Reformversprechen: Nordkoreas Masterplan - und seine Risiken

REUTERSDiktator Kim Jung Un will das rückständige Nordkorea zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen. Deutsche Wissenschaftler sollen helfen, das Land aus der Steinzeit zu führen, westliche Unternehmer wittern ihre Chance. Doch das Regime bleibt unberechenbar.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-875919.html
  1. #70

    Zitat von singpat Beitrag anzeigen
    Der erste Schritt wird sein, auslaendische Experten hereinzuholen. Dabei koennen es - wie man sieht - gerne auch deutsche sein, man will sich ja nicht nur von Chinesen und Russen beraten bzw uebervorteilen lassen. Guter Schritt, zumal Kim ja auch Deutsch sprechen sollte und andere NK in der DDR studiert hatten und wir eine gewisse Expertise bei Wiedervereinigungen besitzen. Eine gute Chance fuer deutsche Unternehmen.
    Mit derm Hereinholen haben sich die Nordkoreaner bislang schwergetan. Sie haben lieber eigene Leute ins Ausland geschickt und dort von den Experten anlernen lassen.

    Ja, Deutschland hätte gute Chancen, in Nordkorea eine hervorgehobene Position einzunehmen. "Deutschland ist unser Lieblingsausland", so der O-Ton vor Ort. Die Erfahrungen mit der Vereinigung werden uns angerechnet, ach das System der Erhard'schen Sozialen Marktwirtschaft wird in Nordkorea derzeit aufmerksam studiert, aber in erster Linie hat "Made in Germany" dort einen Ruf wie Donnerhall.
    Der DDR hat man die dortige Ausbildung koreanischer Studenten und Wissenschaftler nicht vergessen -die älteren Nordkoreaner, die Deutsch sprechen, haben in der DDR studiert- , Westdeutschland hat man schon immer wegen der Produkte gemocht (noch heutzutage sind diverse Sachen "Made in Western Germany" dort in Benutzung). DDR-Produkte waren aber nicht so beliebt. Noch'n O-Ton:
    "Wegen der wissenschaftlichen Ausbildung haben wir uns an die DDR gewandt. Eingekauft haben wir aber immer im Westen".

    Mit der offiziellen Juche-Idelogie sei das alles vereinbar, erklärte man mir, auch die Umorientierung zur Marktwirtschaft deutscher Prägung. O-Ton der Dritte: "Unsere Ideologie erlaubt ausdrücklich, daß wir uns das Beste aus den anderen Ländern zusammensuchen und das dann für unser Land adaptieren".
  2. #71

    Zitat von franko_potente Beitrag anzeigen
    Nicht jeder wessi ist ein Besserwisser, aber jeder Besserwisser, inbesomdere bei dingen von der er naturgemäss keine Ahnung haben kann, ist ein wessi.
    Mal nachdenken ... wenn jeder Besserwisser ein Wessi ist, dann können Ossis keine Besserwisser sein. Sollten Sie also Ossi sein (was Ihren gegen den Westen gerichteten Ausfällen entspricht) können Sie demnach immer nur richtig liegen, denn Besserwisserei ist ja Ihr Thema nicht.

    Das ist interessant, weil man gerade bei Ihren Kommentaren einen völlig anderen Eindruck bekommt. Klar: Liegt natürlich daran, dass ich Wessi bin und Sie die Wahrheit gepachtet haben.
  3. #72

    Zitat von k70-ingo Beitrag anzeigen
    O-Ton der Dritte: "Unsere Ideologie erlaubt ausdrücklich, daß wir uns das Beste aus den anderen Ländern zusammensuchen und das dann für unser Land adaptieren".
    Das ist natürlich völlig okay und ich finde auch, dass man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden muss.

    Problem: Wer ein Rad mit Ecken baut, ist und bleibt ein Depp. Oder eben ein Ideologe, der das Rad deswegen mit Ecken baut, weil es angeblich hübscher aussieht. Das ist das Problem Nordkoreas, und nicht die Technik.
  4. #73

    Zitat von pauschaltourist Beitrag anzeigen
    Mich würde ich nicht wundern, wenn Nordkorea vor dem Konkurs steht wie die DDR 1989 und die westlichen Wirtschaftsberater vom Süden beauftragt bzw. gebeten wurden, die nördlichen Strukturen aufzubereiten, um nach dem trotz China-Support unvermeidbaren Kollaps das folgende Chaos bewältigbar zu machen.
    Das ist der Fall, wie jeder Nordkoreatourist (nur analog ihres Nicks möglich, übrigens ;) ) bestätigen kann. Die Gebäudesubstanz ist zwar besser als in der Spät-DDR, auch sind Land und Leute nocht so grau und graugesichtig à la DDR, aber im Prinzip ist alles dort Schrott. Da können auch potemkinsche Einsprengsel nichts reißen. So wurde uns eine schöne neue Mineralwasserabfüllanlage vorgeführt - nur waren nirgendwo Flaschen, Etiketten oder Kronkorken existent...

    Das, was derzeit ins Land kommt, wird aus China eingeführt. Eingeschmuggelt, präziser formuliert. Ws zum einen die Schulden hochtreibt, zum anderen die Nordkoreaner aber verärgert, weil dadurch die kümmerliche eigene Produktion abgewürgt wird und man die kargen Devisenvorräte für oftmals midnerwertiges Zeug ausgeben muß.
  5. #74

    Zitat von Vorzeichen Beitrag anzeigen
    Das ist natürlich völlig okay und ich finde auch, dass man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden muss.

    Problem: Wer ein Rad mit Ecken baut, ist und bleibt ein Depp. Oder eben ein Ideologe, der das Rad deswegen mit Ecken baut, weil es angeblich hübscher aussieht. Das ist das Problem Nordkoreas, und nicht die Technik.
    Den Nordkoreanern ist in erster Linie wichtig, daß das Rad ein eigenes ist, egal wieviele Ecken dran sind. Bei jedem Schritt, bei jedem Vorhaben, steht die Eigenständigkeit an erster Stelle. Durch die Juche-Ideologie untermauert -im Prinzip ist das der entscheidende Punkt daran- und aus historischer Erfahrung belegt. China mag der einzige Partner zur Zeit sein, vielleicht in Ansätzen so etwas wie ein großer Bruder - aber auf keinen Fall ein Freund. Rußland mag man auch nicht, die USA sowieso nicht und vor Japan hat man echte Angst (wie sie die Südkoreaner auch haben). Befreundet sein möchten die Nordkoreaner tatsächlich in erster Linie mit Deutschland. Wir werden dort echt gemocht.
  6. #75

    Vom Saulus zum Paulus?

    Man kann es kaum glauben, aber überall in der Welt geht die Ära des pseudosozialistischen Staatsfeudalismus zu Ende: Burma, Kuba, Nordkorea.
    Falls tatsächlich einige der NK-Elite auf Änderungen aus sind. Es gibt neben Deutschland auch in anderen Regionen der Welt Beispiele für gelungene Transformationen. Man informiere sich einmal über den Oman. Dort herrscht - oh Wunder - seit 35 Jahren ein tatsächlich weiser Sultan, stellt die Weichen für eine nachhaltige, alle Schichten berücksichtigende wirtschaftliche, kulturelle und bildungsmäßige Entwicklung. Auch die Mädchen dürfen/müssen in die Schule, trotz entlegendster Dörfer!
    Aus einem armen Land mit vertrotteltem Diktator ist - nun in über 35 Jahren ein stabiles, fast demokratisch regiertes Wirtschaftwunderland geworden. Ein bißchen Erdöl und Gas haben geholfen. Aber, das war nicht entscheidend.
  7. #76

    Prost

    Zitat von franko_potente;11694991 [...
    Nicht jeder wessi ist ein Besserwisser, aber jeder Besserwisser, inbesomdere bei dingen von der er naturgemäss keine Ahnung haben kann, ist ein wessi.
    Mensch Franko, alter Zoni! Treffender Kommentar ... und dann sowas.
    Hoffentlich liest Kim III hier nicht mit, der könnte sonst womöglich die Lust verlieren.

    Ich trink' jetzt einen auf die Völkerfreundschaft zwischen Hamburgern und Sachsen.
  8. #77

    shotgun hero

    Zitat von gunman0815 Beitrag anzeigen
    [...] Hoffentlich hauen die USA und Japan frühzeitig ordentlich dazwischen-Nicht zum Aushalten das Ganze!
    Gunman0815 to the front! Oder besser, gehen Sie zum Arzt, shotgun hero. Kostet auch kein zehn Euro mehr.
  9. #78

    Na dann ist ja alles gut. Ein despotische brutales Regime ist ja bekannter maßen viel besser wenn es kapitalistisch ist.
    Diktatur ist Diktatur!
  10. #79

    Zitat von willi45 Beitrag anzeigen
    [...] Man informiere sich einmal über den Oman. Dort herrscht - oh Wunder - seit 35 Jahren ein tatsächlich weiser Sultan, stellt die Weichen für eine nachhaltige, alle Schichten berücksichtigende wirtschaftliche, kulturelle und bildungsmäßige Entwicklung. Auch die Mädchen dürfen/müssen in die Schule, trotz entlegendster Dörfer! [...]
    Ja, komisches Land. Da schieben sogar die Männer den Kinderwagen, im Basar wird nicht gehandelt und man kann nächtens durch die Gastarbeitersiedlungen spazieren.

    Irgendwie unheimlich ;-)
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    Hoffen wir, das es den nördlichen Koreanern zukünftig auch ein wenig besser geht.