Büro-Alltag: Kann mir jemand sagen, was das soll?

CorbisBleibt alles anders: Immer wieder organisieren sich Firmen neu, häufig unter dem Wehklagen der Mitarbeiter. Bei Veränderungsprozessen können Manager locker mal alles falsch machen, sagt Managementberater Rüdiger Klepsch - und gibt Tipps zur Schadensbegrenzung.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-875866.html
  1. #1

    optional

    immer wieder: wenn es um fehler und schlechte eigenschaften von menschen in der arbeitswelt geht (vor allem führungspersonal) wird männlich bebildert. auch der umkehrschluss gilt fast immer: positives, ermunterntes in bildung und arbeit wird weiblich illustriert.
    ein kaum zu übersehendes muster.
  2. #2

    Zitat von _muskote Beitrag anzeigen
    immer wieder: wenn es um fehler und schlechte eigenschaften von menschen in der arbeitswelt geht (vor allem führungspersonal) wird männlich bebildert. auch der umkehrschluss gilt fast immer: positives, ermunterntes in bildung und arbeit wird weiblich illustriert.
    ein kaum zu übersehendes muster.
    Seien Sie doch nicht so negativ(in)!
  3. #3

    Schwallhalla

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bleibt alles anders: Immer wieder organisieren sich Firmen neu, häufig unter dem Wehklagen der Mitarbeiter. Bei Veränderungsprozessen können Manager locker mal alles falsch machen, sagt Managementberater <i>Rüdiger Klepsch</i> - und gibt Tipps zur Schadensbegrenzung.

    Büroalltag: Kommunikation bei Veränderung - SPIEGEL ONLINE
    Gut erkannt und immer wieder gerne praktiziert: die LIeblingsfehler der sogenannten Führungs- und Leitungskräfte. Jeder mittelmäßige Unternehmenscoach weiß ein Lied davon zu singen: Da sitzen dann ein Haufen Führungskrähen und nach dem ersten Alphageflatter aller Anwesenden sollen dann Veränderungsprozesse platziert werden. Im Endeffekt läuft es doch wieder nach dem Top-Down Prinzip. Grund: Angst. Die meisten sogenannten Führungskräfte haben Angst Fehler zu machen und dafür sowohl von oben als auch von unten geprügelt zu werden. In 70-20-10 hat mal so ein superschlauer Ami seine Mitarbeiter eingeteilt. Das Prinzip dahinter kennt man ja. Ich sehe bei unseren Führungs- und Leitungskräften hierzulande ein 80-10-10 Modell. 80% sind mit der Aufgabe schlicht überfordert und haben Angst. Führung Fehlanzeige. 10% führen gut und transparent, eben wie aus dem Lehrbuch, hier werden auch gute Erträge durch diese Führungsqualität generiert. Und 10% mißbrauchen die Machtposition ausschließlich für eigene Karrierezwecke, Führen bedeutet für diese Menschen, sich selber immer in Führung zu sehen, egal was es kostet. Beobacht wird nur die Ebene darüber und wie das eigene Verhalten ankommt. Mitarbeiter sind egal und nur ein Mittel zum Zweck.

    Die meisten sogenannten Führungskräfte haben vor Change-Prozessen genauso Angst wie die Mitarbeiter. Fein raus ist immer der externe Coach, der darf für teures Geld Strategien verkaufen die keiner braucht und die meistens nicht umgesetzt werden (können).
  4. #4

    Ich habe schon einige Umstrukturierungen mitgemacht. Gemein war diesen stets, dass es nachher schlechter lief als vorher: mehr Bürokratie, mehr Hirarchiebenen, mehr Kompetenz- und Zuständigkeitsverwirrung, mehr Kosten, weniger Leistung...

    Und die Rechnung vom Unternehmensberater der den Mist verbockt hat war astronomisch.
  5. #5

    Warum Strukturänderungen?

    Wenn ein Unternehmen wächst, sind auch die Strukturen irgendwann nicht mehr effizient. Bspw. ist eine Führungskraft dann für mehr Mitarbeiter verantwortlich als machbar. Die Effekte wirken auch auf den einzelnen Mitarbeiter (weniger Förderung, weniger persönlicher Kontakt, auseinanderdriften von MA und Führungsriege). Daher macht so eine Veränderung schonmal Sinn, aber wie der Artikel schildert: Transparent muss sie sein.
  6. #6

    ...

    Zitat von _muskote Beitrag anzeigen
    immer wieder: wenn es um fehler und schlechte eigenschaften von menschen in der arbeitswelt geht (vor allem führungspersonal) wird männlich bebildert. auch der umkehrschluss gilt fast immer: positives, ermunterntes in bildung und arbeit wird weiblich illustriert.
    ein kaum zu übersehendes muster.
    ...naund?
    Ist doch mittlerweile fast überall so!
    Bei Werbung für Banken/Waschmittel/lebensmitteln oder sonstigen Haushaltswaren sind Männer so gut wie immer die absoluten Volldeppen und Frauen die genialen Erklärbären :D
    Herrlich das wir in Zeiten der gleichberechtigung leben.
    Auch schön ist die immer wieder verbreitete These das es Mobbing, psychische Gewalt und Hass unter Frauen nie geben wird :D
  7. #7

    Veränderungen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bleibt alles anders: Immer wieder organisieren sich Firmen neu, häufig unter dem Wehklagen der Mitarbeiter. Bei Veränderungsprozessen können Manager locker mal alles falsch machen, [...]
    Ich kann das, was in dem Artikel steht, voll unterschreiben. Schade, dass die Entscheidungsträger in meiner Firma vor lauter Veränderungen und Umstrukturierungen anscheinend nicht mal mehr zum Zeitung lesen kommen, geschweige denn zum Gespräch mit den Mitarbeitern...

    Ich arbeite seit etwa 2 1/2 Jahren in meiner jetzigen Firma, arbeite mittlerweile in der dritten Hierarchiestruktur und kann dabei im Vergleich zu meinen Kollegen noch nicht mal klagen, da wenigstens meine Aufgaben und Projekte relativ gleich geblieben sind...
  8. #8

    Psycho-Fuzzies

    Meistens ist es doch so: Die angedachten Veränderungen sind komplett hirnverbrannt, weil die Vorgesetzten ihrerseits schlichtweg in sich widersprüchliche Zielvorgaben bekommen ("Entwicklungszeit und Kosten um die Hälfte reduzieren, bei Verdoppelung von Funktionsumfang und Produktqualität, selbstverständlich von Anfang an 'kostenneutral'"), weil die hohen Herren nicht einmal das kleine Einmaleins dessen beherrschen, worin sie sich für Spezialisten halten, nämlich Management ("Magisches Dreieck") und sich einen Scheißdreck für die eigentliche Arbeit interessieren.

    Und wenn man genau sieht, dass die Veränderungsmaßnahmen die Produktivität in den nächsten Monaten und Jahren (im besten Fall) halbieren werden, muss man sich anhören (und hier lesen), man wäre nicht bereit "loszulassen", hätte "Angst vor Veränderungen", man wolle sich nicht auf neue Räumlichkeiten oder Software "einstellen", würde "fremdeln". Und erfahrungsgemäß gibt es tatsächlich Leute, die glauben, das es lägen "Kommunikationsprobleme" oder "mangelnde Information" bei "nicht mitgenommenen" Mitarbeitern vor und meinen, die Situation mit irgendwelchen hausfrauenkommunikationswissenschaftlichen Plattitüden ("Kommunikation ist eben nicht ein einfacher Informationstransport") von irgendwelchen Psycho-Fuzzies verbessern zu können.
  9. #9

    Kann mir jemand sagen das soll?

    Umorganisationen gehören zum Handwerkszeug und Alltag eines Managers.
    Ihre Regeln stehen in jedem Lehrbuch für gutes Management.
    Warum Restrukturierung?

    (1) Neue Produkte/Ziele/Kunden/Geschäftsfeldaufgabe
    (2) Management-Tausch
    (3) Mitarbeiter "aussieben"
    (4) verkrustete Strukturen aufbrechen

    Ich habe mal ine einer Firma gearbeitet, da war es erklärtes Ziel,
    alle 2-3 Jahre eine Umorganisation durch zuführen, vor allem wegen (3) und (4). So oder ähnlich stand es in dem Umorganisationsrichtlinien drin.
    Ebenfalls mehrfach (2), wobei der Neue gleich die Aufgabe einer Umorganisation mit übernahm, denn "er bringt frischen, neuen Wind ins Unternehmen". Dazu gehört eben eine Restrukturierung.
    Damit kann der Neue auch gleich beweisen, daß er
    - durch Neuausrichtung mit "Tabus" brechen kann,
    - in der Lage ist, seine eigene Duftmarke zu setzen,
    - auch unbequeme Entscheidungen durchsetzten kann(MA zu entlassen).
    Diese Fahigkeiten gehören einfach zum Anforderungsprofil einer guten Führungskraft.

    Und (1)?
    Naja, es muß einer schon ziemlich naiv sein, um einen notwendigen Firmenumbau abzulehnen.
    So ein MA disqualifiziert sich schon durch seinen Widerstand automatisch selber.

    Ein künstlich herbeigeführter Wandel fördert eigentlich nur die Firmenkultur.

    Letztendlich aber scheitern sie bedauerlicherweise zu oft,
    weil das Management in der Kommunikation versagt.
    Das ist m.E. das größte Übel daran.

    Portal Umstrukturierung (NCI InWaChRo News)