Protest gegen Ausbeutung: Hiermit bewerbe ich mich nicht

Mario SchenkEin Stundenlohn von 64 Cent, angeboten von einer Organisation, die sich weltweit für faire Löhne einsetzt - das fand Mario Schenk unerträglich. Er antwortete auf die Praktikumsannonce mit einer Nicht-Bewerbung. Statt des Personalchefs meldeten sich bei ihm Leidensgenossen aus ganz Deutschland.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-875549.html
  1. #120

    gehts noch ? wie kommt denn jetzt die FDP nach Südamerika ? Wird jemand zu Praktika

    Zitat von wwwwalter Beitrag anzeigen
    Z.B. 3 € je Arbeitsstunde, oder entsprechend einer Vergütung in vergleichbaren Ausbildungsberufen. Kann man alles gesetzlich regeln. Wenn man will. Zur Not auch in einer großen Koalition. Als Volkspartei wird sich die CDU dem nicht verschließen können.

    Entscheidend ist, dass Schwarz-Gelb nirgendwo mehr eine Mehrheit bekommt, insbesondere nicht im Bund, oder (noch besser) - dass die FDP durch den Wähler aus unserem politischen System getilgt wird. Am besten auf Nimmerwiedersehen.
    gezwungen ? Wieso gründen sie nicht eine NGO und geben dann ihren Praktikanten in Südmerika ein BGE in Höhe von 2000 € ?
    Wer etwas verändern will, soll gleich selbst anfangen und es besser machen.
  2. #121

    Zitat von UnitedEurope Beitrag anzeigen
    Nachdem ich vor einem Jahr einen Artikel in der GEO über Hilfsorganisationen sowie NGOs, welche in Haiti tätig sind/waren gelesen habe, wundert mich nichts mehr.

    Am Beispiel Haiti wurde gezeigt, wie ausbeuterisch und heuchlerisch die ganze Branche ist. Da wurden Hilfscamps das Wasser verknappt, damit es den Menschen schlechter geht, um mehr Spenden zu erhalten.
    ...
    Und wenn die TV-Kameras weg sind, hauen sowieso wieder alle ab und gehen zur nächsten Katastrophe. Da nehmen sich die verschienen NGOs nichts, egal ob Oxford oder Unicef.
    Na, da wird wieder ein "alles über einen Kamm scheren" praktiziert...sind ja alle so schlau und haben bei GEO nachgeguggt. Also, als jahrelang bei einer NGO arbeitend, dafür noch 1999 nen Friedensnobelpreis bekommen muss ich sagen es sind nicht alle NGOs schlecht. Und UNICEF ist keine NGO!
    Also mal denken bitte ehe man sowas postet und sich selbst diskreditiert.

    Ich sag ja nicht das da nicht auch schwarze Schafe drunter sind.....aber mal guggen was Regierungen so anbieten als Einstieg in die "besseren" Positionen.....
  3. #122

    Zitat von cassandra106 Beitrag anzeigen
    Das ist nicht "wenig", das ist in Relation weniger, als ein römischer Sklave erhielt, da es nicht einmal zum Überleben reicht.
    Der Unterschied zum römischen Sklaven liegt immerhin darin, dass Herr Schenk nicht zu dieser Tätigkeit gezwungen wird. Er kann's auch einfach bleiben lassen, was er ja auch getan hat. Was mich nur wundert, ist: Hielt Herr Schenk seinen Einfall mit der "Nicht-Bewerbung" für so originell und wahnwitzig witzig, dass er gleich meinte, nach Absendung bei Spiegel Online anrufen zu müssen, um das Ganze als Thema für eine Story vorzuschlagen? War sicher nicht das erste Mal in der Weltgeschichte, dasssich jemand dfazu entschloss, sich auf eine Stellenausschreibung *nicht* zu bewerben, weil ihm die Bezahlung zu dürftig war.
  4. #123

    Ja, das ist nicht schön, aber die Konsequenz kann einfach nur sein, dass die Leute aufhören Orchideenfächer zu studieren. Die meisten Absolventen der MINT-Fächer und der Wirtschaftswissenschaften bekommen Jobs, mit denen sie von Anfang an auf eigenen Füßen stehen können. Wir brauchen keine Armeen von Kunst-, Geistes-, Sprach- und Gesellschafswissenschaftlern und die Universitäten müssen das ihren Studenten bei den Schnupperveranstaltungen vor der endgültigen Studienwahl auch sagen. Aber eigentlich weiß das in Zeiten von google jeder angehende Student doch auch so: diese Studienfächer ziehen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr problematische Erwerbsbiographie nach sich. Liebe Schüler: studiert etwas Anständiges oder macht eine vernünftige Lehre/Ausbildung, dann kommt ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit nie in diese Situation!
  5. #124

    nein aber Dummheit wurde bestraft - zu Recht. Wer studiert denn solchen Müll, der

    Zitat von derpublizist Beitrag anzeigen
    Ganoven in die Hände fallen, packt mich die Wut. Wir kennen inzwischen die zahllosen Geschichten um die "Generation Praktikum". Da ging es mir vor dreißig Jahren noch gut. Zwei Monate nach dem Uni-Abschluss gabs den ersten Job. Der eigene Sohn bekommt nach seinem Master-Abschluss (Multimedia) mit 1,0 (bei mir wars gerade mal eine 2) auch nach 6 Monaten und 80 Bewerbungen im Medienbereich nur unbezahlte Praktikums-Angebote (für drei bis 12 Monate). Haben sich da Leistung und Engagement gelohnt.
    total mehrfach überlaufen ist ? Mit einer Eins sollte man etwas Gehirnschmalz vermuten können. Wird er halt Taxifahrer, mit genügend Renitenz kann man sogar Außenminister weredn.
  6. #125

    Ngo

    Wenn ich ein Projekt plane, ist es wohl selbstverständlich, dass ich mich um eine solide Finanzierung kümmere. Ich kann doch wohl kaum darauf vertrauen, dass ich einen Dummen finde, der für 1,50€ arbeitet. Wenn die NGO´s also solche Projekte planen, sollten sie auch entsprechende Mittel zu Verfügung stellen. 250€ ist als Taschengeld in manchen Ländern in Ordnung, aber bei 6 Monaten kündigt niemand seine Wohnung, meldet Versicherungen ab, und zieht nach Südamerika. Es wird also erwartet, dass man die Organisation mit 500-1000€ pro Monat unterstützt, es werden dann wohl die Eltern oder die LPs sein. Eine tolle Methode um Spenden einzutreiben.
    Wenn also die NGO nicht in der Lage sind, Projekte vernünftig zu finanzieren, dann sollen sie zuhause bleiben und noch mal ein wenig weiter sammeln und sich nicht als Ausbeuter präsentieren.
  7. #126

    Zitat von UeberKatze Beitrag anzeigen
    Ein Praktikum wird nichtmal dann gefördert wenn es für den Berufseinstieg notwendig sein kann. Es wird nur "geduldet". Weshalb ich mein Redaktionspraktikum beim TV auch leider absagen musste! Einstellungsvoraussetzung war nämlich leider ein Führerschein den ich nicht habe und den ich mir ohne amtliche Förderung auch nicht leisten kann!

    Ohne Führerschein kein Praktikum, ohne Praktikum kein Volontariat also kein Job.

    Das Praktikum war eigentlich mein Plan B, da ich leider lange krank war und eine Weiterbildung in meinem Beruf benötige, doch das Amt wollte mir keinen Bildungsgutschein bewilligen - und jetzt liegt die Angelegenheit schon JAHRELANG beim Gericht. Ich hab FH Reife und meine Muttersprache ist deutsch, ich habe eine abgeschlossene Ausbildung und muss schon JAHRELANG zu Hause sitzen weil die beim Amt einfach keine Fördermaßnahmen auf die Reihe kriegen!

    Danke für gar nichts!
    Wir fassen also zusammen: Sie haben seit Jahren keinen Job, weil Ihnen "das Amt" keine "Fördermaßnahmen" bezahlt. Was soll es den bitte konkret fördern? Den Führerschein, der ja Ihrer Schilderung gemäß der Schlüssel zum Glück ist? Also bitte, das ist ja wohl das geringste Problem. Suchen Sie sich einen 450-Euro-Job (die gibt's!), dann haben Sie - alle Abzüge, die das mit sich bringt, eingerechnet - nach einem halben Jahr das Geld für die Fahrschule verdient. Aber das wollen Sie ja nicht, weil es bequemer ist, zuhause sitzen zu bleiben, auf die jeden Monat von selbst kommende Überweisung "vom Amt" zu warten und ansonsten darauf zu fluchen, wie unmenschlich diese Gesellschaft mit Ihnen umgeht.
  8. #127

    Sind alle überflüssig

    Zitat von kro Beitrag anzeigen
    Ja, das ist nicht schön, aber die Konsequenz kann einfach nur sein, dass die Leute aufhören Orchideenfächer zu studieren. Die meisten Absolventen der MINT-Fächer und der Wirtschaftswissenschaften bekommen Jobs, mit denen sie von Anfang an auf eigenen Füßen stehen können. Wir brauchen keine Armeen von Kunst-, Geistes-, Sprach- und Gesellschafswissenschaftlern und die Universitäten müssen das ihren Studenten bei den Schnupperveranstaltungen vor der endgültigen Studienwahl auch sagen. Aber eigentlich weiß das in Zeiten von google jeder angehende Student doch auch so: diese Studienfächer ziehen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr problematische Erwerbsbiographie nach sich. Liebe Schüler: studiert etwas Anständiges oder macht eine vernünftige Lehre/Ausbildung, dann kommt ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit nie in diese Situation!
    Genau,weg mit dem Pack, Goethe, Schiller, Marx, Engels, Nietschke, Grass,Böll, Schubert, alle Kunstmaler, macht die Theater dicht, Sänger: brotlose Kunst, alles weg damit. Studiert alle die Mint Fächer, dann bringt ihr es zu was.
  9. #128

    Job als Verrechner

    Zitat von Stäffelesrutscher Beitrag anzeigen
    Tja, so ist das: einmal verkehrt herum dividiert, und schon spottet alles. Dabei können die Verantwortlichen von S21, BER und Elbphilhamonie auch nicht besser rechnen.
    Die machen das nicht selber, die haben jemanden, der sich verrechnet. Vielleicht ist ja ein gut bezahlter Job frei.
  10. #129

    Zitat von amanofmanysplendors Beitrag anzeigen
    erlauben Sie mir noch eine praktische Anregung: Warum nicht mal ARBEIT (> google.de) ausprobieren?
    Ich kenne natürlich diesen Einzelfall nicht, vielleicht gehört diese Dame tatsächlich zu den eher wenig Arbeitswilligen. Vielleicht wäre sie aber auch durchaus bereit zu arbeiten, wenn man sie dafür entweder

    - bezahlen würde (ok, ich verstehe, unverschämte Anspruchshaltung)

    oder

    - ohne teure eigene Vorleistung (Führerschein für Bürojob) zu Praktikantengehalt/-aufwandsentschädigung mitarbeiten und dabei on-the-job fehlende Kenntnisse dazulernen ließe.

    Sie wollen das durchaus löbliche Unterfangen »Weiterqualifizierung« angehen? Warum sorgen Sie nicht selbst für die erforderlichen Mittel, und sei es bei Edeka an der Kasse und sei es in den Abendstunden oder am Samstag?
    Haben Sie sich auch Ihre Ausbildung zu Ihrer Amtstätigkeit durch Abendschichten an der Supermarktkasse (wobei Edeka dafür vermutlich auch erst noch eine entsprechende Ausbildung voraussetzt) erarbeitet?