Braucht Deutschland einen liberaleren Strafvollzug?

Studien belegen es eindeutig: Lockerungen für die Gefangenen in Form von kontrolliertem Freigang, sozialen Kontakten und anderen Übungen für die Zeit nach der Haft senken die Rückfallquote erheblich. Doch nicht in allen Bundesländern ist dies effizient und gleich realisiert, Reformen sind notwendig. Braucht Deutschland einen liberaleren Strafvollzug?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Studien belegen es eindeutig: Lockerungen für die Gefangenen in Form von kontrolliertem Freigang, sozialen Kontakten und anderen Übungen für die Zeit nach der Haft senken die Rückfallquote erheblich. Doch nicht in allen Bundesländern ist dies effizient und gleich realisiert, Reformen sind notwendig. Braucht Deutschland einen liberaleren Strafvollzug?
    Das soll man jetzt wirklich glauben?

    Fakt ist doch, dass es vielen im Knast besser geht als in Freiheit. Man muss sich um keine einzige unbezahlte Rechnung sorgen und lebt einen geregelten Alltag. Kommen die raus, geht das Spielchen von Vorne los.

    Es gibt genügend Kriminelle für die ist ein Knastaufenthalt wie der Besuch einer strengen Schule. Das ist für die wie ein Ehrabzeichen. Die verhalten sich auch draußen nicht anders.

    Es geht darum Kosten zu senken und mögliche Revolten schon im Keim zu ersticken. Um die Häftlinge kümmert man sich einen Scheiß..
  2. #2

    unklar

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Das soll man jetzt wirklich glauben?

    Fakt ist doch, dass es vielen im Knast besser geht als in Freiheit. Man muss sich um keine einzige unbezahlte Rechnung sorgen und lebt einen geregelten Alltag. Kommen die raus, geht das Spielchen von Vorne los.

    Es gibt genügend Kriminelle für die ist ein Knastaufenthalt wie der Besuch einer strengen Schule. Das ist für die wie ein Ehrabzeichen. Die verhalten sich auch draußen nicht anders.

    Es geht darum Kosten zu senken und mögliche Revolten schon im Keim zu ersticken. Um die Häftlinge kümmert man sich einen Scheiß..
    sind Sie nun FÜR oder GEGEN den liberalen Strafvollzug. Zufrieden jedenfalls wirken Sie nicht!

    Insgesamt würde ich Ihr Statement als Kritik an Studien aber als Bekenntnis zu einem reintegrierenden Strafvollzug werten. Was beim zweiten Punkt auch meiner Meinung entsprechen würde.
  3. #3

    @ray4912,

    dem Menschen soll doch gar nicht geholfen werden. Ich gehe davon aus, dass den Auftraggebern solcher Studien schon bewusst ist, dass bei vielen Kriminellen die Hemmschwelle wieder die falsche Abzweigung zu nehmen, bedingt durch den Gefängnisaufenthalt, gesenkt worden ist.

    Gleichzeitig weiß man ja nicht mit welchen psychischen Problemen so ein Gefangener, den man unbedingt auf diese Art resozialiserieren möchte, zu kämpfen hat und wie sein unmittelbares Umfeld im Fall einer Haftlockerung reagiert.

    Vielleicht kommt er aus dem Teufelskreis nicht mehr heraus. Wird schneller aggressiv und landet dann wieder vor dem Richter.

    In meinen Augen soll hier eine Sozialindustrie etabliert werden, die solche Menschen schamlos ausnutzt. Der Staat schickt Betreuer(private), gibt Geld für Medikamente aus (um solche Täter ruhig zu stellen) und versucht über diesen Weg Kosten zu senken. Zellen müssen nicht mehr eingerichtet werden und auch bei den Personalkosten (wie Justizvollzugsangestellte) kann der Rotstift angesetzt werden.

    Ich sehe darin dasselbe Spielchen wie man es mit den Arbeitslosen treibt. Die werden durch Fallmanager betreut, in Maßnahmen gesteckt und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig.

    Dem Staat obliegt die Aufsicht und Betreuung solcher Menschen. Er muss Härte zeigen, auch zum Wohle des Verurteilten.

    Hellsehen kann niemand. Deshalb muss der Fokus nicht so sehr eine mögliche Rückfallquote gerichtet werden. Sondern auf den Ist-Zustand des Betroffen und dessen Milieu, aus dem er entstammt.
  4. #4

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen

    dem Menschen soll doch gar nicht geholfen werden. Ich gehe davon aus, dass den Auftraggebern solcher Studien schon bewusst ist, dass bei vielen Kriminellen die Hemmschwelle wieder die falsche Abzweigung zu nehmen, bedingt durch den Gefängnisaufenthalt, gesenkt worden ist.
    Schon mal in einem Gefängnis gewesen?
    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Gleichzeitig weiß man ja nicht mit welchen psychischen Problemen so ein Gefangener, den man unbedingt auf diese Art resozialiserieren möchte, zu kämpfen hat und wie sein unmittelbares Umfeld im Fall einer Haftlockerung reagiert.
    Sie haben mit Verlaub nicht die geringste Ahnung! Stichwort Einweisungsanstalten....

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Vielleicht kommt er aus dem Teufelskreis nicht mehr heraus. Wird schneller aggressiv und landet dann wieder vor dem Richter.
    Aha Gefangene sind also alle agro?!

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    In meinen Augen soll hier eine Sozialindustrie etabliert werden, die solche Menschen schamlos ausnutzt. Der Staat schickt Betreuer(private), gibt Geld für Medikamente aus (um solche Täter ruhig zu stellen) und versucht über diesen Weg Kosten zu senken. Zellen müssen nicht mehr eingerichtet werden und auch bei den Personalkosten (wie Justizvollzugsangestellte) kann der Rotstift angesetzt werden.
    Verraten Sie uns noch bitte zum Schluß, welche Partei zum Thema Strafvolzug punkten will bzw. in den letzten 50 Jahren gepunktet hat!?
    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Ich sehe darin dasselbe Spielchen wie man es mit den Arbeitslosen treibt. Die werden durch Fallmanager betreut, in Maßnahmen gesteckt und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig.
    Nur haben diese Ihre Fallmanager ein fundierte allumfassende Ausbildung! Angefangen beim Anstaltsleiter (i.d.Regel Jurist) über Pädagogen, Psychologen, Lehrer, Sozialarbeitern, Sanitäter, Anstaltsärzte, Industriemeister bis in zum Beamten des allgemeinen Vollzugsdiens- ja so nannte man diese früheren WÄRTER- damals im Volksmund wie im Zoo.

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Dem Staat obliegt die Aufsicht und Betreuung solcher Menschen. Er muss Härte zeigen, auch zum Wohle des Verurteilten.

    Hellsehen kann niemand. Deshalb muss der Fokus nicht so sehr eine mögliche Rückfallquote gerichtet werden. Sondern auf den Ist-Zustand des Betroffen und dessen Milieu, aus dem er entstammt.
    Soso Härte....na dann hätten wir ja im Jahr wieviele Suicide???

    Sie armer Mensch...
  5. #5

    Gesundheitszeichen

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    @ray4912,

    dem Menschen soll doch gar nicht geholfen werden. Ich gehe davon aus, dass den Auftraggebern solcher Studien schon bewusst ist, dass bei vielen Kriminellen die Hemmschwelle wieder die falsche Abzweigung zu nehmen, bedingt durch den Gefängnisaufenthalt, gesenkt worden ist.

    Gleichzeitig weiß man ja nicht mit welchen psychischen Problemen so ein Gefangener, den man unbedingt auf diese Art resozialiserieren möchte, zu kämpfen hat und wie sein unmittelbares Umfeld im Fall einer Haftlockerung reagiert.

    Vielleicht kommt er aus dem Teufelskreis nicht mehr heraus. Wird schneller aggressiv und landet dann wieder vor dem Richter.

    In meinen Augen soll hier eine Sozialindustrie etabliert werden, die solche Menschen schamlos ausnutzt. Der Staat schickt Betreuer(private), gibt Geld für Medikamente aus (um solche Täter ruhig zu stellen) und versucht über diesen Weg Kosten zu senken. Zellen müssen nicht mehr eingerichtet werden und auch bei den Personalkosten (wie Justizvollzugsangestellte) kann der Rotstift angesetzt werden.

    Ich sehe darin dasselbe Spielchen wie man es mit den Arbeitslosen treibt. Die werden durch Fallmanager betreut, in Maßnahmen gesteckt und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig.

    Dem Staat obliegt die Aufsicht und Betreuung solcher Menschen. Er muss Härte zeigen, auch zum Wohle des Verurteilten.

    Hellsehen kann niemand. Deshalb muss der Fokus nicht so sehr eine mögliche Rückfallquote gerichtet werden. Sondern auf den Ist-Zustand des Betroffen und dessen Milieu, aus dem er entstammt.
    Klar wird mit aufgrund Ihrer umfangreichen Ausführungen nur, dass Ihnen der Wohlfahrtsstaat in mancherlei Hinsicht zuwider ist und sie (auch) Geld aus Sparmassnahmen in der Prävention (der "Sozialindustrie") in die Repression (Gefängnisse) umleiten wollen. Das dieses Denken bei allen Parteien am Verschwinden ist, scheint Ihr Problem zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Ihre Vorstellungen zu einer wesentlichen politischen Kraft bündeln lassen. Für mich ist das ein Zeichen der Gesundheit unseres Staatswesens.
  6. #6

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Für mich ist das ein Zeichen der Gesundheit unseres Staatswesens.

    Da magst Du RECHT haben ray.

    Nur liegt das Problem meist bei weltfremden Richtern, einhergehend mit dem Druck durch die Politik zwecks Statistiken usw....

    Übrigens was ist eigentlich aus der Sache mit Alois Mannichl
    bis jetzt heraus gewurden....weißt Du mehr? ;-)

    Und der blaue Koffer in Bonn auf den Bahngleisen!!! mit dem Video aus MCD und dem relativ gut einsehbaren -mit Bart- Schlapphutmann...;-);-);-)

    Kleine Gedankenstütze: Ich weiß- haste nich nötig aber ;-)

    Media Markt - YouTube
  7. #7

    Zitat von matthes schwalbe Beitrag anzeigen
    Nur haben diese Ihre Fallmanager ein fundierte allumfassende Ausbildung!
    Interessanterweise ist es bekannt das die sogenannten Fallmanager nur Zeitarbeiterverträge....oder befristete Arbeitsverträge haben, und sich die Probanden ( also faule fette Arbeitslose @ Grüße hiermit Kalleblom recht herzlich ) immer wieder auf neue sogenannte qualifizierte Fallmanager einstellen müssen.

    Was passiert also: Fallmanger "yxz" der neu im Amt ist sieht natürlich im Probanden "Flauschenpaule" einen notorischen Verweigerer, obwohl der alte Fallmanager der leider dank Zeitarbeitervertrag....oder befristeten Arbeitsvertrag jetzt selber Proband ist , und "Flauschenpaule" schon fast überzeugt hatte das er seine Lethargie überwindet.

    Dumm dabei war nur das der neue angebliche qualifizierte Fallmanager in die Quere kam.

    Das macht Sinn in diesem System unter dem Motto: Und ewig grüßt das Murmeltier.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  8. #8

    Bankers Resozialisation

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Studien belegen es eindeutig: Lockerungen für die Gefangenen in Form von kontrolliertem Freigang, sozialen Kontakten und anderen Übungen für die Zeit nach der Haft senken die Rückfallquote erheblich. Doch nicht in allen Bundesländern ist dies effizient und gleich realisiert, Reformen sind notwendig. Braucht Deutschland einen liberaleren Strafvollzug?
    Um was geht es hier eigentlich?
    Wenn es um die eigentliche kriminelle Energie geht, dann fallen die hohen Herrschaften doch in weiche Schlossbetten ala Zumwinkel, und schon von Stand und Dünkel her bleibt ihnen wohl die Schmach der harten Pritsche erspart.
    In unserem sogenannten Rechtsstaat kommt man schneller wegen Schwarzfahrens hinter Gitter, als wegen massiven Betrugs mit Millionenschäden.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Studien belegen es eindeutig: Lockerungen für die Gefangenen in Form von kontrolliertem Freigang, sozialen Kontakten und anderen Übungen für die Zeit nach der Haft senken die Rückfallquote erheblich.
    "Liberaleren Strafvollzug"?
    Ich hoffe mal das mit "Liberal" nicht auch ein geringeres Strafmaß gemeint ist. Meiner Ansicht nach wird generell bei schweren Verbrechen zu gering bestraft weil oftmals zweifelhafte Gutachten von zweifelhaften Gutachtern eine entscheidene Rolle spielen.

    "Kontrollierter Freigang"?
    Ganz schwierig. Ein Freigang ist niemals 100% kontrollierbar. Solange diese 100% nicht vorausgesetzt werden können ist ein Freigang abzulehnen.

    "Soziale Kontakte für die Zeit nach der Haft"? Ja, auf jeden Fall. Beginnend nach Beendigung der Haft.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Doch nicht in allen Bundesländern ist dies effizient und gleich realisiert, Reformen sind notwendig. Braucht Deutschland einen liberaleren Strafvollzug?
    "Reformen" sind notwendig, Bundesweit einheitlich. Dazu gehört auch eine Tauglichkeitsprüfung und eine MPU von allen zugelasssenen Gerichtsgutachtern, insbesondere von Phsychologen. Dazu gehört auch bundesweite Schnellgerichtsverfahren. Damit auch die Polizei sich nicht vergebens den diversen Gefahren aussetzen muss nur um festzustellen das die mühsam eingesammelten Übeltäter von Richtern und Staatsanwälten wieder laufen gelassen werden. Auch, oder gerade wenn es "nur" um eine kaputte Schaufensterscheibe oder ein brennendes Auto geht. Diese Übeltäter darf man nicht laufen lassen solange die Bezahlung dieses Schadens nicht geregelt ist.

    "Liberal" ja, aber alles zu seiner Zeit. Erst die Strafe abbrummen und danach helfen zur Wiederholungsvermeidung.

    Strafe muss weh tun.