Krach um Kinderlärm: Wer Ruhe stört, wird Hass ernten

Wir sind genervt - alle. Unsere Welt ist zu voll, zu laut, zu anstrengend, wir wollen unsere Ruhe. Endlich! Auch Kinder stören da nur. Und wer als Mensch von der eigenen Rasse angewidert ist, muss sich dafür gar nicht entschuldigen. Den anderen geht's ja genauso.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-875406.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wir sind genervt - alle. Unsere Welt ist zu voll, zu laut, zu anstrengend, wir wollen unsere Ruhe. Endlich! Auch Kinder stören da nur. Und wer als Mensch von der eigenen Rasse angewidert ist, muss sich dafür gar nicht entschuldigen. Den anderen geht's ja genauso.

    Sibylle Berg über Kinderlärm-Debatte in der Schweiz - SPIEGEL ONLINE
    "Auf den Strassen war immer viel Betrieb.Es herrschte Schlaflosigkeit,da Tag und Nacht Verkehr war..."(aus:"Wohnen und Leben im alten Rom")Was zeigt,dass das Problem kein neues ist.Kennt der Mensch den Erzeuger der Laermquelle und bringt ihm Symphatie entgegen,ist er nachsichtiger...
  2. #2

    Wunderbar Frau Berg!

    Liebe Grüsse,
    ein Vater
  3. #3

    Die meckerer

    sollten sich mal vor Augen halten, das die Schreihälse von heute, die Rentenzahler von morgen sind. Ich würde solche klagen auch nicht zulassen.
  4. #4

    Man schlägt den Sack und meint den Esel.

    Schon vor 40 Jahren gab es eine Kampagne "Lärm macht krank".
    Vor meiner Wohnung verlief die Hauptstraße, eine viergleisige S-Bahnlinie, eine Bundesstraße und ein Autobahnzubringer, und über mir die Einflugschneise eines Flughafens.
    Aber nach 22 Uhr auf dem Balkon sitzen und unterhalten rief die Nachbarn auf den Plan. Wenn man die Großen nicht angehen kann, geht man auf die Kleinen los.
    Ich bin dann da weg gezogen, aber das löst das Problem nicht wirklich. Bürgerbeteiligung in allen Bereichen tut Not.
  5. #5

    Zitat von Artikel
    Wer Kinder wolle, der müsse Kindergeschrei bis zu einem gewissen Grad als Begleiterscheinung akzeptieren, findet auch Philipp Kutter, Politiker der Christlichdemokratischen Volkspartei.
    Ich kann es zwar nicht mit Zahlen belegen, aber wie viele Politiker wohnen direkt neben einem Kindergarten, Schule, Sporthalle, Spielplatz, usw., die solche Äußerungen von sich geben? Ich denke: nicht viele bis gar keine. Vom Elfenbeinturm hinab kann man viel erzählen.

    Wenn schon negativ anmutende Wörter wie "Kinderlärm" oder "Kindergeschrei" benutzt werden, hat es direkt einen negativen Beigeschmack. Kinder sind nun einmal nicht leise, das sollte man akzeptieren - man war ja selber einmal Kind. Ich finde nur, es geht am erzieherischen Charakter vorbei, wenn Eltern direkt neben den Kindern stehen, wenn diese andere Leute anpöbeln, bespucken und beleidigen und dann noch frech werden, wenn man sie auf die unerzogenen Kinder anspricht. Zum Glück sind diese zumindest hier bei uns in der Minderzahl.
  6. #6

    ...die Heiden von Kummerow

    war doch herrlich dargestellt. Streiche, Lärm,necken eine Romanverfilmung die wahrscheinlich alle erheiterte.
    Aber sie hatte eine posetive Pointe.Zum Schluß war alle wieder nett zu einander Alt-zu Jung. Warum geht das heute nicht? Weil zum Teil die Bereitschaft fehlt sich posetiv auseinander zu setzen. Im Umfeld der eigenen Familie sieht man hier gewaltige Unterschiede.Kinder sind der größte Reichtum den wir haben können.Aber sie benötigen unsere Aufmerksamkeit in jeder Beziehung. Wir sind es die unsere Kinder formen.Die ihnen die Achtung beibringen müssen-vor dem Alter,vor Menschen jedes Herrkunftlandes,vor Tieren usw. Woher sollen sie wissen.Wenn wir dazu zu bequem sind ernten wir die Schlagzeilen von heute.Wir sind zu bequem geworden.
    Und versündigen uns jeden Tag an unsere Kinder wenn wir dieses nicht ändern.
  7. #7

    Wir schaffen uns selbst ab

    In der heutigen Gesellschaft sind mehr als zwei Kinder kaum zu schaffen. Es sei denn, beide Partner arbeiten und lassen den Nachwuchs in Vollzeit betreuen. Und für diese Betreuung braucht man Kitas, deren Bau u.a. wegen Lärmschutz-Klagen verhindert werden kann. Nur ein kleiner Teilaspekt einer zunehmend kinderfeindlichen Gesellschaft.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wir sind genervt - alle. Unsere Welt ist zu voll, zu laut, zu anstrengend, wir wollen unsere Ruhe. Endlich! Auch Kinder stören da nur. Und wer als Mensch von der eigenen Rasse angewidert ist, muss sich dafür gar nicht entschuldigen. Den anderen geht's ja genauso.

    Sibylle Berg über Kinderlärm-Debatte in der Schweiz - SPIEGEL ONLINE
    Lärm ist Lärm, egal ob dies nun der Lärm von Autos, Flugzeugen, Glockengebimmel irgendwelcher Sekten, oder ds Geplärre nerviger Blagen ist.
  9. #9

    Lärm und Stille

    Zitat von agua Beitrag anzeigen
    "Auf den Strassen war immer viel Betrieb.Es herrschte Schlaflosigkeit,da Tag und Nacht Verkehr war..."(aus:"Wohnen und Leben im alten Rom")Was zeigt,dass das Problem kein neues ist.Kennt der Mensch den Erzeuger der Laermquelle und bringt ihm Symphatie entgegen,ist er nachsichtiger...
    Das stimmt. Früher buchten wir mit Kindern sogar kinderfreundliche Hotels. Erst später, als wir mal ohne Kinder eines dieser Hotels buchten, fiel uns der Lärm auf.
    Aber es scheint, daß nicht nur Lärm ein Problem darstellen kann, auch Stille.

    Über Weihnachten wohnten unsere Kinder und die schon erwachsenen Kinder bei uns. Wir wohnen inzwischen in einer ruhigen Gegend oberhalb der Stadt. Bereits nach 2 Stunden fiel ihnen etwas auf. Die Stille. Lärm vermißten sie nicht, aber so ein gewisses Grundrauschen der Großstadt.