Blutgerinnsel: Wie gefährlich sind Antibabypillen?

APMehr als 10.000 Frauen haben in den USA geklagt, nun droht Pharmariesen auch in Frankreich eine Klagewelle. Grund sind moderne Anti-Baby-Pillen, die das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen. Besonders wer raucht und übergewichtig ist, sollte aufpassen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/sex...-a-875630.html
  1. #1

    optional

    Guter und informativer Artikel! Jedoch ein paar Anmerkungen:
    - Durchfall und Erbrechen sind nur innerhalb von 4 Stunden nach Pilleneinnahme verhütungsgefährdend, nicht grundsätzlich
    - "Eine Schwangerschaft verhindern alle Pillenarten, indem sie den Eisprung verhindern" stimmt so nicht ganz, außer der Cerazette verhindern Minipillen den Eisprung nicht!
    - Unter der Pille hat frau keine "Monatsblutung", sondern lediglich eine durch die Hormone hervorgerufene Abbruchblutung (und sagt daher z.B. auch nichts über eine etwaige Schwangerschaft aus)!
    - Es gibt auch schon eine 5-Phasen-Pille (Qlaira), bei der man je nach Phase auch 9 Tage zusätzlich verhüten muss, bis der Schutz wieder gewährleistet ist!
  2. #2

    Nicht nur die Amerikaner

    sind zu wenig informiert. Wenn ich hier Abiturientinnen mit Abschlußnote 1 befrage, stelle ich regelmäßig fest, das keine etwas über diese Risiken weiß. Es kommt nur der Kommentar: "Was? Die nehmen doch alle." Leitende Angestellte des Bayer-Konzern wissen ebenso NICHTS über die Nebenwirkungen, bzw. wollen nichts wissen. Kritik wird generell als Frechheit eingestuft. Ansprechen von Klagen führt zu höhnischem Gelächter mit dem Spruch: "Das zahlen wir aus der Portokasse." Für mich sind viele der Pharma-Angestellten Halbkriminelle. Solange das Strafmaß nicht drastisch erhöht wird und die Macht der Lobbyisten gebrochen wird, geht es immer lustig so weiter wie bisher. Egal welcher Schaden verursacht wird. Ich weiß, von wem ich spreche.
  3. #3

    Fachlich

    Einwandfreier Artikel, der sich insbesondere sehr sachlich mit dem abwägen des tatsächlichen Risiko im Vergleich zu anderen Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht auseinandersetzt. Die Anmerkungen von misomu kann ich noch unterstützen. Eventuell sollten sie noch die primärliteratur der dänischen Studie etc. angeben. Ist ja auch im NEJM erschienen!
  4. #4

    Ein persönliches Beispiel

    Ich bin sehr überrascht und froh, dass nun auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird. Ich selbst habe in meinem Familienkreis einen äußerst heftigen Schicksalschlag durch die Antibabypille erleben müssen.
    Es handelt sich um eine entfernte Verwandte von. Vor etwas mehr als 1,5 Jahren (als sie 18 oder 19 war, mein jetztiges Alter) machte sie ihr Abitur. Danach fuhr sie - wie hier üblich - auf Abifahrt. Es ging in einer sehr langen Busfahrt in eines der typischen Abifahrtziele. Noch am Tag als zurück nach Hause kam, war sie alleine in ihrem Zimmer, während ihre Eltern unter ihr im Wohnzimmer waren. Diese hörten ein lautes Poltern und fanden ihre Tochter bewusstlos auf dem Boden liegend. Wie sich herausstellte, hatte sich ein Blutgerinsel, ausgelöst von der Pille, in ihrem Bein gebildet und war ins Gehirn gewandert, wo es einen Schlag auslöste. Ihr Gehirn blieb mehrere Minuten von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Als sie ihr Bewusstsein nach Wochen wiedererlangte, war sie ein Pflegefall. Sie konnte praktisch nichts ohne Hilfe. Trotzdem blieb ihr Verstand und ihre Intelligenz wie durch ein Wunder unbeschadet. Sie musste aber damit leben, dass sie alles um sich herum wie früher auffassen konnte, aber weder laufen, noch sprechen, noch alleine essen etc. Nach Monaten der Reha ist sie heute in der Lage, einigermaßen selbstständig klarzukommen. Noch immer hat sie jedoch im Minutentakt starke Zitteranfällen und sitzt weiterhin im Rollstuhl.
    Ich habe nach dem Vorfall meine Antibabypille sofort geändert - dabei stieß ich aber nur auf Spott und Unverständnis bei meinem Frauenarzt, der mich wie eine sture 3jährige behandelte und nur widerwillig umstellte. Ich bin froh, dass die Aufmerksamkeit so eventuell auf dieses Thema gelenkt wird.
  5. #5

    optional

    Kann mich da nur anschließen; die Aufklärung seitens der Gynäkologen lässt wirklich oft zu wünschen übrig. Nach meiner Erfahrung (und auch im Bekanntenkreis) werden Risiken total heruntergespielt und verharmlost und man wird, wenn man Bedenken äußert oder sich entschließt die Pille nicht mehr zu nehmen, belächelt und behandelt als sei man minderbemittelt.
    Zum Thema Risikofaktoren: Ich habe selbst auch eine erblich bedingte Gerinnungsstörung (Faktor 5 Leiden Mutation) und daher ein erhöhtes Thromboserisiko. Allerdings wusste ich bis vor wenigen Jahren noch nicht einmal, dass es das gibt; ich nahm die Pille und keiner meiner Frauenärzte wies bei "Beratungsgesprächen" auf solche Störungen hin. Natürlich kann einem keiner an der Nasenspitze ansehen, dass man das hat, aber eine genauere Aufklärung bzw. einfach der Hinweis und die Möglichkeit das testen zu lassen wäre gut. Sooo extrem selten ist es nämlich nicht und nicht immer gibts in der Familie schon einen Thromobsefall...
  6. #6

    *

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mehr als 10.000 Frauen haben in den USA geklagt, nun droht Pharmariesen auch in Frankreich eine Klagewelle. Grund sind moderne Anti-Baby-Pillen, die das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen. Besonders wer raucht und übergewichtig ist, sollte aufpassen.

    Thrombose und Blutgerinnsel: Wie gefährlich sind Anti-Baby-Pillen? - SPIEGEL ONLINE

    GynäkologInnen hören es offenbar nicht gerne, wenn eine Patientin ganz von Hormonen weg will. Ich musste es meinem alten Gyn bestimmt vier Mal sagen, dass ich keine hormonelle Verhütung mehr möchte, aufgrund bestimmter Nebenwirkungen (nicht lebensbedrohliches, mehr so Sachen wie Libidoverlust, Panikattacken, Nervosität...). Er pries dann den Nuvaring an,d er sei ja ganz gering dosiert. Leider ausprobiert. Zur starken Nervosität kamen dann noch Herzhüpfer.
    Dann war es mir zu doof und ich wechselte auf Kondome, was bei der richtigen Passform total super klappt.
    Meinem neuen Gyn musste ich auch bestimmt 2 Mal sagen, dass ich wirklich keine Hormone mehr nehmen will. Dann bekam ich die Kupferkette auf meinen Wunsch hin.
    Wieso stellen die immer so auf stur? Bekommen die Provisionen, wenn sie hormonelle Verhütungsmittel verkaufen?
  7. #7

    Rauchen Übergewicht Pille = todgefährlich

    Ich hoffe, die drastische Formulierung kommt durch die Zensur, aber man kann es eben nicht anders formulieren: Rauchen Übergewicht Pille = total Scheiße. Entweder gibt frau eines der drei bzw. vier Laster (das Übergewicht kann vom Fressen oder Saufen kommen, die anderen beiden sind natürlich Rauchen und Sex) auf, oder frau sucht sich besser eine andere Form der Verhütung, z.B. Spirale statt Pille. Leider ist auch die Spirale mitnichten ohne Nebenwirkungen.

    Dass die Pharmaindustrie es geschafft hat, die Pillen der 3. und 4. Generation durch die Zulassung zu peitschen, obwohl sich die gefährlichste tödliche Nebenwirkung, das Thrombose-Risiko, nochmals deutlich erhöht, ist leider auch ein Lehrstück über deren Macht und Skrupellosigkeit. Und es geht hier um richtig große Zahlen. Rechnet man die Angaben (pro Jahr und 100.000 Frauen 20 bis 35 Thrombose-Fälle zusätzlich) auf (grob geschätzt) 60 bis 100 Millionen Frauen hoch, die hormonelle Antikontrazeptiva nehmen, dann bedeutet das um die 20.000 Thrombose-Fälle zusätzlich pro Jahr weltweit!


    Jag
  8. #8

    Natürlichkeit verpöhnt

    Die Antibabypille ist inzwischen so selbstverständlich, dass selbst Frauenärzte von natürlichen Verhütungsmethoden abraten. Man ist damit Außenseiter.
    Namen wie Valette, Yasmin etc. sind den meisten ein Begriff, aber von Sensiplan/NFP haben die wenigsten gehört. Auch in der Schule lernt jeder die Anwendung der Pille, aber von Alternativen erfährt man nichts. Und auch Frauenärzte raten meistens davon ab, wenn sie überhaupt mit der Thematik vertraut sind. Es ist als unsicher verschrien, obwohl Studien genau das Gegenteil beweisen. Aber klar, mit einer Methode, die keine ständige Medikamenteneinname bedarf - und nichts anderes ist die Pille - kann man auch kein Geld verdienen.
    Sicherlich gibt es einen Personenkreis für den sich die Pille anbietet und ich möchte die Pille nichts als grundsätzlich schlecht abstempeln, aber ich sehe keinen Grund weshalb es ein Massenprodukt ist.
    Es geht schließlich auch anders, in dem man lernt selbstverantwortlich und selbstbestimmt mit seinem Körper umzugehen und das ohne monatliche Kosten und gänzlich ohne Nebenwirkungen. Die Natürlichkeit ist unnormal geworden und die Einnahme eines Medikaments so normal, dass es unabwendbar ab einem gewissen Alters scheint. Eigentlich paradox...
  9. #9

    @Leja

    Die von Ihnen vorgeschlagene Methode beinhaltet aber trotzdem Enthaltsamkeit zu bestimmten Zeitpunkten/ Phasen. Mal im Ernst, man ist ja nicht ohne Grund gerade dann besonders lustvoll wenn man auch empfängnisbereit ist, da hat sich die Natur schon was dabei gedacht. Also ich hätte keine Lust mir den Sex immer um den Eisprung rum verkneifen zu müssen um dann kurz vor der Mens, wo ich eh kaum Lust habe, sagen zu können: "Yeah, heute könnte ich, ich will nur nicht"!