos oder Fußball oder Promishows.

    Am weiblichen "Geschlechtsteil" ist übrigens auch für nicht missbrauchte Frauen so wenig "normal", dass die meisten Frauen nicht mal ein Wort dafür haben, dass sich für ein privates Gespräch, geschweige denn eine öffentliche Debatte eignet. Es ist das tabu- und schambeladene "da unten".

    Und soweit ich das erkennen kann, sind Sie der Einzige hier, der verallgemeinert. Nämlich die Missbrauchs- und Gewalterfahrungen eines Teils der Frauen auf alle, auf "die Frau" an und für sich. Dabei zeigen Sie sich zum Mindesten unfähig, was man ja wohl von einem Menschen erwarten könnte: Empathie mit den realen Opfern von sexueller Gewalt und sexuellen Übergriffen.
    Warum solidarisieren Sie sich mit den Tätern und weisen im Namen "der Männer" jede Offenlegung der Mechanismen und Verletzungen zurück? Anstatt sich einfach nicht angesprochen zu fühlen, weil sie ja in ihrem Umfeld solch ein System, das misshandelte Frauen in die Opferrolle drängt und dort hält, gar nicht zulassen würden?
  5. #5

    Nicht schon wieder!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es beginnt mit einem Alten, der im Wald "mit seinem Rhabarber" wedelt und endet als Tragödie. Maria Sveland, Autorin des Bestsellers "Bitterfotze", seziert in "Häschen in der Grube" sexuelle Gewalt in einer von Männern geprägten Gesellschaft.

    Bitterfotze-Autorin Maria Sveland: Häschen in der Grube Rezension - SPIEGEL ONLINE
    Ihr beschreibt ständig ein anderes Land! In meiner Umgebung gibt es die laufend beschriebenen oder behaupteten Zustände nicht. Eher anders herum. Gewalt hat viele gesichter, davon eine Menge weiblicher!
  6. #6

    Zitat von chrimirk Beitrag anzeigen
    Ihr beschreibt ständig ein anderes Land! In meiner Umgebung gibt es die laufend beschriebenen oder behaupteten Zustände nicht. Eher anders herum. Gewalt hat viele gesichter, davon eine Menge weiblicher!
    Alles klar, Frauen vergewaltigen täglich. Danke für die Info! Und nur zur Information: das Thema hier ist sexueller Missbrauch.
  7. #7

    Männer bashing ....

    Der Versuch Männer immer wieder als die schlechteren Menschen zu entlarven nervt nach wie vor.
    Wenn die Autorin ein Problem damit hat, dass Ihr Mann sein Kind liebt und sich trotzdem verwirklichen kann, dann sollte sie eher an ihrer eigenen Lebenstauglichkeit arbeiten, als zu versuchen eine allgemeine System- bzw. Männerkritik daraus zu konstruieren.
    Natürlich hat kein Mann das Recht eine anderen Menschen (!!!) Gewalt anzutun - aber Frauen auch nicht und dass passiert sehrwohl auch, nur anders - weniger physisch sondern psychisch ...
    Nur Frauen gehen gerne mit Ihren Problemen öffentlicher um, deshalb allein sind sie aber nicht per ser gravierender.
    Wenn wir die Selbstmordraten von Männern und Frauen vergleichen kann man sehen, dass die der Männer um ein vielfaches höher ist - aber dass stört natürlich nur bei der weiblichen Nabelschau der Probleme ....
  8. #8

    Zitat von person_xxxx Beitrag anzeigen
    aber Frauen auch nicht und dass passiert sehrwohl auch, nur anders - weniger physisch sondern psychisch ...
    Ich kann mir kaum etwas psychisch Belastenderes vorstellen als eine Vergewaltigung, vor allem an einem Kind. Und möglicherweise noch durch den eigenen Vater.

    Wie quälen denn Frauen psychisch, dass Sie zu der Einschätzung gelangen, dass das Trauma einer Vergewaltigung dagegen geringer einzuschätzen ist? Bitte geben Sie doch mal Beispiele.
  9. #9

    darum geht es nicht

    Zitat von evida Beitrag anzeigen
    Warum solidarisieren Sie sich mit den Tätern und weisen im Namen "der Männer" jede Offenlegung der Mechanismen und Verletzungen zurück? Anstatt sich einfach nicht angesprochen zu fühlen, weil sie ja in ihrem Umfeld solch ein System, das misshandelte Frauen in die Opferrolle drängt und dort hält, gar nicht zulassen würden?
    sondern um ein allgemeines Unbehagen von Männern, wie dieses Thema bearbeitet wird. Der Romanseziert in "Häschen in der Grube" sexuelle Gewalt in einer von Männern geprägten Gesellschaft. sagt schon die Überschrift und unterstellt dabei der übergroßen Mehrzahl von Männern, die jede Form von sexueller Gewalt verabscheuen, eine Kollektivschuld! Klar fühlt sich Männer aus dieser Teilmenge zur Kommentierung verpflichtet und berechtigt! Wie die Solidarisierung mit Straftätern im sexuellen Bereich aussieht, können gneigte Leserinnen und Frauenrechtlerinnen vielleicht nachvollziehen, wenn sie Studien über deren Schicksal in Strafvollzugsanstalten betreiben würden, aber das würde dann Vorurteile abbauen und vielleicht sogar Emphatie mit solchen Straftätern bei Frauen erzeugen, eine Empathie, zu der der ein richtiger Mann nie fähig wäre, selbst dann nicht, wenn er "Todestrafe für Kinderschänder!" ablehnt, einfach weil Männer in der Lage sind, hinter jeder Propaganda politische Ziel- und Stoßrichtungen zu erkennen!