Digitale Medien und Erziehung: Ist doch ein Kinderspiel

DPAIhre Kids verbringen Stunden mit der Spielkonsole, sind vom Smartphone nicht mehr weg zu kriegen - viele Mütter und Väter stehen der digitalen Besessenheit ihres Nachwuchses hilflos gegenüber. Mit raffinierten Tricks versuchen Eltern, den Konsum ihrer Kinder in den Griff zu kriegen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/k...-a-875640.html
  1. #1

    Das ist doch eine positive Entwicklung :

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ihre Kids verbringen Stunden mit der Spielkonsole, sind vom Smartphone nicht mehr weg zu kriegen - viele Mütter und Väter stehen der digitalen Besessenheit ihres Nachwuchses hilflos gegenüber. Mit raffinierten Tricks versuchen Eltern, den Konsum ihrer Kinder in den Griff zu kriegen.

    Kuriose Erziehungsmethoden: Eltern erziehen ihre Digital Natives - SPIEGEL ONLINE
    Wir werden bald (naja, sind schon noch einige Jahrzehnte, aber wer seit 50 Jahren viel reist, hat die Veraenderungen waehrnd dieser Zeit eben deutlich miterlebt), auf einem kaum noch bewohnbaren Planeten hausen - da ist Virtualitet ein wunderbarer und kostenguenstiger Ausweg.
    Man kann sich glatt den ganzen Nachhaltigkeitsbloedsinn schenken ;)
  2. #2

    haha

    bei dem vateer der ein auftragskiller im game angaggierte saß ich inner badewanne und bin fast ertrunken vor lachen xD
  3. #3

    optional

    Das wird sicherlich noch in manchen Haushalten zum Problem. Ich war selber einer der digital Natives der ersten Stunde und erinnere mich an so manche Streitgespräche dem die Problematik natürlich vollkommen neu war. Einerseits wollte er dass ich mit digitalen Medien vertraut werde (vielen Dank dafür, das zahlte sich im Job, Studium und Privatleben vollkommen aus!), andererseits wollte er dass ich nicht alles dafür aufgebe. Hinzu kommt natürlich dass ich meine Zeit am PC auch nicht richtig dosiert habe.

    Im Nachhinein bleibt denke ich festzuhalten das Eltern
    A) Sich besser informieren sollten. Das vorherrschende Meinungsbild der Elterngenerationen basiert fast ausschließlich auf Medienberichten und dass Videospiele gerne als Sündenbock für allerlei Geschichten herangezogen werden ist ja auch nix Neues... Sprich die Eltern haben meistens keine Ahnung, die Spiele nie ernsthaft ausprobiert und bezeichnen sie platt als "Scheiß". Damit erreicht man Digital NAtives nicht. Diese können das durchaus differenzierter Einschätzen und nehmen ihre Eltern dementsprechend nicht ernst, da diese ihre Unwissenheit unter Beweis stellen.
    B) Wissen was die Kinder spielen. Immer wieder lustig wie in den Medien gewaltsame Spiele stigmatisiert werden. Tatsache ist jedoch dass diese Spiele idr. klar als nicht jugendfrei markiert sind. Sicherlich kennen viele Kids auch andere Wege an Spiele ranzukommen als Geschäfte, daher gilt umso mehr: Sich informieren was sich das Kind da reinzieht, das Internet macht das ganz einfach. Genug Spiele sind ausdrücklich nicht für Kinder!
    C) Der größte Fehler meines Vaters war es wohl mir meinen PC und Konsole ins eigene Zimmer zu stellen. So konnte ich mich einfach verkrümeln und unbeaufsichtigt in meinem Zimmer datteln. Achtet darauf dass diese Medien im Wohnzimmer sind wo ihr selber mitbekommt was geschieht. Das ist sicherlich nur bis zum einem gewissen Alter möglich (beispielsweise dem Ende der Pubertät). Bis dahin sollte das Kind jedoch genug geprägt sein um einen gesunden Umgang kennengelernt zu haben.
  4. #4

    Brot und Spiele

    Schon die alten Römer wußten, dass das Volk "Brot und Spiele" braucht. In erster Linie darum um es abzulenken, damit sie nicht merken wie sie ausgenommen werden.

    Viel anders ist es heute nicht. Ich bin leidenschaftlicher "Zocker" gewesen und weiß um die Vor- und Nachteile. Schnell verliert man sich im Zog der virtuellen Realität. Warum auch nicht, erscheint sie doch interessanter als das "wirkliche" Leben. Es ist oft eine Art Flucht, die auch noch schön einfach ist. Verbote helfen hier alleine nichts, die Kinder, Jugendliche und auch so mancher Erwachsene brauchen Alternativen und müssen sich ihrer eigenen Wünsche in der realen Welt bewußt werden, denn das wird oft bei der Flucht ins Spielen vergessen. Eltern und auch Schulen können Kindern mit Angeboten, die die Kreativität und Fantasie fördern, zeigen, dass auch die reale Welt ihnen Möglichkeiten bietet sich auszuleben und sich zu erleben.
  5. #5

    optional

    Wie wäre es, wenn Eltern sich mal auf die Interessen ihrer Kinder einlassen und diese nicht nur als "Jugendphase" oder "sinnlos" verteufeln würden? Diese ablehende Haltung und Verbote erzeugen oft nur eine Trotzreaktion, vor allem in der Pubertät, wo man sich gegen das Elternhaus auflehnt.

    Mein Vater hat nie Videospiele gespielt und stand meine Hobby immer eher passiv gegenüber. "Naja, lass ihn. Der ist alt genug." Er hat sich nicht eingemischt, aber auch nicht interessiert. Irgendwann habe ich ihn dann überredet mal eine Runde Anno 1701 anzufangen, ein gemütliches Aufbauspiel mit Wirtschaft, Steuern, Handel, ein bisschen Militär und Städteplanung. Das hat ihm richtig Spaß gemacht und seitdem interessiert er sich auch mehr für Computerspiele. Man kann mit ihm darüber reden, ohne dass es sofort zu einer Grundsatzdebatte um richtig oder falsch geht.

    Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser, vor allem wenn es um die eigenen Kinder geht. Wenn man ihnen ständig auf die Finger haut darf man sich nicht wundern wenn diese sich immer weiter einigeln und abgrenzen.
  6. #6

    Vielen Dank für diese sachlichen und kompetente Tips. Als Vater eines 10- jährigen Digital Natives werde ich Ihre Erfahrung nutzen.



    QUOTE=xyks;11692341]Das wird sicherlich noch in manchen Haushalten zum Problem. Ich war selber einer der digital Natives der ersten Stunde und erinnere mich an so manche Streitgespräche dem die Problematik natürlich vollkommen neu war. Einerseits wollte er dass ich mit digitalen Medien vertraut werde (vielen Dank dafür, das zahlte sich im Job, Studium und Privatleben vollkommen aus!), andererseits wollte er dass ich nicht alles dafür aufgebe. Hinzu kommt natürlich dass ich meine Zeit am PC auch nicht richtig dosiert habe.

    Im Nachhinein bleibt denke ich festzuhalten das Eltern
    A) Sich besser informieren sollten. Das vorherrschende Meinungsbild der Elterngenerationen basiert fast ausschließlich auf Medienberichten und dass Videospiele gerne als Sündenbock für allerlei Geschichten herangezogen werden ist ja auch nix Neues... Sprich die Eltern haben meistens keine Ahnung, die Spiele nie ernsthaft ausprobiert und bezeichnen sie platt als "Scheiß". Damit erreicht man Digital NAtives nicht. Diese können das durchaus differenzierter Einschätzen und nehmen ihre Eltern dementsprechend nicht ernst, da diese ihre Unwissenheit unter Beweis stellen.
    B) Wissen was die Kinder spielen. Immer wieder lustig wie in den Medien gewaltsame Spiele stigmatisiert werden. Tatsache ist jedoch dass diese Spiele idr. klar als nicht jugendfrei markiert sind. Sicherlich kennen viele Kids auch andere Wege an Spiele ranzukommen als Geschäfte, daher gilt umso mehr: Sich informieren was sich das Kind da reinzieht, das Internet macht das ganz einfach. Genug Spiele sind ausdrücklich nicht für Kinder!
    C) Der größte Fehler meines Vaters war es wohl mir meinen PC und Konsole ins eigene Zimmer zu stellen. So konnte ich mich einfach verkrümeln und unbeaufsichtigt in meinem Zimmer datteln. Achtet darauf dass diese Medien im Wohnzimmer sind wo ihr selber mitbekommt was geschieht. Das ist sicherlich nur bis zum einem gewissen Alter möglich (beispielsweise dem Ende der Pubertät). Bis dahin sollte das Kind jedoch genug geprägt sein um einen gesunden Umgang kennengelernt zu haben.[/QUOTE]
  7. #7

    Die Pest

    Zitat von elmond Beitrag anzeigen
    Eltern und auch Schulen können Kindern mit Angeboten, die die Kreativität und Fantasie fördern, zeigen, dass auch die reale Welt ihnen Möglichkeiten bietet sich auszuleben und sich zu erleben.
    Dann sollten sich die Eltern aber beeilen. Wenn sich die Kids erst mal an den Flow permanenter Reaktion gewöhnt haben, ist es meist zu spät. Denn da sind die besten Profis dran, die Aufmerksamkeit der User einzufangen. Wie öde und langweilig ist doch die reale Welt im Vergleich zur virtuellen, wo man auf jede Aktion SOFORT eine Reaktion erhält. Wo man nie groß überlegen muss, was man machen soll, wo man sich die Mühe der Aktion sparen und voll in der Reaktion aufgehen kann.

    Es ist eine Art Pest und da spielt es kaum eine Rolle, ob man mit FB oder einem Game online ist. Die Rechnung erhalten wir bereits. Hat mal jemand versucht, einen Arzt oder eine Beratungsstelle zum Thema Aufmerksamkeitsdefititsyndrom zu finden. Voll, belegt, Aufnahmestop...da ist hier im Umkreis alles überlaufen. Das Ganze ist letztlich ein hirnphysiologisches Problem. Das Gehirn wird abhängig vom Flow.
  8. #8

    das wa geile texkt

    Schon krass beim auftragslkiller musste ich lachen und das mit den regeln von der mama, finde ich auch übertrieben, aber nun gut ich bin nicht in seinem alter und habe meine eigenen regeln, werde mir auch ein paar denkspiele fürs gehirn auf mein smartphone mal laden :p
  9. #9

    Die vorletzte Mama-Regel "Keine Pornos. Suche nach Informationen die du auch mit mir teilen würdest." ist wohl weltfremd. Mal abgesehen von der offensichtlichen Porno-Besessenheit der Mama ist die Jugend nun mal dazu da, sich von der Mama zu lösen. Das Handy sollte kein verlängerter Elternarm werden.

    Es deutlich schlimmere Inhalte als Pornos, grade für Jugendliche, z.b. Selbstmordseiten, Salafisten, Rechtsextreme, usw. Das bißchen Ficki-ficki ist dagegen recht harmlos.